PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

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helmes63
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PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von helmes63 » 19.11.19, 13:30

Guten Tag,
sehr geehrte Forenexperten,

... es gibt faktisch gesehen keine klare eindeutige Absetzungsmöglichkeit für PKW-Instandsetzungen
bei einem steuerpflichtigen Rentner bzw. regulären Arbeitnehmer. Es ist klar, dass dieser Steuerprüftatbestand
offenkundig schon immer in die Kategorie gehörte (Kosten der Allgemeinen Lebensführung) gehört hatte.

Jedoch müsste nach meiner Überzeugung ein sichtbar höherer Instandsetzungsaufwand
bspw. durch eine Reihe von Defekten am Auto ggf. dennoch als außerordentliche Belastung geltend gemacht
werden können. Welche Vorgaben der Finanzämter gibt es hierzu, insbesondere wenn man bedenkt, dass in
beiden Sachverhalten ein PKW sowohl Privat als auch beruflich nutzen kann.

Hertha1892
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von Hertha1892 » 19.11.19, 21:30

Worin genau soll eine steuerrechtlich relevante außerordentliche Belastung vorliegen?

Meine Einbauküche hat eine morsche Arbeitsplatte. Außergewöhnliche Belastung!

Meine Katze hat eine schwere und sauteure Herz-OP gehabt. Außergewöhnliche Belastung!

Man muss sich von dem Gedanken lösen, das jeder persönlich schwerwiegende finanzielle Pups vom Staat steuerlich entlastet werden müsste.

Bei beruflicher Nutzung deckt die km-Pauschale alles ab. Punkt. Genau das würde das Finanzamt auch antworten. Die werden vor Begeisterung aus dem Schlüppi hüpfen, wenn mal wieder jemand meint mit seiner Überzeugung das Steuerrecht revolutionieren zu wollen.

Grüße Hertha1892

ktown
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von ktown » 19.11.19, 22:38

Irgendwie scheint der steuerpflichtige Rentner zuviel Zeit und Phantasie zu haben. :wink:
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Gaia
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von Gaia » 21.11.19, 20:51

helmes63 hat geschrieben:
19.11.19, 13:30
Welche Vorgaben der Finanzämter gibt es hierzu
Bis zum Beweis des Gegenteils: keine. Kann man übrigens problemlos aus dieser zutreffenden Feststellung
ist klar, dass dieser Steuerprüftatbestand offenkundig schon immer in die Kategorie gehörte (Kosten der Allgemeinen Lebensführung) gehört hatte.
folgern.

helmes63
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von helmes63 » 25.11.19, 12:04

Diese Form der Diskussion führt nicht weiter. Eine Küche kann man bspw. nicht vergleichen mit einem Gebrauchtwagen der in die Jahre gekommen ist. Das kann bei einem Privatmann kostentechnisch durchaus voll reinhauen, wenn man ihn zu lange behalten hat statt ihn rechtzeitig abzustoßen. Vor diesem Hintergrund ist mein Beitrag auch zu verstehen.

Es wäre sicherlich hilfreich wenn ich hier mal mehr konkrete Angaben haben zu der praktisch-steuertechnische Behandlung
dieser speziellen Belastungsform.

ktown
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von ktown » 25.11.19, 13:01

helmes63 hat geschrieben:
25.11.19, 12:04
Diese Form der Diskussion führt nicht weiter.
:lachen: :lachen: da werden sie in diesem Forum sicherlich viel Zustimmung ernten. :lachen: :lachen:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Gaia
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von Gaia » 25.11.19, 14:43

helmes63 hat geschrieben:
25.11.19, 12:04
Diese Form der Diskussion führt nicht weiter.
Ach. Woran könnte das bloß liegen?
Eine Küche kann man bspw. nicht vergleichen mit einem Gebrauchtwagen der in die Jahre gekommen ist. Das kann bei einem Privatmann kostentechnisch durchaus voll reinhauen, wenn man ihn zu lange behalten hat statt ihn rechtzeitig abzustoßen.
Ach echt? Wo genau ist jetzt der Unterschied zur Küche?
Es wäre sicherlich hilfreich wenn ich hier mal mehr konkrete Angaben haben zu der praktisch-steuertechnische Behandlung dieser speziellen Belastungsform.
Ach ja. Da gibt es mindestens zwei. Eine gleich im ersten Beitrag
helmes63 hat geschrieben:
19.11.19, 13:30
es gibt faktisch gesehen keine (..) eindeutige Absetzungsmöglichkeit für PKW Instandsetzungen bei einem steuerpflichtigen Rentner bzw. regulären Arbeitnehmer. Es ist klar, dass dieser Steuerprüftatbestand offenkundig schon immer in die Kategorie gehörte (Kosten der Allgemeinen Lebensführung) gehört hatte.
und eine etwas weiter unten:
Gaia hat geschrieben:
21.11.19, 20:51
helmes63 hat geschrieben:
19.11.19, 13:30
Welche Vorgaben der Finanzämter gibt es hierzu
Bis zum Beweis des Gegenteils: keine.
Wo genau kann es da jetzt ein Verständnisproblem geben?

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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von Evariste » 25.11.19, 14:54

helmes63 hat geschrieben:
25.11.19, 12:04
Diese Form der Diskussion führt nicht weiter. Eine Küche kann man bspw. nicht vergleichen mit einem Gebrauchtwagen der in die Jahre gekommen ist. Das kann bei einem Privatmann kostentechnisch durchaus voll reinhauen, wenn man ihn zu lange behalten hat statt ihn rechtzeitig abzustoßen. Vor diesem Hintergrund ist mein Beitrag auch zu verstehen.
Den Reparaturkosten stehen aber erhebliche Ersparnisse gegenüber, weil sich der Besitzer (noch) keinen neuen Wagen kaufen muss.

Auch ein Neuwagen "haut kostentechnisch voll rein", der Wertverlust in den ersten Jahren ist bei einem Mittelklassewagen vier- bis fünfstellig. Das ist alles durch die Pendlerpauschale abgedeckt.

helmes63
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von helmes63 » 25.11.19, 16:18

Es ist aber die Frage ob der Wertverlust bei einem Arbeitnehmer bzw. Rentner mit Steuerpflicht anders gewichtet
wird im Vergleich zu einem Rentner der freiwillig eine Steuererklärung abgibt, weil damit andere Belastungsgrenzen tabellarisch bei den Finanzbehörden verbunden sind.

Gaia
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von Gaia » 25.11.19, 16:24

helmes63 hat geschrieben:
25.11.19, 16:18
Es ist aber die Frage ob der Wertverlust bei einem Arbeitnehmer bzw. Rentner mit Steuerpflicht anders gewichtet wird im Vergleich zu einem Rentner der freiwillig eine Steuererklärung abgibt, weil damit andere Belastungsgrenzen tabellarisch bei den Finanzbehörden verbunden sind.
Auf jeden Fall. Die Belastungsgrenzen sind in der Gewichtung tabellarisch aber so hoch angesetzt, daß eine Berücksichtigung rein theoretischer Natur ist und tatsächlich nie stattfindet.

helmes63
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von helmes63 » 25.11.19, 17:53

Die Angaben von Gaia dürften aber bei einem Berufstätigen anders aussehen, insbesondere wenn er nachweisbar lange Distanzen pendeln muss oder sein Privatfahrzeug auch für Dienstfahrten nutzt. Ich sehe hier formal zunächst einen höheren Verschleißtatbestand ab einer gewissen Kilometerzahl pro Jahr.

Gaia
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von Gaia » 25.11.19, 18:11

helmes63 hat geschrieben:
25.11.19, 17:53
Die Angaben von Gaia dürften aber bei einem Berufstätigen anders aussehen
Gaia ist berufstätig, also dürften seine Angaben eher bei einem Nicht-Berufstätigen anders aussehen.
Ich sehe hier formal zunächst einen höheren Verschleißtatbestand ab einer gewissen Kilometerzahl pro Jahr.
Der Verschleisstatbestand nimmt rein formal bei jedem Kilometer zu, den das Fahrzeug bewegt wird. Das Finanzamt ist allerdings gewzungen, die Belastungsgrenzen in der tabellarischen Gewichtung so hoch anzusetzen, daß es nur dann zu einer Berücksichtigung kommen kann, wenn der Betreffende soviel mit dem Fahrzeug unterwegs ist, daß er rein formaltabellarisch gar nicht mehr in der Lage ist, auch noch zu arbeiten. Da er dann allerdings kein Einkommen generiert, kommt eine Absetzbarkeit mangels gezahlter Steuern nicht in Betracht.

helmes63
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von helmes63 » 02.12.19, 12:35

Wird denn nicht im Einkommensteuerrecht unterschieden zw. Sonderbelastungen und außergewöhnlichen Belastungen ?!

Nach meinem Eindruck ist es offenkundig so, dass planbare Zusatzbelastungen anders bewertet werden als vorhersehbare
Sonderausgaben wie bspw. Pflegekosten durch Ambulanz oder vollstationärem Heim-Aufenthalt.

Wenn ich das richtig sehe, kennt der offizielle Einkommen-Steuer-Vordruck nur die Kategorie "außergewöhnliche Belastungen"
- ist das soweit richtig wiedergegeben ?! ...

ktown
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von ktown » 02.12.19, 12:46

helmes63 hat geschrieben:
02.12.19, 12:35
wie bspw. Pflegekosten durch Ambulanz oder vollstationärem Heim-Aufenthalt.
:shock: Hab ich was verpasst? Oder ist
Ambulanz = Werkstatt
und
vollstationärer Heimaufenthalt = Schrottplatz? :lachen:
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Evariste
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Re: PKW-Reparaturanfälligkeit : Grenzen der Abzugsfähigkeit

Beitrag von Evariste » 02.12.19, 13:46

helmes63 hat geschrieben:
25.11.19, 16:18
Es ist aber die Frage ob der Wertverlust bei einem Arbeitnehmer bzw. Rentner mit Steuerpflicht anders gewichtet
wird im Vergleich zu einem Rentner der freiwillig eine Steuererklärung abgibt, weil damit andere Belastungsgrenzen tabellarisch bei den Finanzbehörden verbunden sind.
Hm. Haben Sie meinen Beitrag wirklich verstanden?

Es gibt für den Wertverlust des Autos keine "Belastungsgrenzen", sondern der Wertverlust (oder die Instandhaltungskosten) ist über die Pendlerpauschale abgegolten. Habe ich doch geschrieben. Über die Pendlerpauschale hinaus abgesetzt werden können nur unfallbedingte Schäden und Aufwendungen (wenn der Unfall auf einer beruflich veranlassten Fahrt geschehen ist), das sind dann aber keine außergewöhnlichen Belastungen oder Sonderbelastungen, sondern "außergewöhnliche Aufwendungen" im Rahmen der Werbungskosten. Diese können in voller Höhe geltend gemacht werden.

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