Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 17014
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von FM » 16.04.19, 10:56

JürgenRober hat geschrieben: Aber natürlich wird A sich noch mit seiner Bank in Verbindung setzen und erfragen, warum ein Fremder völlig problemlos über das Konto von A verfügen konnte.
Der "völlig Fremde" ist die Spielbank, und die kann es weil sie von ihrer Bank zum Lastschriftverfahren zugelassen wurde. Die Bank der Spielbank haftet dafür und wird dieses Verfahren nur Kunden anbieten, die vertrauenswürdig und zahlungskräftig sind. Welche Art der Zustimmung der Zahlungsempfänger verlangt, bleibt ihm überlassen. Wenn er auf die Beweisbarkeit (z.B. Unterschrift oder elektronische Signatur) und auf die Feststellung der Identität verzichtet, geht er eben ein Risiko ein. Die Kostenersparnis bei einem Verfahren ohne Kontrolle ist aber offenbar immer noch weit höher als die gelegentlichen Ausfälle.

Der Zahlungspflichtige hat sich durch Eröffnung seines Girokontos damit einverstanden erklärt, hat aber ja im Gegenzug die Möglichkeit die Zahlung ganz einfach zu widerrufen. Wenn er das Verfahren lieber ganz ausschließen will, muss er sich an seine Bank wenden und das Konto dafür komplett sperren lassen. Ob die Bank ein solches Konto anbietet, wird sie dann schon mitteilen.

JürgenRober
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 16.04.19, 07:15

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von JürgenRober » 16.04.19, 11:28

FM hat geschrieben:Wenn er das Verfahren lieber ganz ausschließen will, muss er sich an seine Bank wenden und das Konto dafür komplett sperren lassen. Ob die Bank ein solches Konto anbietet, wird sie dann schon mitteilen.
Genau dies wird A zeitnah in Erfahrung bringen.

Vielen Dank!

lottchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2430
Registriert: 04.07.12, 13:01

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von lottchen » 16.04.19, 11:31

JürgenRober hat geschrieben: Nein, bisher hat er sich nicht mit der Bank auseinandergesetzt, weil er dies bisher nicht für notwendig hielt. A ging es erstmal darum, die 20,00€ wieder zurückzubekommen, was ja durch die Rücklastschrift erfolgreich durchgeführt wurde.
Eine vom eigenen Konto abgebuchte Lastschrift kann man nur zurückbuchen lassen indem man die eigene Bank damit beauftragt und erklärt, dass der Einzug widerrechtlich erfolgte. Dann erfolgt eine Rücklastschrift. Da sich A bisher nicht mit seiner eigenen Bank in Verbindung gesetzt hat kann das m.E. nicht sein, dass da eine Rücklastschrift in die Wege geleitet wurde. Möglicherweise wurde das Geld vom Einziehenden zurücküberwiesen. Das ist was anderes.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21776
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von ktown » 16.04.19, 11:49

Das
JürgenRober hat geschrieben:A ging es erstmal darum, die 20,00€ wieder zurückzubekommen, was ja durch die Rücklastschrift erfolgreich durchgeführt wurde.
passt nicht zu dem
JürgenRober hat geschrieben:Nur ist es jetzt so, dass B dennoch die Zahlung der 20,00€ verlangt und die Rückerstattung verweigert, weil diese 20,00€ lt. AGB nicht wieder ausgezahlt werden können.
Wenn der Sachverhalt aus dem ersten Beitrag stimmt, dann ist das
JürgenRober hat geschrieben:Nein, bisher hat er sich nicht mit der Bank auseinandergesetzt, weil er dies bisher nicht für notwendig hielt.
leichtsinnig
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21776
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von ktown » 16.04.19, 11:51

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette (=Forenregeln) gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Sie helfen dem Forum und erleichtern dem Moderatoren-Team die Arbeit, wenn Sie eine Fragestellung zur allgemeinen Rechtslage herausarbeiten, die für Sie von Relevanz ist.

Weitere Konkretisierungen zur unseren Forenregeln finden sich neben der Juriquette in der Moderationsleitline oder in dem Beitrag "Was ist erlaubt"?

Fragen dazu können Sie jederzeit im Forum für Mitgliederinformation u. Support stellen.

Wenn sie eine individuelle Beratung wünschen, dann hilft ihnen diese Seite.

JürgenRober
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 16.04.19, 07:15

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von JürgenRober » 16.04.19, 12:00

lottchen hat geschrieben:Eine vom eigenen Konto abgebuchte Lastschrift kann man nur zurückbuchen lassen indem man die eigene Bank damit beauftragt und erklärt, dass der Einzug widerrechtlich erfolgte. Dann erfolgt eine Rücklastschrift. Da sich A bisher nicht mit seiner eigenen Bank in Verbindung gesetzt hat kann das m.E. nicht sein, dass da eine Rücklastschrift in die Wege geleitet wurde. Möglicherweise wurde das Geld vom Einziehenden zurücküberwiesen. Das ist was anderes.
A hat die Rücklastschrift online in Auftrag gegeben. Dies geht einfach über Mausklick und Eingabe einer TAN. Somit wurde die Lastschrift sofort wieder zurückgegeben und als Gutschrift auf das Konto von A verbucht.

Es gibt allerdings nun Neuigkeiten:

B hat sich vor ein paar Minuten bei A per Mail gemeldet. In dieser teilt B dem A mit, dass sich wohl C - also die Person, welche den (versuchten) Betrug begangen hat - anonym per Mail an B gewandt hat.

In dieser Mail hätte wohl C der B mitgeteilt, dass er hinter dem (versuchten Betrug) steckt. Er hätte aber keinen wirklichen Schaden anrichten und die 20,00 € auch nie behalten, zum Spielen oder sonstwie verwenden wollen. Es hätte sich wohl nur um eine Art "Versuch" gehandelt, ob C so ohne Weiteres mit fremden Daten über ein anderes Konto verfügen kann, weil ihm dies wohl mal selbst zu seinem Nachteil passiert wäre. Es würde ihm letztendlich Leid tun und hätte wohl gebeten, dass keine Strafanzeige gegen ihn gestellt wird.

Und er würde sich wohl auch noch mal bei A schriftlich melden und sich bei diesem entschuldigen wollen. Ob nun wirklich was von C in der Form bei A eintreffen wird, bleibt mal abzuwarten. Jedenfalls wurde wohl mittlerweile das Spielerkonto gelöscht und die Rücküberweisung der 20,00 € nun doch veranlasst.

Ich denke, der Fall sollte damit erledigt sein und A wird wohl - sollte wirklich eine Art Entschuldigungsschreiben von C kommen - auf eine Anzeige verzichten. Ob B ebenso darauf verzichten wird, entzieht sich der Kenntnis von A.

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 17014
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von FM » 16.04.19, 12:57

JürgenRober hat geschrieben: Somit wurde die Lastschrift sofort wieder zurückgegeben und als Gutschrift auf das Konto von A verbucht.Jedenfalls wurde wohl mittlerweile das Spielerkonto gelöscht und die Rücküberweisung der 20,00 € nun doch veranlasst.
Also ein zweites Mal.

Es drängt sich die Vermutung auf, dass A und C identisch sind oder kooperieren.

JürgenRober
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 16.04.19, 07:15

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von JürgenRober » 16.04.19, 13:04

FM hat geschrieben:Also ein zweites Mal.

Es drängt sich die Vermutung auf, dass A und C identisch sind oder kooperieren.
Weder noch.

Die Rücklastschrift hat ja unverzüglich nach Ineinsichtnahme der Kontoauszüge der A durch selbigen stattgefunden. Zunächst hat daraufhin der B die Zahlung der 20,00€ gefordert (samt evtl. Gebühren für die Rücklastschrift).

Letztendlich hat sich jetzt C bei B gemeldet (was B wiederum dem A mitgeteilt hat) und die Sache "aufgeklärt" samt Entschuldigung. (wurde ja im letzten Beitrag genauer aufgeführt). Aufgrunddessen wurde jetzt das durch C erstellte, falsche Spielerkonto gelöscht und die 20,00€ zurück überwiesen auf das Konto des A. Inweifern dies nun mit der Rücklastschrift im Endeffekt verrechnet wird, muss A jetzt noch klären.

Erstmal vielen Dank an Alle soweit.

Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5906
Registriert: 24.07.07, 09:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von Zafilutsche » 16.04.19, 13:11

JürgenRober hat geschrieben: B hat sich vor ein paar Minuten bei A per Mail gemeldet. In dieser teilt B dem A mit, dass sich wohl C - also die Person, welche den (versuchten) Betrug begangen hat - anonym per Mail an B gewandt hat.
Man kann daran glauben, muß es aber nicht.
JürgenRober hat geschrieben:Und er würde sich wohl auch noch mal bei A schriftlich melden und sich bei diesem entschuldigen wollen.
Das sei wirklich dahingestellt.

JürgenRober hat geschrieben:Ich denke, der Fall sollte damit erledigt sein und A wird wohl - sollte wirklich eine Art Entschuldigungsschreiben von C kommen - auf eine Anzeige verzichten.
Mir fällt dazu nur das Sprichwort ein: "Der Erfolg ist die Summe aller Nichterfolge".
P.S. Mich würde es wundern aber doch interessieren, ob so ein "Entschuldigungsschreiben" jemals eintreffen wird. Ich vermute die Wahrscheinlichkeit das Werbung von der besagten Spielbank kommen wird, ist ungleich höher. :ostern:

JürgenRober
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 16.04.19, 07:15

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von JürgenRober » 16.04.19, 13:54

Zafilutsche hat geschrieben:Mich würde es wundern aber doch interessieren, ob so ein "Entschuldigungsschreiben" jemals eintreffen wird. Ich vermute die Wahrscheinlichkeit das Werbung von der besagten Spielbank kommen wird, ist ungleich höher. :ostern:
A bleibt gespannt, ob bzw. was eintreffen wird und dann entsprechend handeln...oder eben nicht...

---

Vielen Dank an Alle an dieser Stelle für Ihre Hilfe!

Sollte es Neuigkeiten im Fall geben, werde ich mich wieder melden.

Sollte keine Antwort bzw. kein weiterer Beitrag mehr seitens A kommen, darf das Ganze als abgehakt betrachtet werden.

---

Schöne Ostertage!

mariameme
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 264
Registriert: 21.11.14, 00:05

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von mariameme » 16.04.19, 15:55

Wie soll eigentlich C an A ein "Entschuldingungsschreiben" verfassen? An welche Adresse? Wurden noch andre Daten als die Bankdaten geklaut? Dann würde ich den Identitätsdiebstahl auf jeden Fall der Polizei melden, falls noch weitere solcher "Spielereien" kommen und man sich wehren muss.

Oder hat die Spielbank hier Daten weitergegeben? Dann würd ich mir die zur Brust nehmen...
:engel:

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21776
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von ktown » 16.04.19, 15:58

oder
FM hat geschrieben:Es drängt sich die Vermutung auf, dass A und C identisch sind oder kooperieren.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von SusanneBerlin » 16.04.19, 17:50

JürgenRober hat geschrieben: Aber natürlich wird A sich noch mit seiner Bank in Verbindung setzen und erfragen, warum ein Fremder völlig problemlos über das Konto von A verfügen konnte.
Hier hat kein Fremder über A's Konto verfügt. Sondern jemand hat mit den Daten von A (Name, Anschrift, Bankverbindung) dem Lottoanbieter ein SEPA-Mandat erteilt. A's Bank hat völlig üblich und legal gehandelt und das vom Lotto-Anbieter eingereichte SEPA-Mandat eingelöst.
ktown hat geschrieben:oder
FM hat geschrieben:Es drängt sich die Vermutung auf, dass A und C identisch sind oder kooperieren.
Deswegen scheut er sich auch die Polizei einzuschalten.
Grüße, Susanne

J.A.
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 7274
Registriert: 05.12.04, 12:07
Wohnort: Niedersachsen

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von J.A. » 16.04.19, 22:00

Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"

J.A.
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 7274
Registriert: 05.12.04, 12:07
Wohnort: Niedersachsen

Re: Betrug in Höhe von 20,00€ / Anzeige sinnvoll?

Beitrag von J.A. » 17.04.19, 10:16

J.A. hat geschrieben:Zufälle gibt's :ostern: :

https://www.juraforum.de/forum/t/volle- ... hl.654012/
Da wurde der verlinkte Thread dann flugs gelöscht.Quod erat demonstrandum 8)
Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"

Antworten