Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

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MichiFed
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Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von MichiFed »

Hallo,

kann Karl die 50€ im Monat, die er seinem Hartz IV beziehenden Sohn zuschiebt, als außergewöhnliche Belastung absetzen und bringt das steuertechnisch was? Hat das evtl. Nachteile für den Sohn?

Danke!

windalf
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von windalf »

Hat das evtl. Nachteile für den Sohn?
Nein nur Vorteile. Der Sohn von Karl ist dann weniger bedürftig.
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

MichiFed
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von MichiFed »

:mrgreen: Ich denke da ist jemand mit goldem Löffel im entsprechendem Körperteil zur Welt gekommen.

Hanomag
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von Hanomag »

windalf hat geschrieben:
01.04.20, 22:07
Nein nur Vorteile. Der Sohn von Karl ist dann weniger bedürftig.
Und bekommt entsprechend weniger Leistungen. Wo ist da der Vorteil für den Sohn? Ich sehe nur den Nachteil, dass der Vater dem Sohn vorwerfen kann, er hätte ihn unterstützt.

Ideal für beide wäre, wenn der Sohn noch im Haushalt des Vaters wohnt. Dann kann der Vater ohne Nachweis einer Zahlung den vollen Betrag der steuerlich absetzbaren Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastung ansetzen. Dieser Betrag wird dann lediglich um den um die Bezügepauschale verminderten Grundbedarf des Sohnes gekürzt.

winterspaziergang
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von winterspaziergang »

MichiFed hat geschrieben:
01.04.20, 22:02
Hallo,

kann Karl die 50€ im Monat, die er seinem Hartz IV beziehenden Sohn zuschiebt, als außergewöhnliche Belastung absetzen und bringt das steuertechnisch was?
Wenn Karl keine Unterhaltspflicht mehr hat, weil der Sohn Ü25 ist, worauf der Bezug von ALGII hindeutet, dann sind seine 50 euro ein Geschenk und können ebenso wenig abgesetzt werden, wie andere Einkommenssteuerpflichtige ihre freiwilligen Zuwendungen (sofern keine anerkannte Spende) als "außergewöhnliche Belastungen" geltend machen können
Hat das evtl. Nachteile für den Sohn?
nein. Er hat mit dem Geld von Karl genauso viel wie vorher auch.

Celestro
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von Celestro »

winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 07:46
Hat das evtl. Nachteile für den Sohn?
nein. Er hat mit dem Geld von Karl genauso viel wie vorher auch.
Naja ... wenn Karl die 50 Euro nicht bei der AA angibt, dann dürfte da ggf. mehr als nur ein "Nachteil" draus entstehen können.

winterspaziergang
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von winterspaziergang »

Celestro hat geschrieben:
02.04.20, 08:47
winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 07:46
Hat das evtl. Nachteile für den Sohn?
nein. Er hat mit dem Geld von Karl genauso viel wie vorher auch.
Naja ... wenn Karl die 50 Euro nicht bei der AA angibt, dann dürfte da ggf. mehr als nur ein "Nachteil" draus entstehen können.
Mag sein. Die Eingangsfrage war aber nicht, was passiert, wenn Karls Sohn Sozialbetrug begeht, sondern ob Karls Geschenk ein Nachteil für den Sohn ist. Und das kann man verneinen.

Hanomag
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von Hanomag »

winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 07:46
Wenn Karl keine Unterhaltspflicht mehr hat, weil der Sohn Ü25 ist, worauf der Bezug von ALGII hindeutet, dann sind seine 50 euro ein Geschenk und können ebenso wenig abgesetzt werden, wie andere Einkommenssteuerpflichtige ihre freiwilligen Zuwendungen (sofern keine anerkannte Spende) als "außergewöhnliche Belastungen" geltend machen können
Das Gegenteil ist der Fall. Die 50 € können nur dann von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Empfänger nicht mehr kindergeldberechtigt ist. Demzufolge in der Regel erst nach dem 25 Lebensjahr des Empfängers und Leistungen für ein Kind (oder Elternteil) können immer als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.
Hat das evtl. Nachteile für den Sohn?
Ja, weil ein moralisches Abhängigkeitsverhältnis aufgebaut wird.
winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 07:46
nein. Er hat mit dem Geld von Karl genauso viel wie vorher auch.
winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 11:48
Mag sein. Die Eingangsfrage war aber nicht, was passiert, wenn Karls Sohn Sozialbetrug begeht, sondern ob Karls Geschenk ein Nachteil für den Sohn ist. Und das kann man verneinen.
Du hast in dieser Angelegenheit schon eine seltsame und verbohrte Meinung.

Celestro
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von Celestro »

winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 11:48
Mag sein. Die Eingangsfrage war aber nicht, was passiert, wenn Karls Sohn Sozialbetrug begeht, sondern ob Karls Geschenk ein Nachteil für den Sohn ist. Und das kann man verneinen.
Ich würde es eher bejahen. Denn der Sohn muss jedes Mal der AA mitteilen, dass er 50 Euro bekommen hat. :wink:

winterspaziergang
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von winterspaziergang »

Hanomag hat geschrieben:
02.04.20, 12:07
winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 07:46
Wenn Karl keine Unterhaltspflicht mehr hat, weil der Sohn Ü25 ist, worauf der Bezug von ALGII hindeutet, dann sind seine 50 euro ein Geschenk und können ebenso wenig abgesetzt werden, wie andere Einkommenssteuerpflichtige ihre freiwilligen Zuwendungen (sofern keine anerkannte Spende) als "außergewöhnliche Belastungen" geltend machen können
Das Gegenteil ist der Fall. Die 50 € können nur dann von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Empfänger nicht mehr kindergeldberechtigt ist. Demzufolge in der Regel erst nach dem 25 Lebensjahr des Empfängers und Leistungen für ein Kind (oder Elternteil) können immer als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.
freiwillige Zahlungen an Verwandte sind nur bedingt abzugsfähig. Von "immer" kann also keine Rede sein.
Hanomag hat geschrieben:
02.04.20, 12:07
Hat das evtl. Nachteile für den Sohn?
Ja, weil ein moralisches Abhängigkeitsverhältnis aufgebaut wird.
dAs mögen Sie so sehen, Karls Sohn muss das nicht so erleben :arrow: hier ist übrigens das Forum Deutsches Recht und daher, nein der Sohn hat keine Nachteile
Hanomag hat geschrieben:
02.04.20, 12:07
winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 07:46
nein. Er hat mit dem Geld von Karl genauso viel wie vorher auch.
winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 11:48
Mag sein. Die Eingangsfrage war aber nicht, was passiert, wenn Karls Sohn Sozialbetrug begeht, sondern ob Karls Geschenk ein Nachteil für den Sohn ist. Und das kann man verneinen.
Du hast in dieser Angelegenheit schon eine seltsame und verbohrte Meinung.
:lol: ja nee, ist klar. Nur, weil Ihnen (mal wieder) die Aussage nicht passt oder Sie sie nicht verstehen, müssen Sie nicht persönlich werden. Im Übrigen ist es rechtlich Sozialbetrug, wenn der Sohn die Einnahme nicht meldet.

Hanomag
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von Hanomag »

winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 13:38
freiwillige Zahlungen an Verwandte sind nur bedingt abzugsfähig. Von "immer" kann also keine Rede sein.
Wer seine mittellosen Kinder oder Eltern unterstützt, kann dies immer von der Steuer absetzen.
winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 13:38
:lol: ja nee, ist klar. Nur, weil Ihnen (mal wieder) die Aussage nicht passt oder Sie sie nicht verstehen, müssen Sie nicht persönlich werden.
Nicht angebrachte bzw. abstruse Aussagen stoßen häufiger auf Unverständnis.
winterspaziergang hat geschrieben:
02.04.20, 13:38
Im Übrigen ist es rechtlich Sozialbetrug, wenn der Sohn die Einnahme nicht meldet.
Genau um den zu vermeiden, informiert sich der TS für Karl vorher. Und wenn es dem Sohn von Karl nichts bringt, dann lässt Karl es, zumal sich in einer Vater-Sohn-Beziehung zukünftig genügend Möglichkeiten für einen Geldtransfer, der dem Empfängers tatsächlich etwas bringt, ergeben werden.

FM
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von FM »

Wenn er dem Sohn jeden Monat 50 Euro als Bargeld oder Banküberweisung gibt, werden davon (im Regelfall) 20 Euro angerechnet.

Schenkt er ihm jeden Monat eine Unze Gold for ca. 1500 Euro, wird nichts angerechnet, bis die Schonvermögensgrenze (welche derzeit ausgesetzt ist) erreicht ist.

Hanomag
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von Hanomag »

FM hat geschrieben:
03.04.20, 01:49
Wenn er dem Sohn jeden Monat 50 Euro als Bargeld oder Banküberweisung gibt, werden davon (im Regelfall) 20 Euro angerechnet.
Warum werden die übrigen 30 € nicht angerechnet?
FM hat geschrieben:
03.04.20, 01:49
Schenkt er ihm jeden Monat eine Unze Gold for ca. 1500 Euro, wird nichts angerechnet, bis die Schonvermögensgrenze (welche derzeit ausgesetzt ist) erreicht ist.
Wenn die neue Regelung mit der Vermögensübertragung das hergibt, wäre das Problem für Karl und Sohn weitgehend gelöst. Ich selbst hätte jetzt nicht unbedingt vermutet, dass die Unze Gold nicht als Bargeld zugerechnet wird?

MichiFed
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von MichiFed »

Vielen, vielen Dank! Zukünftig kommen nur noch Diamanten auf den Tisch.

Hertha1892
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Re: Außergewöhnliche Belastung Sohn unterstützt wegen Hartz IV

Beitrag von Hertha1892 »

Unterm Strich scheitert es sowieso der Höhe nach daran, dass die Bezüge vom Sohn zu hoch sind (432 +KdU), als dass die 600 Euro im Jahr sich großartig auswirken könnten.

Grüße Hertha1892

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