u-haft

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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darkles
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u-haft

Beitrag von darkles » 26.01.10, 08:59

vorweg entschuldige ich mich fals ich im falschen forum gelandet bin und bitte darum den beitrag wenn nötig zu verschieben


mal eine allgemeine frage
eine person wird verhaftet und kommt dann in u-haft.
wie lange kann diese u-haft dauern?
gibt es einen bestimmten zeitraum zb bis 6 monate oder is soetwas unterschiedlich ?
gibt es auch soetwas wie eine frist bis dann die verhandlung ist oder ist das auch von fall zu fall unterschiedlich ?

vielen dank für eure antworten :)

mano
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Beitrag von mano » 26.01.10, 09:33

Moin,

Untersuchungshaft soll i.d. Regel wegen derselben Tat nicht mehr als sechs Monate betragen. Darüber hinaus geht nur, wenn besondere Schwierigkeiten oder der Umfang der Ermittlungen oder andere wichtige Gründe vorliegen
Diese besonderen Schwierigkeiten muss die Ermittlungsbehörde dem OLG darlegen, welche dann den HB aufhebt, außer Vollzug setzt oder weitere U- Haft anordnet
StPO § 121

Siehe auch: Untersuchungshaft


mano
Beamte arbeiten nicht - sie machen irgendwas, jedenfalls arbeiten tun sie nicht.

Chavah
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Beitrag von Chavah » 26.01.10, 10:31

Natürlich kann der Inhaftierte auch einen Antrag auf Haftprüfung stellen. Da wird dann überprüft, ob die Haftgründe noch vorliegen. Dies sollte jedoch nicht ohne anwaltliche Beratung geschehen. Auch kann die Staatsanwaltschaft während des Ermittlungsverfahrens, wenn denn die Haftgründe wegfallen, bei Gericht die Aufhebung /Ausservollzugsetzung des Haftbefehls beantragen. Das Gericht muss dem Antrag nachkommen.

Zur Einschätzung der Lage sollte man auch wissen, was der Grund für die U-Haft ist. Höhe der zu erwartenden Strafe, Fluchtgefahr, Wiederholungsgefahr, Verdunklungsgefahr?

Chavah

mano
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Beitrag von mano » 26.01.10, 11:04

Moin,

Haftprüfung-Haftbeschwerde

Hier steht noch etwas zum Lesen.

mano
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darkles
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Beitrag von darkles » 26.01.10, 12:23

@mano vielen dank für die link´s :) waren sehr hilfreich :)

@chavah nehmen wir ein bespiel
person xy ist wegen btm vorbestraft er zieht in eine andere stadt und bricht jeden kontakt zu seinen "alten freunden" ab
in der neuen stadt gründet er eine familie und ist seit dem umzug "sauber"
nach einigen jahren steht nun die polizei vor der tür und nimmt person xy fest vorwurf btm handel.
in der u-haft bekommt er durch den anwalt zu sehn das die aussage von einen alten bekannten ist mit dem er seit über 3 jahren nichts mehr zu tun hat
die vermutung ist das der "alte bekannte " ihn rein reiten will warum auch immer.

fluchtgefahr sehe ich nicht da person xy einen festen wohnsitzt und familie hat
verdunklungsgefahr denke ich auch nicht da person xy mit den vorwürfen nichts zu tun hat

mano
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Beitrag von mano » 26.01.10, 13:25

Moin,

@darkless,

der Person xy, mit Vorstrafe wg. Verstoß gegen das BtMG, wird spätestens bei der Verkündung des Haftbefehls eine Kopie desselben ausgehändigt. Dort steht genau zu lesen, warum er verhaftet wurde. Ebenfalls werden dort die Haftgründe aufgeführt.

Nach ihrem Sachvortrag würde ich auf die Verdunklungsgefahr tippen. Aus meiner Sicht deshalb, weil er sich jetzt mit dem "alten Bekannten" zusammensetzen könnte. Das ist aber nur meine Annahme.

mano
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darkles
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Beitrag von darkles » 26.01.10, 13:35

hmm ok so hab ich das garnicht gesehn
dann nehmen wir bei dem bespiel noch die verdunklungsgefahr mit dazu ... unter solchen umständen wird sicher keine vorzeitige entlassung aus der u-haft in bedracht kommen oder ?

mano
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Beitrag von mano » 26.01.10, 13:42

Moin,

eine "Vorzeitige" Entlassung aus der Untersuchungshaft gibts nicht - da nix abzusitzen ist. Ob er vor der Hauptverhandlung aus der U - Haft entlassen wird, kann ihnen hier niemand - außer dem Haftrichter oder Staatsanwalt - sagen.

mano
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