Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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Lober5
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Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Lober5 » 10.08.19, 14:19

Ich würde gerne wissen ob es erlaubt wäre das ein Richter einfach nach einer Verhandlung die Verhandlung vom Amtsgericht zum Landgericht verlegen würde und es begründen würde mit psychologischen Gutachten.
Zuletzt geändert von Lober5 am 10.08.19, 14:41, insgesamt 1-mal geändert.

Pünktchen
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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Pünktchen » 10.08.19, 14:33

Wird eine Einweisung in eine Psychiatrie nach § 63 STGB in Betracht gezogen?

Lober5
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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Lober5 » 10.08.19, 14:39

Weiß ich nicht genau es wäre begründet worden ein Gutachten zu machen mit Gründen die mir so vorkommen als ob es nicht gerechtfertigt wäre dafür.

SusanneBerlin
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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von SusanneBerlin » 10.08.19, 14:43

Die Begründung ist wahrscheinlich nicht vollständig wiedergegeben. Gründe für die Abgabe an das Landgericht können darin liegen, dass sich auch das voraussichtlich zu verhängende Strafmaß erhöht hat oder es wird die Unterbringung in der Sicherheitsverwahrung (§ 66 StGB) in Betracht gezogen.
Lober5 hat geschrieben:Weiß ich nicht genau es wäre begründet worden ein Gutachten zu machen mit Gründen die mir so vorkommen als ob es nicht gerechtfertigt wäre dafür
"Wofür" erscheint es Ihnen nicht gerechtfertigt? Mal Butter bei die Fischer, worum gehts eigentlich?
Grüße, Susanne

Lober5
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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Lober5 » 10.08.19, 14:51

Nichts wichtiges nur § 183.

SusanneBerlin
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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von SusanneBerlin » 10.08.19, 14:58

Lober5 hat geschrieben:
10.08.19, 14:51
Nichts wichtiges nur § 183.
Da sind Richter und Staatsanwalt offenbar anderer Ansicht.
Grüße, Susanne

Lober5
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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Lober5 » 10.08.19, 15:19

Was würde gemacht werden wenn derjenige das Gutachten nicht machen lassen würde?

Chavah
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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Chavah » 10.08.19, 17:46

Dann würde das Gericht überprüfen, ob es die ihm eingeräumten Zwangsmittel verhängt oder nicht. Wahrscheinlich ja.

Und "nur", keine Ahnung, wieso "nur." Da muss ja eine ganze Menge passiert sein, ehe es soweit kommt.

Chavah

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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Lober5 » 10.08.19, 18:11

Derjenige hätte Vorstrafen für Entblößen vor anderen (aber nur vor Männer). Die Verhandlung wäre seine erste und es wäre wieder so was ähnliches. Die Begründungen für ein Gutachten wären gewesen das er zusätzlich onaniert hätte (und zusätzlich noch etwas gemacht hätte um sich einen Kick zu geben wodurch aber niemand gefährdet wurde und auch nicht werden konnte) und das er schon 36 wäre und noch nie gearbeitet hätte und keine Ausbildung gemacht hätte. An seinem Lebenslauf würde man aber sehen das er nicht dumm wäre da er schon mehrere Studiengänge angefangen hätte und er nur nie zu Ende studiert hätte. Das würde das doch nicht rechtfertigen das einfach so zu bestimmen?

SusanneBerlin
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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von SusanneBerlin » 10.08.19, 18:28

Bei einem psychologischen Gutachten geht es nicht um dumm oder nicht dumm (wenn es darum ginge, würde man einen Intelligenztest machen), sondern darum ob der Angeklagte zum Tatzeitpunkt schuldfähig war.
Grüße, Susanne

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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Pünktchen » 10.08.19, 18:40

Lober5 hat geschrieben:
10.08.19, 18:11
(aber nur vor Männer).
Da macht das Gesetz keinen Unterschied, nur beim Geschlecht des Täters.

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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Lober5 » 10.08.19, 18:54

Wie würde das Gutachten genau gemacht werden und von wem und wo und was müsste derjenige für das Gutachten genau machen?

Chavah
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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Chavah » 10.08.19, 19:00

:) :) .... und es wird noch überprüft, ob eine Gefahr vom Täter ausgeht. Denn das muss sich ja niemand bieten lassen, mit den zusätzlichen Ängsten. Da wird dann eben untersucht und geguckt und das Ergebnis wird bei einem Wiederholungstäter entweder eine empfindliche Freiheitsstrafe sein oder aber eben eine Therapieauflage, was weiss ich. Auch Geldstrafe käme in Betracht.

Nur eines sollte ganz klar sein. Grenzenlose Selbstverwirklichung in der Richtung, das läuft nicht. Die Angelegenheit ist spätestens jetzt sehr ernst zu nehmen. Und vielleicht endlich mal kapieren, dass das kein sportlicher Wettstreit ist, dass sich andere Menschen auch genötigt fühlen können, das sich so eine Ferkelei niemand, wirklich niemand zumuten muss.

Chavah

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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von Chavah » 10.08.19, 19:02

Das kommt auf den Gutachterauftrag an. Den kennen wir nicht, in Ermangelung hellseherischer Fähigkeiten.

Chavah

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Re: Verlegung von Amtsgericht zu Landgericht

Beitrag von FM » 10.08.19, 19:48

Lober5 hat geschrieben:
10.08.19, 18:11
(und zusätzlich noch etwas gemacht hätte um sich einen Kick zu geben wodurch aber niemand gefährdet wurde und auch nicht werden konnte)
Da für Exhibitionismus nur ein Strafrahmen von bis zu einem Jahr gilt und das Amtsgericht für Strafen bis zu vier Jahren zuständig ist, scheint diese nicht näher benannte zusätzliche Kleinigkeit doch nicht ganz so unwichtig zu sein. Auch Sicherungsverwahrung kommt nur bei Strafen ab zwei Jahren in betracht, also nicht bei einfachem Exhibitionismus. Aber z.B. schon eher, wenn auch Kinder betroffen sind.

Der Beschuldigte sollte sich im Klaren sein, dass etwas weitaus Größeres auf ihn zukommt als er bisher dachte und es sich doch lohnen könnte, einen Verteidiger zu nehmen.

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