körperverletzung mit Einkaufswagen

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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neunutzer
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körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von neunutzer »

In der Kassenschlange eines Supermarktes :


Die später Anzeige erstattende Frau, steht mit einem Einkaufskorb
hinter mir.
Es erfolgt die Ankündigung „neue Kasse wird eröffnet“
Im allgemeinen Aufbruch auf der Suche nach einem persönlichen
Zeitvorteil, drängelt sich die Frau so blöd vor mich, dass Sie
versehentlich meinen Einkaufswagen in die Beine bekommt.
Zu einer Entschuldigung komme ich nicht, da ich sofort, wie die
folgenden 10 Minuten, nur noch angemeckert werde. ALLE Versuche die
Frau zu beruhigen, schlagen fehl. Sie regt sich immer weiter auf,
will mein Autokennzeichen, die Polizei, die Marktleitung.
Allgemeine Unruhe entsteht, in der die Frau aufgefordert wird sich zu
beruhigen. Ein Kommentar aus der Schlange war: „Die Polizei lacht
Sie aus, beruhigen Sie sich“ – hierauf will sie wieder mein
Kennzeichen – ich sage Ihr „Ich habe kein Auto, lassen Sie mich jetzt
in Ruhe, so langsam verliere ich die Geduld mit Ihnen – passen Sie
auf, es reicht!“

Diese Aussage nimmt die Frau als „DROHUNG“ auf, meckert weiter und
will jetzt meine Adresse „dann folge ich Ihnen nach Hause“ – Sie
zeigt auf meine Arbeitstasche im Einkaufswagen – und sagt „ich nehme
mir jetzt Ihre Adresse!“. Sie greift an die Tasche und ich schüttle
(vor und zurück, ruckartig, einmal) den Einkaufswagen. Beim
verhindern, dass Sie sich an meinem Eigentum vergreift, habe ich Sie
dabei wohl erneut mit dem Wagen „angefahren“. Nicht vorsätzlich,
sondern im nach vorne rucken, mein Eigentum zu schützen. Tatsächlich
habe ich sie somit zweimal „angefahren“ aus geringer Distanz in der
Warteschlage, jedoch nicht unter dem Vorsatz der Körperverletzung.

Die Frau kann nun bezahlen, Ihre Ware ist fertig gescannt, will aber
nicht zahlen – gibt den Weg nicht frei - die ganze Schlage wird laut.
Sie beleidigt mich weiter und sucht dann das Gespräch mit der der
Marktleitung. Diese hält die Situation (genau wie ich) für überzogen,
ich bin ruhig, packe meine Sachen und gehe.

Die Frau hat zu keinem Zeitpunkt eine Beruhigung der Situation gesucht
– Sie hat sich immer weiter aufgeregt. Eine Verletzung war nicht
erkennbar, der nervliche Stress höher als jedes körperliche Signal.
Es ging Ihr aus meiner Sicht nur um Meckern, sie hat sich nicht einmal
schmerzlich im Markt geäußert, oder ein Zeichen davon gezeigt.
Ich habe Sie sogar gebeten mit „Vorsprung“ aus dem Markt zu gehen und
mich nicht fortgesetzt weiter zu provozieren. Sie ist mir jedoch
gefolgt, hat situationsfremde Menschen vor dem Markt angestachelt
u.s.w. Sie hat mich über den Parkplatz weiterverfolgt.

Ich habe mir Ihr Kennzeichen (schwarzer Kleinwagen) auch
notiert und bin gefahren.

neunutzer
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von neunutzer »

Meine Kernfragen aktuell:

Ich habe nach einer Zeugenbefragung im März (siehe oben - so eingereicht) nun eine VORLADUNG wegen vorsätzlicher Körperverletzung bei der Polizei nächste Woche. Zur Aussage als BESCHULDIGTER.

Genaugenommen weiss und wurde nicht mitgeteilt WORUM es tatsächlich geht. Nur Datum und Ort wurde mitgeteilt. Ich NEHME AN es geht um den Vorfall im Supermarkt. Die Zeugenaussage abgegeben zu haben war vieleicht sogar ein dicker Fehler, da ich aber keine Rechtschutzversicherung habe, und die Dame sehr frech war, habe ich gehofft es läuft als Bagatelle irgendwie durch.

Offensichtlich nicht.


Was macht man nun? Die Aussage als Beschuldigter so bestätigen wie als Zeuge genannt und gucken was passiert ? Was sind die Konsequenzen hieraus ? Nicht erscheinen ist auch keine Lösung.
Anwalt einschalten...
Auch frage ich mich - WANN - mir als Beschuldigtem ohne Anwalt den einmal mitgeteilt wird, worum es geht. Ob es Zeugen gibt und welche Aussage überhaupt zu der "vorsätzlichen Körperverletzungs" Beschuldigung geführt hat. Habe ich nicht ein Recht zu erfahren wogegen ich mich eigentlich wehren muss?

Was sind die höchsten Konsequenzen ? Insbesondere interessiert mich eine Frage in Hinsicht auf einen Führungszeugniseintrag. Geldstrafe wäre eines aber dort einen Vermerk wegen sowas wäre beruflich schlecht.

Danke für erste Ideen und sicherlich weitere Fragen !

Liebe Grüsse
Und vielen Dank

neunutzer
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von neunutzer »

Ich habe zu o.g. Vorgang einige Fragen:

Ich habe eine Vorladung bei der Polizei wegen vorsätzlicher Körperverletzung als Beschuldigter.
Die Einladung hat keinen INHALT was den Vorgang angeht - ich nehme an es geht um o.g. Sache.

Ich bin ich auf einen Anwalt angewiesen um zu erfahren worum es genau geht, ob es Zeugen gibt oder die Lady "Verletzungen" gelten machen will ? Werde ich am Ende einen Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis bekommen im schlechten Fall ?

Ich habe als Zeugenaussage vor 4 Monaten o.g, Text schriftlich ausgesagt.
Warum nun noch eine weitere Aussage, dieses mal als Beschuldigter ?
Und was mache ich nun dort - die gleiche Aussage und keine weitere Stellungnahme ?

Welchen TYP Anwalt muss ich suchen hierfür ?

Heckersbruch
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von Heckersbruch »

Hallo,

daraus, dass Sie hier direkt drei Einträge binnen kurzer Zeit zu diesem Thema erstellt haben, schließe ich, dass Sie wohl sehr aufgebracht sind.
Um Sie vorab mel ein wenig "auszubremsen": Eine individuelle Rechtsberatung ist hier verboten (siehe Forenregeln).

Und nun zu Ihren Fragen, soweit die Beantwortung nicht gegen die Regeln verstößt:
Ich bin ich auf einen Anwalt angewiesen um zu erfahren worum es genau geht, ob es Zeugen gibt oder die Lady "Verletzungen" gelten machen will ?
Haben Sie denn schonmal bei der Polizei angerufen und gefragt worum es geht? Das wäre mein erster Gedanke, wenn denn dann überhaupt auch noch andere Vorfälle in Betracht kommen könnten.
Ansonsten erhält ein Rechtsanwalt auf Antrag eben Akteneinsicht.
Was sind die höchsten Konsequenzen ?
Die höchste Konsequenz wäre: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre. (§ 223 StGB). Übrigens ist gem. Abs. 2 auch der Versuch strafbar, sprich: eine tatsächliche Vollendung und somit Verletzung der Person muss nicht erfolgen.
Insbesondere interessiert mich eine Frage in Hinsicht auf einen Führungszeugniseintrag.
Das hängt von der Höhe der Strafe ab, die ein Richter im anhängigen Verfahren festlegt. Die Regelungen hierüber finden Sie im Bundeszentralregistergesetz (BZRG). Übrigens ist es nicht abhängig davon, ob es eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe wird, ob es eingetragen wird.

In Ihrem Eingangsposting erwähnen Sie übrigens nichts davon, dass Sie an irgendeiner Stelle schon einmal dazu etwas ausgesagt haben. Was war denn der Anlass und bei wem?
Warum nun noch eine weitere Aussage, dieses mal als Beschuldigter ?
Weil Sie nun Beschuldigter in einem Strafverfahren sind.
Welchen TYP Anwalt muss ich suchen hierfür ?
Mmmhh, ich würde mal auf Strafrecht tippen.

Gruß
Jens
Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung!

ACHTUNG: Recht und Gerechtigkeit sind zwei verschiedene Paar Schuhe!

J.A.
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von J.A. »

Auch frage ich mich - WANN - mir als Beschuldigtem ohne Anwalt den einmal mitgeteilt wird, worum es geht. Ob es Zeugen gibt und welche Aussage überhaupt zu der "vorsätzlichen Körperverletzungs" Beschuldigung geführt hat. Habe ich nicht ein Recht zu erfahren wogegen ich mich eigentlich wehren muss?
Wenn Sie zu der Vorladung erscheinen, wird man Ihnen dort natürlich den genauen Tatvorwurf eröffnen, die Aussage der Geschädigten -wenigstens in Teilen- vorhalten und sie können entscheiden, ob Sie sich dazu äüßern wollen, oder nicht.
Insbesondere interessiert mich eine Frage in Hinsicht auf einen Führungszeugniseintrag.
Insoweit Sie nicht bereits strafrechtlich vorbelastet sind, müßte die Strafe -um ins Führungszeugnis zu kommen- oberhalb von 90 Tagessätzen Geldstrafe oder 3 Monaten Freiheitsstrafe liegen. Das ist hier -der Schilderung nach- in keinem Fall zu erwarten, selbst wenn es überhaupt zu einer Verurteilung käme.
Welchen TYP Anwalt muss ich suchen hierfür ?
Strafrecht - Sie sollten aber bedenken, dass Sie da (im Vorverfahren) mit Kosten von rd. 500,00 € rechnen müssen, die Ihnen niemand ersetzt.
Sollte die Staatsanwaltschaft Anklage erheben oder einen Strafbefehl beantragen, kann man immer noch einen Anwalt einschalten. Vorteil wäre. dass dessen Kosten (ab dem Zeitpunkt) vom Staat getragen würden, wenn es am Ende zu einem Freispruch käme.
Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"

neunutzer
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von neunutzer »

Danke für die ersten Informationen.

Die ersten drei Postings sind nicht aus Aufgebrachtheit, sondern aus meinem Neuposting und einem erbetenen Rückpostings des alten Beitrages via Admin entstanden :-) Das erste Posting IST meine schriftliche Zeugenaussage aus März bei der Polizei.

Diese hat auch NICHT, auf Nachfrage gesagt worum es überhaupt geht. Nicht einmal ob es um "einen Vorfall" in einem Supermarkt handelt. Da ich zeitlich nicht hingehen konnte, habe ich die Schriftform als Ausage gewählt. Hätte die Polizei nicht auch mitteilen müssen, dass ich auch als Beschuldigter in Frage komme ?


Zwischenzeitlich werde ich morgen Akteneinsicht via einem Anwalt beauftragen.

Ich finde es aber erschreckend welchen Ärger man offensichtlich bekommen kann, wenn sich jemand ohne Rücksicht vor den eigenen Einkaufswagen drängelt und sich verletzt. Und man offensichtlich auch fremder Menschen Taschen greifen darf, wenn ein Einkaufswagen dazwischen steht.

Dummerchen
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von Dummerchen »

neunutzer hat geschrieben:Und man offensichtlich auch fremder Menschen Taschen greifen darf, wenn ein Einkaufswagen dazwischen steht.
Wer sagt das?
The nine most terrifying words in the English language are, 'I'm from the government and I'm here to help.'
Ronald Reagan
40th president of US (1911 - 2004)

FM
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von FM »

Eine Körperverletzung zu begehen (was nicht erfordert dass Blut fließt, und auch fahrlässig wäre strafbar) und sich dann zu weigern die Personalien herauszugeben löst das Jedermannsfestnahmerecht aus.

Dazu fühlte sich das Opfer wohl nicht in der Lage und erwägte eben andere, letztlich weniger eingreifende Maßnahmen. Natürlich hat sie ein berechtigtes Interesse, Name und Anschrift zu bekommen.

Hafish
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von Hafish »

neunutzer hat geschrieben: Ich finde es aber erschreckend welchen Ärger man offensichtlich bekommen kann, wenn sich jemand ohne Rücksicht vor den eigenen Einkaufswagen drängelt und sich verletzt. Und man offensichtlich auch fremder Menschen Taschen greifen darf, wenn ein Einkaufswagen dazwischen steht.
Es ist doch noch gar nichts passiert. Die Polizei hat eine ganz schreckliche Anzeige bekommen und ermittelt jetzt. So wie es immer gemacht wird, wenn eine Anzeige erstattet wird. Immer mit der Ruhe.
Kritik kann subjektiv als verletzend empfunden werden und ist daher generell zu unterlassen. - jaeckel
;)

Oktavia
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von Oktavia »

Fehler Nr1 war überhaupt eine Aussage bei der Polizei zu machen - das muss man nämlich nicht.
FM hat geschrieben:ine Körperverletzung zu begehen (was nicht erfordert dass Blut fließt, und auch fahrlässig wäre strafbar) und sich dann zu weigern die Personalien herauszugeben löst das Jedermannsfestnahmerecht aus.
Was soll das? Es gibt kein Recht selbst jemandes Taschen zu durchsuchen, hier wurde auch niemand festgenommen. Der TE hat sein Notwehrrecht in Anspruch genommen und nach Beschreibung das mildeste Mittel gewählt. Nur die gerufene Polizei hätte durchsuchen dürfen bzw die Feststellung der Personalien vornehmen dürfen.

Wäre gut, wenn TE sich zum Anwalt begäbe.
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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Casimir
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von Casimir »

Und wenn man etwas macht, was man nicht muss, ist das ein Fehler?

Ich muss auch keinem Bitte und Danke sagen, dennoch würde ich das nicht als Fehler bezeichnen.

Etwas weniger schwarz weiß wäre vielleicht hilfreich.

Ich vermute, dass die Polizei den Vorgang mit beiden Aussagen zur StA geschickt hat und die das Ganze nun - eben weil die fahrl. KV im Raume steht - wieder an die Polizei mit der Bitte um Nachvernehmung zurück gibt. Hätte man keine Aussage bei der Polizei abgeben, hätten Sie vermutlich bereits einen Strafbefehl erhalten.

Ich würde an dieser Stelle einen Anwalt einschalten.
Alles wird gut.

Oktavia
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von Oktavia »

Casimir hat geschrieben:Hätte man keine Aussage bei der Polizei abgeben, hätten Sie vermutlich bereits einen Strafbefehl erhalten.
oder die Sache wäre schon eingestellt worden :?
Würde jedes Berührung eines Einkaufswagens mit einer fremden Hacke als fahrlässige Korperverletzung gewertet, wir bräuchten ein Heer an Staatsanwäten und Polizei nur dafür. Wenn dann noch alle anderen ähnlichen Korperverletzungen wie Anrempeln, versehendlich auf den Fuß treten, etc ebenfalls in Strafbefehl oder Anklage endeten, wir hätten nix zu tun als uns gegenseitig anzuzeigen :shock:
Casimir hat geschrieben:Und wenn man etwas macht, was man nicht muss, ist das ein Fehler?
Hier wohl schon. Zumal der Vernommene nicht darüber aufgeklärt wurde dass er gar kein Zeuge ist sondern von Anfang an Beschuldigter. Es ist jetzt auch schon viel Zeit vergangen und Zeugen die für den TE aussagen/sich erinnern werden wohl schwer zu finden sein.
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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Tjeridan
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von Tjeridan »

Oktavia hat geschrieben:Was soll das? Es gibt kein Recht selbst jemandes Taschen zu durchsuchen, hier wurde auch niemand festgenommen. Der TE hat sein Notwehrrecht in Anspruch genommen und nach Beschreibung das mildeste Mittel gewählt. Nur die gerufene Polizei hätte durchsuchen dürfen bzw die Feststellung der Personalien vornehmen dürfen.
Im Sachverhalt steht gar nichts von einer Durchsuchung. Die Frau hat den TE mehrfach aufgefordert ihr seine Personalien zu nennen. Als er dies verweigerte hatte sie gem. § 229 BGB das Recht ihm zum Zwecke der Selbsthilfe eine Sache wegzunehmen, in diesem Fall seine Arbeitstasche. Der TE hatte jedoch nicht das Recht sie noch ein weiteres Mal mit dem Einkaufswagen zu verletzen, ebensowenig sich daraufhin unerlaubt und ohne seine Personalien zu hinterlassen vom "Tatort" zu entfernen.
Toleranz sollte immer vom eigenen Willen getragen werden. Aufgezwungene Toleranz ohne Aufbegehren ist Feigheit. Anerkennung nur allein der Toleranz wegen ist Gleichgültigkeit.
Mangelnde Toleranz ist keine Intoleranz, sondern einfach nur Ehrlichkeit!

Oktavia
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von Oktavia »

Tjeridan hat geschrieben:Die Frau hat den TE mehrfach aufgefordert ihr seine Personalien zu nennen. Als er dies verweigerte hatte sie gem. § 229 BGB das Recht ihm zum Zwecke der Selbsthilfe eine Sache wegzunehmen, in diesem Fall seine Arbeitstasche.
Was ist denn das für ein Quark? Der Dame war es unbenommen die Polizei zu rufen, dies hat sie nicht einmal versucht. Da überhaupt nicht klar ist (auch ihr nicht) was sich in der Tasche befindet ist eine Wegnahme nicht geeignet eine Gefahr abzuwenden.
wikipedia hat geschrieben:Vorläufige Festnahme als „Jedermannsrecht“

Wird eine Person nach § 127 Abs. 1 StPO von einer anderen Person vorläufig festgenommen, weil sie einer Straftat unmittelbar verdächtig („auf frischer Tat“) ist, kann sie durch die freiwillige Angabe der Personalien den Freiheitsentzug beenden, denn dann ist in der Regel der Grund für die vorläufige Festnahme entfallen. Auch hier besteht wiederum kein Recht, die Person zur Herausgabe der Personalien zu zwingen, dies ist nur durch die Polizei oder die Staatsanwaltschaft möglich. Gibt eine Person gegenüber einer Amtsperson keine Personalien an und/oder kann sich nicht legitimieren, wird ein Personenfeststellungsverfahren angewandt.
Die Fragen die ausserdem zu stellen sind: Ist eine Verletzung ohne Verletzung eine? Trägt die Dame eine Mitschuld da sie sich ja offensichtlich vorgedrängelt hat?
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FM
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Re: körperverletzung mit Einkaufswagen

Beitrag von FM »

Ja, es wäre natürlich der eigentlich vorgesehene Weg gewesen, wenn sie ihn gewaltsam festhält bis zum Eingreifen der Polizei. Dazu sah sie sich vielleicht nicht in der Lage, zumal er offenbar sehr aggressiv reagierte wenn schon nur die Mitteilung seiner Personalien erbeten wurde (was der Zweck des Jedermannsfestnahmerechts ist).

Schuld an der Situation war nach seiner eigenen Schilderung der Fragesteller, da er versuchte zu vermeiden daß Polizei und Justiz die Strafbarkeit seiner Handlung überprüft. Die einfache Mitteilung von Name und Anschrift hätte genügt.

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