Tatbestand der Beleidigung erfüllt?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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AndreasJ
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Tatbestand der Beleidigung erfüllt?

Beitrag von AndreasJ » 13.12.18, 21:22

Person A wird arbeitslos. Person B bezeichnet A in einer privaten Email an C (seiner Ex-Frau und Mutter von A) aufgrund seiner Arbeitslosigkeit als Parasit und warnt C davor, von A bestohlen zu werden. Jahre später wird A von C schriftlich bevollmächtigt, C in geschäftlichen und behördlichen Angelegenheiten zu vertreten. Er erhält Zugang zum Email-Account von C, entdeckt die ihn beleidigende Mail und erwägt B anzuzeigen. Ist Bs Beleidigung evtl. trotz Scheidung von C als eine Aussage im Familienkreis zu bewerten und damit keine Beleidigung? Würde A sich evtl. selbst schädigen, wg. des Vorwurfs, er habe zurückliegende Emails gezielt nach seinem Namen durchsucht?

fodeure
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Re: Tatbestand der Beleidigung erfüllt?

Beitrag von fodeure » 13.12.18, 21:51

Wenn B nichts besseres zu tun hat als die Justiz mit solch ollen Kamellen zu beschäftigen, die sowieso eingestellt werden, dann sollte er Bedenken, daß hier keine Beleidigung vorliegt, da B überhaupt nicht Adressat der Aussage von A war. Man könnte jetzt die üble Nachrede ins Spiel bringen, aber wenn "Jahre später" mehr als vier Jahre sind, ist die Sache verjährt (eine Beleidigung wäre schon nach 3 Jahren verjährt). Wenn die "Entdeckung" mehr als 3 Monate zurückliegt, dann ist der Zug auch abgefahren, wenn diese ach so schreckliche Tat noch nicht verjährt ist. Denn B müßte innerhalb von drei Monaten nach Kenntnisnahme der Tat einen Strafantrag stellen.

Eine Differenzierung zwischen Aussage im Familienkreis und Beleidigung gibt es darüber hinaus auch nicht. Entweder eine Aussage ist eine Beleidigung, dann ist sie es auch im Familienkreis, oder sie ist eben keine Beleidigung.

AndreasJ
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Re: Tatbestand der Beleidigung erfüllt?

Beitrag von AndreasJ » 13.12.18, 22:08

Danke für die schnelle Info. Ich hatte in einer Rechtsdatenbank Folgendes gelesen, was dann wohl so nicht stimmt oder von mir falsch verstanden wurde:
"Vertrauliche Äußerungen im Familienkreis sind aber keine Beleidigungen."

SusanneBerlin
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Re: Tatbestand der Beleidigung erfüllt?

Beitrag von SusanneBerlin » 13.12.18, 23:50

Auch die "vertrauliche Äußerung" zielt darauf ab, dass es nicht als Verleumdung gewertet wird, wenn man sich im vertraulichen Gespräch abwertend über eine dritte Person äußert.

Eine Beleidigung ist immer an die Person selbst gerichtet. Von Verleumdung spricht man, wenn man Unwarheiten, die das Ansehen einer Person schädigen, dritten Personen gegenüber verbreitet.

Also entweder war diese Aussage in der "Rechtsdatenbank" falsch formuliert oder sie haben es falsch wiedergegeben.
Grüße, Susanne

Gammaflyer
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Re: Tatbestand der Beleidigung erfüllt?

Beitrag von Gammaflyer » 14.12.18, 08:14

Hier z.B. gibt es eine Ausführung in diese Richtung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Beleidigu ... eleidigung

Pünktchen
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Re: Tatbestand der Beleidigung erfüllt?

Beitrag von Pünktchen » 15.12.18, 02:07

SusanneBerlin hat geschrieben: Eine Beleidigung ist immer an die Person selbst gerichtet.
Das ist so nicht richtig. Eine Beleidigung kann auch Dritten ggü. geäußert werden.
SusanneBerlin hat geschrieben: Von Verleumdung spricht man, wenn man Unwarheiten, die das Ansehen einer Person schädigen, dritten Personen gegenüber verbreitet.
Das kann auch eine üble Nachrede sein.

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