Arbeitszimmer und/oder gewerblich genutzer Raum?

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bavarian tax collector
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Re: Arbeitszimmer und/oder gewerblich genutzer Raum?

Beitrag von bavarian tax collector »

blue cloud hat geschrieben:
05.02.20, 06:52
Ich gehe davon aus, dass die damaligen Herstellungskosten bzw. Anschaffungskosten einschlägig sind und nicht die heutige Bewertung (?)
Da muss ich Dich enttäuschen!
§8 EStDV hat geschrieben: Eigenbetrieblich genutzte Grundstücksteile brauchen nicht als Betriebsvermögen behandelt zu werden, wenn ihr Wert nicht mehr als ein Fünftel des gemeinen Werts des gesamten Grundstückes und nicht mehr als 20.500 Euro beträgt.
§9 Abs.2 BewG hat geschrieben:Der gemeine Wert wird durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Dabei sind alle Umstände, die den Preis beeinflussen, zu berücksichtigen. Ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse sind nicht zu berücksichtigen.
Die Überprüfung, ob der Wert überschritten wird, hat daher -grade in Zeiten ständig steigender Immo-Preise!- jährlich zu erfolgen! Nach Übersteigen des Wertes des §8 EStDV sind die gesamten inne wohnenden stillen Reserven steuerpflichtig, BFH vom 21.07.1967.
blue cloud hat geschrieben:
05.02.20, 06:52
Wer soll das definieren, schätzen?
§162 Abs.1 AO hat geschrieben:Soweit die Finanzbehörde die Besteuerungsgrundlagen nicht ermitteln oder berechnen kann, hat sie sie zu schätzen.
Du darfst dem FA aber auch gerne eine eigene Schätzung anbieten, die es zu seiner eigenen machen kann! Auch wenn im Normalfall die Aufteilung keine Auswirkung auf die festgesetzte ESt haben wird, kann es schon eine steuerliche Auswirkung geben (z. B. Selbstverlag = GewSt, Schriftsteller = Liebhaberei).
blue cloud hat geschrieben:
05.02.20, 06:52
Das würde im Extremfall ja dazu führen, dass ein Steuerpflichtiger beispielhaft mit Beteiligen an Wohneigentum in anderen Städten, dort eine Gemeinschaft besteht, er damit zur Ermittlung der Gemeinschaftseinkünfte zunächst hier einen anteiligen Arbeitsraum geltend machen müsste, bevor er -im Extremfall in der nächsten Stadt bei gemeinschaftlichem Eigentum den nächsten Anteil beziffert und dann letztlich irgendwann bei seiner eigentlichen Erklärung einen Restbetrag, den auch noch aufgeteilt nach unterschiedlichen Einkunfsarten geltend macht??

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Grundsätzlich ja! Aber das Steuerrecht zwingt ja niemanden dazu ein häusliches AZ zu haben!

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blue cloud
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Re: Arbeitszimmer und/oder gewerblich genutzer Raum?

Beitrag von blue cloud »

ja Danke, aber ich gewinne langsam den Eindruck,. bei jeder für mich fast geklärten Frage, ergeben sich neue Erkenntnisse.

Ein Arbeitsraum kann also Betriebsvermögen sein....und bei den heutigen Immobilienbewertungen sind wir mithin schnell bei einem Betrag jenseits von 20.5 Tsd €.

Ich komme dann jedoch zwangsläufig zurück auf die anfängliche Frage...

a.) was bedeutet denn bitte Betriebsvermögen einerseits im Rahmen der Ein-, Ausgabenrechnung - sollte sich dadurch etwas ändern?
b.) ist es fiktiv auf mehrere Einkunftsarten (siehe bisheriges fiktives Beispiel) zu verteilen
c.) was passiert denn bitte konkret, wenn Einkunftsarten aufgegeben werden, beispielhaft Wegfall der Schriftstellertätigkeit oder Verkauf der vermieteten Immobilien oder der Extremfall, der Schriftsteller gibt den Löffel ab..??

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