negativer Zins

Moderator: FDR-Team

Antworten
windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15290
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

negativer Zins

Beitrag von windalf »

Nehmen wir an Baufinanzierer X bietet ein Darlehn mit einem negativem Zins an. (Soll es ja voraussichtlich bald geben)

Der A entscheidet sich für ein entsprechendes Darlehn. Muss die Differenz zwischen ausgezahlter und zurückgezahtler Summe versteuert werden? Kapitalertragssteuer passt ja irgendwie schon mal eher nicht, weil der A ja kein Kapital anlegt um daraus Erträge zu generieren...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Tastenspitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20682
Registriert: 05.07.07, 08:27
Wohnort: Daheim

Re: negativer Zins

Beitrag von Tastenspitz »

Hab falsch gelesen.... :) Daher gelöscht.
Nme. sind das Zinseinkünfte und den anderen zuzurechnen.
Zuletzt geändert von Tastenspitz am 28.08.19, 10:14, insgesamt 2-mal geändert.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6248
Registriert: 24.07.07, 10:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: negativer Zins

Beitrag von Zafilutsche »

windalf hat geschrieben:
28.08.19, 09:07
Nehmen wir an Baufinanzierer X bietet ein Darlehn mit einem negativem Zins an. (Soll es ja voraussichtlich bald geben)
Von der Logik her, müssten die vom Kreditnehmer "erzielten" Zinseinnahmen (was anderes sind die "negativen" Zinsen ja nicht) bei der Steuererklärung als Einnahmen angegeben werden.
Ggf. könnte es auch sein, dass die Bank die Quellensteuer (Kapitalertragssteuer) selbst sofort abführt.
Der Hinweis wie das geregelt wird, steht zukünftig sicher auf der jährlich erstellten "Zinsbescheinigung". Also: "Keine Sorge!"

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15290
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: negativer Zins

Beitrag von windalf »

Von der Logik her, müssten die vom Kreditnehmer "erzielten" Zinseinnahmen (was anderes sind die "negativen" Zinsen ja nicht) bei der Steuererklärung als Einnahmen angegeben werden.
Von der Logik her doch gerade nicht... Es wird (von A) kein Kapital angelegt, dass Zinsen bringt. Vielmehr legt die Bank Kapital an, was ihr negative Zinsen bringt.
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6248
Registriert: 24.07.07, 10:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: negativer Zins

Beitrag von Zafilutsche »

windalf hat geschrieben:
28.08.19, 10:02

Von der Logik her doch gerade nicht... Es wird (von A) kein Kapital angellegt ...
Steht doch niergends , ob für Zinseinnahmen Kapital angelegt sein muss.

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15290
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: negativer Zins

Beitrag von windalf »

Zafilutsche hat geschrieben:
28.08.19, 12:48
windalf hat geschrieben:
28.08.19, 10:02

Von der Logik her doch gerade nicht... Es wird (von A) kein Kapital angellegt ...
Steht doch niergends , ob für Zinseinnahmen Kapital angelegt sein muss.
Warum heißt die Kapitalertragsteuer Kapitalertragsteuer?
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6248
Registriert: 24.07.07, 10:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: negativer Zins

Beitrag von Zafilutsche »

windalf hat geschrieben:
28.08.19, 13:08
Zafilutsche hat geschrieben:
28.08.19, 12:48
windalf hat geschrieben:
28.08.19, 10:02

Von der Logik her doch gerade nicht... Es wird (von A) kein Kapital angellegt ...
Steht doch niergends , ob für Zinseinnahmen Kapital angelegt sein muss.
Warum heißt die Kapitalertragsteuer Kapitalertragsteuer?
Das müssen Sie selbst nachsehen.
Jedenfalls zählt diese zu der Einkommensteuer und wird bei der Einkommensteuerveranlagung wie eine Einkommensteuervorauszahlung behandelt.

hambre
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6470
Registriert: 02.02.09, 13:21

Re: negativer Zins

Beitrag von hambre »

Steht doch niergends , ob für Zinseinnahmen Kapital angelegt sein muss.
Doch, denn der § 20 EStG beginnt mit
Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören...

Sollte der Fall eintreten, dass die Zinsen für Baudarlehen negativ werden, so kann man das ja den BFH entscheiden lassen.

Bei Kleindarlehen gibt es ja bereits negative Zinsen und da wäre es dann interessant, wie das gehandhabt wird.

bavarian tax collector
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1950
Registriert: 30.03.08, 11:36
Wohnort: Bayern

Re: negativer Zins

Beitrag von bavarian tax collector »

hambre hat geschrieben:
28.08.19, 17:36
Doch, denn der § 20 EStG beginnt mit
Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören...
Richtig, aber zu kurz zitiert!

Zinsen fallen unter §20 Abs.1 Nr.7 EStG und der lautet nun einmal ...
Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen jeder Art, ...
Damit sind Negativzinsen aus Darlehensverbindlichkeiten nicht unter §20 EStG zu subsumieren!

Interessanter ist es im Bereich der Gewinneinkünfte, den ein Bilanzierer muss ja die laufende Zahlung in Zins und Tilgung aufteilen, sonst bliebe am Schluß ein Restbestand des Darlehens in den Büchern. Interessant dürfte es auch bei V+V werden, denn hier wird man den Negativzins ziemlich sicher unter §8 EStG fassen können. Alternativ wäre es eine Minderung der Anschaffungskosten.

taxpert
Your friendly bavarian tax collector

Motto:
"Yeah, I'm the taxman
And you're working for no one but me" (The Beatles, Taxman, Revolver)

"Bitte, Danke und Verzeihung wandern auf die Liste der bedrohten Wörter!"

Antworten