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Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren
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Das Internet vergisst nie - Bedrohung und Nötigung

24.01.17, 03:39

Hallo!

In diesem Fall geht es um eine private Angelegenheit von mir, da ich mir momentan nicht mehr zu helfen weiß.
Vor mehr als 2 Jahren - damals war ich gerade 15 - war ich auf einer App unterwegs, bei der man durchs Likes und alles mögliche ziemlich schnell Geld verdienen kann. Zu dem Zeitpunkt habe ich dort auch einen "Mann" kennen gelernt, der wohl rund 20 war und mir auch sehr sympathisch. Irgendwann führte es dazu, dass er mir das Angebot machte, dass ich ihm Nacktbilder sende und er dafür meine Bilder teilt, sodass ich mehr Aufrufe bekomme und so dumm wie ich war habe ich natürlich eingewilligt. Auf einem dieser Bilder war auch mein Gesicht zu sehen.. Ich habe mich natürlich so schlau gefühlt ihm diese über Instant Messenger Dienst zu senden, wobei ich nicht daran gedacht hatte, dass er sie da doch auch speichern kann.
Kurz darauf begann dann der Terror. Er sendete mir das Bild mit Gesicht wieder und meinte immer und immer wieder, dass ich ihm doch etwas zeigen sollte und mir Sexangebote offeriert, sonst postet er es und sendet es an alle meine Freunde. Ich habe ihn natürlich überall wo es möglich war blockiert und so vorerst meine Ruhe gehabt und er hat nichts gemacht. Nun hat er mich heute wieder auf einer Platform gefunden, angefragt und ich ihn geblockt, er sich daraufhin ein paar neue Accounts erstellt bei denen ich das selbe gemacht habe, bis er mir eine Nachricht schickte 'Falls ich so einen sche*ß nochmal mache, würde er das Foto direkt überall posten. Ich solle doch nicht übertreiben."

Seitdem ignoriere ich jegliche Nachricht, doch der Terror scheint erneut zu beginnen. Was kann ich als 17-Jährige dagegen machen? Wie kann ich mich schützen? Meine Eltern wissen davon nichts.
Und noch was: persönlich kenne ich ihn nicht, habe ihn noch nie gesehen und er wohnt eine gute Stunde von mir entfernt.

Sollte ich gegen ihn eine Anzeige erstellen, bzw. kann ich das mit 17 selbst überhaupt? Wie ist da die Rechtslage?

PS: Ich bin über jede Antwort dankbar, aber hoffe nichts derartiges lesen zu müssen, was für ein dummes Kind ich doch wäre. Dem bin ich mir heute ebenfalls selbst bewusst und das muss mir hier niemand verdeutlichen.
Zuletzt geändert von ktown am 24.01.17, 07:15, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen entfernt

Re: Das Internet vergisst nie - Bedrohung und Nötigung

24.01.17, 07:21

Vorrangig sollte man die Eltern einweihen.

Re: Das Internet vergisst nie - Bedrohung und Nötigung

24.01.17, 08:42

ktown hat geschrieben:Vorrangig sollte man die Eltern einweihen.

Und was sollen die Eltern da machen?
Okay, man könnte einen Anwalt beauftragen, der dem Täter einen Brief schreibt mit einer Unterlassungsaufforderung. Der Anwalt wird eventuell keine minderjährigen Klienten annehmen und auf die Unterschrift der Eltern bestehen. Vielleicht aber auch nicht, wenn der Klient das Anwaltshonorar von seinem Taschengeld oder selbstverdientem Geld bezahlen kann.

Man kann auch mit 17 zur Polizei gehen und Anzeige erstatten, dafür ist Volljährigkeit keine Voraussetzung.
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 24.01.17, 08:51, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Das Internet vergisst nie - Bedrohung und Nötigung

24.01.17, 08:51

Das war kein rechtlicher Rat, sondern eine menschliche Empfehlung.
Solche Dinge kann man besser verarbeiten und bestehen, wenn die Eltern einem untstützen. :wink:

Re: Das Internet vergisst nie - Bedrohung und Nötigung

24.01.17, 09:00

Es gibt nicht "die Eltern". Ob die Eltern des TE Verständnis für seine Situation haben und ihn hilfreich unterstützen, oder ihn ihrerseits mit Vorwürfen überschütten ob der Lage in die er sich gebracht hat, kann er wohl selbst am besten einschätzen. Wobei ich betonen möchte, dass Anonymous9876 nichts strafbares gemacht hat.

Re: Das Internet vergisst nie - Bedrohung und Nötigung

24.01.17, 09:07

Man sollte sich mit Ratschlägen gegenüber offensichtlich Minderjährigen und mutmaßlich naiven Personen auch nmE. nicht zu weit vorwagen.
Insofern ist der grundsätzliche Rat, sich jemandem vor Ort anzuvertrauen wohl der einzig richtige. Ob das "die" Eltern sind oder ein Anwalt, jemand vom Jugendamt oder sonst eine Person des Vertrauens ist, mag man selber entscheiden.
Oftmals genügt auch schon die bloße Androhung dessen, um der Sache ein Ende zu bereiten.

Re: Das Internet vergisst nie - Bedrohung und Nötigung

24.01.17, 09:09

Anonymous9876 hat geschrieben:...
PS: Ich bin über jede Antwort dankbar, aber hoffe nichts derartiges lesen zu müssen, was für ein dummes Kind ich doch wäre. Dem bin ich mir heute ebenfalls selbst bewusst und das muss mir hier niemand verdeutlichen.



Das ist ganz schlimm und nimmt leider immer mehr zu. Niemand macht da den Kindern und Jugendlichen einen Vorwurf, wirklich Niemand.

"Cybergrooming", Gegenstrategien, Hilfe für die Betroffenen sind generell auf der Agenda, diese anonyme Hilfe stammt von der Bundesregierung, sollte also vertrauenswürdig sein:

https://beauftragter-missbrauch.de/prae ... rgrooming/
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