Unterhalt

Moderator: FDR-Team

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muggl
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Unterhalt

Beitrag von muggl »

Hallo,

angenommen es gibt ein gemeinsames Kind C von unverheirateten A und B, die jedoch zusammen leben. Für mehrere Monate entsteht eine Betreuungslücke, die A finanziell auffangen muss, da B deshalb nicht arbeiten gehen kann. Kann man z.b. die anteilige Miete als Unterhalt absetzen?

Vielen Dank vorab.

Gruß

Muggl

SusanneBerlin
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Re: Unterhalt

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,

Der Sachverhalt und die Frage ist nicht ganz verständlich. Vielleicht könnten Sie ein paar Informationen ergänzen.
muggl hat geschrieben:Für mehrere Monate entsteht eine Betreuungslücke, die A finanziell auffangen muss, da B deshalb nicht arbeiten gehen kann.
Wo wird das Kind denn sonst betreut, warum entsteht eine Lücke, wie alt ist das Kind?
muggl hat geschrieben:Kann man z.b. die anteilige Miete als Unterhalt absetzen?
Absetzen von was, von wem?

Für den Unterhalt Ihres Kindes haben die Eltern aufzukommen, vom Staat gibt es als finanzielle Erleicherung für die Eltern das Kindergeld, wenn das Einkommen nicht ausreichen sollte, kann man Hartz 4 beantragen.
Grüße, Susanne

Hertha1892
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Re: Unterhalt

Beitrag von Hertha1892 »

Wenn A für B dem Grunde nach noch unterhaltspflichtig ist, z.B. weil C jünger als 3 Jahre alt ist, können alle Leistungen von A an B in Geld oder Geldeswert als Unterhaltsleistungen nach §33a EStG geltend gemacht werden.

Allerdings sind die Einkünfte und Bezüge, die B im gleichen Kalenderjahr erzielt, in der Berechnung zu berücksichtigen.

Ist C älter als 3 Jahre, kommt eine Berücksichtigung nur in Ausnahmefällen in Betracht, da die Unterhaltsberechtigung nur dann besteht, wenn es kindbezogene Gründe sind.

Grüße Hertha1892

winterspaziergang
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Re: Unterhalt

Beitrag von winterspaziergang »

Hertha1892 hat geschrieben:
27.07.19, 10:18
Wenn A für B dem Grunde nach noch unterhaltspflichtig ist, z.B. weil C jünger als 3 Jahre alt ist, können alle Leistungen von A an B in Geld oder Geldeswert als Unterhaltsleistungen nach §33a EStG geltend gemacht werden.

...

Ist C älter als 3 Jahre, kommt eine Berücksichtigung nur in Ausnahmefällen in Betracht, da die Unterhaltsberechtigung nur dann besteht, wenn es kindbezogene Gründe sind.
:?:
Dem Sachverhalt nach lebt ein Elternpaar zusammen und hat ein kleines Kind. Betreuungslücke könnte heißen bis z.B. der Kitaplatz frei wird, betreut die Mutter das Kind und kann daher nicht arbeiten.
Nun stellt sich die Frage, ob der arbeitende Vater die halbe Miete als Unterhalt absetzen kann.

Ist es wirklich so, dass man u.U. die Miete des betreuenden Elternteils von der Steuer absetzen könnte, damit ja auch die Miete der gemeinsam bewohnten Immobilie, nur weil man nicht verheiratet ist?

muggl
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Re: Unterhalt

Beitrag von muggl »

A arbeitet, B ist in Elternzeit und bezieht noch Elterngeld. Über einen Zeitraum von 6 Monaten besteht eine Betreuungslücke ohne Bezüge von B, die durch B gefüllt wird. B kann daher nicht arbeiten gehen. Normalerweise müsste ja wg Haushaltsangehörigkeit der Grundfreibetrag/12 pro Monat ohne weitere Nachweise als Unterhalt angesetzt werden oder?

C ist unter 3 Jahre.

Hertha1892
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Re: Unterhalt

Beitrag von Hertha1892 »

winterspaziergang hat geschrieben:
27.07.19, 13:01

Dem Sachverhalt nach lebt ein Elternpaar zusammen und hat ein kleines Kind. Betreuungslücke könnte heißen bis z.B. der Kitaplatz frei wird, betreut die Mutter das Kind und kann daher nicht arbeiten.
Nun stellt sich die Frage, ob der arbeitende Vater die halbe Miete als Unterhalt absetzen kann.

Ist es wirklich so, dass man u.U. die Miete des betreuenden Elternteils von der Steuer absetzen könnte, damit ja auch die Miete der gemeinsam bewohnten Immobilie, nur weil man nicht verheiratet ist?
Dem Sachverhalt nach lebt ein unverheiratetes Paar zusammen. Ein verheiratetes Paar federt das über den doppelten Grundfreibetrag ab. Ein unverheiratetes Paar kann das nur über außergewöhnliche Belastungen. Das heißt, liegt Unterhaltspflicht vor, kann der Geldwert des auf die Unterhaltsgläubigerin entfallende Miete steuerlich geltend gemacht werden. A könnte auch an B einfach monatlich xxx Euro betitelt als Unterhalt überweisen. Das macht es belegbarer.

Unterhalt muss aber nicht zwangsläufig als Geldsumme fließen. Sondern es ist jede Leistung in Geldeswert.

Grüße Hertha1892

winterspaziergang
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Re: Unterhalt

Beitrag von winterspaziergang »

Hertha1892 hat geschrieben:
27.07.19, 14:14
winterspaziergang hat geschrieben:
27.07.19, 13:01

Dem Sachverhalt nach lebt ein Elternpaar zusammen und hat ein kleines Kind. Betreuungslücke könnte heißen bis z.B. der Kitaplatz frei wird, betreut die Mutter das Kind und kann daher nicht arbeiten.
Nun stellt sich die Frage, ob der arbeitende Vater die halbe Miete als Unterhalt absetzen kann.

Ist es wirklich so, dass man u.U. die Miete des betreuenden Elternteils von der Steuer absetzen könnte, damit ja auch die Miete der gemeinsam bewohnten Immobilie, nur weil man nicht verheiratet ist?
Dem Sachverhalt nach lebt ein unverheiratetes Paar zusammen. Ein verheiratetes Paar federt das über den doppelten Grundfreibetrag ab. Ein unverheiratetes Paar kann das nur über außergewöhnliche Belastungen. Das heißt, liegt Unterhaltspflicht vor, kann der Geldwert des auf die Unterhaltsgläubigerin entfallende Miete steuerlich geltend gemacht werden. A könnte auch an B einfach monatlich xxx Euro betitelt als Unterhalt überweisen. Das macht es belegbarer.

Unterhalt muss aber nicht zwangsläufig als Geldsumme fließen. Sondern es ist jede Leistung in Geldeswert.

Grüße Hertha1892
:shock: wow. Danke!

muggl
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Re: Unterhalt

Beitrag von muggl »

Wobei wg Haushaltsangehörigkeit keine Nachweise vorgelegt werden müssen und der gesetzliche Höchstbetrag gilt oder?

Hertha1892
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Re: Unterhalt

Beitrag von Hertha1892 »

Schau dir mal im BMF Schreiben vom 07.06.10 die Berechnung an. Viel steht und fällt mit den eigenen Einkünften und Bezügen von B.

In 2018 ist der Höchstbetrag für die agB 9.000 Euro. Eigene Bezüge, die über dem Betrag von 624 Euro liegen, mindern diesen Betrag. Mal angenommen, A wendet jeden Monat 350 Euro für Miete und 450 Euro für Lebensunterhalt auf, B hat jeden Monat eigene Bezüge von 300 Euro, würden vereinfacht folgende Beträge übrig bleiben:
800 x 12 = 9.600, davon maximal berücksichtigungsfähig 9.000.
300 x 12= 3.600 - 180 Euro Kostenpauschale = 3.420 Euro. 3.420 - 624 = 2.796
9.000 - 2.796 = 6.204 agB.

Grüße Hertha1892

muggl
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Re: Unterhalt

Beitrag von muggl »

Für die betreffenden Monate liegen keine eigenen Bezüge vor. Daher würde ich jetzt mal sagen, dass der Höchstbetrag für die Monate ohne Nachweis berücksichtigt werden kann wg. Haushaltszugehörigkeit.

Danke für die Infos und den Austausch :)

Hanomag
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Re: Unterhalt

Beitrag von Hanomag »

muggl hat geschrieben:
27.07.19, 17:56
Für die betreffenden Monate liegen keine eigenen Bezüge vor. Daher würde ich jetzt mal sagen, dass der Höchstbetrag für die Monate ohne Nachweis berücksichtigt werden kann wg. Haushaltszugehörigkeit.
Richtig erkannt!

muggl
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Re: Unterhalt

Beitrag von muggl »

Nochmal ne kurze Frage hierzu: Kind wird in 2019 ganzjährig privat betreut. Kindesmutter B bezieht bis einschließlich Oktober Elterngeld und ist ab November ohne Bezüge. Kann dann als Unterstützungszeitraum November bis Dezember angegeben werden mit entsprechenden 12tel Beträgen pro Monat oder muss auf das gesamte Jahr abgestellt werden (inkl. der Bezüge von B)?

Vielen Dank vorab.

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