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Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 29.01.20, 18:11
von Epiku1970
Guten Tag,

folgender möglicher Sachverhalt:

Stpfl. führt Rechtsstreit betreffend Kündigung Arbeitsverhältnis und erhält Abfindung.

Vom AG erhält er eine Bestätigung von 30 T Eur Arbeitslohn und 50 T Eur Abfindung, wobei die Bestätigung des AL als Entwurf gekennzeichnet ist.

Im Bescheid werden dann 130 T Eur Einkünfte Paragraph 19 EStG angesetzt, da der AG offenbar eine falsche Meldung an das FA gemacht hat und die Abfindung sowohl als Arbeitslohn als auch sls Abfindung angesetzt hat.

Da der AG in keiner Weise kooperativ ist, stellt sich die Frage, wie man an elne korrigierte Abrechnung kommt und die doppelt erfasste Abfindung korrigiert wird.

Wie kann man gegen den ehemaligen Arbeitgeber optimal vorgehen, wenn der nicht reagiert?

Danke für Ihre Meinungen.

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 29.01.20, 18:18
von Epiku1970
FA sagt, dass sie alles richtig gemscht haben, denn ausschlaggebend sei, was der ehenalige AG elektronisch übermittelt habe.

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 29.01.20, 19:38
von Froggel
Epiku1970 hat geschrieben:
29.01.20, 18:11
Da der AG in keiner Weise kooperativ ist, stellt sich die Frage, wie man an elne korrigierte Abrechnung kommt und die doppelt erfasste Abfindung korrigiert wird.
Im Zweifelsfall lässt sich das beim AG einklagen.

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 29.01.20, 20:36
von Epiku1970
....und wieder kostet das Geld.
Es ist erschreckend, wie ein AG Schabernack teiben kann.

Gibt es keine Alternative?

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 29.01.20, 22:47
von FM
Steuerpflichtig ist nur tatsächlich erhaltenes Einkommen.

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 29.01.20, 23:25
von Froggel
Man könnte es auch so probieren: Wenn die Abrechnung einen höheren Betrag aufweist, als man erhalten hat, sollte man den Rest nachfordern. Schließlich hat man es ja schwarz auf weiß, dass man das Geld bekommen hat, es ist aber nicht in der Höhe eingetroffen. Möglicherweise regt sich der AG dann.
Egal, was getan wird: Wichtig ist auf jeden Fall, etwaige Ausschlussfristen zu beachten (->Vertrag)
Wurde denn bei der ersten Bemängelung dem AG eine Frist zur Korrektur gesetzt? Das wäre sehr wichtig.

Interessant vielleicht diesbezüglich:
Was tun, wenn der Arbeitgeber nicht auf das Schreiben reagiert?

Durch sein Schreiben verhindert der Arbeitnehmer, dass die Ausschlussfrist abläuft. Setzt er seinem Arbeitgeber gleichzeitig eine Frist, um die Lohnabrechnung zu prüfen und eine eventuelle Nachzahlung zu veranlassen, gerät der Arbeitgeber in Verzug, wenn diese Frist abgelaufen ist. Dadurch hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, einen Ausgleich für entstandene Schäden von seinem Arbeitgeber zu verlangen.

Bei diesen Schäden kann es sich beispielsweise um Mahngebühren bei Rechnungen, Zinsen für den Dispokredit oder zusätzliche Kontoführungsgebühren handeln, die erhoben wurden, weil zu wenig Arbeitsentgelt überwiesen wurde. Außerdem kann der Arbeitnehmer Verzugszinsen in Rechnung stellen.
Quelle

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 30.01.20, 00:10
von Epiku1970
Danke für den Hinweis.

Wie hoch ist denn der Streitwert? Ist das die fehlende Steuererstattung ( 6 T Eur) oder die doppelte Erfassung (50 T Eur).
Und pi msl Daumen, wie hoch würde -je nachdem- die Kosten bei beiden Streitwerten ausfallen?

Danke abermals.

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 30.01.20, 01:31
von FM
Ausschlussfristen können nur zivilrechtliche Ansprüche regeln. Hier geht es aber um Steuerrecht, auch bei den Meldepflichten des AG.

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 30.01.20, 20:30
von Epiku1970
Und das heisst...?

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 30.01.20, 21:21
von Evariste
SIch hier mit dem Arbeitgeber anzulegen, scheint mir der falsche Weg zu sein. Im schlimmsten Fall führt auch eine nachträgliche Korrektur durch den Arbeitgeber nicht unbedingt dazu, dass der Steuerbescheid korrigiert wird.

Wurde denn Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt? Oder hat man sich abwimmeln lassen?

§ 173b Absatz 2 der Abgabenordnung:
Gelten Daten, die von mitteilungspflichtigen Stellen nach Maßgabe des § 93c an die Finanzverwaltung übermittelt wurden, nach § 150 Absatz 7 Satz 2 als Angaben des Steuerpflichtigen, ist der Steuerbescheid aufzuheben oder zu ändern, soweit diese Daten zu Ungunsten des Steuerpflichtigen unrichtig sind.
Man beachte aber, dass man nur 1 Monat Zeit hat, um Einspruch einzulegen.

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 31.01.20, 08:06
von Rolf22
Ist ein Steuerberater involviert? Falls nein - sofort nachholen.

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 31.01.20, 08:49
von ktown
Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette (=Forenregeln) gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Sie helfen dem Forum und erleichtern dem Moderatoren-Team die Arbeit, wenn Sie eine Fragestellung zur allgemeinen Rechtslage herausarbeiten, die für Sie von Relevanz ist.

Weitere Konkretisierungen zur unseren Forenregeln finden sich neben der Juriquette in der Moderationsleitline oder in dem Beitrag "Was ist erlaubt"?

Fragen dazu können Sie jederzeit im Forum für Mitgliederinformation u. Support stellen.

Re: Abfindung doppelt erfasst

Verfasst: 31.01.20, 14:16
von Epiku1970
Sehr geehrter Moderator,

Bitte um Verzeihung.