Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroranschlag?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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lucid
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Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroranschlag?

Beitrag von lucid » 22.07.16, 22:46

Bezug: Terroranschlag in MUC, 22.7.2016
Bundesland: NRW

Um 22 Uhr waren es bereits 9 Einzelfälle, das ganze ist bereits seit 5 Stunden in den Nachrichten.
Trotzdem oder grade deshalb wird ein Feuerwerk veranstaltet. Mehr Richtung Polenböller als normales Feuerwerk.

Muss man das tolerieren?
Gibt es Ansätze für Strafbarkeit oder Owi?

Die Polizei hat es nach ca 20 Mins beendet. Ich war wohl auch nicht der einzige Anrufer. Details wollte man nicht nennen.

Townspector
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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von Townspector » 23.07.16, 08:46

Sehr simpel:

Für Normalbürger wäre das in der Regel ein Verstoß gegen § 23 Abs. 2 1. SprengV

Feuerwerk ohne Genehmigung an anderen Tagen außer vom 31. Dezember bis 1. Januar gezündet: Bußgeld bis 10.000 €

Polenböller: Nicht zertifizierten Knaller hergestellt oder gezündet: Geldstrafe bis 50.000 € oder Freiheitsstrafe bis 3 Jahre

Für Inhaber einer Erlaubnis nach § 7 oder § 27, eines Befähigungsscheines nach § 20 des Sprengstoffgesetzes sieht der Fall anders aus.
Diese sind nur zur Anzeige Ihrer Feuerwerke verpflichtet. Diese erfordert allerdings keine Angabe des Grundes.

Wird nicht angezeigt: Bußgeld möglich
Kommt der o.g. Grund im Nachhinein heraus, kann man darüber nachdenken, ob derjenige die sprengstoffrechtliche Zuverlässigkeit aufweist und ggf. die jeweilige Erlaubnis kassieren.
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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von ktown » 23.07.16, 09:05

Ich glaube weniger, dass die Ereignisse in München zum Abbruch geführt haben, sondern eher die vermutlich fehlende Geehmigung.
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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von nordlicht02 » 23.07.16, 14:39

lucid hat geschrieben:Feuerwerk zur Feier von Terroranschlag?
[..]
Bezug: Terroranschlag in MUC, 22.7.2016
Bevor man voreilige Schlüsse zieht - zu der Zeit, als Sie Ihren Beitrag schrieben, war vollkommen unklar was das Ganze war - sollte man doch die Ermittlungen der Behörden abwarten und sich bis zur Aufklärung zurückhalten. So wie es aussieht, war es wohl kein Terroranschlag, sondern ein Amoklauf. Das Ergebnis ist zwar nicht weniger schockierend, trotzdem braucht man nicht gleich jedes Mal die Terrorkeule hervorzuholen. Das ist Populismus par excellence á la AfDeppen und Pegidioten, um in der Bevölkerung unberechtigte Angst zu schüren.
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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von ktown » 23.07.16, 16:53

Der Populismus ist hier sowas von hysterisch, dass es einem schon heute morgen auf den Senkel geht.

Nimmt man nur das Bespiel Winnenden oder Erfurt. Da war die Betroffenheit berechtigterweise auch schon groß.....aber es wäre keiner zwangsläufig mit dem Wort Terror gekommen.
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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von flokon » 23.07.16, 17:47

ktown hat geschrieben:Der Populismus ist hier sowas von hysterisch, dass es einem schon heute morgen auf den Senkel geht.

Nimmt man nur das Bespiel Winnenden oder Erfurt. Da war die Betroffenheit berechtigterweise auch schon groß.....aber es wäre keiner zwangsläufig mit dem Wort Terror gekommen.
Heute wurde auch Breivik schon als Amokläufer bezeichnet. Von daher .... :?

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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von nordlicht02 » 23.07.16, 18:10

flokon hat geschrieben: Heute wurde auch Breivik schon als Amokläufer bezeichnet. Von daher .... :?
Nicht erst heute.
Die Anschläge Breiviks wurden schon seinerzeit in den Medien überwiegend als Amoklauf bezeichnet. Und nu? :wink:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von flokon » 23.07.16, 18:58

nordlicht02 hat geschrieben:
flokon hat geschrieben: Heute wurde auch Breivik schon als Amokläufer bezeichnet. Von daher .... :?
Nicht erst heute.
Die Anschläge Breiviks wurden schon seinerzeit in den Medien überwiegend als Amoklauf bezeichnet. Und nu? :wink:
Naja ich finde es schon befremdlich einen Rechtsterroristen auf eine Stufe zu stellen mit Rampage Killern wie Steinhäuser oder Lubitz.
Sind dann Menschen, die erweiterten familiären Suizid begehen auch Terorristen oder der Nizza Attentäter bloß ein Amokläufer?
Sind die Opfer des NSU, vll nur 2 soziopathischen Serienmördern zum Opfer gefallen?

Ich bin da schlicht eine naive Mama, aber ich finde diese Unterscheidungen und Kategorien wichtig.
Den Angehörigen der Opfer dürfte es wohl egal sein, der Gesellschafft darf das warum nicht egal sein.
Zumal man ja grade hier sieht, wie schnell sich einzelne Gruppierungen drauf stürzen und Profit daraus ziehen.

lucid
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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von lucid » 25.07.16, 03:24

nordlicht02 hat geschrieben:
lucid hat geschrieben:Feuerwerk zur Feier von Terroranschlag?
[..]
Bezug: Terroranschlag in MUC, 22.7.2016
Bevor man voreilige Schlüsse zieht - zu der Zeit, als Sie Ihren Beitrag schrieben, war vollkommen unklar was das Ganze war - sollte man doch die Ermittlungen der Behörden abwarten und sich bis zur Aufklärung zurückhalten. So wie es aussieht, war es wohl kein Terroranschlag, sondern ein Amoklauf. Das Ergebnis ist zwar nicht weniger schockierend, trotzdem braucht man nicht gleich jedes Mal die Terrorkeule hervorzuholen. Das ist Populismus par excellence á la AfDeppen und Pegidioten, um in der Bevölkerung unberechtigte Angst zu schüren.
OK, aber es geht halt um Pietät.
Relevant ist imho auch nicht was es wirklich war, sondern wie es wirkte zu dem Zeitpunkt; und da galt es noch weitgehend als Terror.

Aber das war auch kein normaler unvermeidbarer Amoklauf, sondern ein Amoklauf ausgelöst von unserer Migrationspolitik.
Jedenfalls sind 10 Tote find ich genug, um sich etwas zurückzuhalten, auch wenn es überwiegend Ausländer waren.
Imho schält sich auch langsam heraus dass ein Terroranschlag besser gewesen wäre für das Regime.

Zu dem Vorfall:

Ich hab nun rausgefunden, dass es ein Feuerwerk von einer Kirmes in der Nähe war.
Entsprechend wird es wohl eine Genehmigung gegeben haben. Die Polizei hat es dann vorzeitig beendet (ich vermute einvernehmlich) aufgrund vieler Beschwerden. Vollkommen unklar ist, ob es eine politische Entscheidung gab das Feuerwerk trotzdem durchzuführen. Das Veranstaltungsgelände wird von der Stadt betrieben, ich kann mir kaum vorstellen dass es da keinen Kontakt gab. Aber die SPD ist hier (Essen) auch etwas komisch. Ja, es ist genau DER Wahlkreis ...

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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von lucid » 25.07.16, 03:29

flokon hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:Der Populismus ist hier sowas von hysterisch, dass es einem schon heute morgen auf den Senkel geht.

Nimmt man nur das Bespiel Winnenden oder Erfurt. Da war die Betroffenheit berechtigterweise auch schon groß.....aber es wäre keiner zwangsläufig mit dem Wort Terror gekommen.
Heute wurde auch Breivik schon als Amokläufer bezeichnet. Von daher .... :?
Halte ich für falsch, denn Breivik hatte politische Ziele, deshalb: Terroranschlag.
Bzgl. MUC ist es noch nicht ganz klar, aber es war wohl nicht nur ein Psycho. Er hat absichtlich sich auf Ausländer konzentriert. Jedenfalls war es wohl eher kein rechter Anschlag, weil er Iraner war und es nicht um den Iran ging.

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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von nordlicht02 » 25.07.16, 05:52

lucid hat geschrieben: Jedenfalls sind 10 Tote find ich genug, um sich etwas zurückzuhalten, auch wenn es überwiegend Ausländer waren.
Wie soll man das nun verstehen? "Waren Ausländer, nicht ganz so schlimm", oder wie? :twisted:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

FelixSt
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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von FelixSt » 25.07.16, 09:10

Stimmt, das kennt man sonst nur im Zusammenhang mit Männern!
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von hawethie » 25.07.16, 09:40

weil er Iraner war
nö - er war Deutscher mit iranischen Wurzeln.
und hat ja auch laut und deutlich mehrmals "Ich bin Deutscher" gerufen.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

yamato
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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von yamato » 25.07.16, 12:51

hawethie hat geschrieben:
weil er Iraner war
nö - er war Deutscher mit iranischen Wurzeln.
und hat ja auch laut und deutlich mehrmals "Ich bin Deutscher" gerufen.
Und darauf die passende Antwort erhalten, was er wirklich war !
Caedite eos! Novit enim Dominus qui sunt eius

lucid
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Re: Strafbarkeit/Owi von Feuerwerk zur Feier von Terroransch

Beitrag von lucid » 27.07.16, 02:32

hawethie hat geschrieben:
weil er Iraner war
nö - er war Deutscher mit iranischen Wurzeln.
und hat ja auch laut und deutlich mehrmals "Ich bin Deutscher" gerufen.
Also so wie sich die Erkenntnislage entwickelt könnte man ihm wohl durchaus zugestehen Kulturdeutscher gewesen zu sein.
MIttlerweile find ich ihn eigentlich sogar etwas sympathisch, erinnert mich etwas an mich und meine Schulzeit.

Das macht es aber nicht besser, denn die Politik hat die Zustände verschuldet, die er selbst (oder grade) als Vorzeigemigrant nicht mehr ertragen konnte. Vermutlich hat er noch das beste aus seinem Leben gemacht was unter den aktuellen Zuständen möglich war - zumindest aus seiner Sicht. Soweit es Leute traf die ihn früher gemobbt haben find ichs auch nicht schade drum.

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