Unschuldig Angezeigt

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

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seo
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Unschuldig Angezeigt

Beitrag von seo »

Sehr geehrte Damen und Herren,

Person A (mit Zeugen) wird von mehreren Personen B,C,D,E... beschuldigt Person F vorsätzlich tätlich angegriffen zu haben.Alkohol war im Spiel. Person A hat die jeweiligen Personen vorher noch nie gesehen geschweige denn angegriffen oder sonstiges. Person F hat den Security Kräften aber nicht Person A gezeigt das haben die anderen von ihm gemacht(B,C,D...) Person F wurde draussen ärztlich behandelt und konnte Person A nicht eindeutig erkennen.
Person A wird auf die Wache geleitet aber bekommt keine genauere Auskunft was er gemacht haben soll. Es heisst mal hat Person A geschlagen mal getreten.Nach mehreren Tagen hat Person A und Zeugen die jeweiligen Aussagen gemacht. Danach hat Person A eine beträchtliche Zeit lang nichts von diesem Fall gehört und bekommt dann eine Schmerzensgeld-Klage von Person F.
Person A geht damit zum Anwalt , maßnahmen dagegen werden eingeleitet. Die Akte von Person A wird nicht an seinen Anwalt weitergeleitet. Anwalt ersucht nochmals die Akteneinsicht ohne Erfolg, und sagt warten bis was neues kommt. Noch kein Breif von der Staatsanwaltschaft nur eine erneute Einladung zur erkennungsdienstliche Behandlung bekommt Person A, aber Bilder wurden schon gemacht damals auf der Wache. Also warum nocheinmal ?

Wie ist die Rechtslage?
Kann trotzt Aussage gegen Aussage ohne weitere Beweise die Ermittlungen zu dem Schluss kommen das A der Täter ist ?
Zuletzt geändert von seo am 05.10.08, 22:40, insgesamt 4-mal geändert.
Holly Golightly
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Beitrag von Holly Golightly »

Guten Tag !
Aber der Anwalt kann ja auch nicht viel sagen bis er die Akte zu gesicht bekommen hat....Und jedes mal einen Termin bzw anrufen kann Person A auch nicht wenn eine neue Frage auftritt....
Naja...ich meine, genau das ist der Haken ? Wie sollen denn in einem Internetforum Aussagen getroffen werden, wenn da auch nicht mehr bekannt ist, als dem Anwalt...und, nebenbei : warum soll denn der Anwalt nicht angerufen werden können ? Passt doch voll ins Berufsbild, Fragen seines Mandanten zu beantworten ?

Herzliche Grüsse

Holly
***Ich würde gern die Welt verändern, aber Gott gibt mir den Quelltext nicht*** und übrigens : ich verstehe nichts vom Deutschen Recht- ich rate nur !
Abrazo
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Beitrag von Abrazo »

Beachtest Du, dass es hier nicht um ein Gerichtsverfahren geht, sondern wahrscheinlich (Ausnahmen gibt es) um zwei, nämlich die zivilrechtliche Klage um Schmerzensgeld, und das strafrechtliche Verfahren wg Körperverletzung oder was auch immer?

Nun ist natürlich das zivilrechtliche Verfahren wg Schadensersatz und Schmerzensgeld abhängig vom Ausgang des strafrechtlichen, denn wenn vom Gericht oder auch bereits im Ermittlungsverfahren festgestellt werden sollte, dass Du die Tat, um die es hier geht, nicht begangen hast, dann gibt es natürlich auch keine Klage um Schmerzensgeld gegen Dich, heißt, die ist dann unbegründet.
Anwalt ersucht nochmals die Akteneinsicht ohne Erfolg, und sagt warten bis was neues kommt.
Und das ist auch das einzig Vernünftige.
Offenbar ist das Ermittlungsverfahren noch nicht zuende, F wird das genau so nerven, weswegen er schon mal um Schmerzensgeld geklagt hat. Die Klage dürfte aber auf Eis gelegt werden, bis klar ist, ob Du die Tat überhaupt begangen hast.
Solange kein Verfahren gegen Dich vor dem Strafgericht eingeleitet wurde, bist Du auch kein Angeklagter. Und das heißt, sind die ermittelnden Behörden sich auch nicht sicher, ob Du die Tat überhaupt begangen hast. Vielleicht bekommt Dein Anwalt die Akte ja auch nie zu sehen - wenn sich nämlich heraus stellen sollte, dass Du dem F gar nichts getan hast, dass das ein anderer war. Dann braucht der Anwalt in keine Akte zu gucken, weil er ja keinen zu verteidigen hat, jedenfalls nicht Dich.

Dem F wird das egal sein. Der will sein Schmerzensgeld und Schadensersatz. Wenn Du es nicht warst, dann eben von dem, der es war.
Grüße,
Abrazo
seo
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Beitrag von seo »

Beachtest Du, dass es hier nicht um ein Gerichtsverfahren geht, sondern wahrscheinlich (Ausnahmen gibt es) um zwei, nämlich die zivilrechtliche Klage um Schmerzensgeld, und das strafrechtliche Verfahren wg Körperverletzung oder was auch immer?
Also ich glaub ich hab mich ein bischen unglücklich ausgedrückt , ich weiss das die Schmerzensgeldklage zivilrechtlich ist. Aber was meinst du genau mit beachtest du ?

Edit// Wie ist die Rechtslage ?
Kann trotzt Aussage gegen Aussage ohne weitere Beweise die Ermittlungen zu dem Schluss kommen das A der Täter ist ?
Danke für die Antworten
Zuletzt geändert von seo am 05.10.08, 22:42, insgesamt 6-mal geändert.
Volker13

Beitrag von Volker13 »

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Bitte helfen Sie unserem Forum, in dem Sie Ihren Beitrag so umformulieren (in Ihrem Beitrag rechts den Button "edit" anklicken), dass daraus eine allgemeine Fragestellung zur Rechtslage entsteht.

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Abrazo
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Beitrag von Abrazo »

Hi Volker,

imho befinden wir uns hier tatsächlich auf der Ebene "allgemeine Fragestellungen zur Rechtslage". Eine "Rechtsberatung" würde in so einem Falle gewiss kein vernünftiger Mensch vornehmen, denn wer, der Verstand hat, pfuscht schon einem Anwalt, den TE ja hat, ins Handwerk?

Hi Seo,

Beachten heißt, Du hast die Klage an Deinen Anwalt weiter gereicht, und der wird schon dafür sorgen, dass Du damit nicht weiter behelligt wirst, so lange der Sachverhalt nicht geklärt ist. Anders gesagt: vergiss sie erst mal.
Wie ist die Rechtslage bei Aussage gegen Aussage ohne weitere Beweise ?
Gibt es das?
Ich bezweifle es.
Tatsächlich ist es kaum möglich, einem eine Tat unterzuschieben, die ein anderer begangen hat. Unschuldig Verurteilte sind sehr selten. Denn alles, was geschieht, geschieht an einem Ort im Raum und zu einem Zeitpunkt in der kontinuierlichen Zeit. Das heißt, es hängt alles stets mit vielen anderen Dingen zusammen. Wenn man das beachtet, entdeckt man, dass es tatsächlich jede Menge Beweise dafür gibt, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. Wenn H ein guter Freund von Dir sein soll, dann müsstest Du ihn ja vorher etliche Male getroffen haben, seine Handynummer kennen, mit ihm gemeinsam irgendwo gewesen sein ... also könnte man H fragen, wann habt ihr euch denn zuletzt gesehen? Und dann käme H gewaltig ins Schwimmen, nicht wahr? Denn er weiß ja nicht, was Du dann und dann da und da gemacht hast, im Zweifel ganz woanders und ganz was anderes, als H behauptet. Das ist nur ein einfaches Beispiel. Die Polizei ist extra dafür ausgebildet, an solche Dinge zu denken und solche Fragen zu klären. Und sie hat auch den Auftrag, nach Tatsachen zu suchen, die den ursprünglich Beschuldigten entlasten - und das werden sie auch tun.

Möglicherweise bekommt Dein Anwalt deswegen keine Akteneinsicht, weil die Polizei Dich gar nicht mehr als ernsthaft der Tat verdächtig führt. Dann führt die Dich als Zeugen, und wenn ich mich recht erinnere, hat der Zeugenanwalt kein Recht auf Akteneinsicht. Du siehst, es sieht also gar nicht so schlecht aus.

Also, bau mal Deine Ängste ab, solange Du bzw. Dein Anwalt vom Gericht keine Post bekommt, ist noch gar nichts entschieden.

Wenn etwas entschieden ist, so oder so, wird Dein Anwalt Dir das schon mitteilen können.
Grüße,
Abrazo
Richard Gecko
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Beitrag von Richard Gecko »

seo
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Beitrag von seo »

hallo ich meld mich auch mal wieder...Person A hat über seinen Anwalt die Auskunft von der Staatsanwaltschaft bekommen das die Ermittlungen immer noch im gange sind und die Akte versandt ist.... -.- Nach welcher Zeit verjährt solch ein fall (über 17 Monate her) und wie sind die Gesetzte bei falscher beschuldigung auf schmerzensgeld zu klagen `?
gotto
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Beitrag von gotto »

Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung!
Pünktchen
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Beitrag von Pünktchen »

Abrazo hat geschrieben: Nun ist natürlich das zivilrechtliche Verfahren wg Schadensersatz und Schmerzensgeld abhängig vom Ausgang des strafrechtlichen, denn wenn vom Gericht oder auch bereits im Ermittlungsverfahren festgestellt werden sollte, dass Du die Tat, um die es hier geht, nicht begangen hast, dann gibt es natürlich auch keine Klage um Schmerzensgeld gegen Dich, heißt, die ist dann unbegründet.
Bist du Hellseher?

Ein Zivilrechtliches Verfahren hat formal mit einem strafrechtlichen Verfahren nichts zu tun. Es kann sehr wohl sein, dass man beim Strafgericht freigesprochen wird aber bei einem Zivilgericht aufgrund derselben Tat verurteilt wird, Schadensersatz zu leisten.
seo
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Beitrag von seo »

ich meld mich auch mal wieder.....
ich wollte keinen neuen thread aufmachen für diese frage....
ich hab nun eine anwaltsrechnung zu zahlen bin aber noch azubi und die kosten sind nicht sonderlich zu schultern...hab ich eine möglichkeit das ich hilfe bei der kosten erstattung erhalte oder sie übernommen werden wie zb das armenrecht ?
ich such hier im forum mal weiter und auch im netz...wenn jemand was brauchbares hat einfach reinposten ich seh es mir dann mal an.

Mfg
Snowflake
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Beitrag von Snowflake »

Gibt es, muss meines Wissens aber entsprechend beantragt werden BEVOR der Anwalt engagiert wird...

Erst den Anwalt engagieren, arbeiten lassen und dann eine Stelle suchen, die die Kosten übernimmt, dürfte nicht wirklich funktionieren..

:shock:
Nichts macht die Menschen so unverträglich wie das Bewußtsein, genug Geld für einen guten Rechtsanwalt zu haben.
seo
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Beitrag von seo »

Die Akten sind immer noch Versand und die Ermittlungen laufen auch noch...
Wie relevant ist in diesem Fall dieses hier: "Sie sind nicht vorbestraft und gegen Sie ist kein gerichtliches Strafverfahren oder Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft anhängig oder innerhalb der letzten drei Jahre anhängig gewesen."
seo
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Beitrag von seo »

erhält man post der staatsanwaltschaft wenn diese nun ermittelt oder ermittelt solange man ncihts weiteres hört imemrnoch die polizei. es geht um diese vorraussetzung : "Sie sind nicht vorbestraft und gegen Sie ist kein gerichtliches Strafverfahren oder Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft anhängig oder innerhalb der letzten drei Jahre anhängig gewesen."
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