Midi Job Verzicht auf Entgelt

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samura
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Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von samura »

Guten Tag,
Kann eine Person mehrfach pro Jahr auf das Entgelt im Midijob verzichten und trotzdem weiterhin über seinen Midi job krankenversichert bleiben wenn das Gehalt eigentlich 455€ im Monat betragen würde? Falls ja wie oft?

Viele Grüße

FM
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von FM »

Nein, da es seit 2015 einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland gibt.

Möglich wäre ein unbezahlter Urlaub (also auch keine Arbeitsleistung), aber dann entfällt nach spätestens 1 Monat auch die Krankenversicherung auf diesem Weg und ist durch eine andere zu ersetzen.

windalf
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von windalf »

FM hat geschrieben:
14.08.19, 21:47
Nein, da es seit 2015 einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland gibt.

Möglich wäre ein unbezahlter Urlaub (also auch keine Arbeitsleistung), aber dann entfällt nach spätestens 1 Monat auch die Krankenversicherung auf diesem Weg und ist durch eine andere zu ersetzen.
Ist die Anwort also bei "alternierenden Monaten" klappt das mit der krankenversicherung?
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

SusanneBerlin
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von SusanneBerlin »

Der TE schrieb nicht, dass er in den betreffenden Monaten keine Arbeitsleistung erbringt.


Aus sumaras Frage geht nur hervor, ob es zulässig ist, mehrmals jährlich auf 455 € Lohn (trotz geleisteter Arbeit) zu verzichten um ca.180 € Krankenkassenbeitrag einzusparen...

Abgesehen davon, dass der AG sich strafbar macht wenn er nicht den Mindestlohn bezahlt, warum sollte der AN ein derartiges Minusgeschäft wollen?
Grüße, Susanne

windalf
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von windalf »

Der TE schrieb nicht, dass er in den betreffenden Monaten keine Arbeitsleistung erbringt.
Die Frage ist kommt es darauf an wann die Arbeitsleistung erbracht wird oder aber wann der Lohn gezahlt wird?
Aus sumaras Frage geht nur hervor, ob es zulässig ist, mehrmals jährlich auf 455 € Lohn (trotz geleisteter Arbeit) zu verzichten um ca.180 € Krankenkassenbeitrag einzusparen...
Ja und da es den Mindestlohn gibt und das nicht zulässig ist war ja der Lösungsansatz nicht darauf zu verzichten, sondern einfach den Zeitpunkt der Auszahlung zu verschieben.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

lottchen
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von lottchen »

Seit 1.Juli ist 2019 ein Midijob jeder Job mit einem Einkommen zwischen 450,01€ und 1300€. Wo ist das Problem? Kann der AG keine 450,01€ x 12 Monate = 5400,12€ bezahlen, benötigt aber die Arbeitsleistung des AN und der AN benötigt die Krankenversicherung?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Froggel
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von Froggel »

windalf hat geschrieben:
15.08.19, 08:04
Ja und da es den Mindestlohn gibt und das nicht zulässig ist war ja der Lösungsansatz nicht darauf zu verzichten, sondern einfach den Zeitpunkt der Auszahlung zu verschieben.
Wie soll das gehen? AN und AG haben einen Arbeitsvertrag über einen Midijob. Der AN hat die vertragliche Arbeit zu der vertraglich vereinbarten Zeit zu verrichten, der AG hat diese Arbeit wie vertraglich zugesichert zu bezahlen. Mal angenommen, der AG würde diese vertraglich zugesicherte (wahrscheinlich) monatliche Auszahlung, die er ja von Gesetzes wegen zu leisten hat, nach hinten verschieben, müsste er diese Zahlung zu einem anderen Zeitpunkt nachholen. Das ginge, wenn überhaupt, aber nur, solange der AN bei ihm angestellt ist. Er kann nicht damit warten, bis der AN irgendwann nach Jahren bei ihm ausscheidet, und ihm dann den Lohn von X-Monaten nachzahlen. D.h. irgendwann müsste es mindestens eine doppelte Zahlung geben oder, wenn er das über mehrere Zahlungen verteilt, würde er damit andere Zahlungen aufstocken müssen. Damit wäre niemandem geholfen.

Ausschlaggebend, wann der AG den AN zu bezahlen hat, sind § 614 BGB:
§ 614 Fälligkeit der Vergütung
1Die Vergütung ist nach der Leistung der Dienste zu entrichten. 2Ist die Vergütung nach Zeitabschnitten bemessen, so ist sie nach dem Ablauf der einzelnen Zeitabschnitte zu entrichten.
und der § 2 des Mindestlohngesetzes:
§ 2 Fälligkeit des Mindestlohns
(1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer den Mindestlohn
1. zum Zeitpunkt der vereinbarten Fälligkeit,
2. spätestens am letzten Bankarbeitstag (Frankfurt am Main) des Monats, der auf den Monat folgt, in dem die Arbeitsleistung erbracht wurde, zu zahlen. Für den Fall, dass keine Vereinbarung über die Fälligkeit getroffen worden ist, bleibt § 614 des Bürgerlichen Gesetzbuchs unberührt.
(2) Abweichend von Absatz 1 Satz 1 sind bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgehenden und auf einem schriftlich vereinbarten Arbeitszeitkonto eingestellten Arbeitsstunden spätestens innerhalb von zwölf Kalendermonaten nach ihrer monatlichen Erfassung durch bezahlte Freizeitgewährung oder Zahlung des Mindestlohns auszugleichen, soweit der Anspruch auf den Mindestlohn für die geleisteten Arbeitsstunden nach § 1 Absatz 1 nicht bereits durch Zahlung des verstetigten Arbeitsentgelts erfüllt ist. Im Falle der Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitgeber nicht ausgeglichene Arbeitsstunden spätestens in dem auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses folgenden Kalendermonat auszugleichen. Die auf das Arbeitszeitkonto eingestellten Arbeitsstunden dürfen monatlich jeweils 50 Prozent der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit nicht übersteigen.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für Wertguthabenvereinbarungen im Sinne des Vierten Buches Sozialgesetzbuch. Satz 1 gilt entsprechend für eine im Hinblick auf den Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vergleichbare ausländische Regelung.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

windalf
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von windalf »

Ist schon klar, dass das etwas wäre auf das sich beide einigen müssten.

Und einen Vertrag zu haben bedeutet nicht, dass man sich für die Zukunft auf etwas anderes (ggf. für beide Seiten Vorteilhafteres) einigen kann..
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

samura
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von samura »

Zur Erklärung:
Angenommen eine Person hat 8500€ durch Anlageeinkünfte und 5460€ durch einen Midijob den die Person aber gerne unbezahlt machen möchte, kann die Person auf das Gehalt im Midijob verzichten um unter der Steuerfreigrenze zu bleiben, aber trotzdem den Versicherungsschutz aus dem Midijob behalten? Kann die Person vielleicht einmalig auf das Gehalt verzichten? Oder sogar auf das gesamte Gehalt im Jahr? Der Midijob würde wie gesagt generell lieber ohne Entgelt verrichtet werden.

FM
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von FM »

Es ist extrem unhöflich die bereits beantwortete Frage ständig zu wiederholen.

Sollte man nicht in der Lage sein die Antwort zu verstehen, ist es zwecklos.

Froggel
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von Froggel »

FM hat geschrieben:
15.08.19, 21:09
Sollte man nicht in der Lage sein die Antwort zu verstehen, ist es zwecklos.
Nicht ganz. Ich kann die Antwort auch einfacher formulieren bzw. zusammenfassen:
samura hat geschrieben:
15.08.19, 19:22
Kann die Person vielleicht einmalig auf das Gehalt verzichten?
Nein.
samura hat geschrieben:
15.08.19, 19:22
Oder sogar auf das gesamte Gehalt im Jahr?
Nein.
Daraus folgt:
samura hat geschrieben:
15.08.19, 19:22
kann die Person auf das Gehalt im Midijob verzichten um unter der Steuerfreigrenze zu bleiben, aber trotzdem den Versicherungsschutz aus dem Midijob behalten?
Nein.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

samura
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von samura »

Danke an Froggel.

Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht.
-George Bernard Shaw

SusanneBerlin
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Re: Midi Job Verzicht auf Entgelt

Beitrag von SusanneBerlin »

[quote=samura post_id=1853862 time=1565989766 user_id=291992]
Danke an Froggel.

Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht.
-George Bernard Shaw[/quote]

"Nein" stand doch schon in der ersten Antwort von FM. Froggel hat jetzt nur auf "3x Nein" erweitert indem sie jede Teilfrage einzeln mit einem "Nein" bedacht hat.


Sie hätten auch gleich schreiben können, dass Ihnen mit ja/nein-Antworten ohne jegliche Erläuterung am besten gedient ist.
Grüße, Susanne

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