(Unberechtigte?) Vorladung wegen unerlaubten Handelns mit Amphetaminen

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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(Unberechtigte?) Vorladung wegen unerlaubten Handelns mit Amphetaminen

Beitrag von T66 » 07.08.19, 04:14

Hallo,

heute habe ich eine Vorladung von der Polizei erhalten. Der Tatvorwurf lautet "Unerlaubter Handel mit Amphetamin und seinen Derivaten in Tabletten- bzw. Kapselform (Ecstasy)". Als Ereignisort ist meine Wohnung und als Ereigniszeit zwei Tage im April angegeben. Bei mir hat weder eine Hausdurchsuchung stattgefunden noch wurde ich auf eine andere Art und Weise von der Polizei kontrolliert. Ich bin nicht vorbestraft oder in irgendeiner Form Polizei-Bekannt.

Im Mai habe ich ein Päckchen erhalten (ich weiß leider nicht mehr, ob in Kombination mit einer anderen Lieferung kam und ich unterschreiben musste oder ob es durch den Briefschlitz gesteckt wurde). Im Päckchen war u.A. eine beachtliche Menge Marihuana (ein Freund, der sich auskennt hat es auf 15-20 Gramm geschätzt, 30 Pillen (ich glaube Ecstasy, auf der kleinen Tüte stand mit Edding eine fette 30, daher weiß ich die Zahl) sowie eine kleine Menge mit anderen Stoff, den ich nicht identifizieren konnte. Das Kuriose war: Ich war als Absender angegeben und das Paket wurde, da es beim angegeben Empfänger "unzustellbar" war, an mich "zurückgeschickt" (obwohl ich es nie verschickt habe!).

Beispiel: https://www.pfalz-express.de/kaiserslau ... -der-post/

Da ich über die Jahre zuvor regelmäßig im Darknet für mich selbst bestellt habe (immer nur kleine Mengen 1-5G Speed) hatte ich in diesem Moment (Ja, nachträglich gesehen super dumm) Angst, das Paket bei der Polizei abzugeben). Deswegen habe ich das Päckchen mitsamt Inhalt für mich entsorgt und gehofft, dass es alles nur ein reines Missverständnis war. Ich ging davon aus, dass irgendwelche Darknet-Händler meine Adresse missbraucht haben, da ich ja öfter mal dort eingekauft habe.

Das Paket hatte übrigens einen Poststempel mit einem Tag im April, der mehr oder weniger genau auf die Ereigniszeit im Vorladungsschreiben passt. Bei mir kam es halt erst im Mai an, da es ja erst durch Post als unzustellbar markiert wurde und dann an mich zurückgeschickt wurde. Der angegebene Zeitraum im Schreiben ist also eventuell der, an dem das Paket abgeschickt wurde?

Wie kommt die Polizei auf mich? Wurde das Paket kontrolliert? Ich hatte wie gesagt bis heute keine einzige Kontrolle, es wurde nie irgendwas bei mir sichergestellt, ich hatte noch nie Kontakt zur Polizei. Ich fühle mich wirklich unschuldig (zumindest auf den Handels-Vorwurf) und habe fast den Drang einfach so zur Vorladung zu gehen und genau diese Geschichte zu erzählen, wie ich sie hier schreibe. Doch Familie und Freunde wollen unbedingt, dass ich mir einen Anwalt nehme, bevor ich mich selbst in irgendeine Scheiße reinrede. Doch die Frage ist, ob ich wirklich wohl über 1000€ investieren muss für einen Vorwurf, der eigentlich gar nicht stimmt? Wie würdet ihr verfahren? Kann ich das ganze ohne Anwalt lösen und einfach zur Vorladung gehen? Worauf muss ich mich dort einstellen?

Liebe Grüße

fodeure
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Re: (Unberechtigte?) Vorladung wegen unerlaubten Handelns mit Amphetaminen

Beitrag von fodeure » 07.08.19, 05:58

Eine konkrete Rechtsberatung wirst du hier nicht bekommen. Dafür müßtest du tatsächlich zu einem Anwalt gehen. Weiterhin hast du die Optionen ohne Anwalt zur Vernehmung zu gehen oder überhaupt nicht hinzugehen.

ExDevil67
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Re: (Unberechtigte?) Vorladung wegen unerlaubten Handelns mit Amphetaminen

Beitrag von ExDevil67 » 07.08.19, 06:37

Ich würde auch sagen, ab zum Anwalt.
Ja die Variante "Drogenhändler nutzt Kundenadresse als Absenderadresse für andere Lieferungen" ist sicher möglich, aber so komplett ohne Anhaltspunkte die für diese Geschichte sprechen dürfte das schnell als Schutzbehauptung abgestempelt werden. Von daher einen Anwalt mit Akteneinsicht beauftragen und dann mit dem beraten wie man weiter vorgeht.

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