Arglistige Täuschung???

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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fodeure
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Re: Arglistige Täuschung???

Beitrag von fodeure » 01.01.19, 16:28

Ecila hat geschrieben:Manchmal ist es wohl besser auf die Beratung eines Fachmannes zurückzugreifen.
Auch wenn der dafür bezahlt wird, wird er in diesem Fall auch nicht die gewünschte Antwort geben.
Ecila hat geschrieben:Hatte mir von dem Forum mehr sachliche Hinweise erhofft.
Die hast du bekommen. Wunschantworten gibt es woanders.

winterspaziergang
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Re: Arglistige Täuschung???

Beitrag von winterspaziergang » 01.01.19, 16:30

Ecila hat geschrieben:
Hatte mir von dem Forum mehr sachliche Hinweise erhofft.
Irrtum: Sie wollten eine Wunschantwort.

Es ist extrem unsachlich, auf sachliche rechtliche Antworten auf die eigene Frage mit dem Vorwurf der Unsachlichkeit zu reagieren, nur, weil man nicht die gewünschte (aber dann rechtlich falsche) Antwort bekommt.
Was hätten Sie davon, wenn man Ihnen sagt, dass Partner 2 ein mieses .... ist und er/sie sich des Betruges, vorsätzlicher Täuschung usw. schuldig gemacht hat, wenn Ihre Schilderung das nun mal rechtlich nicht hergibt?

SusanneBerlin
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Re: Arglistige Täuschung???

Beitrag von SusanneBerlin » 01.01.19, 17:06

Dass Partner 1 sein Haus um 40 qm größer plant in dem Vertrauen darauf, dass Partner 2 mit einzieht und ihm beim Abzahlen des Krdeits hilft, war seine freie Entscheidung. Es gibt keine rechtliche Möglichkeit, Partner 2 zu dem Fortbestand dieser Vereinbarung zu zwingen.

Lässt man die Beziehungsgeschichte weg, dann hätte Partner 2 jederzeit sagen können: "Ich ziehe doch nicht in das Haus ein" oder "Ich ziehe wieder aus" und er hätte nicht einmal einen Grund angeben müssen. Alles was Partner 2 dem Partner 1 geschuldet hätte, wären 3x der vereinbarte Betrag der monatlichen Beteiligung.

Nimmt man das Vertrauen auf Exklusivität und Fortbestand der Beziehung von Partner 1 und das täuschende Verhalten von Partner 2 dazu, so gilt für den bestehenden Vertrag nichts anderes, denn Treue innerhalb einer Beziehung kann nicht Bestandteil eines zivilrechtlichen Vertrags sein.

Sowohl Parter 1 als auch Partner 2 können den Vertrag kündigen, außerdem hat Partner 1 aufgrund der Täuschung die Möglichkeit zur Anfechtung mit der Folge der Nichtigkeit des Vertrags.
Ecila hat geschrieben:Der zusätzliche Wohnraum kostet rund 60.000€, ist nicht anderweitig vermietbar und wird von Partner 1 auch nicht benötigt. Die Wohnfläche war ursprünglich für Partner 1 um diese ca. 40 qm kleiner geplant und wurde nur aufgrund der gemeinsamen Planung vergrößert. Partner 2 hatte diverse Ansprüche an Raumgröße und eigenes Zimmer.
Den obigen Ausführungen zu folgen würde ja heißen, Partner 2 führt 7 Monate ein gezielt herbei geführtes Doppelleben, was ja schon schlimm genug ist und wird dann für die bewusste und m. E. sehr arglistige Täuschung nicht belangt, weil Partner 1 aufgrund des Betruges die Beziehung beendet.
Das ist alles rechtlich ohne Belang.
Ecila hat geschrieben: Merkwürdiges Rechtsverständnis, das als keinen Schaden anzusehen. Zudem kosten 40 qm Wohnfläche auch zusätzlich mehr Nebenkosten, in dem Fall 30 % der gesamten Wohnfläche.
Nein, es ist eher merkwürdig, zu argumentieren, man hätte sich extra ein kleineres "Haus für Singles" planen und bauen lassen, wenn man keinen Partner gehabt hätte.

Oder andersrum: Wer einem Beziehungspartner so viel Mitspracherecht bei einer erheblichen finanziellen Investition gibt, ohne dass sich der Partner(2) finanziell beteiligt, ist selbst schuld.
Ecila hat geschrieben:Hatte mir von dem Forum mehr sachliche Hinweise erhofft.
Sachliche Hinweise haben Sie bekomnen, die Hinweise gehen bloß nicht konform mit Ihren Vorstellungen.
Ecila hat geschrieben:Manchmal ist es wohl besser auf die Beratung eines Fachmannes zurückzugreifen.
Tun Sie das. Sie lassen sich ja von den Antworten hier eh nicht von Ihrer Meinung abbringen.
Grüße, Susanne

FM
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Re: Arglistige Täuschung???

Beitrag von FM » 01.01.19, 17:48

Das ganze war eben von Anfang an falsch geplant. Man hätte den Partner beim Hausbau mit ins Boot nehmen müssen, also z.B. zu einem bestimmten Anteil (kann die Hälfte sein oder auch der Prozentsatz der den 40 qm entspricht) zum Miteigentümer machen und zum Mitfinanzier. Diese Vertragsbeziehung wäre dann weiterhin gültig und der Partner müsste sich anteilig an den Kosten beteiligen - könnte aber selbstverständlich auch anteilige Nutzung verlangen (oder z.B. Miete). Wenn keiner von beiden nach der Trennung das Haus noch gebrauchen kann da zu groß, kann man es ja verkaufen (ist auch sehr oft nach einer Scheidung der Fall).

Aber das kann der Fragesteller jetzt ja immer noch machen, und sich vom Erlös ein 40 qm kleineres Haus kaufen.

CruNCC
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Re: Arglistige Täuschung???

Beitrag von CruNCC » 01.01.19, 18:07

Wenn Partner 1 wieder einen neuen Partner hat, dann passt die Größe der Immobilie. :wink:

winterspaziergang
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Re: Arglistige Täuschung???

Beitrag von winterspaziergang » 01.01.19, 18:32

CruNCC hat geschrieben:Wenn Partner 1 wieder einen neuen Partner hat, dann passt die Größe der Immobilie. :wink:
richtig- nicht selten spielen sich aber bei scheinbar rechtlichen Fragen, eher Enttäuschung und Kränkung wider.
Da fragt ein fiktiver Ex nicht, ob das Geschehen eine rechtliche Konsequenz hat, er wünscht sie sich, um dem untreuen Partner wenigstens auf der Ebene eins auszuwischen und Genugtuung zu erfahren. Anders macht die Klage um den wirtschaftlichen Schaden, weil man ein um 40 qm größeres Haus hat, keinen Sinn.

Das ist ein Beitrag zur Rechtslage: Denn aus gutem Grund spielt die heutige Rechtsprechung da eben nicht mit.

karli
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Re: Arglistige Täuschung???

Beitrag von karli » 01.01.19, 19:30

FM hat geschrieben:Das ganze war eben von Anfang an falsch geplant. Man hätte den Partner beim Hausbau mit ins Boot nehmen müssen, also z.B. zu einem bestimmten Anteil (kann die Hälfte sein oder auch der Prozentsatz der den 40 qm entspricht) zum Miteigentümer machen und zum Mitfinanzier.
Mit dem kleinen Nebeneffekt, daß man den, nun unerwünschten, Partner dann noch schwieriger los wird oder daß der Partner mit seiner neuen besseren Hälfte dort einzieht! 8)
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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Re: Arglistige Täuschung???

Beitrag von Charon- » 02.01.19, 12:48

Eclia hat geschrieben:Manchmal ist es wohl besser auf die Beratung eines Fachmannes zurückzugreifen
Im Strafrecht gibt es einen Fachmann, den man befragen kann, dass ist der zuständige Staatsanwalt, dem kann man den eigenen Fall anzeigen, wenn man der Meinung ist, dass ein strafbares Verhalten vorliegt.
Eclia hat geschrieben: Der zusätzliche Wohnraum kostet rund 60.000€, ist nicht anderweitig vermietbar
Zunächst: Warum ist der nicht vermietbar? Gibt es tatsächliche oder rechtliche Gründe, die dem entgegenstehen? Ggf. kann der Eigentümer ja auch das ganze Objekt vermieten, wenn eine Teilvermietung für ihn nicht in Frage kommt.
Eclia hat geschrieben:Merkwürdiges Rechtsverständnis, das als keinen Schaden anzusehen
Ein Schaden wäre es, wenn der Betroffene nichts für sein Geld erhalten würde, oder aber die Gegenleistung nicht dem Versprochenen entsprechen würde. Beides ist hier aber nicht ersichtlich, wenn der Betroffene das Haus nicht behalten will, kann er es ja verkaufen.
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.

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