Freistellungsauftrag aufgehoben

Moderator: FDR-Team

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Hanomag
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Freistellungsauftrag aufgehoben

Beitrag von Hanomag »

Ein Ehepaar arbeitet nur mit einer Bank zusammen und hat dort den vollen Freistellungsbetrag (1602 €) hinterlegt. Ein Partner verstirbt 2019, der andere ändert den Auftrag nicht und so wird in 2020 ein Spekulationsgewinn bis zum Freibetrag steuerfrei ausgezahlt. In 2021 erfährt die Bank vom Tode des Partners, streicht rückwirkend den Freibetrag in voller Höhe € und zieht aus dessen Summe die Kapitalertragssteuern über 25 % + KSt + Soli ab. Will der Steuerpflichtige seinen Freibetrag, muss er bei der anschließenden Versteuerung vermutlich den Freibetrag von 801 € übersteigenden Betrag persönlichen Steuersatz versteuern.

Hierzu habe ich folgende Frage: Ist es möglich, dass der den Freibetrag von 801 € übersteigende Betrag dennoch nur mit dem pauschalen Steuersatz von 25 % versteuert werden kann?
lottchen
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Re: Freistellungsauftrag aufgehoben

Beitrag von lottchen »

Macht das Finanzamt da nicht eh eine Günstigerprüfung?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
Hanomag
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Re: Freistellungsauftrag aufgehoben

Beitrag von Hanomag »

Ich habe mal in meinem Steuerratgeber nachgelesen. Danach kann man die Günstigerprüfung beantragen und es wird dann wahrscheinlich so gehandhabt, als hätte der Steuerpflichtige bei der betroffenen Bank zu wenig und bei einer anderen zu viel Freibetrag erteilt. Demzufolge hast Du mit der Günstigerprüfung sicher recht, aber man muss diese Günstigerprüfung beantragen.
FM
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Re: Freistellungsauftrag aufgehoben

Beitrag von FM »

Den Freibetrag eines Verstorbenen in Anspruch zu nehmen ist schon sehr grenzwertig. Ich wäre da mal ganz froh, wenn kein Steuerstrafverfahren folgt.
Hanomag
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Re: Freistellungsauftrag aufgehoben

Beitrag von Hanomag »

FM hat geschrieben: 07.04.21, 18:57Den Freibetrag eines Verstorbenen in Anspruch zu nehmen ist schon sehr grenzwertig. Ich wäre da mal ganz froh, wenn kein Steuerstrafverfahren folgt.
Na, jetzt übertreibe mal nicht so. Schließlich gibt es ja auch das Gnadenjahr, das dem überlebenden Ehepartner die Steuervergünstigungen des Verstorbenen - speziell im Jahr nach dem Tode - gewährleistet. Da kann man ja mal vermuten, dass das auch für den Freibetrag für Kapitalerträge gilt.

Unabhängig davon könnte ich Dir zustimmen, wenn der Überlebende den doppelten Freibetrag erst nach dem Tode seines Partners beantragt hätte. So aber existierte bereits ein doppelter Freibetrag, der nur ausgenützt wurde, weil der Überlebende bei stark fallendem Kurs noch schnell 1000 Wirecard-Aktien zu 2,20 € eingekauft und gleich darauf für 4,70 € verkauft hat.
hambre
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Re: Freistellungsauftrag aufgehoben

Beitrag von hambre »

Ist es möglich, dass der den Freibetrag von 801 € übersteigende Betrag dennoch nur mit dem pauschalen Steuersatz von 25 % versteuert werden kann?
Ja
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