Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?

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Marned
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Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?

Beitrag von Marned »

Hallo zusammen,

z.B. gewährt der Arbeitgeber keinen Zuschuss zu vermögenswirksamen Leistungen. In welchem Fall würde es für den Arbeitnehmer trotzdem steuertechnisch Sinn machen, einen Teil seines Gehalts als vermögenswirksamen Leistungen auszahlen zu lassen?

Z.B. verdient jemand 4000 € pro Monat und somit 48000 € pro Jahr. Gibt's einen Betrag, der als vermögenswirksame Leistung steuerfrei wäre. Also, z.B. 100 €, womit man dann 3900 € als Gehalt bekommen würde und 100 € steuerfrei also Brutto=Netto als vermögenswirksame Leistung?

Danke

windalf
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Re: Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?

Beitrag von windalf »

Wenn das keine Leistungen ist die man zusätzlich bekommt (weil das zum Beispiel tariflich so geregelt ist) ist das eigentlich nur sinnvoll, wenn man förderberechtigt ist und Zuschüsse von Vater Staat erwarten kann.

Allerdings bekommt man diese Zuschüsse (Arbeitnehmersparzulage/Wohnungsbauprämie) fast nur dann wenn man so wenig verdient, dass man sichs sparen fast nicht leisten kann...

Falls man sich dafür entscheidet, sollte man zusehen ein förderfähiges Produkt mit niedrigen Abschluss- und laufenden Kosten zu wählen, sonst ist die Förderung auch gleich schnell wieder für die Katz...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Zafilutsche
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Re: Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?

Beitrag von Zafilutsche »

War da nicht was?
In Zusammenhang mit dem Betriebsrenten-Stärkungsgesetz BRSG), das 2018 in Kraft trat, war auch Paragraf 4a des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG) neu formuliert worden.
Jetzt könnte der AN eine sog. "Entgeltumwandlung" mit einer Versicherung und dem Arbeitgeber machen, so dass die Beiträge in der aktiven Zeit unversteuert und bei späterer Rentenauszahlung nachversteuert wird. Meist sind im Rentenalter die Einnahmen und damit die auch die Steuerlast im Verhältnis zur heutigen aktiver Zeit niedriger. Ein Rechenexempel und eine Frage der individuellen Lebensplanung und Risikobereitschaft. Vielleicht gibt man einem Versicherungsberater (Nicht verwechseln !!! mit Vers. Vertreter, -Makler) etwas Geld an die Hand um eine individuelle Beratung zu erhalten, denn die Vielzahl und Komplexitäten an Möglichkeiten ist echt gewaltig.

windalf
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Re: Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?

Beitrag von windalf »

Jetzt könnte der AN eine sog. "Entgeltumwandlung" mit einer Versicherung und dem Arbeitgeber machen, so dass die Beiträge in der aktiven Zeit unversteuert und bei späterer Rentenauszahlung nachversteuert wird.
Das ist aber betriebliche Altersvorsorge und nicht vermögenswirksame Leistungen. Das man auch den tariflich bestehenden Anspruch auf VWL (den es laut Sachverhalt ja nicht gibt) nutzen kann diese in die bAV zu stecken mag ja sein. Das war imho aber nicht die Frage (zumindest soweit ich die Frage verstanden habe). Es ging darum in wieweit man durch Entgeltumwandlung in Richtung VWL Steuern/Sozialabgaben usw. sparen kann.

Das man auch Entgeltumwandlungen in Richtung bAV machen kann steht auf einem anderen Blatt und hat mit "Steuersparen durch VWL" eigentlich direkt nichts zu tun.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Zafilutsche
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Re: Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?

Beitrag von Zafilutsche »

Naja, ob die Zuschusspflicht des Arbeitgebers namentlich dann nicht "Vermögenswirksameleistung" genannt wird sondern "Entgeltumwandlungsvereinbarung" ist doch nur eine Frage der Wortfindung. Es geht doch um Zuschüsse des AG zum Vermögensaufbau des AN und ob diese Zuschüsse Steuerfrei veranlagt werden. Vermögenswirksameleistungen sind freiwillige Leistungen des AG, sofern keine Tarifvereinbarungen entgegen stehen.
Hier schrieb der TE ja:"
gewährt der Arbeitgeber keinen Zuschuss zu vermögenswirksamen Leistungen. In welchem Fall würde es für den Arbeitnehmer trotzdem steuertechnisch Sinn machen, einen Teil seines Gehalts als vermögenswirksamen Leistungen auszahlen zu lassen?
Ist der Abschluß ohne AG-Zuschuss durch den AG doch unsinnig, wenn der AG stattdessen im Vermögensaufbau/Alterssicherung in einer ges. Zuschusspflicht steht.
Gut es gibt gute und schlechte Verträge, aber da könnte sicherlich ein "Berater" durch das "Dickicht" scouten.

windalf
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Re: Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?

Beitrag von windalf »

Naja, ob die Zuschusspflicht des Arbeitgebers namentlich dann nicht "Vermögenswirksameleistung" genannt wird sondern "Entgeltumwandlungsvereinbarung" ist doch nur eine Frage der Wortfindung.
Nein ist es nicht.

Wie du schon richtig zitiert hast lautet die Frage
einen Teil seines Gehalts als vermögenswirksamen Leistungen auszahlen zu lassen?
Wenn du das Geld ist eine bAV steckst ist das alles aber nicht "auszahlen lassen". Es ist ein riesen Unterschied ob man x Jahrzehnte darauf warten muss, dass Geld (verentet und nicht in Summe) zurück zu bekommen oder aber ob man nahezu jederzeit darauf Zugriff hat.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Zafilutsche
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Re: Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?

Beitrag von Zafilutsche »

Auf VL-Leistungen hat man eben nicht jederzeit Zugriff min. 6 Jahre + 1 Jahr, und zumindest dann noch länger, wenn eine mögliche Ansparsumme für ein Bausparvertrag noch nicht erreicht wurde.
Alles eine Frage der Verträge und der eigenen Lebensplanung.
LG
Zafilutsche

windalf
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Re: Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?

Beitrag von windalf »

Auf VL-Leistungen hat man eben nicht jederzeit Zugriff min. 6 Jahre + 1 Jahr, und zumindest dann noch länger, wenn eine mögliche Ansparsumme für ein Bausparvertrag noch nicht erreicht wurde.
Doch du kannst einfach den Bausparvertrag kündigen. Wenn da eine größere Summe drauf ist musst du 3 Monate warten sonst bekommst du den Mist auch sofort. Klar ist, dass die Förderung dann nicht weiterläuft und da keine weiteren Beträge mehr drauf auflaufen aber Zugriff hast du sofort.
Und zumindest dann noch länger, wenn eine mögliche Ansparsumme für ein Bausparvertrag noch nicht erreicht wurde.
Sorry aber das ist totaler Blödsinn. Du hast nur keinen Anspruch auf ein "vermeintlich" zinsgünstes Darlehn, wenn der Bausparvertrag noch nicht zuteilungsreif ist. Das hängt aber nicht alleine von der Ansparsumme sondern auch Dauer ab... Will man nur ans eingezahlte Geld ist das aber völlig irrelevant.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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