Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

Lechim
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 12
Registriert: 03.03.10, 12:23

Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von Lechim » 09.08.19, 22:36

Hallo,

kurz zur Vorgeschichte:

Tochter (6) wohnt bei der Mutter, welche die Umgänge zwischen Vater und Tochter in der Vergangenheit nur wenig zugelassen hat. (Grund: Sie, die Mutter, möchte es nicht)
Klage bringt seit Jahren fast nichts, Justiz überlastet Termine kaum möglich Vater und Tochter Verhältnis erfolgreich gestört.
Mutter hetzt Tochter gegen den Vater auf, erzählt ihr, er der Vater wolle die Tochter ins Heim stecken.

Dann folgt:
Vater fährt mit dem Roller die Straße entlang wo die Mutter wohnt und sieht seine Tochter den anrollernden Vater anlächelnd neben dem Auto der Mutter stehen.
Dieser bleibt stehen und möchte seine Tochter begrüßen woraufhin die Mutter die Tochter schnappt und ins Auto sperrt.

Vater fordert sofort die Türen zu öffnen und das Kind rauszulassen, sie wollte auch raus.
Mutter erwidert, er solle sich verpissen.
Mehrmalige Androhung die Tür gewaltsam zu öffnen und ein Appell das arme Kind nicht einsperren zu können, erbringen garnichts, Mutter weigert sich.

Daraufhin zieht der Vater ein Rescue-Tool und schlägt die Scheibe des Auto ein.
Die Mutter greift daraufhin den Vater an, sie schlägt mit dem Schlüsselbund zu, die Schläge können abgewehrt werden nur einer Trifft hinter dem linken Ohr.
Vater möchte das Kind aus dem Auto befreien woraufhin die Mutter wieder angreift, Tritt gegen das Schienbein und Schläge, Vater Verteidigt sich und schlägt zwei mal mit der flachen Hand zurück.

Schließlich brüllt er sie an, sie solle jetzt endlich das mittlerweile weinende Kind aus dem Auto holen, dem kommt sie nach.

Polizei taucht auf Anzeige KV gegen Vater und versuchte KV gegen die Mutter eingeleitet. Rescue-Tool wurde nicht sichergestellt nur fotografiert.
Vater war bereits im KH und hat die eigentlich lächerliche Wunde am Schienbein dokumentieren lassen.

War das Einschlagen der Scheibe zulässig oder muss sich der Vater wegen Sachbeschädigung verantworten?
Vater gab bei der Polizei nur an "Kind war eingesperrt" und "Mutter hat mich angegriffen", ist eine Aussage bei der Polizei empfehlenswert eventuell unter Vorlage des KH-Berichts?


Bin für jede Hilfe dankbar. LG

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16550
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von FM » 10.08.19, 00:02

Bei der Überschrift denkt man ja zuerst an ein Kind in Lebensgefahr im überhitzten Auto. Aber hier offenbar ganz anders, lediglich die Gefahr dass der Vater seinen Willen nicht sofort durchsetzen kann und ohne Rücksicht auf das anwesende Kinde sofort Gewalt anwendet.

Also ist wohl vorsätzliche Sachbeschädigung gegeben, strafbar plus Schadensersatz und kein Rechtfertigungsgrund erkennbar. Wie es um die Körperverletzungen steht, wird ja bereits ermittelt.

Lechim
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 12
Registriert: 03.03.10, 12:23

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von Lechim » 10.08.19, 02:36

Von "sofort" kann keine Rede sein, wenn der Mutter genug Zeit eingeräumt wurde die aus Sicht des Vaters stattfindende Freiheitsberaubung selbst zu beenden.

Richtig, vor Kindern sollte so gut wie gar nichts ausgetragen werden, aber leider ist es schon zu spät, die Mutter nimmt die Justiz zu recht nicht mehr ernst kommt einfach zu Gerichtsterminen nicht (ohne Sanktionen) und der Vater ist permanent der gelackmeierte, die Mutter erfüllt wirklich alle Kriterien einer antisozialen Persönlichkeitsstörung + sadistischen Zügen, mit so einer Person kann man nicht sprechen, es ist unmöglich. Sie interessiert sich nur für sich selbst.

Es ist in der Vergangenheit zuviel passiert als dass man noch neutral an die Situation rangehen kann, Menschlichkeit, Moral, soziales Verhalten wird von ihr als Schwäche interpretiert, irgendwann ist das Maß voll.

Klar hat sich die kleine erschreckt als auf einmal die Scheibe geplatzt ist, das ist nicht schön und auch bedauerlich, die Nerven sind strapaziert, derzeit gibt es nur den harten Weg oder sie muss auf ihren Papa verzichten.

Was soll man machen wenn die Mutter den Umgang nicht zulässt ? Klagen ?, seit 3 Jahren läuft der Rotz, und Ende des Jahres ist ein Termin frei.

Deputy
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2865
Registriert: 18.07.11, 22:30

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von Deputy » 10.08.19, 08:43

Lechim hat geschrieben:
09.08.19, 22:36
Polizei taucht auf Anzeige KV gegen Vater und versuchte KV gegen die Mutter eingeleitet. Rescue-Tool wurde nicht sichergestellt nur fotografiert.
Vater war bereits im KH und hat die eigentlich lächerliche Wunde am Schienbein dokumentieren lassen.
Natürlich. Schließlich kam es bei beiden zu Verletzungen, die sich sich gegenseitig zugefügt haben. Der Verdacht besteht, die Anzeige wird geschrieben, es wird ermittelt und die StA entscheidet. Und später uU ein Gericht.

Aber eben nicht die Polizei, das steht der nicht zu.

Lechim
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 12
Registriert: 03.03.10, 12:23

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von Lechim » 11.08.19, 20:43

Ist es denn völlig abwegig hier von einer Freiheitsberaubung zu sprechen?
Schließlich wurde das Auto von außen mit der Fernbedinung abgeschlossen und das Kind wollte auch nicht in das Auto, wurde aber durch die Mutter am Arm gepackt und ins Auto verbacht.

Das Kind war dann so eingeschüchtert da es mit Sicherheit wusste wenn es sich jetzt bewegt, ggf. es schafft das Auto von innen zu entriegeln, massiven Ärger mit der Mutter bekommt.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 15450
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von SusanneBerlin » 11.08.19, 20:52

Der Vater konnte davon ausgehen, dass die Mutter das Kind herauslässt sobald er sich entfernt. Er hätte nur weggehen brauchen.
Grüße, Susanne

WHKD2000
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 699
Registriert: 29.06.13, 18:52

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von WHKD2000 » 11.08.19, 22:10

Lechim hat geschrieben:
09.08.19, 22:36

Daraufhin zieht der Vater ein Rescue-Tool und schlägt die Scheibe des Auto ein.

Das hat er natürlich immer dabei,was für ein "Tool" war es denn?


Die Mutter greift daraufhin den Vater an, sie schlägt mit dem Schlüsselbund zu, die Schläge können abgewehrt werden nur einer Trifft hinter dem linken Ohr.
klingt nach einer schrecklich netten Familie :shock:

Vater möchte das Kind aus dem Auto befreien woraufhin die Mutter wieder angreift,
ok, war sie zuvor in ihrer :shock: Ringecke; andernfalls kann das zur Disqualifikation führen :roll: :roll:

Tritt gegen das Schienbein und Schläge,
klar, macht man so in Thailand,siehe Sitten und Gebräuche :roll: :roll:

Vater Verteidigt sich und schlägt zwei mal mit der flachen Hand zurück.
:shock: klar unsportlich :roll:

Schließlich brüllt er sie an, sie solle jetzt endlich das mittlerweile weinende Kind aus dem Auto holen, dem kommt sie nach.
:roll:

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16550
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von FM » 11.08.19, 22:16

Würde mich nicht wundern wenn ein Kontaktverbot gegen den Vater verhängt wird.

Von Freiheitsberaubung zu sprechen wenn die sorgeberechtigte Mutter das Kind kurzzeitig im Auto einsperrt weil eine gewaltbereite Person sich brüllend nähert erscheint recht absurd. Und wenn das Kind alleine - ohne Mutter - im Auto ist, besteht auch kaum eine Gefahr dass es wegfährt, bevor die angerufene Polizei eintrifft, also kein rechtfertigender Notstand.

WHKD2000
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 699
Registriert: 29.06.13, 18:52

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von WHKD2000 » 11.08.19, 23:10

Lechim hat geschrieben:
10.08.19, 02:36

Klar hat sich die kleine erschreckt als auf einmal die Scheibe geplatzt ist, das ist nicht schön und auch bedauerlich, die Nerven sind strapaziert, derzeit gibt es nur den harten Weg oder sie muss auf ihren Papa verzichten.

Was soll man machen wenn die Mutter den Umgang nicht zulässt ? Klagen ?, seit 3 Jahren läuft der Rotz, und Ende des Jahres ist ein Termin frei.
was aus dem Termin wird der aufgrund des "Rotzes" nun offensichtlich vor dem FG stattfinden wird,weiß man nicht.

Klar ist aber,daß sich ein emotional überfordertes Kind auch durch eine "geplatzte Scheibe" nicht gerade vorteilhaft weiter entwickeln wird,und es die Erfordernisse des "harten Weges" ,wohl nie verstehen wird, zumal der auch nur einseitig subjektiv so gesehen wird vom TE,und Dieser sicherlich kein Weg im Sinne von Bewältigen einer Situation oder Erreichen eines sinnvollen Zieles ist.

insofern :engel: :engel: :engel:

Lechim
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 12
Registriert: 03.03.10, 12:23

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von Lechim » 11.08.19, 23:47

SusanneBerlin hat geschrieben:
11.08.19, 20:52
Der Vater konnte davon ausgehen, dass die Mutter das Kind herauslässt sobald er sich entfernt. Er hätte nur weggehen brauchen.
Achso der Vater ist schuld wenn die Mutter sich strafbar macht. WoW darauf muss man erstmal kommen.
Aber wieso bitte soll er weggehen? Er hat ein gutes Verhältnis zu seiner Tochter sie ist auch gerne bei ihm.

FM hat geschrieben:
11.08.19, 22:16
Würde mich nicht wundern wenn ein Kontaktverbot gegen den Vater verhängt wird.

Von Freiheitsberaubung zu sprechen wenn die sorgeberechtigte Mutter das Kind kurzzeitig im Auto einsperrt weil eine gewaltbereite Person sich brüllend nähert erscheint recht absurd. Und wenn das Kind alleine - ohne Mutter - im Auto ist, besteht auch kaum eine Gefahr dass es wegfährt, bevor die angerufene Polizei eintrifft, also kein rechtfertigender Notstand.
Woher die Erkenntnis dass sich eine gewaltbereite Person brüllend nähert? Habe leider davon nichts im ersten Beitrag finden können !?
Im Ggt. sie hat rumgebrüllt, und der Vater hat sie mehrfach gebeten nicht zu schreien, er wurde beleidigt und blieb trotzdem ganz ruhig, hat einfach nur verlangt das Kind aus dem Auto zu lassen.

Aber zum Thema gewaltbereit, die Mutter war vor kurzem auf Bewährung wegen KV.

Niemand hat um Applaus gebeten, dem Vater wäre es auch lieber gewesen wenn er die Schläge eingesteckt hätte, man darf sich in so einer Situation eigentlich nicht wehren. Das Gericht hatte die Möglichkeit eine Entscheidung zu treffen, das JA und die Psychologin haben dem Vater auch einen guten Umgang mit seiner Tochter bescheinigt und die Umgangsregelung unterstützt, gescheiter ist es an der Mutter welche ihren Briefkasten nicht geleert hat und deswegen nicht zum Termin kam.
Sanktion = GARNIX, Pech gehabt für Kind und Vater, neuer Termin? wurde versucht aber mal ist der Richter im Urlaub mal hat das JA keine Zeit, also kein neuer Termin in naheliegender Zeit. Chance vertan dem Vater endlich mal sein Recht zuzusprechen. So lange geduldig alles über sich ergehen lassen, wenns ums eigene Kind geht, macht das erstmal durch.

Trotzdem schön anzusehen wie hier alle hüllen fallen.

Froggel
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2958
Registriert: 19.05.05, 15:17
Wohnort: Niedersachsen

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von Froggel » 12.08.19, 02:02

Ich kann durchaus den Frust des Vaters verstehen, aber trotzdem muss er sich hier eine Mitschuld an der Eskalation mit anrechnen lassen. Bis zu diesem Punkt
Lechim hat geschrieben:
09.08.19, 22:36
Vater fährt mit dem Roller die Straße entlang wo die Mutter wohnt und sieht seine Tochter den anrollernden Vater anlächelnd neben dem Auto der Mutter stehen.
Dieser bleibt stehen und möchte seine Tochter begrüßen woraufhin die Mutter die Tochter schnappt und ins Auto sperrt.
ist noch nichts weiter passiert, außer dass die Mutter die Tochter aus dem Einzugsbereich des Vaters entfernt (eingesperrt) hat. Klar ist das ärgerlich, aber wenn das Kind im Haus eingesperrt worden wäre, hätte der Vater sicherlich nicht so extrem reagiert und mit einem Rescue-Tool die Scheibe eingeschlagen. Die Mutter hätte das Kind mit Sicherheit auch wieder aus dem Auto gelassen, wenn sich der Vater entfernt hätte. Das nennt sich Deeskalation - oder auch einfach vernunftbegabtes Handeln. So, wie sich das entwickelt hat, ist das dagegen sehr unglücklich gewesen. Das Einschlagen der Scheibe sehe ich jedenfalls nicht als gerechtfertigt an, da sich das Kind zu dem Zeitpunkt nicht in einer lebensbedrohlichen Situation befunden hat. Erst durch die Sachbeschädigung ist das Ganze eskaliert.

Ob der Vater nun eine Aussage bei der Polizei machen sollte oder nicht, sollte er besser bei einem Anwalt erfragen. Wenn er die Situation nämlich genauso schildert wie hier, kann ich mir schon vorstellen, dass er da arge Probleme bekommt. Grundsätzlich würde ich das Verhalten beider Elternteile in dieser Situation als unverhältnismäßig und kindswohlgefährdend einstufen. Und wenn die Mutter tatsächlich so rabiat ist, dass die Möglichkeit besteht, dass sie das auch gegenüber dem Kind so auslebt, wäre zu prüfen, ob per einstweiliger Verfügung möglich ist, das Kind beim Vater unterzubringen oder wenigstens ein Ordnungsgeld gegen die Mutter zu verhängen, wenn sie dem Vater sein Umgangsrecht verweigert. Aber auch das wird ein Anwalt besser einschätzen können.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

Deputy
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2865
Registriert: 18.07.11, 22:30

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von Deputy » 12.08.19, 06:27

Lechim hat geschrieben:
09.08.19, 22:36
Tochter (6) wohnt bei der Mutter, welche die Umgänge zwischen Vater und Tochter in der Vergangenheit nur wenig zugelassen hat. (Grund: Sie, die Mutter, möchte es nicht)
Klage bringt seit Jahren fast nichts, Justiz überlastet Termine kaum möglich Vater und Tochter Verhältnis erfolgreich gestört.
Mutter hetzt Tochter gegen den Vater auf, erzählt ihr, er der Vater wolle die Tochter ins Heim stecken.
Mit dieser Vorgeschichte sehe ich die Sache nicht so eindeutig.

Die Frage ist zunächst: wer hat das Sorgerecht und warum?

Wenn die Mutter die Tochter tatsächlich als Druckmittel benutzt und dann auf diese Weise (einsperren) einen Kontakt verhindert, obwohl der Vater dazu berechtigt ist (in wieweit das vorliegt wissen wir jetzt nicht) oder wenn beide das Sorgerecht haben, dann kann hier tatsächlich eine Freiheitsberaubung vorliegen, die der Vater beendet hat, um seine Tochter zu schützen.

Ob ihm "einfach weggehen" zumutbar war wäre da zu klären, es geht immerhin um sein Kind, zu dem er offensichtlich Kontakt will; wichtig wäre auch, was die Tochter will und auch warum (Hetze durch die Mutter?)?

Tastenspitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 19265
Registriert: 05.07.07, 07:27
Wohnort: Daheim

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von Tastenspitz » 12.08.19, 06:55

Lechim hat geschrieben:
11.08.19, 23:47
Achso der Vater ist schuld wenn die Mutter sich strafbar macht.
Ein KInd in ein Auto zu setzen um es dem, wie hier zu lesen, offensichtlich unbeherrschten Vater zu entziehen, ist keine Straftat. Hieraus eine Freiheitsberaubung zu konstruieren um dann die daraus resultierende Sachbeschädigung zu rechtfertigen dürfte etwas schwierig werden.
Man sollte egal wie es ausgehen mag in jedem Fall damit rechnen, dass die Aktion dem Vater-Kind-Verhältnis geschadet hat.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8213
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von Chavah » 12.08.19, 07:33

Ich stimme meinem Vorschreiber zu. Der Tatbestand der Freiheitsberaubung ist nicht erfüllt. Hier lag eine für das Kind bedrohliche Situation vor, in welcher das Einsperren durchaus gerechtfertigt war. Abgesehen davon ist die Lage bei Kindern hinsichtlich der Erfüllung des Tatbestandes ohnehin anders. Man "beraubt" seine Kinder durchaus zum eigenen Schutz ihrer Freiheit, ohne dass der Tatbestand der Freiheitsberaubung erfüllt ist. Da fehlt es einfach an der subjektiven Seite des Tatbestandes. Beispiel: Wohnungstür wird abgeschlossen, weil das Kind ständig ins Treppenhaus entwitscht.

Und, das Verhalten zeigt doch, dass das Kind in Sicherheit gebracht werden musste. Denn das Zertrümmern der Scheibe war ja keinesfalls geeignet, das Kind zu "befreien," es war vielmehr ein Ausleben von Aggressivität. Es war das gute Recht der Mutter, diesen Angriff auf das Kind, auf ihr Eigentum abzuwenden.

Ich betone ausdrücklich, dass diese Bewertung nichts mit der familienrechtlichen Situation zu tun hat. Ich befürchte allerdings, dass sich der Vater durch diese Aktion auch diesbezüglich von hinten selbst ins Knie geschossen hat.

Chavah

FelixSt
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2050
Registriert: 07.08.14, 18:05

Re: Kind ins Auto gesperrt, Scheibe eingeschlagen

Beitrag von FelixSt » 12.08.19, 12:11

Tja, so ist das mit der Geschlechtergerechtigkeit... Warum soll nicht auch mal ein Mann eine hysterische Szene machen und das Kind für Beziehungsstreitigkeiten instrumentalisieren...?

Antworten