Steuerhinterziehung / Selbstanzeige / Korrigierte Erklärung

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myLord
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Steuerhinterziehung / Selbstanzeige / Korrigierte Erklärung

Beitrag von myLord »

Hallo Leute,

ich habe mal eben eine Frage an euch: Nehmen wir mal an, dass A in seiner Steuererklärung fehlerhafte Angaben gemacht hat, die eigentlich als Steuerhinterziehung strafbar wären. Für so etwas gibt es ja das Instrument der Korrektur. Die Erklärung wird dann einfach noch ein Mal an das Finanzamt übermittelt. Evtl. auch mit einem Hinweis, wieso, weshalb, warum. Und wenn man jetzt auf einmal dem FA Geld schuldet (und nicht umgekehrt), wird das FA wohl kaum etwas sagen.

Aber wozu gibt es dann die Selbstanzeige?

ExDevil67
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Re: Steuerhinterziehung / Selbstanzeige / Korrigierte Erklärung

Beitrag von ExDevil67 »

myLord hat geschrieben:
24.10.19, 14:09
Und wenn man jetzt auf einmal dem FA Geld schuldet (und nicht umgekehrt), wird das FA wohl kaum etwas sagen.
Doch gerade dann wenn man nachzahlen muss, also für die Vergangenheit zu wenig gezahlt hat.

Oder ist der andere Fall gemeint das sich durch die korrigierte Version der Steuererklärung eine Nachzahlung an den Steuerpflichtigen ergibt?

myLord
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Re: Steuerhinterziehung / Selbstanzeige / Korrigierte Erklärung

Beitrag von myLord »

Also wenn das FA Geld zurückzahlen muss, wäre es ja keine Steuerhinterziehung bzw. wenn der Bescheid rechtsgültig ist, sagt das FA in der Regel: Nö, zu spät.

Ich kenne es z.B. so, dass es in die Richtung "Steuerhinterziehung" eher kein Problem ist. Wenn man also z.B. vergisst bestimmte Einnahmen zu erklären und es dann nachträglich tut. Beispiel: Hey, ich vermiete jetzt keine 30 Wohnungen, sondern 31.

bavarian tax collector
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Re: Steuerhinterziehung / Selbstanzeige / Korrigierte Erklärung

Beitrag von bavarian tax collector »

myLord hat geschrieben:
24.10.19, 14:09
Nehmen wir mal an, dass A in seiner Steuererklärung fehlerhafte Angaben gemacht hat, die eigentlich als Steuerhinterziehung strafbar wären.
Zunächst einmal führt nicht jede falsche Angabe in einer Steuererklärung zur Steuerhinterziehung! Soweit die Angaben versehentlich, z.B. wegen Rechtsirrtum falsch oder unvollständig sind, und werden durch den Stpfl. berichtigt, liegt keine Selbsanzeige vor, sondern der Stpfl. kommt seiner Pflicht zur Berichtigung der Erklärung nach §153 AO nach. Nur wenn die Angaben vorsätzlich (wiisentlich, wollentlich) falsch oder unvollständig waren oder man seiner Pflicht nach §153 AO nicht unverzüglich nachkommt, ist der Tatbestand der Steuerhinterziehung verwirklicht.
myLord hat geschrieben:
24.10.19, 14:09
Aber wozu gibt es dann die Selbstanzeige?
Die Abgabe der geänderten Erklärung IST die Selbstanzeige! Grundsätzlich kann (und sollte!) bei Abgabe einer Selbstanzeige das Strafverfahren eröffnet werden, denn eigentlich kann nur im laufenden Starfverfahren geprüft werden, ob die Selbstanzeige überhaupt eine strafbefreiende Wirkung entfalltet! Das Strafverfahren hat hier eine Schutzfunktion des Stpfl. gegenüber dem FA, da dann die 100%-ige Mitwirkungspflicht des Stpfl. auf Ebene des Besteuerungsverfahrens zwar weiterbesteht, aber wegen der fehlenden Verpflichtung im gleichzeitig laufenden Strafverfahren sich selber zu belasten nicht mehr mit Zwangsmitteln durchgesetzt werden kann.

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