Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Moderator: FDR-Team

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CT7XRA
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Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Beitrag von CT7XRA »

Hallo Forum,
angenommen ist folgender Fall:
Herr & Frau X sind beide Angestellte. Gegenüber ihrem, in einem anderen Bundesland studierenden, Kind Y sind sie unterhaltspflichtig und erhalten Kindergeld. Aufgrund des weit entfernten Studienplatzes lebt Y nicht mehr Zuhause. Y hat aufgrund des Elterneinkommens keinen Anspruch auf Bafög und kann NUR aufgrund des gezahlten Unterhalts sein Leben in der anderen Stadt und das Erststudium bestreiten. Das Kindergeld allein würde hierfür nicht ausreichen. Können Herr & Frau X die Unterhaltszahlungen an Y steuerlich ansetzen?
Vielen Dank für Eure Hilfe!
CT
Tastenspitz
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Re: Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Beitrag von Tastenspitz »

Natürlich...§ 33a EStG. Höchstgrenze afaik 9408 € in 2020.
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CT7XRA
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Re: Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Beitrag von CT7XRA »

@Tastenspitz: Mich irritiert in §33a EStG nur das hier "Voraussetzung ist, dass weder der Steuerpflichtige noch eine andere Person Anspruch auf einen Freibetrag nach § 32 Absatz 6 oder auf Kindergeld für die unterhaltene Person hat". Die Eltern erhalten ja Kindergeld. Der gezahlte Unterhalt übersteigt selbiges aber deutlich, da niemand in Deutschland ein eigenständiges Leben mit 300€ bestreiten kann. Ganz abgesehen davon, dass das Kind nach Düsseldorfer Tabelle auch einen viel höheren Unterhaltsanspruch als die Höhe des Kindergelds hat.
Tastenspitz
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Re: Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Beitrag von Tastenspitz »

Ja - sorry. Mein Studi ist schon raus aus der Kindergeldnummer. :)
Dann gilt afaik Abs. 2 ebendort:
(2) 1Zur Abgeltung des Sonderbedarfs eines sich in Berufsausbildung befindenden, auswärtig untergebrachten, volljährigen Kindes, für das Anspruch auf einen Freibetrag nach § 32 Absatz 6 oder Kindergeld besteht, kann der Steuerpflichtige einen Freibetrag in Höhe von 924 Euro je Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Einkünfte abziehen. 2Für ein nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtiges Kind mindert sich der vorstehende Betrag nach Maßgabe des Absatzes 1 Satz 6. 3Erfüllen mehrere Steuerpflichtige für dasselbe Kind die Voraussetzungen nach Satz 1, so kann der Freibetrag insgesamt nur einmal abgezogen werden. 4Jedem Elternteil steht grundsätzlich die Hälfte des Abzugsbetrags nach den Sätzen 1 und 2 zu. 5Auf gemeinsamen Antrag der Eltern ist eine andere Aufteilung möglich.
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CT7XRA
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Re: Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Beitrag von CT7XRA »

Heißt das, der/die Studierende muss von 219€ Kindergeld plus 77€ Unterhalt pro Monat leben? Zahlen die Eltern, den nach Düsseldorfer Tabelle darüber hinaus zustehenden, Unterhalt von weiteren 600€ im Monat, bleiben Sie auf der Belastung sitzen?
Tastenspitz
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Re: Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Beitrag von Tastenspitz »

Mir wäre jetzt spontan keine Verordnung bekannt, die bei einem Kind die kompletten Unterhaltskosten dem Staat resp. der Allgemeinheit aufbürdet. Wenn das Kind zuhaus wohnt ist auch nicht alles "Frei".
Aber vllt. geben unsere Steuercracks hier noch Tipps, die in einer Steuersoftware nicht zu finden sind.
Abwarten....
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CT7XRA
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Re: Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Beitrag von CT7XRA »

... aber Eltern eines "Kindes", das keinen Anspruch auf Kindergeld hat, dürfen seine Unterhaltskosten der Allgemeinheit aufdrücken?
Entlastung der Eltern bei einem Kind <26: €2.628 Kindergeld + €924 Sonderbedarf = €3.552
Entlastung der Eltern bei einem Kind >26: €9.408
Irgendwie verstehe ich das nicht.
Hertha1892
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Re: Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Beitrag von Hertha1892 »

So ist es:

Besteht noch ein Kindergeldanspruch = keine außergewöhnliche Belastung, mit dem Kindergeld ist alles abgegolten.

Besteht kein Kindergeldanspruch, = außergewöhnliche Belastungen sind möglich. Allerdings müssen eigene Einkünfte und Bezüge (zB Bafög) angerechnet werden.

Grüße Hertha1892
Tastenspitz
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Re: Unterhalt auswärtig Studierender ansetzen?

Beitrag von Tastenspitz »

CT7XRA hat geschrieben: 01.03.21, 10:42 Entlastung der Eltern bei einem Kind <26: €2.628 Kindergeld + €924 Sonderbedarf = €3.552
Entlastung der Eltern bei einem Kind >26: €9.408
Irgendwie verstehe ich das nicht.
Sie erkennen den grundsätzlichen Fehler in der Rechnung schon?
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