Anklage wegen Körperverletzung

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8239
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von Chavah » 20.08.16, 07:39

Die ganze Argumentation ist absolut lächerlich. Es ist klar ausgeführt worden, was der Richter tut. Wenn das nicht passt, gut dann ist das das Problem des Angeklagten. Nur, es wird so unter dem Motto "das kann ich nicht glauben" die StPO nicht änderen, und das StGB auch nicht. Die geplante Taktik ist sowas von durchsichtig, dass sie dem Richter nicht mal ein müdes Lächeln entlockt, allenfalls Erstaunen über so viel Dämlichkeit. Die Strategie, ich gebe den Diebstahl einer Flasche Bier im (Wortsperre: Firma) zu, obwohl ich nicht erwischt worden bin, und die Sache erst hinterher aufgeflogen ist, dafür bestreite ich den versuchten Mord an meiner Ex. Weil ich in Fall 1 so ehrlich war, muss der Richter mir auch in Fall 2 glauben und meine Ex ist der Lüge überführt.

So laufen Verfahren nun mal nicht. Der Richter ist unabhängig, auch Opfer sind Zeugen, der Richter glaubt dem Zeugen oder auch nicht.

Ich erinnere mich noch gut an einen Fall, der vergleichbar war. Da war der Angeklagte auch so penetrant. Dem Einzelrichter platzte der Kragen, er hatte Zweifel, ob seine Kompetenzen ausreichten, das ganze ging eine Stufe höher zum Schöffengericht, und da wurde dann alles, wirklich alles geladen, was zwei Beine hatte und greifbar war, nicht nur die Geschädigte, wie es ursprünglich geplant war. Da kamen dann die Ärzte, Freunde/Freundinnen des Opfers, denen sich die Frau lange vor der Strafanzeige anvertraut hatte, Verwandte, bei denen vorübergehend Schutz gesucht wurde, die Polizisten, die mehrfach gerufen wurden, der die Anzeige aufnehmende Polizeibeamte, Mitarbeiter des Frauenhauses, Nachbarn. Was eigentlich mit einer Geldstrafe erledigt gewesen wäre, das führte nunmehr zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung. Da der Kriminelle im öffentlichen Dienst war, erfolgte eine Mitteilung an den Arbeitgeber. Keine Ahnung, ob noch arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen wurden.

So was kommt eben von so was.



Chavah

C31H42N2O6
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 204
Registriert: 30.07.11, 09:30

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von C31H42N2O6 » 20.08.16, 08:26

Ihre Kernfrage: "Kann der Richter A glauben, obwohl sie ihre Aussagen in der Vergangenheit mehrfach geändert hat und gelogen hat?"
Antwort (u. A. von Chavah, Jurapunk und mir): "Ja, das wird ziemlich sicher der Fall sein."

Sie sagen, die Kernfrage wird nicht beantwortet.
Doch, sie wurde mehrfach beantwortet. Aber ihnen gefällt die Antwort nicht. Sie haben massive Schwierigkeiten mit verstehendem Lesen und dem einnehmen anderer Positionen. Das ist wieder ein ernstgemeinter Tipp: Sie schreiben, sie sind in Therapie. Drucken Sie den Thread aus und besprechen sie ihn mit Ihrem Therapeuten. Wenn er/sie halbwegs seinen Job versteht, kann man an diesem Beispiel einiges lernen.

Name4711
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2055
Registriert: 31.05.15, 07:19

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von Name4711 » 20.08.16, 09:03

Ähm...

Ich verstehe die ganze Aufregung hier nicht. Leider habe ich es nicht geschafft den ersten Text ganz zu lesen... aber...

Aus der Tatsache, dass kein Pflichtverteidiger bestellt wurde schließe ich jetzt mal, das einfache Körperverletzung angeklagt ist - und genau das der Beachuldigte plant einzuräumen....

Sofern er das bei der Polizei schon getan hat, ist es ja auch kein Wunder wenn da das Verfahren eröffnet wurde - besser kann man ja noch so einstellungsfreudige StA nicht zur Arbeit zwingen :mrgreen:

Welche Rolle spielt es jetzt bitte genau nochmal was man der A glaubt und was nicht?

Tatvorwurf: Körperverletzung, eingeräumt Körperverletzung -> Urteil:.... Ergebnis der Berufzng: Körperverletzung :lachen:

intrust
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 12.08.16, 13:07

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von intrust » 20.08.16, 09:34

Name4711 hat geschrieben:Ähm...

Ich verstehe die ganze Aufregung hier nicht. Leider habe ich es nicht geschafft den ersten Text ganz zu lesen... aber...

Aus der Tatsache, dass kein Pflichtverteidiger bestellt wurde schließe ich jetzt mal, das einfache Körperverletzung angeklagt ist - und genau das der Beachuldigte plant einzuräumen....

Sofern er das bei der Polizei schon getan hat, ist es ja auch kein Wunder wenn da das Verfahren eröffnet wurde - besser kann man ja noch so einstellungsfreudige StA nicht zur Arbeit zwingen :mrgreen:

Welche Rolle spielt es jetzt bitte genau nochmal was man der A glaubt und was nicht?

Tatvorwurf: Körperverletzung, eingeräumt Körperverletzung -> Urteil:.... Ergebnis der Berufzng: Körperverletzung :lachen:
Also der Beschuldigte trat bisher vor niemandem auf um irgendwas auszusagen, denn dieser stellte keine gegenanzeige weil das Opfer ihre gesamten anzeigen hat widerrufen und zurückgezogen. Des Weiteren zog wie bereits erwähnt das Opfer ihren RA zurück entzog ihm das Mandat mit der selbigen Begründung, dass sie die Anklage überzogen hat und dem Beschuldigten ruinieren wollte um seine Karriere zu versauen. Dies schrieb sie auch der Staatsanwaltschaft dass Anklagepubkte nur dazu dienen sollten den Beschuldigten zu ruinieren und alle getroffenerem Aussage so nicht der Wahrheit entsprechen, demnach wäre eine Verurteilung unter diesen Punkten fatal. Der Beschuldigte bekam irgendwann im Läufer der Beziehung ein schreiben von der Staatsanwaltschaft dass ein Verfahren anhängig ist und es zu einer Eröffnung der Hauptverhandlung kommen soll. Diese macht trotz Rücknahme der Anklage ein öffentliches Interesse daraus.

Da aber das Opfer ""1000 mal" solche Nummern abgezogen hat stellt sich doch hier die Frage wie glaubwürdig/glaubhaft diese jetzt noch ist.

Anders gesagt:
Das Opfer hat eine Vergangenheit welche stark bestätigen KÖNNTE das sie hier lügt. Denn eine Vergangenheit welche auf solche Verhaltensmuster gebaut ist, kann in der Gegenwart kaum der Wahrheit entsprechen.

intrust
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 12.08.16, 13:07

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von intrust » 20.08.16, 09:39

Die Sache mit pflichtverteidiger:

Der Beschuldigte stellte einen Antrag auf pflichtverteidiger dieser wurde jedoch abgelehnt das es, wie oben genannt, "nur" um Körperverletzung geht. Auch steht geschrieben, dass in diesem Fall eine Strafe von mehr als 1 Jahr nicht zu erwarten ist, was diesen dadurch ausschließt. Dies kann man auch der Anklageschrift so entnehmen.

Zumindest ist nur dieser Fakt greifbar da es dafür Beweismittel gibt. Da der Beschuldigte dies einräumt steht das Urteil: Körperverletzung...= Strafe.

Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8239
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von Chavah » 20.08.16, 09:48

Auch ein Pflichtverteidiger wird im Fall der Verurteilung vom Angeklagten finanziert. Und, die Erwartungshaltung, was die Verurteilung angeht, kann sich natürlich durchaus ändern. Dann wird eben nach "oben" abgegeben.

Chavah

intrust
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 12.08.16, 13:07

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von intrust » 20.08.16, 10:21

Chavah hat geschrieben:Auch ein Pflichtverteidiger wird im Fall der Verurteilung vom Angeklagten finanziert. Und, die Erwartungshaltung, was die Verurteilung angeht, kann sich natürlich durchaus ändern. Dann wird eben nach "oben" abgegeben.

Chavah

Was kann denn dem Beschuldigten passieren? Wie lautet die "geahnte" Prognose in diesem Fall?
Also was könnte als Urteil verhängt werden wenn man all das was gesagt wurde, betrachtet und eben auch berücksichtigt?

intrust
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 12.08.16, 13:07

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von intrust » 20.08.16, 10:23

Der Beschuldigte hat keinerlei Straftaten begangen die in diese Richtung gehen. Sprich keinerlei anzeigen wegen Körperverletzung und dergleichen.

intrust
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 12.08.16, 13:07

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von intrust » 20.08.16, 10:27

Kann hier trotz allem eine Freiheitsstrafe auf Bewährung, Geldstrafe und dergleichen passieren oder ist hier zwingend Haft geboten?

JuraPunk
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1089
Registriert: 29.04.11, 14:20
Wohnort: NRW

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von JuraPunk » 20.08.16, 10:29

Wie sollen wir das Einschätzen? Wir kennen die Anklageschrift nicht. Da hier verschiedene Taten im Raum stehen, wird es wohl auf eine Gesamtstrafe hinauslaufen. Wie hoch die Einzelstrafen ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren - nicht zuletzt der Tageslaune des Richters - ab. Die können wir hier nicht beurteilen. Den gesetzlichen Strafrahmen können Sie § 223 I StGB entnehmen. Denkbar ist also alles von Geldstrafe bis kurzer Freiheitsstrafe (unwahrscheinlich bei Erstverurteilung). Wie die Gesamtstrafenbildung funktioniert, dürfte Ihnen Ihr super "Strafrechtsanwalt" hoffentlich erklärt haben.

JuraPunk

intrust
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 12.08.16, 13:07

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von intrust » 20.08.16, 10:44

JuraPunk hat geschrieben:Wie sollen wir das Einschätzen? Wir kennen die Anklageschrift nicht. Da hier verschiedene Taten im Raum stehen, wird es wohl auf eine Gesamtstrafe hinauslaufen. Wie hoch die Einzelstrafen ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren - nicht zuletzt der Tageslaune des Richters - ab. Die können wir hier nicht beurteilen. Den gesetzlichen Strafrahmen können Sie § 223 I StGB entnehmen. Denkbar ist also alles von Geldstrafe bis kurzer Freiheitsstrafe (unwahrscheinlich bei Erstverurteilung). Wie die Gesamtstrafenbildung funktioniert, dürfte Ihnen Ihr super "Strafrechtsanwalt" hoffentlich erklärt haben.

JuraPunk

Das hat er eben nicht. Er sagte, dass sollte man jetzt (da schon relativ spät, da Fall schon bei Richter liegt) mit einem Anwalt reinkommen und diesen "anmelden" würde man diesem Fall zu viel Gewicht geben. Da wir uns hier "noch" bei dem Amtsgericht befinden und das Strafmaß eben auch laut Staatsanwaltschaft und AZ bei Geldstrafe und Freiheitsstrafe bis Max. 1 Jahre beträgt, soll ich jetzt ohne Anwalt reingehen und danach in Berufung gehen um eben diesen Anwalt dann zu aktivieren. Als Erklärung warum ich mich bisher nicht geäußert habe ist es ausschlaggebend dass irritierende handeln von kläger. Dieses auf und ab. Diese inkonstante und eben dieses lügen. Da eine permanente Revidierung etc. Eben auch mich irritiert hat und ich davon ausging dass es hier zu keinerlei Verfolgung kommt aufgrund der Tatsache das Kläger eben eingestand gelogen zu haben.

Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8239
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von Chavah » 20.08.16, 16:06

Wir haben keinen Kläger, wir sind nicht im Zivilverfahren. Wir haben einen Angeklagten, ein Gericht und einen Staatsanwalt. Wir haben einen hinreichenden Tatverdacht, und das Strafmaß wird voraussichtlich so sein, wie oben geschrieben. Wenn mehr raus kommen sollte, das stellt sich ja erst im Termin raus, dann kann das Verfahren durchaus ans Schöffengericht, oder auch ans Landgericht abgegeben werden. Woher sollen wir das wissen?

Chavah

Sandra71

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von Sandra71 » 20.08.16, 16:34

intrust hat geschrieben: Des weiteren ist es doch sehr sehr suspekt, ein Mann, hier B, der die Frau, hier A, so krass behandelt haben sollte und sie durch ein ''Martyrium'' geschickt haben sollte, diese Frau zurück bekommt nachdem DIESE ihn anfloh zurück zu dürfen, da sie IHN doch lieben würde und er sich anfangs dagegen gesträubt hatte!!
Das ist ganz und gar nicht suspekt, sondern in Gewaltbeziehungen sogar eher an der Tagesordnung.

Sandra71

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von Sandra71 » 20.08.16, 16:54

intrust hat geschrieben: Also der Beschuldigte trat bisher vor niemandem auf um irgendwas auszusagen, denn dieser stellte keine gegenanzeige weil das Opfer ihre gesamten anzeigen hat widerrufen und zurückgezogen.
Sag mal, schnallst du es eigentlich nicht? :shock:

Die Aussagen, die Person B bei den polizeilichen Vernehmungen gemacht hat, werden Gegenstand der Verhandlung sein.

Person A mag ihren Strafantrag zurückgezogen haben, aber die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen öffentlichen Interesses erhoben.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Anklage wegen Körperverletzung

Beitrag von SusanneBerlin » 20.08.16, 17:03

Was sollen die mehrfach erwähnten "Zeugen von B" denn überhaupt aussagen?

Dass Person A an einigen Tagen ohne blaue Flecke gesichtet wurde?

Dass das Paar A + B an manchen Tagen einen harmonischen Eindruck machte, ohne sich zu streiten?
Grüße, Susanne

Antworten