DNA bei Einbruch?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

Name4711
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von Name4711 » 06.01.18, 00:29

Mal OT:

Was kostet heute eigentlich so eine DNA Analyse ? Also die Erstellung eines Datensatzes, den man zum Vergleich gebrauchen könnte... weiß das hier zufällig jemand?

Tom Ate
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von Tom Ate » 06.01.18, 08:54

Ich meine auch, dass Mautdaten noch nicht genutzt werden


Ich hoffe auf eine Gesetztesänderung für die Aufklärung schwerer Straftaten und der Abwehr von Gefahren ìm Sinne 129a StGB

Oktavia
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von Oktavia » 06.01.18, 10:07

Tom Ate hat geschrieben:Ich meine auch, dass Mautdaten noch nicht genutzt werden


Ich hoffe auf eine Gesetztesänderung für die Aufklärung schwerer Straftaten und der Abwehr von Gefahren ìm Sinne 129a StGB
Ich meine, dafür wurden sie schon genutzt.

Die Frage ist, wollen wir das Link-Chinesisches Rating System?

Wie schon gesagt, leider haben staatliche Stellen schon viel Vertrauen verspielt. Vor allem, weil falsches/illegales Handeln keine oder kaum irgendwelche Konsequenzen hat.
Der Fall Oury Jalloh ist immer noch nicht aufgeklärt. Drei Menschen sind im Zusammenhang mit dieser Polizeidienststelle ums Leben gekommen. Ansonsten sag ich nur Rosenheim, und Sachsensumpf... Wie soll man einer Organisation vertrauen wenn solche Dinge passieren? Und damit meine ich nicht, dass solche Vorgänge nicht passieren können. Ich meine, dass diese Vorgänge gedeckt werden jedenfalls so lange es irgend geht. Was war denn auf der Wache Hannover-Bahnhof los? Wie lange hat es gedauert bis der Polizei-Täter aus dem Dienst entfernt war?
Toll... und manchmal hört man Jahre später dass die Täter mit Bezügen in Ruhestand gingen...
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freemont
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von freemont » 06.01.18, 11:12

Oktavia hat geschrieben:
Tom Ate hat geschrieben:Ich meine auch, dass Mautdaten noch nicht genutzt werden


Ich hoffe auf eine Gesetztesänderung für die Aufklärung schwerer Straftaten und der Abwehr von Gefahren ìm Sinne 129a StGB
Ich meine, dafür wurden sie schon genutzt.
...

Nein, das stimmt nicht. Richtig ist, dass der Mörder der Freiburger Joggerin auch durch die Verwendung ÖSTERREICHISCHER Mautdaten ermittelt werden konnte.

Das war i.Ü. sein zweiter Mord, 2014 hat er bereits eine 20jährige Studentin in Kufstein vergewaltigt und ermordet.

Weitere Taten wird es nach menschlichem Ermessen dank des Fahndungserfolgs nicht geben.

Deputy
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von Deputy » 06.01.18, 13:12

@Oktavia
Du hast geschrieben:
Oktavia hat geschrieben:Es wurde hoch und heilig" versprochen dass Maut Daten niemalsnicht für Fahndungen verwendet werden dürften. Und nu? Die Daten sind da und werden gelegentlich auch für kleinere Taten verwendet. Man wollte diese auch für OWI nutzen....
Auf die Frage nach Quellen antwortest Du
Oktavia hat geschrieben:
Tom Ate hat geschrieben:Ich meine auch, dass Mautdaten noch nicht genutzt werden


Ich hoffe auf eine Gesetztesänderung für die Aufklärung schwerer Straftaten und der Abwehr von Gefahren ìm Sinne 129a StGB
Ich meine, dafür wurden sie schon genutzt.
Erst behauptest Du, dass die Daten auch für kleinere Taten verwendet wurden, auf die Frage nach Quellen meinst Du plötzlich nur noch, dass sie mal verwendet wurden.

Meinst Du, dass die Daten genutzt wurden, so aus deinem Bauchgefühl heraus, oder wie kommst du darauf?

Tom Ate
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von Tom Ate » 06.01.18, 14:47

Mich würde auch mal ein Beleg für diese Behauptung interessieren



Dannach könnte man ja mal über die anderen Vorwürfe sprechen, was denn überhaupt dran ist

gmmg
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von gmmg » 06.01.18, 18:10

freemont hat geschrieben:Es ist doch absurd: Wenn die "Opferprobe" verweigert wird, muss man das ganze Spurenmaterial in die Datenbank eingeben. Notgedrugen auch das Material des Opfers. Dann ist der "Beifang" ggf. 100% sicher.
Es sind aber erst einmal nur anynyme Muster, es fehlt die Zuordnung. Und DNS-Spuren können auch unvollständig und mit anderen Spuren vermischt sein. Bei der Abgabe der eigenen Probe gibt man denen jedoch ein eideutig zuordenbares, vollständiges Muster.
freemont hat geschrieben:Gibt man dagegen freiwillg eine Vergleichsprobe wird das eigene Material gerade nicht mit der Datenbank abgeglichen und letztendlich vernichtet.
Da bist du aber sehr gutgläubig. Ich gehe im Zweifelsfalle davon aus, dass die NSA Zugang zu jedem deutschen Behördenrechner hat.
freemont hat geschrieben:Dass damit Schindluder getrieben wird ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Auszuschiessen ist es natürlich trotzdem nicht. Es sollte ein Beweisverbot für rechtswidrig gewonnene Erkenntnisse geben. Dann würde jeder Anreiz entfallen eine Probe gesetzwidrig einzusetzen.
Ich befürchte eher eine politische Entwicklung in die andere Richtung. Rechtspopulisten propagieren doch einen starken Staat, der weniger Rücksicht auf individuelle Rechte nimmt. Heutige Regelungen interessieren dann nicht mehr, da wird verwertet, was irgendwie möglich ist.

FelixSt
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von FelixSt » 06.01.18, 18:58

Dass solche Daten trotz anderslautender Vorschriften und auch trotz konkreter Zusagen mitunter nicht gelöscht werden, kann man recht ausführlich im Blog eines bekannten Rechtsanwalts nachlesen, der in dieser Angelegenheit schon für Mandanten tätig war und bei späteren Stichproben herausfand, dass ganz genau GAR NICHTS gelöscht worden war.

gmmg
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von gmmg » 06.01.18, 20:14

Das ist ja sehr interessant. Hast du mal einen Link dazu?

Oktavia
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von Oktavia » 06.01.18, 20:43

gmmg hat geschrieben:Das ist ja sehr interessant. Hast du mal einen Link dazu?
hier

oder hier

noch einer

Den Fall der Maut Daten habe ich leider nicht mehr gefunden. Ich weiss, dass ich vor langer Zeit darüber diskutiert habe und es dazu einen Bericht gab. Aber vielleicht habe ich mich da auch getäuscht. Auf jeden Fall wird es immer wieder diskutiert und ich denke, es dauert nicht mehr lange bis sie genutzt werden.
Zuletzt geändert von Oktavia am 06.01.18, 21:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von FelixSt » 06.01.18, 21:07

Es kann nicht lange dauern, bis nun jemand kommt und uns darüber aufklärt, dass der beschriebene Fall SELBSTVERSTÄNDLICH eine Riesen-Ausnahme ist...

gmmg
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von gmmg » 06.01.18, 21:28

Danke für die Hinweise. Es ist ungeheuerlich, wie das Vertrauen in die Institutionen des Staates untergraben wird. Das Schlimme ist, dass solche Vorgänge überhaupt keine Folgen für diejenigen haben, die das Ganze und Teile davon verantworten. Da wird vergessen ein Urteil umzusetzen? Egal, Hauptsache der Gehaltsscheck wird nicht vergessen.
Ein Rechtssstaat, der sich zwar Regeln unterwirft, aber bei der Einhaltung derart lax verfährt, marodiert.

Noch eine Anmerkung zu folgendem Posting:
Tom Ate hat geschrieben:Zuviel Misstrauen dem Staat gegenüber, während man der Industrie weltweit seine Daten hinterher wirft.
Das eine schließt das andere doch nicht aus. Ganz im Gegenteil: Personen, die ein Bewusstsein für den Schutz ihrer Privatsphäre entwickelt haben, werden sich in verschiedener Richtung zu schützen versuchen, ganz egal, ob vor Begehrlichkeiten des Staates oder einer Industrie. Wem das jedoch alles egal ist, wer dem Staat gern blind vertraut, hat dieses Bewusstsein nicht und wird sich wahrscheinlich auch anderswo leichter ausnehmen lassen.

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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von Oktavia » 06.01.18, 21:43

Der mittlere Link ist übrigens für den Threadersteller eine gute Antwort auf seine Frage.
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von gmmg » 06.01.18, 22:12

Interessant auch eine Schilderung in einem Kommentar:
https://www.lawblog.de/index.php/archives/2016/03/02/ihre-dna-bitte-2/ hat geschrieben:Vor 7-8 jahren wurde bei uns eingebrochen.Ein küchenfenster stand auf kipp, und da war man
wohl eingestiegen.Die Polizei nahm die fingerabdrücke vom fenster.Ein safe in würfelform war
samt inhalt geklaut worden.
Nach zwei wochen rief ich den zuständigen beamten an und fragte nach, ob sich wegen der abdrücke schon etwas ergeben hätte.Er verneinte und sagte, dass da auch nichts mehr käme,
weil meine frau und ich unsere fingerabdrücke bisher nicht abgegeben hätten
Begründung: Beim Vergleich von Fingerabdrücken sei grundsätzlich das LKA in Hannover
zuständig, und die kollegen dort würden nur dann aktiv, wenn vergleichsabdrücke vorlägen.
Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich dieses fenster seit unserem einzug vor ca.4 jahren ganz sicher niemals weder von aussen noch von innen angefasst habe.Erfolgversprechender
sei da die putzfrau, aber bei unserer letzten putzfrau sei ich nicht so sicher, dass die das fenster schon mal berührt habe.
Obwohl ich das ganze für groben unfug hielt, haben meine frau und ich unsere abdrücke
abgeliefert. Innerhalb des nächsten monats habe ich noch zweimal angerufen, aber es kam nichts mehr. Nichts von der Polizei, nichts von der Staatsanwaltschaft, und natürlich auch nichts vom
LKA.
Man kann viele seltsame dinge erleben mit der Polizei.
Solchen Märchenerzählern (es ist nicht der Kommentator gemeint) kann doch nur vertrauen, wer noch keine Erfahrung mit denselben gemacht hat. :lachen:

FelixSt
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Re: DNA bei Einbruch?

Beitrag von FelixSt » 09.01.18, 15:58

Im oben verlinkten Blog sind gestern und heute noch zwei weitere, thematisch sehr gut passende Artikel über unsere tolle Polizei erschienen ("Die Zeugin hat keine Lust" und "... entzieht sich unserer Kenntnis").

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