Beleidigung im Internet - Schmerzensgeld?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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Tom_Ate
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Beleidigung im Internet - Schmerzensgeld?

Beitrag von Tom_Ate » 05.05.16, 23:51

Hallo zusammen,

Person A hat im Internet auf einer Kleinanzeigen-Seite eine Anzeige geschaltet. Ein Interessent meldet sich. Da Person A nicht jeden Tag online ist, vergehen einige Tage, bis die Nachricht des Interessenten gelesen wird. Dieser hat aber nicht nur eine Nachricht geschickt, sondern einen Tag später auch noch geschrieben: "Was bist du denn für ein Penner? Willst du was verkaufen oder nicht ? Arschloch !".
Person A möchte nun Anzeige erstatten.
Miene Fragen dazu:

1. Hat eine Klage wegen Beleidigung (im Internet) überhaupt Aussichten auf Erfolg? "Erfolg" verstanden als eine Schmerzensgeldzahlung.
2. Kann die Polizei überhaupt den Täter ausfindig machen? IP Adresse oder ähnliches? Hat die Kleinanzeigen-Webseite die Möglichkeit die Nachrichten der Nutzer zu speichern und später auf Verlangen der Ermittlungsbehörden raus zu geben oder ist ein Screen-Shot der einzige mögliche Beweis?
3. Selbst wenn über die IP Adresse der Anschluss ausfindig gemacht werden könnte: Kann der Täter sich damit raus reden, dass ja nicht bewiesen werden kann, WER konkret über seinen Anschluss diese Beleidigung geschrieben hat?
4. Ist die Polizei überhaupt die richtige Anlaufstelle? Für die Forderung nach einem Schmerzensgeld ist ja der zivilrechtliche Weg vorgesehen. Also doch eher zum Anwalt? Aber die Polizei ist ja auch nötig um erst einmal Namen und Anschrift des Täters ausfindig zu machen.
5. Welche Höhe kann das Schmerzensgeld haben?
6. Ist davon auszugehen, dass es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, oder wird "Nach Aktenlage" entschieden?

Besten Dank für eine Einschätzung!

BäckerHD
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Re: Beleidigung im Internet - Schmerzensgeld?

Beitrag von BäckerHD » 06.05.16, 06:12

Wenn Person A so dünnhäutig ist, dass sie gleich an Strafanzeige und sogar Schmerzensgeld denkt, sollte sie über anders geartete Hilfe als juristische oder polizeiliche nachdenken. Wenn das Leben eines Menschen durch solch eine aberwitzig unwichtige und vernachlässigbare Situation dergestalt aus den Fugen gerät, dass der Mensch ein Schmerzensgeld für sich einfordern möchte, dann liegt da ganz schön etwas im Argen.

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