eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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datenrettung
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eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von datenrettung »

moin, ein bekannter hat eine schrottimmobilie gekauft, zu 99% aus holz bestehend.

da er abreissen will und etwas neues bauen wird, kam er auf den gedanken..."ich fackel die huette einfach ab, spart die abrisskosten und die uebriggebliebene asche kommt in die muelltonne! gefahr fuer die nachbarn besteht nicht unmittelbar, da es ein alleinstehendes einfamilienhaus ist."

soweit, sogut...dachte ich..tollkuehne idee, die, so glaube ich durchaus in den bereich der brandstiftung rutschen koennte, oder?

er:"ich kann doch mit meinem haus machen, was ich will...es gefaehrdet niemanden, es entsteht niemandem ein schaden..."

ratlose mama
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von ratlose mama »

Naja, machen kann er das schon. Allerdings gäbe es zu bedenken, dass kaum ein Bauholz unbehandelt ist, dass sich auch in einer Schrottimmobilie Leitungen, Rohre aus Metall und Kunststoff liegen werden etc.
Das könnte durchaus zu Problemen führen und Kosten führen, wenn die entsprechende Behörde da aktiv wird. Auch die Rest müssen ja fachgerecht entsorgt werden. Und das wird nicht nur ein bisschen Asche sein ;-)
Auch beim eigenen Haus dürfte das unter Brandstiftung fallen und die Versicherung wird sicher auch nicht so richtig begeistert sein.

datenrettung
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von datenrettung »

nun, er will ja nicht die "brandstiftung" als versicherungsschaden anmelden. er will nur schnell "abreissen", so wie ich es verstanden habe. und lieber einen kleinen haenger mit restmuell abtransprortieren muessen als mehrere lastwagen voll. letzteres kann richtig viel kosten.
seine "loesung" kostet ein streichholz... :mrgreen:

FelixSt
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von FelixSt »

Der Bekannte soll erst mal seinen Rausch ausschlafen.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

ktown
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von ktown »

Die Beseitigungen der Verunreinigungen der Umwelt werden weit mehr kosten, als ein geregelter Abriss. :lachen:

Ach ja der Brandschutt ist übrigens Sondermüll und wird von den Deponien auch nur so angenommen.

Übrigens wird dieser Vorgang umwelttechnisch schon bestraft. Guckst du.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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datenrettung
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von datenrettung »

waere ich der verteidigende anwalt, so wuerde ich absatz 6 heranziehen.

https://dejure.org/gesetze/StGB/326.html

ktown
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von ktown »

datenrettung hat geschrieben:waere ich der verteidigende anwalt, so wuerde ich absatz 6 heranziehen.

https://dejure.org/gesetze/StGB/326.html
Wenn sich der Anwalt da nicht mal eine blutige Nase holt.
Ich kann ihnen sagen, dass in jedem Haus sich Schadstoffe in der Menge befinden, dass sie für die Umwelt schädlich sind.
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lottchen
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von lottchen »

https://dejure.org/gesetze/StGB/306a.html

Hier wird nicht unterschieden, ob es um das eigene oder ein fremdes Haus geht.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

FM
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von FM »

Trifft aber nicht zu, wenn leerstehend und keine Kirche.

Froggel
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von Froggel »

FM hat geschrieben:Trifft aber nicht zu, wenn leerstehend und keine Kirche.
Jein, denn es gibt Ausnahmen:
... und dadurch einen anderen Menschen in die Gefahr einer Gesundheitsschädigung bringt.
Letztendlich kann man beim Abfackeln eines Hauses nicht garantieren, dass keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen und niemand davon betroffen sein wird. Werden nachweislich sogar mehrere Menschen eine Gesundheitsschädigung davontragen, gilt es nach § 306b StGB sogar als besonders schwere Brandstiftung. Ansonsten, wenn der Besitzer des Hauses alle Vorkehrungen trifft, dass niemand anders geschädigt werden kann, hat er auch kein Problem mit den §§ 306 ff. Aber es gibt eben auch Immissionsschutzgesetze, gegen die trotzdem verstoßen wird. Dazu kommt dann das Problem, dass von einem Haus mehr als nur Asche übrigbleiben wird, folglich kommen trotzdem noch Entsorgungskosten auf einen zu. Möglicherweise ruft noch einer die Feuerwehr, folglich trägt man die Einsatzkosten. Wird der Rest nicht richtig entsorgt, können weitere Kosten auf einen zukommen. Das läppert sich zusammen. Da wird man mit einer Abrissparty sicherlich günstiger davonkommen :wink:
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

sentry
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von sentry »

Es gibt vermutlich in allen Bundesländern Regelungen zum Abbrennen von Feuern auf dem eigenen Grundstück bzw. ganz allgemein im Freien.
Allein schon die Bestimmungen zu erlaubten Brennstoffen und zur Größe des Feuers dürften das Abbrennen einer Hütte nicht abdecken.

Landesimmissionsschutzgesetze enthalten gern Formulierungen wie diese:
"Das Verbrennen sowie das Abbrennen von Stoffen im Freien ist untersagt, soweit die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit hierdurch gefährdet oder belästigt werden können."

..auch ein Problem, denn die Gefährdung durch Schadstoffe und/oder Funkenflug kann nie ausgeschlossen werden.

SusanneBerlin
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von SusanneBerlin »

Wenn irgendwer das Feuer bemerkt und meldet, dann wird die Feuerwehr kommen und löschen bzw. den Brand bewachen bis die letzte Glut gelöscht ist.

Stellt sich der Eigentümer hin und sagt "Ach lassen Sie nur, ich hab die Hütte doch absichtlich abgefackelt", dann wird er den Feuerwehreinsatz zu zahlen haben. Die Verpflichtung der sachgemäßen Entsorgung der Überreste als Sondermüll kommt noch hinzu.

Dazu kommt noch ein Bußgeld. In vielen Gemeinden ist bereits das Verbrennen von Gartenabfällen mit Verweis auf das Kreislaufwirtschaftsgesetz verboten.

Billiger als ein Abriss ist ein Abfackeln keinesfalls.
Grüße, Susanne

datenrettung
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von datenrettung »

man kann das "kleine" feuer ja vorab bei der feuerwehr anmelden, zzgl. mit dem vorschlag daraus eine feuerwehruebung zu vollziehen...fuer neue feuerwehrkraefte ein fast realistischer, realer einsatz. quasi uebung unter realbedingung.

ebenfalls koennte man das haus zum "pluendern" freigeben. also jeder der was haben will...fenster/tueren/kupferleitungen... kann es sich abbauen und mitnehmen. wie geschrieben, das haus besteht aus holz zu 99%, wie mir gesagt wurde.

aber, unterm strich, die idee des abfackelns hat seinen reiz, imho :devil:

Tastenspitz
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von Tastenspitz »

Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

ktown
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Re: eigene immobilie abfackeln...eine straftat?

Beitrag von ktown »

Ich bin hier raus.
Dieses Ansinnen kann man nur als kompletten Scherz betrachten oder der Alkoholpegel ist sein der Silvesternacht noch so hoch, dass kein vernünftiger Gedanke bei rum kommt.
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