Heimliche Tonaufnahme in einer Versammlung als Beweismittel?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

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truther
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Heimliche Tonaufnahme in einer Versammlung als Beweismittel?

Beitrag von truther »

Wie ist die Rechtslage?

Angenommen, bei einer wichtigen Versammlung eines geschlossenen Kreises von Zutrittsberechtigten mit etwa 25 Teilnehmern wäre bereits im Vorfeld zu befürchten, dass es dabei sehr hoch hergehen würde. Da bei derartigen Versammlungen in der Vergangenheit weder ein Protokoll geführt noch Tonaufzeichnungen gemacht worden wären, hätte ein Teilnehmer der Versammlung unbemerkt von den übrigen Versammlungsteilnehmern eine elektronische Tonaufzeichnungen gemacht. Diese würde anschliessend zur Erstellung einer Art Gedächnisprotokoll über den Verlauf der Versammlung genützt werden.

Angenommen, bei der Versammlung käme es tatsächlich - wie befürchtet - zu Straftaten. Konkret unter anderem zu Verleumdungen gegen einen Versammlungsteilnehmer, die dessen Ruf vor den anderen Teilnehmern stark beeinträchtigen oder gar zerstören würden.

Diese Straftaten würden in der Folge mit einem Strafantrag zur Anzeige gebracht werden. Als Beweis würde in der Anzeige der Wortlaut der Verleumdungen vom Anzeiger eidesstaatlich versichert werden. Als Zeugen würden alle Versammlungsteilnehmer genannt.

Angenommen, es stünde zu befürchten, dass sich im Rahmen der Privatklage bei der Verhandlung vor dem Strafgericht einige der Zeugen angeblich nicht mehr erinnern oder aber sogar falsche Aussagen machen würden, da sie stark parteiisch wären. Die falschen Aussagen würden sogar unter Eid gemacht werden.

Hypothetische Frage: Was würde passieren, wenn nun die Existenz der Tonaufzeichnungen offenbart würde?

Würden die Tonaufzeichnungen bei Gericht als Beweis überhaupt anerkannt werden?

Wäre gegen denjeniigen, der die Tonaufnahme gemacht hätte, Strafanzeige wegen "heimlicher Tonaufnahme" zu befürchten sein und wie ist ggfls. die Strafandrohung?

Vielen Dank für Einschätzungen.


Roni
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Re: Heimliche Tonaufnahme in einer Versammlung als Beweismit

Beitrag von Roni »

Angenommen, es stünde zu befürchten, dass sich im Rahmen der Privatklage bei der Verhandlung vor dem Strafgericht einige der Zeugen angeblich nicht mehr erinnern oder aber sogar falsche Aussagen machen würden, da sie stark parteiisch wären. Die falschen Aussagen würden sogar unter Eid gemacht werden.
es ist nicht anzunehmen dass alle Anwesenden unter Amnesie leiden, und vor Gericht einen Meineid zu leisten, das wird sich auch jeder spätestens nach der Belehrung gut überlegen.

Die Tonaufnahmen sind natürlich wie schon verlinkt nicht gestattet.

nordlicht02
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Re: Heimliche Tonaufnahme in einer Versammlung als Beweismit

Beitrag von nordlicht02 »

truther hat geschrieben: Angenommen, bei der Versammlung käme es tatsächlich - wie befürchtet - zu Straftaten.
Wieso käme?
Die "Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes" ist eine Straftat. :wink:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

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