Opfer und Täter

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

Wilhelmine
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 23.03.09, 15:56

Opfer und Täter

Beitrag von Wilhelmine » 23.03.09, 18:25

Wie ist die rechtliche Situation bei sexuellem Mißbrauch in geschlossenen Einrichtungen für behinderte Menschen? Vergeht sich ein behinderter junger Mann an einer ebenfalls behinderten jungen Frau und wissen die Mitarbeiter davon, wie verhalten sie sich rechtlich richtig? Wem sollten sie den Vorfall melden, ist eine Anzeige in jedem Fall angebracht, müssen die Betreuer informiert werden?
Und dürfen die Mitarbeiter die Daten der Betreuer an den jeweils anderen Betreuer weitergeben?

Wilhelmine
Zuletzt geändert von Wilhelmine am 23.03.09, 20:07, insgesamt 3-mal geändert.

Gammaflyer
FDR-Moderator
Beiträge: 14172
Registriert: 06.10.04, 15:43

Beitrag von Gammaflyer » 23.03.09, 18:44

Es besteht keine Anzeigepflicht für geschehene Straftaten(vorausgesetzt hier lag überhaupt eine vor - Stichwort Schuldfähigkeit des Täters).
Für den Fall, dass es keine einmalige Sache war und Wiederholungsgefahr besteht, könnte man über unterlassene Hilfeleistung nachdenken.

Wilhelmine
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 23.03.09, 15:56

Beitrag von Wilhelmine » 23.03.09, 20:00

Soweit ich weiß, ist sexueller Mißbrauch ein Straftatbestand. Wieso sollte eine behinderte junge Frau den Täter nicht anzeigen? Und mit welchem Recht sollte eine Einrichtung den Täter schützen aber nichts für das Opfer tun? Auch wenn der Täter behindert ist, heißt es ja noch längst nicht, dass er schuldunfähig ist. Der Täter befindet sich inzwischen in offener Unterbringung, das Opfer in geschlossener Unterbringung. Die Einrichtung hat trotz Kenntnis von dem Vorfall nichts getan. Die Verlegung auf die offene Station wurde vorgenommen, obwohl das Opfer die Tat angegeben hat, ihre Angaben auch dokumentiert und gelesen wurden.

Dummerchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 10715
Registriert: 21.01.05, 22:43
Wohnort: Der Kohlenpott hat mich wieder!

Beitrag von Dummerchen » 23.03.09, 20:36

Ja, und was moechtest du damit ausdruecken?

Wenn die Betroffene den Taeter anzeigen moechte, soll sie dies tun. Es gibt aber keine Verpflichtung der Einrichtung, dies an ihrer Stelle zu tun.

Gammaflyer
FDR-Moderator
Beiträge: 14172
Registriert: 06.10.04, 15:43

Beitrag von Gammaflyer » 23.03.09, 21:22

Wilhelmine hat geschrieben:Soweit ich weiß, ist sexueller Mißbrauch ein Straftatbestand.
Das ist korrekt.
Wilhelmine hat geschrieben:Wieso sollte eine behinderte junge Frau den Täter nicht anzeigen?
Kann sie doch machen. Ich habe doch nichts Gegenteiliges behauptet.
Wilhelmine hat geschrieben:Und mit welchem Recht sollte eine Einrichtung den Täter schützen aber nichts für das Opfer tun?
Ich verstehe nicht, wie Sie das meinen. Wie geschrieben, besteht für die Einrichtung keine Pflicht, eine Straftat anzuzeigen.
Wilhelmine hat geschrieben:Auch wenn der Täter behindert ist, heißt es ja noch längst nicht, dass er schuldunfähig ist.
Das habe ich so auch nicht geschrieben, sondern nur auf eine Möglichkeit hingewiesen.

Wilhelmine
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 23.03.09, 15:56

Beitrag von Wilhelmine » 23.03.09, 21:26

Eure Antworten helfen nicht weiter.

Die junge Frau hat den Täter angezeigt. Aber hat die Einrichtung nicht die Verpflichtung einem solchen Fall nachzugehen, das Opfer über seine Rechte aufzuklären beispielsweise oder den Betreuer zu informieren? Das hieße dann ja, daß ein Täter in Einrichtungen gedeckt würde.

Was ist mit den DAten von Betreuern, dürfen die von der Einrichtung an andere Betreuer weitergegeben werden?

Gammaflyer
FDR-Moderator
Beiträge: 14172
Registriert: 06.10.04, 15:43

Beitrag von Gammaflyer » 23.03.09, 21:31

Und das Ändern der Ausgangsfrage, wenn schon Antworten da sind, hilft späteren Lesern auch nicht weiter.

Dass bereits eine Anzeige erfolgt ist, ist auch eine bisher fehlende Info.
Woher die Einrichtung jetzt weitergehende Verpflichtungen haben sollte, weiß ich nicht.

Dummerchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 10715
Registriert: 21.01.05, 22:43
Wohnort: Der Kohlenpott hat mich wieder!

Beitrag von Dummerchen » 23.03.09, 21:37

Eine Behinderteneinrichtung hat weder die Pflicht, Ermittlungen anzustellen, noch Rechtsberatung durchzufuehren.

Wilhelmine
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 23.03.09, 15:56

Beitrag von Wilhelmine » 23.03.09, 21:37

Es geht um die Verpflichtung, die da ist, wenn ein solcher Fall auftritt, wenn Mitarbeitern Kenntnis von sexueller Gewalt erhalten. Wie ist dann ihre rechtliche Verpflichtung, gibt es die oder kann gehandelt werden nach Gut-Dünken?
Und es geht um die Frage ob Daten weitergegeben werden dürfen, vom Betreuer des Opfers zum Betreuer des Täters.

Gammaflyer
FDR-Moderator
Beiträge: 14172
Registriert: 06.10.04, 15:43

Beitrag von Gammaflyer » 23.03.09, 21:38

Höchstens vielleicht eine Informationspflicht(aber woher die genau rechtlich käme, weiß ich auch nicht) gegenüber dem Betreuer, damit dieser seiner Aufgabe im Sinne der Betreuten nachkommen kann. Ist aber eher ein Gefühl.

Obermotzbruder
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3479
Registriert: 06.09.05, 15:43
Wohnort: In Deutschland. Und das ist gut so.

Beitrag von Obermotzbruder » 23.03.09, 21:52

Hallo Wilhelmine

Wenn Ihnen an der Sache so gelegen ist, weshalb erstatten den nicht Sie die Anzeige? Jeder Mensch hat das Recht oder manchmal sogar die Pflicht eine Straftat anzuzeigen. Die Schuldfähigkeit des Täters wird durch andere, versirtere Stellen geprüft. Und Betreuer können sich ggf. ebenfalls strafbar machen, wenn Sie Straftaten dulden. Gegen diese kann hinsichtlich Unterlassungstatbeständen ermittelt werden.
Jeden Tag kommt ein neuer Dummer am Bahnhof an, man muss ihn nur abholen.
Ein Frosch bleibt ein Frosch, auch wenn er miaut wie eine Katze-
Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.

Wilhelmine
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 23.03.09, 15:56

Beitrag von Wilhelmine » 23.03.09, 21:59

Deine Antwort, Gammaflyer, ist für mich unverständlich. Wer sollte denn nun wen informieren und wer darf welche Daten wem geben?
Wird der Vorfall dokumentiert ist damit tatsächlich dem Geschehen Rechnung getragen? Aufgeschrieben, von Vorgesetzten und anderen Mitarbeitern gelesen, und gut ist? Täter, wie geplant auf die offene Station, Opfer soll dabei nicht stören, schon gleich gar nicht eine Statistik, die für Kostenträger positiv aussehen soll. Was dann passiert, fällt in eine anderes Ressort. Ob der Täter später weiter sexuelle Gewalt ausübt, ist jetzt nicht das Problem.
Opfer bleibt in der geschlossenen Unterbringung, die neuen heftigen Auffälligkeiten begründen das ja. Dass die mit der neuerlichen Erfahrung von Mißbrauch in Zusammenhang stehen sieht keiner, niemand denkt darüber nach.

Dummerchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 10715
Registriert: 21.01.05, 22:43
Wohnort: Der Kohlenpott hat mich wieder!

Beitrag von Dummerchen » 23.03.09, 22:19

Wilhemlin, das sind doch alles keine strafrechtlichen Probleme. Es gibt nur ganz wenige Delikte, bei denen eine Pflicht zur Strafanzeige besteht. Sexualstraftaten gehoeren nicht darunter.

Wie innerhalb einer Einrichtung mit den Beteiligten verfahren wird, hat jedoch nichts mit Strafrecht zu tun.

Wilhelmine
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 23.03.09, 15:56

Beitrag von Wilhelmine » 24.03.09, 15:11

Naja, die Anzeige ist erstattet. Und es ist nicht hinzunehmen, dass Sexualdelikte innerhalb einer Einrichtung nicht geahndet werden sollten.

Der Jimi
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 302
Registriert: 29.05.07, 11:11

Beitrag von Der Jimi » 24.03.09, 16:28

Wilhelmine hat geschrieben:Und es ist nicht hinzunehmen, dass Sexualdelikte innerhalb einer Einrichtung nicht geahndet werden sollten.
Das sagt doch auch keiner.

Was wollen Sie denn jetzt ganz genau?

Antworten