Wollen Sie dass ..... ?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

Etienne777
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Re: Wollen Sie dass ..... ?

Beitrag von Etienne777 » 23.11.18, 17:16

"Wollen Sie, dass dieser junge Mensch ins Gefängnis kommt und so sein Leben verpfuscht wird?"
Diplomatische Antwort der Frau A: Ich will durch eine Fußgängerzone gehen können, ohne daß mir meine Handtasche geraubt wird. Welche Maßnahmen das Gericht insoweit für geboten erachtet, ist nicht meine Sache. *verbindliches Lächeln in Richtung Anwalt*
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

Altbauer
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Re: Wollen Sie dass ..... ?

Beitrag von Altbauer » 23.11.18, 22:12

Hier ein Link:
https://www.lawblog.de/index.php/archiv ... eule-satt/

Eine schöne Beschreibung, wozu es führen kann, wenn ein Zeuge zu einer emotionalen Aussage
verleitet wird. (wodurch auch immeer)

Tastenspitz
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Re: Wollen Sie dass ..... ?

Beitrag von Tastenspitz » 24.11.18, 07:51

Nett.... :)
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Charon-
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Re: Wollen Sie dass ..... ?

Beitrag von Charon- » 24.11.18, 09:40

Tastenspitz hat geschrieben:..was hier nicht so ist:
Die Erklärung, dass der Täter vor Ort gefasst wurde, zeigt auf, dass es weitere Beweismittel außer Aussage der Betroffenen gibt?
Tastenspitz hat geschrieben:Wir können jetzt den SV natürlich solange modifizieren, bis es passt.
Klar, z.b. in dem wir annehmen, der Betroffene "in flagranti" verhaftet worden. Am Tatort kann auch heissen, dass der Beschuldigte von Passanten oder der Zeugin festgesetzt wurde, ggf. durch Verteidigungsmittel, und die Polizei ihn dort abgeholt hat. Eine zwingende Kette, dass die Verhaftung vor Ort bedeutet, es gäbe mehr Beweis als die Aussage der Zeugin, sehe ich nicht (ist aber natürlich nicht ausgeschlossen).
Tastenspitz hat geschrieben:Da müsste dann der Richter doof wie Brot sein wenn er sich von so einem Vortrag beeindrucken lässt.
Da es sehr starkt auf die Umstände im Einzelfall ankommt, kann ich das nicht einschätzen. In der Rechtstheorie ist das Vorgehen sehr wohl sinnvoll, weil der Richter nur verurteilen darf, wenn er keine Zweifel an der Schuld hat. Wenn er an der Zeugin zweifelt, und dies nicht anderweitig ausräumen kann, dann dürfte er nicht verurteilen. Wie sich das in der Praxis darstellt, ist natürlich ein ganz anderer Schuh, und aus diesem theoretischen Beispiel daher nicht herleitbar.

Oder, um mal einen weisen Menschen zu zitieren:"Aber - letztlich - wir wissen es nicht."
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.

Tastenspitz
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Re: Wollen Sie dass ..... ?

Beitrag von Tastenspitz » 26.11.18, 07:35

Charon- hat geschrieben:"Aber - letztlich - wir wissen es nicht."
Jep. Meine Vermutung bleibt - sowas ist wohl der letzte Strohhalm der Verteidigung in einem Fall, in dem immer mehr klar wird, dass der Vorsitzende schon bei Knastadvisor eine hübsche Zelle für den Besitzstandsveränderer aussucht.
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