Strafbefehl zu meinem Autounfall

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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GazGamer
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Strafbefehl zu meinem Autounfall

Beitrag von GazGamer » 22.12.15, 19:46

Hallo liebes Forum,

erstmal hoffe ich, dass das was ich hier schildere erlaubt ist.

Heute habe ich wegen eines Unfalls den ich verursacht habe mein Urteil erhalten.
Ich schildere kurz mal den Ablauf:

Ende August bin ich um 3 Uhr morgens mit dem Auto meines Stiefvaters von einer Veranstaltung wieder nach Hause gefahren. Ich hatte einen Beifahrer dabei und war zunächst nicht müde.
Nun hatte ich kurz vor meinem Ziel einen Sekundenschlaf, der dazu geführt hatte, dass ich gegen die rechte Leitplanke gestoßen bin. Ich bin daraufhin wieder aufgewacht und aus Schreck verzog ich das Lenkrad und kam dadurch ins Schleudern was kurz darauf zu mehreren Überschlägen führte. Dann bin ich mit dem Dach auf der rechten Leitplanke entlang geschlittert und kam dann schließlich auf der Fahrerseite, auf der Tür, zum Stehen. Mir ist nichts passiert. Mein Beifahrer hat ein Schleudertrauma, eine leichte Verstauchung am Handgelenk und eine Schädelprellung davongezogen. Ihm geht es, zum Glück, inzwischen wieder gut Auto ist ein Totalschaden.

Da ich noch am Unfallort bei der Polizei ausgesagt habe, wie der Unfall zustande gekommen ist und ich auch gesagt habe, dass ich einen Sekundenschlaf erlitten habe, wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

In dem Schreiben wird mir eine Geldstrafe von 600€ (Noch ohne die Kosten des Verfahrens) und des Weiteren ein Fahrverbot von 8 Monaten auferlegt und muss den Sachschaden der Außenschutzplanke in Höhe von ca. 1600€ zahlen.

Jetzt zu meinen Fragen:
Ich habe am Nachmittag des Vortages bis ca. 12 Uhr geschlafen. Außerdem habe ich auf der besagten Rückfahrt mehrere kurze Pausen eingelegt. Ich hatte auch nur noch etwa 20 Minuten zu fahren und war der Überzeugung, dies auch zu Schaffen. Kann man mir dann grobe Fahrlässigkeit vorwerfen?
Seid ihr der Meinung, ich sollte das Strafmaß akzeptieren oder doch eher Einspruch einlegen.
Hätte dieser Einspruch Aussicht auf Erfolg, oder kann er mir sogar zum Nachteil werden?
Wie sieht es eigentlich mit der Leitplanke aus? Wird das von der Haftpflichtversicherung übernommen?
Mein Nettoeinkommen belief sich zu dem Zeitpunkt des Unfalls auf etwa 380 Netto, da ich noch Auszubildender bin.

Da ich eine 2 Wochen Frist habe, um Einspruch zu erheben oder, wäre ich sehr froh darüber, wenn ihr euch bis zum 02.Januar 2016 meldet, falls Ihr eine Idee oder einen Vorschlag hättet.

Danke für die Antworten

ktown
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Re: Strafbefehl zu meinem Autounfall

Beitrag von ktown » 22.12.15, 20:30

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette (=Forenregeln) gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Sie helfen dem Forum und erleichtern dem Moderatoren-Team die Arbeit, wenn Sie eine Fragestellung zur allgemeinen Rechtslage herausarbeiten, die für Sie von Relevanz ist.

Weitere Konkretisierungen zur unseren Forenregeln finden sich neben der Juriquette in der Moderationsleitline oder in dem Beitrag "Was ist erlaubt"?

Fragen dazu können Sie jederzeit im Forum für Mitgliederinformation u. Support stellen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Pünktchen
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Re: Strafbefehl zu meinem Autounfall

Beitrag von Pünktchen » 23.12.15, 01:33

Es gibt kein Fahrverbot von 8 Monaten.

ExDevil67
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Re: Strafbefehl zu meinem Autounfall

Beitrag von ExDevil67 » 23.12.15, 08:58

600 € Geldstrafe sagt wenig aus.
Das können 10 Tagessätze zu 60 € sein oder 120 zu 5€. Ob die Anzahl der Tagessätze passt kann Ihnen ein Anwalt sagen, die Höhe kann man selber prüfen. 30 Tagessätze ergeben ein Monatseinkommen.
Wenn die Höhe nicht passt, gibt es die Möglichkeit gegen diesen Punkt isoliert Einspruch einzulegen.

hawethie
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Re: Strafbefehl zu meinem Autounfall

Beitrag von hawethie » 23.12.15, 11:12

Hallo erstmal,
des Weiteren ein Fahrverbot von 8 Monaten
nicht ganz richtig: es wird die Fahrerlaubnis entzogen und vor Ablauf von 8 Monaten darf die Behörde keine neue FE erteilen.
Hätte dieser Einspruch Aussicht auf Erfolg, oder kann er mir sogar zum Nachteil werden?
Ob ein Einspruch erfolg hat, kann hier keiner sagen. Nach dem Einspruch kommt es zu einer Verhandlung - und das Gericht entscheidet halt selbst.

Gruß
HaWeThie
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

CDS
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Re: Strafbefehl zu meinem Autounfall

Beitrag von CDS » 23.12.15, 13:42

Was soll denn das Ziel des Wiederspruches sein?

Ohne Fahrverbot und Geldstrafe werden Sie da nicht raus kommen, also kann es nur um die Höhe gehen.

Klar ist da ein Risiko: Nachdem Sie ja selber sagen sie sind nicht in der Lage zu beurteilen ob Sie noch fahrtüchtig sind, könnte ein Richter auf den Gedanken kommen das sie zum Führen eines KFZ grundsätzlich nicht geeignet sind.

fodeure
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Re: Strafbefehl zu meinem Autounfall

Beitrag von fodeure » 23.12.15, 15:33

Von der strafrechlichen Seite läßt sich wohl nur gegen die Höhe der Tagessätze vorgehen. Sollten vorliegend aber z.B. 30 Tagessätze à 20€ gefordert werden, ist auch hier nicht mehr viel drin.

Aufpassen sollte man nur bei der zivilrechtlichen Seite. Den Schaden an der Leitplanke muß die Versicherung zahlen. Allerdings könnte diese auf den Gedanken kommen den Halter dafür in Regress zu nehmen. In Fällen wie dem bechriebenen wird dies von der Rechtsprechung aber mehrheitlich abgelehnt, da nicht von einer groben Fahrlässigkeit ausgegangen wird.

Milo
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Re: Strafbefehl zu meinem Autounfall

Beitrag von Milo » 24.12.15, 22:00

fodeure hat geschrieben:Von der strafrechlichen Seite läßt sich wohl nur gegen die Höhe der Tagessätze vorgehen.
Gewagte Ferndiagnose. Vielleicht hat der TE den Polizisten angelogen, weil er nicht zugeben wollte, dass er am Steuer ne SMS geschrieben hat oder es gibt ggfs. ein Verwertungsverbot hinsichtlich der Aussage gegenüber dem Polizisten. Beim Azubi könnte auch 105 Jgg ne Rolle spielen - auch wenn viele Richter das bei Verkehrsdelikten aus fehlerhaften Gründen pauschal ablehnen.
Einen Einspruch kann man bis zur Hauptverhandlung zurücknehmen oder beschränken. Eine Verkehrsrechtschutzversicherung zahlt bei fahrl. Gef. D. Straßenverkehrs den Anwalt. Als Azubi ist man möglicherweise noch in der Rechtschutz der Eltern bzw. des Fahrzeughalters. Vll. zur Fristwahrung Einspruch einlegen und in Ruhe darüber nachdenken. Vor allem, wenn der Führerschein nicht vorläufig entzogen wurde, muss man sich nicht hetzen lassen.
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Albert Einstein

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