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Grundsteuer

Verfasst: 09.09.19, 13:37
von Hetta75
Hallo,

Ich habe eine Frage zum Thema Grundsteuer.

A hat vor einigen Jahren mit Immobilienkredit bei Bank B ein Haus (kleines Mehrfamilienhaus) gekauft.
Nach einigen Jahren hat Bank B den Kredit gekündigt und das Haus kam unter Zwangsverwaltung. Nach der Beschlagnahme durch den Zwangsverwalter wurden durch ihn auch sämtliche Kosten (Steuern, Versicherungen, Reparaturen, etc.) beglichen.
Im März wurde das Haus nach mehreren Jahren der Zwangsverwaltung im Zuge der Zwangsversteigerung verkauft.

Jetzt bekommt A von der Stadtverwaltung einen Grundsteuerbescheid für das Jahr 2019.
A ist der Meinung, dass diese Grundsteuer nicht von ihm verlangt werden kann, da sich das Haus nicht in seinem Besitz und Eigentum zum Zeitpunkt der Veräußerung befand.

Müsste nicht eigentlich der Zwangsverwalter für die Grundsteuer aufkommen (er kann diese ja auch auf die Mieter umlegen, was A ja nicht mehr kann).

Ich danke schön für die Antworten.

Re: Grundsteuer

Verfasst: 09.09.19, 14:26
von SusanneBerlin
Im März wurde das Haus nach mehreren Jahren der Zwangsverwaltung im Zuge der Zwangsversteigerung verkauft.
Entweder das Haus wurde verkauft oder es wurde versteigert. Beides geht nicht.


Hat der Zwangsverwalter das Haus verkauft oder wurde das Haus zwangsversteigert?

Wann erfolgte die Eigentümerumschreibung im Grundbuch?

Re: Grundsteuer

Verfasst: 09.09.19, 14:37
von Hetta75
Das Haus wurde auf Bestreben der Bank B zwangsversteigert.
Die Eigentümerumschreibung erfolgte auch im März.

Re: Grundsteuer

Verfasst: 09.09.19, 15:33
von bavarian tax collector
§10 Abs.1 GrStG hat geschrieben:Schuldner der Grundsteuer ist derjenige, dem der Steuergegenstand bei der Feststellung des Einheitswerts zugerechnet ist.
Da dem Zwangsverwalter das Objekt bewertungsrechtlich nicht zugerechnet wird, sondern dem Eigentümer (=A), bleibt A Schuldner der GrSt für das gesamte Jahr 2019, da eine Zurechnungsfortschreibung erst auf den 01.01.2020 erfolgt.

taxpert

Re: Grundsteuer

Verfasst: 09.09.19, 18:16
von Hetta75
Aber bis zur Zwangsversteigerung würde dem Zwangsverwalter die Grundsteuer zugeordnet.
Und A war durch die gerichtliche Beschlagnahme kein Eigentümer mehr.

Re: Grundsteuer

Verfasst: 10.09.19, 09:56
von ktown
Hetta75 hat geschrieben:
09.09.19, 18:16
Und A war durch die gerichtliche Beschlagnahme kein Eigentümer mehr.
und wer stand nun im Grundbuch als Eigentümer drin?

Re: Grundsteuer

Verfasst: 10.09.19, 11:24
von SusanneBerlin
Hetta75 hat geschrieben: Müsste nicht eigentlich der Zwangsverwalter für die Grundsteuer aufkommen (er kann diese ja auch auf die Mieter umlegen,
Wenn das Grundbuch im März auf den neuen Eigentümer umgeschrieben wurde, dann ist die Zwangsverwaltung jetzt im September sicherlich längst aufgehoben. Der ehemalige Zwangsverwalter hat nichts mehr damit zu tun und er kann auch nichts mehr auf die Mieter umlegen. Für das alles ist jetzt der neue Eigentümer zuständig.

Dass nachdem die Zwangsverwaltung aufgehoben wurde, A den Grundsteuerbescheid für 2019 erhält ist richtig so, weil A am 01.01.2019 als Eigentümer eingetragen war und deshalb schuldet er der Gemeinde die gesamte Grundsteuer für 2019 (so steht es im Grundsteuergesetz).

Während der Zwangsverwaltung hat der Zwangsverwalter die Mieteinnahmen verwaltet und daraus die Ausgaben (u.a. die Grundsteuer) bezahlt. Jetzt ist die Zwangsverwaltung beendet und der Zwangsverwalter ist nicht mehr zuständig.


A muss sich wegen der Erstattung der von ihm bezahlten Grundsteuer an den neuen Eigentümer wenden.

Re: Grundsteuer

Verfasst: 10.09.19, 18:40
von Hetta75
Und was kann A machen, wenn der neue Eigentümer sich weigert ihm die Grundsteuer zu erstatten. Er könnte ja die Steuer auf die Mieter umlegen, was A ja nicht kann.

Re: Grundsteuer

Verfasst: 10.09.19, 19:23
von SusanneBerlin
Das was man immer machen kann, wenn man eine Forderung an jemanden hat und der andere nicht bezahlen will: Man klagt die Forderung gerichtlich ein. Dann entscheidet ein Richter darüber, wer im Recht ist.

Vor der Klageerhebung könnte man es mit einem gerichtlichen Mahnbescheid versuchen. Wenn der Gegner dann nicht widerspricht, erhält man einen Vollstreckungstitel, mit dem man zwangsvollstrecken kann. Mit Zwangsvollstreckungen kennt A sich doch aus.