Navigationspfad: Home arrow Foren
Foren
recht.de • Thema anzeigen - Strafantrag zurück ziehen
Aktuelle Zeit: 15.08.18, 22:52

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Strafantrag zurück ziehen
BeitragVerfasst: 06.01.18, 07:20 
Offline
noch neu hier

Registriert: 06.01.18, 07:17
Beiträge: 2
Guten Morgen, wollte mal fragen ob es möglich ist einen strafantrag wegen häuslicher Gewalt zurück zu nehmen und dieser nicht mehr verfolgt wird.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Strafantrag zurück ziehen
BeitragVerfasst: 06.01.18, 08:06 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 14.09.04, 16:23
Beiträge: 5311
Es gibt keinen Straftatbeastand der "häusliche Gewalt" heißt. Wie lautet der genau? Bei einer einfache Körperverletzung während die Verfolgbarkeit erzähl mir, ob ein nicht so gezogener Strafbefehl vorliegt oder ein besonderes öffentliches Interesse vorliegt. Bei einer gefährlichen Körperverletzung spielt ein Strafantrag keine Rolle


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Strafantrag zurück ziehen
BeitragVerfasst: 06.01.18, 08:15 
Offline
noch neu hier

Registriert: 06.01.18, 07:17
Beiträge: 2

Themenstarter
Es ging dabei nur um einfache Körperverletzung.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Strafantrag zurück ziehen
BeitragVerfasst: 06.01.18, 09:14 
Offline
FDR-Moderator

Registriert: 06.10.04, 16:43
Beiträge: 14073
Man kann den Strafantrag zurücknehmen.
Bejaht die Staatsanwaltschaft jedoch das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung, "ersetzt" das den Strafantrag und die Sache kann dennoch weiter verfolgt werden.

Gerade im Themenfeld häusliche Gewalt mag das z.B. eher der Fall sein als bei betrunkenen Kneipenbuddys, die sich mal gehauen, aber dann auch wieder vertragen haben.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Strafantrag zurück ziehen
BeitragVerfasst: 06.01.18, 10:23 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 22.02.13, 11:10
Beiträge: 1561
Häusliche Gewalt deckt neben KV noch weitere Felder ab.

Kv, gef KV
Nötigung
Freiheitsberaubung
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung




Anstatt über die Rücknahme des Strafantrages solltest du über Hilfeangebote nachdenken!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Strafantrag zurück ziehen
BeitragVerfasst: 08.01.18, 10:53 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 18.07.11, 23:30
Beiträge: 2601
Ja, man kann den Strafantrag wieder zurück nehmen, aber die StA bejaht inzwischen bei häuslicher Gewalt grundsätzlich das öffentliche Interesse.

Diejeigen, denen wirklich ein einziges Mal im Leben "die Hand ausrutscht" sind ein lächerlich geringer Promillebereich; üblicherweise geht das große Heulen nach der Anzeige los, es wird Besserung gelobt, der Partner verzeiht aus Liebe (oder was er halt dafür hält), man denkt alles ist gut und dann gibts wieder auf die Fresse.

Glücklicherweise ist die Justiz da inzwischen halbwegs konsequent.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Strafantrag zurück ziehen
BeitragVerfasst: 09.01.18, 01:09 
Offline
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied

Registriert: 05.12.04, 13:07
Beiträge: 7073
Wohnort: Niedersachsen
Nr. 234 RiStBV

Zitat:
(1) Ein besonderes öffentliches Interesse an der Verfolgung von Körperverletzungen (§ 230 Abs. 1 Satz 1 StGB) wird namentlich dann anzunehmen sein, wenn der Täter einschlägig vorbestraft ist, roh oder besonders leichtfertig oder aus rassistischen, fremdenfeindlichen oder sonstigen menschenverachtenden Beweggründen gehandelt hat, durch die Tat eine erhebliche Verletzung verursacht wurde oder dem Opfer wegen seiner persönlichen Beziehung zum Täter nicht zugemutet werden kann, Strafantrag zu stellen, und die Strafverfolgung ein gegenwärtiges Anliegen der Allgemeinheit ist. Nr. 235 Abs. 3 gilt entsprechend. Andererseits kann auch der Umstand beachtlich sein, dass der Verletzte auf Bestrafung keinen Wert legt.


Es ist immer eine Frage des Einzelfalles.

Je mehr der Eindruck entsteht, dass das Opfer den Strafantrag auf irgendwelche "Drücke" hin zurückziehen will (oder zieht), was nicht zwangsläufig Drohungen o.ä. sein müssen, desto eher wird die StA das b.ö.I. bejahen. Ist der Täter einschlägig vorbelastet, oder gab es schon mehrfach Einsätze wegen häuslicher Gewalt in der Beziehung, kann man ebenfalls damit rechnen, dass die StA aus öffentl. Interesse verfolgt.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
J.A.
**************
OLG Hamm, 4 RVs 159/16 : "Bewusstes Ausbremsen von Radfahrern mit der Beifahrertür ist strafbar"
Ahja ?! ;-)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y

Datenschutzrichtlinie
©  Forum Deutsches Recht 1995-2018. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Lesen Sie hier unsere Mediadaten!