Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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Jurinator
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von Jurinator »

Ihr gesamter Thread besteht ausschliesslich aus Irrtümern und Unterstellungen:
SusanneBerlin hat geschrieben:Und selbst wenn die OP überflüssig war oder der Arzt einen Kunstfehler gemacht hat, das Motiv des Patienten, den Arzt zu töten weil er dem Arzt die Schuld gibt, ist doch richtig widergegeben...
Das ist nicht die Frage, bitte den ersten Beitrag lesen. Frage ist: Durfte der StA sich so 24 Stunden nach der Tat äussern?
SusanneBerlin hat geschrieben:....Dass der Arzt möglicherweise hinterher wegen eines Arztfehlers verurteilt wird, ändert daran nichts...
Ja das interessiert im Fall nicht, hat auch Niemand behauptet.
SusanneBerlin hat geschrieben:....Ob der Arzt ratsächlich einen Fehler gemacht hat, ist für die Beurteilung, ob der Patient auf den Arzt schießen durfte, irrelavant, weil er so oder so nicht auf den Arzt schießen durfte....
Ja unbestreitbar und bestreitet auch Niemand.
SusanneBerlin hat geschrieben:....Ferner findet sich das Motiv auch nicht in den Patientenakten. Ob der Patient wegen der aus seiner Sicht überflüssigen oder falschgelaufenn OP auf den Arzt schießt oder aus einem persönlichem Streit, der nichts mit der OP zu tun hat, steht nicht in der Patientenakte.....
Ihnen ist hoffentlich klar, weswegen es in einem solchen Fall hilfreich sein kann, in eine Patientenakte zu schauen? (sofern man die zeitnah und unverfälscht erhalten hätte) Wird hier sonst ein längerer Vortrag/Erklärung, wie schon in meinen anderen Antworten für Sie im Arztrecht.
SusanneBerlin hat geschrieben:....Deswegen laufen Sie mAn. mit der Ansicht, die Polizei darf nicht über das Motiv spekulieren bevor die Patientenakte ausgewertet ist, in die Irre....
Nein ich habe nicht diese Ansicht, auch auch hier verfälschen Sie meine Ausführungen im ersten Beitrag völlig.

SusanneBerlin
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von SusanneBerlin »

Ihr gesamter Thread
Es ist "Ihr" thread, nicht meiner. Ich habe nur einen Beitrag in Ihrem thread geschrieben.
Das ist nicht die Frage, bitte den ersten Beitrag lesen. Frage ist: Durfte der StA sich so 24 Stunden nach der Tat äussern?
MAn. Ja. Woraus sollte sich ergeben, dass die STA sich nicht äußern darf?
Ihnen ist hoffentlich klar, weswegen es in einem solchen Fall hilfreich sein kann, in eine Patientenakte zu schauen?
Ich sehe dafür keinen Anlass. Der Patient kann nicht mehr bestraft werden, weil er tot ist. Insofern braucht man auch nicht prüfen, ob der Patient zurechnubgsfähig war oder ob mildernde Umstände vorliegen.
Grüße, Susanne

Tastenspitz
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von Tastenspitz »

Jurinator hat geschrieben:Frage ist: Durfte der StA sich so 24 Stunden nach der Tat äussern?
Ja.
Ansonsten sind das alles
1)Sicher hat die Polizei nicht sofort versucht, eine vollständige Patientenkartei zu bekommen.
2)Für den völlig unwahrscheinlich Fall dass doch: Eine Klinik gibt -gerade bei „Problemfällen“- sicher nur verzögert und lediglich eine unvollständige bzw. manipulierte Patientenkartei heraus.
3)Falls die Polizei doch innerhalb 24 Stunden eine Patientenkartei erhielt [ausgeschlossen] , so ist sie sicher ausser Stande, die innerhalb 24 Stunden(ab Tatzeitpunkt) zu bewerten->Vollständigkeit der Unterlagen, darin enthaltene Informationen zum möglichen Tatmotiv des Patienten.
Mutmaßungen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Jurinator
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von Jurinator »

SusanneBerlin hat geschrieben:...Woraus sollte sich ergeben, dass die STA sich nicht äußern darf?...
Auch Das schrieb ich Nirgendwo. Wie er sich äusserte und warum er das m.E. s o nicht durfte, steht bereits von mir geschrieben da.
SusanneBerlin hat geschrieben:...Der Patient kann nicht mehr bestraft werden, weil er tot ist. Insofern braucht man auch nicht prüfen, ob der Patient zurechnubgsfähig war oder ob mildernde Umstände vorliegen.
Sie habe immernoch nicht die Frage verstanden. Es geht ausschliesslich um eine Strafbarkeit des StA.

Jurinator
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von Jurinator »

@Tastenspitz: Der StA hatte zu dem Zeitpunkt schlichtweg keine Ahnung, für etwas Anderes gibt der Fall Nichts her. Es ist unrealistisch von einem geheimgehaltenen Brief des Schützen zu fantasieren.
Was Sie in Ihrem Beitrag als "Mutmassungen" bezeichnen ist für mich zwangsläufiges logisches Schlossfolgern.
Da der StA keine Ahnung hatte zu dem Zeitpunkt, dann darf er nicht sagen: "A suchte die Schuld beim B", m.E. darf er nicht mal sagen: Vermutlich suchte A die Schuld beim B. Er kann sagen: "Wir könnten zur Zeit lediglich spekulieren". Er vergreift sich sonst am Toten. Womöglich wurde A über eine lange Zeit wie Sau "behandelt", nach einer möglicherweise -wie weit verbreitet- nur aus Geldgier vorgenommenen OP. So dass die Tat des A dessen "Notausgang" war, ein absolut Fürchterlicher auch und gerade für den A.

ERGÄNZUNG 10.39h: Der StA hätte so kurz nach der Tat=innerhalb der 24 Stunden zB auch sagen dürfen: "Ich vermute, er hielt den Arzt für den Schuldigen."
(Aber eben ohne diese böse Formulierung "suchte die Schuld")
Zuletzt geändert von Jurinator am 04.07.18, 10:41, insgesamt 2-mal geändert.

SusanneBerlin
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von SusanneBerlin »

Jurinator hat geschrieben:Sie habe immernoch nicht die Frage verstanden. Es geht ausschliesslich um eine Strafbarkeit des StA.
Darauf habe ich schon geantwortet, hier nochmal mit Hervorhebung durch Unterstreichen:
SusanneBerlin hat geschrieben:Und selbst wenn die OP überflüssig war oder der Arzt einen Kunstfehler gemacht hat, das Motiv des Patienten, den Arzt zu töten weil er dem Arzt die Schuld gibt, ist doch richtig widergegeben.
Wieso betonen Sie eigentlich so sehr, dass der Patient (aus seiner Sicht) allen Grund hatte, den Arzt zu töten (überflüsige OP, ständige Schmerzen seit der OP), wenn andererseits die STA das gar nicht wissen hätte können und die Angabe des Motivs des Schützen damit unzulässige Spekulation ist?

Dann hätte doch die Fallbeschreibung wesentlich kürzer ausfallen können, nämlich "Patient schießt auf Arzt B nach von B durchgeführter OP, darf die STA bekanntgeben „Der A hatte die Schuld beim B gesucht, das war offenbar das Tatmotiv“."
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 04.07.18, 10:39, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Susanne

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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von Jurinator »

@SusanneBerlin: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

Es ist ein Unterschied, ob jemand "neutral" sagt:
A war der Überzeugung/Meinung/kam zum Ergebnis, der B habe die Schuld

oder ob jemand sagt:
"Der A hatte die Schuld beim B gesucht".
Letztere Formulierung unterstellt nämlich, der A wollte Garnichts anderes wissen und wahrnehmen ausser was in sein Welbild passt: Der Arzt sei der Schuldige.

freemont
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von freemont »

Jurinator hat geschrieben:@SusanneBerlin: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

Es ist ein Unterschied, ob jemand "neutral" sagt:
A war der Überzeugung/Meinung/kam zum Ergebnis, der B habe die Schuld

oder ob jemand sagt:
"Der A hatte die Schuld beim B gesucht".
Letztere Formulierung unterstellt nämlich, der A wollte Garnichts anderes wissen und wahrnehmen ausser was in sein Welbild passt: Der Arzt sei der Schuldige.
Das ist doch völliger Unsinn.

Wenn das tatsächlich so in der Zeitung stand machen Sie doch eine Anzeige.

Arme Staatsanwaltschaften kann man da nur sagen

SusanneBerlin
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von SusanneBerlin »

Ach so, jetzt geht es nur noch um die Tendenz, ob der Patient recht damit hatte, dem Arzt die Schuld zu geben oder ob aus dem Zitat der STA in der Zeitungsnachricht herauszulesen ist, dass der Patient eine Wahrnehmungsstörung hatte indem er dem Arzt die Schuld gab.

Die Frage ist ja dann noch, hat der Staatsanwalt das wörtlich gesagt oder hat die Zeitung das Zitat verfälscht wiedergegeben? Damit wäre dann der Vorwurf der Verleumdung (falls es sich überhaupt um eine Verleumdung handelt) evtl an die Zeitung zu richten und nicht an den Staatsanwalt, je nachdem was der Staatsanwalt wirklich gesagt hat.
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von ktown »

Woher weiß der TE, dass die Aussage der STA nicht auf Zeugenaussagen gestützt ist?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Jurinator
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von Jurinator »

@freemont:
Weder "A suchte die Schuld beim B" (=A ist der Böse) noch das Gegenbeispiel "A wollte sich beim B rächen"(=B ist der Böse) durfte der StA nach der Sachlage lt. Fallschilderung zu einem so frühen Zeitpunkt behaupten.

Jurinator
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von Jurinator »

@SusanneBerlin: Es geht um keine "Tendenz", erst recht nicht "nur noch". Die Frage steht immer noch klar in meinem ersten Beitrag. Auch von einer Zitatverfälschung durch die Zeitung steht Nichts in meiner Fallschilderung.

Jurinator
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von Jurinator »

ktown hat geschrieben:Woher weiß der TE, dass die Aussage der STA nicht auf Zeugenaussagen gestützt ist?
Wir gehen bei solchen Besprechungen doch von der Fallschilderung aus, oder? ;-)
Wenn wir jetzt Alles mögliche hinzuerfinden (wie oben der erfundene Abschiedsbrief des B in der er sein Motiv nennt) kommen wir natürlich zu einem anderen Ergebnis.
Im Übrigen gibt es in sämtlichen Zeitungsberichten Nichts über diesbezügliche Zeugenaussagen.
Dem Toten wurde verbal "Eine verpasst" und jetzt ist Funkstille, und zwar auf Dauer. So oder Ähnlich läuft es in derartigen Fällen immer.

Die Ärzte sind ja die Guten (Achtung Ironie)

SusanneBerlin
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von SusanneBerlin »

Ich darf doch Ihre an freemont gerichtete Antwort zitieren?
Jurinator hat geschrieben:Schreiben Sie einfach was Sie sagen wollen. Ironie(oder was auch Immer) mit fremden Leuten, schriftlich auf die Ferne, kommt Nichts bei raus, danke.
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener?

Beitrag von ktown »

Jurinator hat geschrieben:Wir gehen bei solchen Besprechungen doch von der Fallschilderung aus, oder?
Ja und die ist lückenhaft.
Ohne diese Grundlage ist die Aussage der STA nicht zu bewerten und es erfolgt eine einseitige tendenzielle Richtungsvorgabe durch den TE.
Wenn dieser jedoch auch nur den Zeitungsartikel als Grundlage nimmt, dann scheint er auch selbst Annahmen hinzu zufügen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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