Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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Sokratis1985
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Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von Sokratis1985 » 01.04.19, 09:04

Guten Tag.

Folgendes hat sich zugetragen

A = Juwelier mit Online Shop (Opfer)
B = potentieller Kunde (evtl. auch Täter)
C = Täter
D = weiteres Opfer

Bei B könnte es sich um die selbe Person wie C handeln. Dies wird aus dem folgenden Sachverhalt ersichtlich.

oooooooooooooooo

A betreibt seit 30 Jahren einen gut florierenden Juwelierladen samt dazugehörigen Online Shop.

Eines Tage erhält er von B eine E-Mail. In dieser teilt B dem A mit, dass er großes Interesse am Angebot des A hat, speziell an den Herrenuhren. Da B aber wohl geschäftlich viel unterwegs sei, wäre es ihm nur schwerlich möglich, Pakete persönlich entgegen zu nehmen bzw. in einer Postfiliale abzuholen.

Für diese Zwecke hätte B wohl eine Paketbox auf sein Grundstück gestellt, in welchem die Pakete dann vom Paketboten abgelegt werden sollen. B erfragt letztendlich, mit welchem Versandunternehmen der A seine Ware versendet und welche Maße die Pakete in der Regel haben, um so zu erfahren, ob die Pakete in die Paketbox des B passen würden oder nicht.

A denkt sich nichts weiter dabei und teilt B die gewünschten Informationen mit. B bedankt sich daraufhin.

Soweit die Vorgeschichte.

Ein paar Tage später tätigt C eine Bestellung im Online Shop von A. Es handelt sich um eine Herrenuhr im Wert von 1.500,00€. C bestellt diese „auf Rechnung“ auf eine von der Rechnungsanschrift abweichenden Lieferanschrift. Da dies aber durchaus nicht unüblich ist, und die Bonitätsauskunft positiv verläuft, schickt A die bestellte Uhr an C heraus.

Wiederum ein paar Tage später erhält der A einen Anruf von D, welcher nicht gerade erfreulich ist. Denn der D äußert darin, dass er wohl eine Rechnung von A über eine Herrenuhr in Höhe von 1.500,00€ erhalten hat, D hätte diese Bestellung aber niemals getätigt und möchte nun Anzeige erstatten.

A wird nun relativ schnell klar, was passiert ist. Aus seiner Sicht kann es sich nur so zugetragen haben:

Bei C wird es sich zu 99,99% um die selbe Person wie B handeln. Denn es wird ja kein Zufall sein, dass B ein paar Tage vorher noch bei A bzgl. des Versandunternehmens und seiner Paketbox anfragt und „zufälligerweise“ erhält A dann ein paar Tage später eine Bestellung von C, die sich letztendlich als ein klassicher Paketbetrug herausstellt.

Also wird B die selbe Person sein wie C, das ist wohl eindeutig. Natürlich hat B bei seiner Mail einen anderen Namen angegeben.

ooooooooooooo

Wenn man nun davon ausgeht, dass B bzw. C sich bei dem Bestellbetrug nicht allzu unklug angestellt und sämtliche Sicherheitsvorkehrungen bei der Bestellung der Uhr getroffen hat, um nicht zurückverfolgt werden zu können (Internetcafé, W-LAN HotSpot, etc.), könnte es ja sein, dass er die ein paar Tage zuvor getätigte Mail, in welcher er lediglich sein Interesse an den Uhren bekundet und sich dadurch ja noch nicht strafbar gemacht hat, nicht so vorsichtig war. Und diese Mail evtl. nicht anonym verschickt hat, so dass man über die IP problemlos an den Täter gelangen könnte.

Genauso möchte A dies auch bei der Anzeige wegen Betrug, die A natürlich aufgeben möchte, der Polizei mitteilen.

Nun die Frage:

Da der A ja letztendlich nicht beweisen kann, ob es sich bei dem B (derjenige, der die Mail geschrieben hat) letztendlich auch um den C (derjenige, der die Bestellung getätigt hat) handelt, würde die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft überhaupt Anstrengungen unternehmen, den Verfasser der Mail zurückzuverfolgen?

Oder würde sich die Polizei/StA einfach denken: „Nö, die Mail erfüllt keinen Straftatbestand, diese kann von irgendeiner x-beliebigen Person geschrieben worden sein und muss nichts mit dem C zu tun haben, da können wir nichts machen.“?

Ebenfalls könnte ja auch sein, dass der Mailprovider sich hier querstellt und die IP erst gar nicht herausgibt, weil ja von dieser Mailadresse ja keine Straftat begangen wurde.

Zumal ist in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung bis auf Weiteres ausgesetzt bis zu einer endgültigen Entscheidung. Dies würde ja bedeuten, dass die „Spuren“ der von B geschriebenen Mail gar nicht mehr zurückzuverfolgen wären, ob B nun „aufgepasst“ hat oder nicht.

Aber dennoch muss man ja im vorliegenden Fall nur Eins und Eins zusammenzählen, um darauf zu kommen, dass B auch letztendlich der C sein wird.

Oder habe ich da einen Denkfehler?

Bitte um Hilfe und Antworten!

Gruß
Sokratis1985

ktown
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von ktown » 01.04.19, 09:28

Der Denkfehler von A ist schon damit gegeben, dass, sollte er schon sein Geld haben, primär der D eine Anzeige stellen muss, da ein Dritter (und das war nicht A) mit seinen Daten munter eingekauft hatte.
Die Spekulationen von A ob B un C ein und die selbe Person sind ist völlig unerheblich. A sollte sich vorrangig die Frage stellen, ob er in diesem Verkaufsvorgang in irgendeiner Weise sich falsch verhalten hat.

Guckst du
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Sokratis1985
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von Sokratis1985 » 01.04.19, 10:06

ktown hat geschrieben:Der Denkfehler von A ist schon damit gegeben, dass, sollte er schon sein Geld haben, primär der D eine Anzeige stellen muss, da ein Dritter (und das war nicht A) mit seinen Daten munter eingekauft hatte.
Ja, der D kann natürlich auch eine Anzeige stellen, logisch. Aber in erster Linie wurde hier doch der A glasklar betrogen, denn er hat natürlich kein Geld bekommen. D hat sich direkt nach Erhalt der Rechnung (für eine Bestellung, die er nie getätigt hat) bei dem A gemeldet und gesagt, dass er natürlich nicht bezahlen wird.

Also liegt hier doch ein glasklarer Betrug vor zum Nachteil des A.
Die Spekulationen von A ob B un C ein und die selbe Person sind ist völlig unerheblich. A sollte sich vorrangig die Frage stellen, ob er in diesem Verkaufsvorgang in irgendeiner Weise sich falsch verhalten hat.
Er hat sich mit Sicherheit nicht falsch verhalten. A hat die bestellte Uhr an die angegebene Lieferadresse geschickt. Was bitte ist daran falsch? Was hätte er sonst machen sollen?

Und es sollte hier einfach um die Frage gehen, ob die Mail von B (die ein paar Tage vorher geschrieben wurde) trotz momentan nicht existierender Vorratsdatenspeicherung zurückverfolgbar ist? Und ob hier der Verdacht hoffentlich reicht, um eine evtl. Hausdurchsuchung bei C stattfinden zu lassen.

Denn wie schon erwähnt: Es wird ja kein Zufall sein, dass A ein paar Tage vor der Bestellung eine Mail von B erhält, in welchem dieser sich über das Versandunternehmen bzw. die Zustellung an eine Paketbox erkundigt und später tätigt der C dann eine Bestellung, welche sich hinterher als Paketbetrug herausstellt.

Heißt das jetzt im Endeffekt, dass A auf den Kosten sitzen bleiben wird - frei nach dem Motto: "Pech gehabt!" und B/C einfach so davonkommen? Das kann es ja wohl nicht sein. Wir reden hier immerhin von einem Warenwert in Höhe von 1500€, das sind keine Kinkerlitzchen...

Bitte um weitere Antworten!

Gruß

Celestro
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von Celestro » 01.04.19, 10:27

Sokratis1985 hat geschrieben:Er hat sich mit Sicherheit nicht falsch verhalten. A hat die bestellte Uhr an die angegebene Lieferadresse geschickt. Was bitte ist daran falsch? Was hätte er sonst machen sollen?
An eine ihm unbekannte Person bei der ersten Bestellung, eine Uhr von 1500 Euro per Rechnung zu liefern, finden Sie nicht falsch?

P.S. Das B und C in dem fiktiven Beispiel ein und dieselbe Person sein MÜSSEN ist in Zeiten von Identitätsdiebstahl (der immer mehr zunimmt) reine Spekulation.

Sokratis1985
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von Sokratis1985 » 01.04.19, 10:36

Celestro hat geschrieben:An eine ihm unbekannte Person bei der ersten Bestellung, eine Uhr von 1500 Euro per Rechnung zu liefern, finden Sie nicht falsch?
Nein, so etwas nennt der A schlicht und einfach "Service am Kunden", welchen er auch den Neukunden gewähren möchte. Es mag evtl. ein gewisses Risiko mit sich führen, Kundenservice geht dem A hier aber vor.
P.S. Das B und C in dem fiktiven Beispiel ein und dieselbe Person sein MÜSSEN ist in Zeiten von Identitätsdiebstahl (der immer mehr zunimmt) reine Spekulation.
Es genügt hier einfach der gesunde Menschenverstand, um darauf zu kommen, dass es sich um dieselben Personen halten wird, bedenkt man auch, dass zwischen der Mail und der Bestellung nur ein paar Tage vergangen sind.

Also nochmal: Heißt das jetzt im Endeffekt, dass A schlicht und einfach Pech gehabt hat und die Polizei/Staatsanwaltschaft nicht mal bzgl. der Mail ermitteln wird?!

Das kann es doch wohl echt nicht sein.
Zuletzt geändert von Sokratis1985 am 01.04.19, 10:42, insgesamt 1-mal geändert.

SusanneBerlin
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von SusanneBerlin » 01.04.19, 10:39

Sokratis1995 hat geschrieben: Er hat sich mit Sicherheit nicht falsch verhalten. A hat die bestellte Uhr an die angegebene Lieferadresse geschickt.
A hat im rechtlichen Sinne nichts falsch gemacht. Er war nur unvorsichtig. Die Uhr ist jetzt eben weg.
Sokratis1995 hat geschrieben:Was bitte ist daran falsch? Was hätte er sonst machen sollen?
OMG :shock: A ist nicht wirklich Juwelier oder er hat den Laden erst letzte Woche geerbt und hat vorher noch nie mit Wertsachen zu tun. Ansonsten wüsste er das: unbekannten Kunden nur gegen Vorkasse liefern. Pakete als versichertes Wertpaket versenden.
Grüße, Susanne

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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von ktown » 01.04.19, 10:47

Sokratis1985 hat geschrieben:Heißt das jetzt im Endeffekt, dass A auf den Kosten sitzen bleiben wird - frei nach dem Motto: "Pech gehabt!" und B/C einfach so davonkommen? Das kann es ja wohl nicht sein. Wir reden hier immerhin von einem Warenwert in Höhe von 1500€, das sind keine Kinkerlitzchen...
Heißt das, dass A bisher noch kein Geld gesehen hat? Wenn ja, dann hat er sicherlich, bei Versand, so einiges falsch gemacht.
Hier kann man nur sagen: Das wird spaßig diesen Sachverhalt der eigenen Versicherung zu erklären und den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit zu entkräften.

Abschlussfrage: Wieso sollte jemand anderes für den Leichtsinn von A gerade stehen?
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von ktown » 01.04.19, 10:51

Sokratis1985 hat geschrieben:Heißt das jetzt im Endeffekt, dass A schlicht und einfach Pech gehabt hat und die Polizei/Staatsanwaltschaft nicht mal bzgl. der Mail ermitteln wird?!
Selbstverständlich sollte A Strafanzeige stellen. Aber man sollte sich nicht all zu viele Hoffnungen machen die Ware jemals wieder zu sehen.
Kleiner Praxistip: Oft hilft einem der Zufall und die Ware wird zeitnah in den entsprechenden Plattformen zum Verkauf angeboten.
Hierzu sollte man aber zumindestens Wiedererkennungsfakten (z.B. Seriennummer) haben
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Evariste
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von Evariste » 01.04.19, 10:54

Da hätte ich ein paar Fragen...
Sokratis1985 hat geschrieben: Ein paar Tage später tätigt C eine Bestellung im Online Shop von A. ...
...
Denn der D äußert darin, dass er wohl eine Rechnung von A über eine Herrenuhr in Höhe von 1.500,00€ erhalten hat, D hätte diese Bestellung aber niemals getätigt und möchte nun Anzeige erstatten.
Wenn A die Uhr an C geschickt hat, dann ging sicher auch die Rechnung an C. Also warum beschwert sich D? Hat C die Rechnungsanschrift von D angegeben? Und woher nimmt A die Sicherheit, dass C existiert und nicht D der Betrüger ist?
Sokratis1985 hat geschrieben: Da der A ja letztendlich nicht beweisen kann, ob es sich bei dem B (derjenige, der die Mail geschrieben hat) letztendlich auch um den C (derjenige, der die Bestellung getätigt hat) handelt, würde die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft überhaupt Anstrengungen unternehmen, den Verfasser der Mail zurückzuverfolgen?
Hat A denn überhaupt schon versucht, mit B Kontakt aufzunehmen? Wieso ist sich A so sicher, dass B einen falschen Namen angegeben hat?

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Wenn man das alles zusammennimmt und wenn es sich nicht um einen rein fiktiven Fall handelt, dann ist die logische Schlussfolgerung:

Der TE ist nicht A, sondern C, der einen Paketbetrug begangen. C hat vorher unter dem Namen von B eine Mail-Anfrage gestellt und macht sich nun Sorgen, die Polizei könnte diese eventuell zurückverfolgen. Deswegen fragt C hier im Forum. Die Polizei fragen kann er/sie ja schlecht. A steht (bei einem Warenwert von 1.500,-) bestimmt schon mit der Polizei im Kontakt und hat es nicht nötig, hier Fragen zu stellen, was die Polizei tut oder vielleicht nicht tut.

Aber sicher ist das ein rein fiktives Szenario. 8)

Sokratis1985
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von Sokratis1985 » 01.04.19, 11:10

ktown hat geschrieben:Heißt das, dass A bisher noch kein Geld gesehen hat? Wenn ja, dann hat er sicherlich, bei Versand, so einiges falsch gemacht.
Hier kann man nur sagen: Das wird spaßig diesen Sachverhalt der eigenen Versicherung zu erklären und den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit zu entkräften.
Richtig, er hat noch kein Geld gesehen, und von D auch unmissverständlich erklärt bekommen, dass A auch niemals Geld sehen wird, weil D die Ware nicht bestellt hat.
A hat hier überhaupt nichts falsch gemacht. Er hat bestellte Ware an die angegebene Lieferadresse geschickt. WAS bitte ist daran falsch? Dass A die Zahlungsoption "auf Rechnung" auch an Neukunden vergibt? So etwas nennt sich schlicht und einfach "Kundenservice".
Kleiner Praxistip: Oft hilft einem der Zufall und die Ware wird zeitnah in den entsprechenden Plattformen zum Verkauf angeboten.
Das hat A natürlich schon getan, leider bisher erfolglos. Solche Uhren werden in großer Anzahl angeboten, ohne irgendwelche Angaben, die auf die hier im Fall bestellte Uhr zurückschließen lassen.
Abschlussfrage: Wieso sollte jemand anderes für den Leichtsinn von A gerade stehen?
Das ist ja jetzt wohl ein schlechter Scherz, oder?!
A ist hier der Betrogene, schon vergessen? A wurde um 1500€ betrogen und Sie stellen hier ernsthaft die Frage, warum andere für den Leichtsinn von A geradestehen sollen?!
Soll hier B/C noch ein Lob für ihre Tat ausgesprochen werden?!
Sie meinen das nicht wirklich ernst, oder?!
Evarsite hat geschrieben: Wenn A die Uhr an C geschickt hat, dann ging sicher auch die Rechnung an C. Also warum beschwert sich D? Hat C die Rechnungsanschrift von D angegeben?
Genau so ist es. C hat eine abweichende Lieferanschrift angegeben, und zwar die von D.
Und woher nimmt A die Sicherheit, dass C existiert und nicht D der Betrüger ist?
Ganz einfach. Weil D sich wohl kaum direkt bei A beschwert hätte, dass er eine Rechnung über eine Bestellung erhalten hat, die D aber nie getätigt hat. Und vor allem, weil D wohl kaum so unfassbar selten dämlich wäre, eine unrechtmäßig erlangte Uhr im Wert von 1500€ an sich selbst liefern zu lassen.
Hat A denn überhaupt schon versucht, mit B Kontakt aufzunehmen?
Natürlich hat er das, und dies per Mail. Aber von B kommt – wie erwartet – selbstverständlich keine Reaktion mehr. Vielmehr wurde der Mailaccount offensichtlich gelöscht, weil die E-Mail als „unzustellbar“ zurückkam.
Wieso ist sich A so sicher, dass B einen falschen Namen angegeben hat?
Auch hier: Weil B wohl kaum so unfassbar selten dämlich wäre, seinen richtigen Namen anzugeben. Da kann er sich ja direkt der Polizei ausliefern. Das muss man doch nicht wirklich erklären, oder?!
Der TE ist nicht A, sondern C, der einen Paketbetrug begangen. C hat vorher unter dem Namen von B eine Mail-Anfrage gestellt und macht sich nun Sorgen, die Polizei könnte diese eventuell zurückverfolgen. Deswegen fragt C hier im Forum. Die Polizei fragen kann er/sie ja schlecht. A steht (bei einem Warenwert von 1.500,-) bestimmt schon mit der Polizei im Kontakt und hat es nicht nötig, hier Fragen zu stellen, was die Polizei tut oder vielleicht nicht tut.
Ihre Detektivspielchen sollten Sie jemandem überlassen, der sich damit auskennt. Sie gehören offensichtlich nicht dazu.

Denn es handelt sich bei dem TE sehr wohl um den A, also gehen ihre merkwürdigen Analysen und Schlussfolgerungen komplett ins Leere.

Im Übrigen: A hat sich mittlerweile schon an die Polizei gewandt und Anzeige erstattet. Jedoch wurden ihm auch dort nicht viele Hoffnungen gemacht, dass der Täter ermittelt werden kann.

ktown
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von ktown » 01.04.19, 11:18

Sokratis1985 hat geschrieben:A hat sich mittlerweile schon an die Polizei gewandt und Anzeige erstattet. Jedoch wurden ihm auch dort nicht viele Hoffnungen gemacht, dass der Täter ermittelt werden kann.
und jetzt ärgert es sie, dass sie hier ähnliche Antworten bekommen.
Ich sage ja:
ktown hat geschrieben:Hier kann man nur sagen: Das wird spaßig diesen Sachverhalt der eigenen Versicherung zu erklären und den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit zu entkräften.
und da hilft
Sokratis1985 hat geschrieben:Dass A die Zahlungsoption "auf Rechnung" auch an Neukunden vergibt? So etwas nennt sich schlicht und einfach "Kundenservice".
vermutlich wenig.
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von Sokratis1985 » 01.04.19, 12:09

@ktown

Nein, es ärgert mich, dass A hier fast schon als Täter hingestellt wird und/oder er es im Grunde selbst schuld ist, dass er betrogen wurde.

Auf die Täter B/C wird hier überhaupt gar nicht eingegangen bzw. ob sich die Mail als Indiz zurückverfolgen lässt, speziell durch die Tatsache, dass es in Deutschland zurzeit keine Vorratsdatenspeicherung gibt.

winterspaziergang
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von winterspaziergang » 01.04.19, 12:40

Sokratis1985 hat geschrieben: A hat hier überhaupt nichts falsch gemacht. Er hat bestellte Ware an die angegebene Lieferadresse geschickt. WAS bitte ist daran falsch? Dass A die Zahlungsoption "auf Rechnung" auch an Neukunden vergibt?
ja, wobei falsch das falsche Wort ist. Leichtsinnig wäre zutreffender. Zumal der bestellende Kunde an eine andere Adresse liefern lässt. Bei dem Warenwert ist das schlicht leichtsinnig und leichtgläubig- was natürlich nicht den Betrug legitimiert.
Sokratis1985 hat geschrieben:So etwas nennt sich schlicht und einfach "Kundenservice".
Gut, ändert aber nichts daran: Ein sehr riskanter "Kundenservice". Man kann es auch Kundenservice nennen, wenn man den Neukunden im Geschäft in Ruhe aussuchen lässt und derweil in die Mittagspause geht. Nur wundern darf man sich dann nicht, wenn danach was fehlt.

Kreditkarten und Online-Zahlsysteme helfen weiter, ohne, dass man einen Kundenservice genannten Leichtsinn ausüben muss.
A ist hier der Betrogene, schon vergessen?

richtig
A wurde um 1500€ betrogen und Sie stellen hier ernsthaft die Frage, warum andere für den Leichtsinn von A geradestehen sollen?!
Soll hier B/C noch ein Lob für ihre Tat ausgesprochen werden?!
Sie meinen das nicht wirklich ernst, oder?!
Dass man B oder C loben sollte, steht nirgends.
Sokratis1985 hat geschrieben:
Evarsite hat geschrieben: Und woher nimmt A die Sicherheit, dass C existiert und nicht D der Betrüger ist?
Ganz einfach. Weil D sich wohl kaum direkt bei A beschwert hätte, dass er eine Rechnung über eine Bestellung erhalten hat, die D aber nie getätigt hat. Und vor allem, weil D wohl kaum so unfassbar selten dämlich wäre, eine unrechtmäßig erlangte Uhr im Wert von 1500€ an sich selbst liefern zu lassen.
A weiß doch gar nicht, wer mit wem nun gemeinsame Sache macht.
Sokratis1985 hat geschrieben:
Evarsite hat geschrieben: Der TE ist nicht A, sondern C, der einen Paketbetrug begangen. C hat vorher unter dem Namen von B eine Mail-Anfrage gestellt und macht sich nun Sorgen, die Polizei könnte diese eventuell zurückverfolgen. Deswegen fragt C hier im Forum. Die Polizei fragen kann er/sie ja schlecht. A steht (bei einem Warenwert von 1.500,-) bestimmt schon mit der Polizei im Kontakt und hat es nicht nötig, hier Fragen zu stellen, was die Polizei tut oder vielleicht nicht tut.
Ihre Detektivspielchen sollten Sie jemandem überlassen, der sich damit auskennt. Sie gehören offensichtlich nicht dazu.
Ist aber eine interessante und echt clevere Überlegung! Chapeau!
Denn es handelt sich bei dem TE sehr wohl um den A, also gehen ihre merkwürdigen Analysen und Schlussfolgerungen komplett ins Leere.
Dass man per Mail und im Netz jeder sein kann und alles vorgeben kann, ohne, dass der andere das überprüfen kann, sollte dem A spätestens jetzt klar geworden sein. Natürlich kann ein TE beteuern, dass er der A ist und wir glauben ihm das, so wie der B beteuern kann, dass er nur eine Anfrage gestellt hat und keinen Bezug zu C hat und D, dass er keine Ware erhalten hat. Wer Recht hat, lässt sich in diesem Medium eben sehr schlecht feststellen.
Im Übrigen: A hat sich mittlerweile schon an die Polizei gewandt und Anzeige erstattet. Jedoch wurden ihm auch dort nicht viele Hoffnungen gemacht, dass der Täter ermittelt werden kann.
Das ist das Problem: Es ist ein Betrug und A ist der Betrogene. Keine Frage. Aber: A hat maßgeblich dazu beigetragen, ihn zu ermöglichen und durch seinen "Kundenservice" ist es schwer bis nicht möglich, die Täter zu ermitteln.

SusanneBerlin
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von SusanneBerlin » 01.04.19, 12:45

Sokratis1995 hat geschrieben:Nein, es ärgert mich, dass A hier fast schon als Täter hingestellt wird und/oder er es im Grunde selbst schuld ist, dass er betrogen wurde.
Der Täter ist natürlich der Betrüger und Betrug ist verboten und strafbar.

Allerdings ist ein Händler, der ohne Identitätsprüfung hochwertige Waren auf Rechnung versendet und es dadurch Betrügern einfach macht, tatsächlich selbst schuld. Warum soll man das nicht sagen dürfen?
Sokratis1995 hat geschrieben:dass es in Deutschland zurzeit keine Vorratsdatenspeicherung gibt.
Heißt das, das im Onlineshop des Juweliers keinerlei Speicherung der IP-Adresse stattfand und der Juwelier deshalb e-mail-Provider verpflichten möchte sämtliche IP-Adressen der Dienstenutzer monatelang zu speichern und ihm die IP-Adressen von jedem der ihm eine mail schreibt herauszugeben?

Wieso speichert der Händler die IP-Adresse der Kunden die etwas bestellen, nicht selber in seinem Onlineshop?Wenn der Händler es nicht macht findet es natürlich nicht statt. Da kann man nur sagen: doppelt selber schuld und selten dämlich von Händler A. https://www.pressebox.de/pressemitteilu ... xid/797001
Grüße, Susanne

Sokratis1985
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Re: Paketbetrug / Email zurückverfolgen

Beitrag von Sokratis1985 » 01.04.19, 13:24

ja, wobei falsch das falsche Wort ist. Leichtsinnig wäre zutreffender. Zumal der bestellende Kunde an eine andere Adresse liefern lässt. Bei dem Warenwert ist das schlicht leichtsinnig und leichtgläubig- was natürlich nicht den Betrug legitimiert.
Wenn A jeden Kunden, der eine abweichende Lieferanschrift angibt, unter Generalverdacht stellen und als Kunde ausschließen würde, stände es nicht gut um seinen Onlineshop. Dies ist nämlich nicht selten und ebenso wenig unüblich. Und bisher gab es auch bisher noch nie Probleme, auch nicht bei solch einem Warenwert.
Gut, ändert aber nichts daran: Ein sehr riskanter "Kundenservice". Man kann es auch Kundenservice nennen, wenn man den Neukunden im Geschäft in Ruhe aussuchen lässt und derweil in die Mittagspause geht. Nur wundern darf man sich dann nicht, wenn danach was fehlt.

Kreditkarten und Online-Zahlsysteme helfen weiter, ohne, dass man einen Kundenservice genannten Leichtsinn ausüben muss.
Es ist bisher immer gut gegangen. A hat jetzt wohl offensichtlich Pech gehabt. Dies kann passieren, dadurch wird er diesen Service am Kunden jedoch dadurch nicht abstellen.
Dass man B oder C loben sollte, steht nirgends.
Das wurde auch nicht behauptet. So kommt es hier aber indirekt rüber.
A weiß doch gar nicht, wer mit wem nun gemeinsame Sache macht.
A verfügt jedoch über einen gesunden Menschenverstand und kann Eins und Eins zusammenzählen.
st aber eine interessante und echt clevere Überlegung!
Dies ändert nichts daran, dass die Überlegung nach wie vor falsch ist.
Wer Recht hat, lässt sich in diesem Medium eben sehr schlecht feststellen.
Und gerade weil man dies nicht kann, sollte man hier darüber auch entsprechend keine Urteile fällen.
Keine Frage. Aber: A hat maßgeblich dazu beigetragen, ihn zu ermöglichen und durch seinen "Kundenservice" ist es schwer bis nicht möglich, die Täter zu ermitteln.
A bietet einen toleranten Kundenservice an und letztendlich wird ihm hier deswegen grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen. Interessante Sicht der Dinge…
Allerdings ist ein Händler, der ohne Identitätsprüfung hochwertige Waren auf Rechnung versendet und es dadurch Betrügern einfach macht, tatsächlich selbst schuld. Warum soll man das nicht sagen dürfen?.
Weil man A hier im Grunde schon fast als Täter hinstellt bzw. ihm grobe Fahrlässigkeit vorwirft. Es handelt sich hier schlicht und einfach um Kundenservice, ob risikoreich oder nicht. Sie stellen es allerdings hier so dar, als würde A den Betrug regelrecht heraufbeschworen haben. Und das ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit und recht anmaßend.
Heißt das, das im Onlineshop des Juweliers keinerlei Speicherung der IP-Adresse stattfand und der Juwelier deshalb e-mail-Provider verpflichten möchte sämtliche IP-Adressen der Dienstenutzer monatelang zu speichern und ihm die IP-Adressen von jedem der ihm eine mail schreibt herauszugeben?
Richtig, es findet keine IP-Speicherung im Online-Shop des A statt, aus Gründen des Datenschutzes.

Es geht hier nicht darum, dass die Mailanbieter JEDE IP-Adresse der Nutzer speichert. Dies ist wieder einmal etwas, was Sie hier mutwillig dazu dichten und hineininterpretieren. Es geht darum, dass hier eine Straftat vorliegt und in solchen Fällen sollten die Mailanbieter zweifelsohne die IP-Adressen herausgeben.

Nur wurde die Frage, ob die Mailanbieter die IP Adressen überhaupt speichern/herausgeben dürfen aufgrund der zurzeit in Deutschland nicht existierenden Vorratsdatenspeicherung, immer noch nicht beantwortet, obwohl dies hier schon mehrfach gefragt wurde.

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