Manipulation an der On Board Diagnose (OBD)

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

Antworten
Zafilutsche
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5918
Registriert: 24.07.07, 09:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Manipulation an der On Board Diagnose (OBD)

Beitrag von Zafilutsche » 19.05.14, 16:01

Ein Käufer kauft ein Fahrzeug unter der Bedingung, dass das Fahrzeug bei Übergabe mangelfrei ist, da bei der Probefahrt Fehlercodes abgelegt sind.
Der Verkäufer (V) sichert zu dass die Beseitigung des/der Fehler alles kein Problem sei. V baut eine neue Batterie ein, erneuert das AGR, erneuert scheinbar beschädigte Leitungen usw. und stellt fest:
Verdammt die MKL leuchtet immer noch. Fehlerspeicher gelöscht.
Der Kunde kommt gerade vonm Verkaufsgelände heruntergefahren sofort mit der leuchtenden Anzeige (Fehlercode abgelegt) zurück zu V und Bemängelt dass.
Zweiter Versuch:
Bei Fahrzeug Übergabe ist die MKL komplett abgeschaltet (d.H der Selbsttest zeigt an, dass Lampe nicht leuchten kann, warum auch immer).
Kunde hat den Verdacht, dass die Anzeige bewusst abgeklemmt wurde, kann das aber nicht untermauern da er nicht hinter das Armaturenbrett schauen kann.
Das Fahrzeug wurde also wegen der fehlenden Diagnose Funktion nicht vom Käufer abgenommen und wurde sofort bemängelt.

Dritter Versuch: Bei Abholung des Fahrzeugs scheint die Diagnosefunktion i.O zu sein.
Der Selbsttest beim einschalten der Zündung bringt die MKL zum kurzzeitigen aufleuchten um nach dem Motorstart zu erlöschen.
Soweit scheinbar OK. Fahrzeug wird abgenommen.
Monate später (durch reinen Zufall) erkennt der Käufer, dass die MKL trotz abgelegten Fehlercode keine Fehlerlampe leuchtet. (obwohl der Testlauf bei der eingeschalteten Zündung scheinbar durchlaufen wird). Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Monteur von V die Kontrollleuchte von der Motor Diagnose abgetrennt und stattdessen eine Verbindung zu einer anderen Kontrolllampe gebrückt hat. Hier leuchten also zwei LED nach dem Check der Servolenkung, aber keine für das Motormanagement. Diese neu hinzugefügte "Brücke" wird man mit dem Öffnen der Instrumententafel sicherlich entdecken können (z.B. durch ein extra Kabel (Brücke).
Was könnte dem Verkäufer / dem Monteur passieren, wenn auf solch eine Art und Weise versucht wird, vom eigentlichen Fehlerproblem des Motors abzulenken.
Könnte man da schon einen versuchten Betrug vermuten? Kann der Käufer eine Manipulation direkt vom Gutachter sich bestätigen lassen, oder muß der Käufer das Fahrzeug erst in die Hand des Verkäufers geben? Kann der Käufer darauf bestehen, dass er beim Öffnen der Instrumententafel mit Kamera bewaffnet dabei stehen kann um so die Beweise der Manipulation zu sichern?

Michael A. Schaffrath
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 18784
Registriert: 25.09.04, 23:37
Wohnort: Usedom, Köln

Re: Manipulation an der On Board Diagnose (OBD)

Beitrag von Michael A. Schaffrath » 20.05.14, 15:10

Zafilutsche hat geschrieben:Könnte man da schon einen versuchten Betrug vermuten?
Ja. Selbst im günstigsten Fall sollte damit ein dem VK bekannter Mangel (Kontrolleuchte arbeitet nicht richtig) vertuscht werden, der eigentlich hätte "sauber" beseitigt werden müssen, das genügt.
Zafilutsche hat geschrieben:Kann der Käufer eine Manipulation direkt vom Gutachter sich bestätigen lassen, oder muß der Käufer das Fahrzeug erst in die Hand des Verkäufers geben?
Da der Gutachter nur gutachtet und nicht nachbessert, verliert man durch ein Gutachten keinen Nachbesserungsanspruch mit dem Argument der Selbstvornahme.
Zafilutsche hat geschrieben:Kann der Käufer darauf bestehen, dass er beim Öffnen der Instrumententafel mit Kamera bewaffnet dabei stehen kann um so die Beweise der Manipulation zu sichern?
Wenn das in der Werkstatt des VK passiert, nein, da hat er Hausrecht. Genau deswegen würde ich bei so einem Verdacht auch nicht den Verdächtigen die Sache machen lassen. :twisted:
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

Infosuchender
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 186
Registriert: 12.10.11, 07:09

Re: Manipulation an der On Board Diagnose (OBD)

Beitrag von Infosuchender » 28.05.14, 08:23

Sicher das der abgelegte Fehler auch die MKL aufleuchten lassen soll ?
Ich bin kein Anwalt, Tipps die ich evtl gebe spiegeln nur meine persönliche Auffassung wieder.

Zafilutsche
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5918
Registriert: 24.07.07, 09:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Manipulation an der On Board Diagnose (OBD)

Beitrag von Zafilutsche » 28.05.14, 11:49

Infosuchender hat geschrieben:Sicher das der abgelegte Fehler auch die MKL aufleuchten lassen soll ?
Jup.
Es ist ein Fehler (P0400) der mittels MKL Angezeigt wird. D.h. hier im beschriebenen Beispiel leuchtet die LED eben nicht.
Sicherheitshalber habe ich die Kabelverbindung zur Lambdasonde getrennt, was letztlich zu dem selben Ergebnis (Kein aufleuchten der MKL) geführt hat.

Beim Zünden leuchtet die MKL. Nach dem Startvorgang wenn also der Motor läuft, geht die MKL aus. (So wie es eigentlich auch sein soll). Ich bin mal gespannt, was die Ursache für diese Fehlfunktion ist. Ich habe dem Händler schon mal Angesagt, das ich mich gelinkt fühle und ich den starken verdacht habe dass die MKL auf die EPS-Steuergerät-Klemme gelegt worden ist (Electronic Power Steering) also am Steuergerät der Servolenkung bzw seinen Sensoren.
Ob das nun volle Absicht vom Händler und Monteur war, nach dem Motto: Hauptsache ich habe Ruhe (weil für mich als Kunde keine Lampe angeht also auch keinen Anlass hätte irgendetwas zu beanstanden, oder ob es ein unglücklicher Umstand war wird sich in kürze bei einem Ortstermin zeigen. Der Händler hat zumindest schonmal zugesichert, dass ich bei der Fehlersuche daneben stehen darf. Das zeigt mir zumindest dass noch ein guter Wille da ist. Mal sehen, wie die Nummer sich weiterentwickeln wird. :)

Antworten