In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

Pünktchen
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Re: In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Beitrag von Pünktchen »

hawethie hat geschrieben:
02.01.20, 09:49
Ich verstehe nicht, warum von einer Anzeige abgeraten wird. Man sollte schon der Polizei mitteilen, wenn man Opfer.
Das ist bereits passiert.

ZITAT: "Person A muss noch in der selben Nacht bei der Kripo als Zeuge aussagen."

ExDevil67
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Re: In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Beitrag von ExDevil67 »

Pünktchen hat geschrieben:
02.01.20, 10:18
hawethie hat geschrieben:
02.01.20, 09:49
Man sollte schon der Polizei mitteilen, wenn man Opfer.
Das ist bereits passiert.

ZITAT: "Person A muss noch in der selben Nacht bei der Kripo als Zeuge aussagen."
Jein. Nur weil jemand nach eigener Einschätzung als Zeuge vernommen wurde zu einem Sachverhalt, muss man aber nicht unbedingt auch als Geschädigter in der Akte geführt werden. Zumindest das sollte man klären und ggf ändern lassen.

Deputy
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Re: In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Beitrag von Deputy »

@ExDevil67
Das ist eine völlig andere Sache, und muss im Einzelfall geklärt werden, zur Not über die StA. Darauf hinarbeiten kann man.

Ich hatte das falsch im Kopf, so einfach ist es nicht, da zum GS zu werden; blos dass man es will reicht auf jeden Fall nicht aus. Es sollte zumindest ein entsprechendes fachärztliches Attest vorgelegt werden - die psychische Verletzung muss nachgewiesen werden.

Wenn man mit dem Sachverhalt auf einer Dienststelle auftaucht und den so schildert, wird da definitiv keine Anzeige mehr aufgenommen.

J.A.
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Re: In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Beitrag von J.A. »

Eine Anzeige macht im konkreten Fall in der Tat keinen Sinn mehr, da bereits von Amtswegen ermittelt wird. Da § 241 StGB Offizialdelikt ist, ist auch kein formeller Strafantrag notwendig.

KV an A nur (wie schon erklärt) wenn sich die psychische Beeinträchtigung körperlich manifestiert. Insofern wäre es klug, ein ärztliches Attest erstellen zu lassen, alleine schon für die zivilrechtliche Schiene.

Nebenklage bei Bedrohung ist nicht möglich, bei KV nur dann, wenn KV an A mit angeklagt würde. Es ist allerdings nicht ganz unwahrscheinlich, dass sowohl die Bedrohungen, als auch A's KV (wenn man sie TBM-mässig als gegeben annimmt) nach 154 StPO eingestellt werden.

Letztendlich brächte dem A die Nebenklage hier auch überhaupt nichts. Der AW wird wegen der gef. KV an D (wohl) verurteilt werden. Ob der A da als Nebenkläger mitmischt, oder nicht, ist relativ bedeutungslos.

Wenn A Schmerzensgeld möchte, geht er am besten zu einem Rechtsanwalt und lässt ein entsprechendes Schreiben aufsetzen. Die Kosten dafür muss der AW tragen, wenn er außergerichtlich akzeptiert oder -falls nicht- entsprechend verurteilt wird.
Eine Einforderung von psychologischer Hilfe bei der Polizei wird nichts bringen, da die Polizei hierfür nicht zuständig ist;
Richtig. Die polizeiliche Opferberatung leistet eher fachliche/rechtliche Beratung.
Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"

FinaaL
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Re: In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Beitrag von FinaaL »

Danke für die Antworten. Ich lese heraus, dass Person A mehr oder weniger Handlungsunfähig ist.

Aber nochmals eine Nachfrage zu Person D:

Wenn sich mittlerweile herausgestellt hat, dass sich Person D keinen Anwalt leisten kann und auch keine Rechtsschutzversicherung o.Ä. hat. Wie wird nun weiter vorgegangen werden?

Besteht die Möglichkeit, dass Staatsanwalt Anklage erhebt wenn Person D es nicht macht? Oder gibt es kostenfreien Rechtsbeistand als Kläger? Ich weiß, dass es Pflichtverteidiger gibt. Aber gibt es auch Pflichtkläger oder sowas in der Art?

*edit*: Habe gelesen, dass es sowas wie einen Beratungsschein gibt und auch Prozesskosten vom Staat übernommen werden können.

LG

blackylein
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Re: In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Beitrag von blackylein »

D braucht gar nichts machen. Die Anzeige gegen AW ist von Amtswegen schon raus.
D kann sich an eine Opfervertretung wenden. ZB. Weißer Ring. Dort kann D sich über weiteres Vorgehen informieren.

J.A.
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Re: In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Beitrag von J.A. »

Danke für die Antworten. Ich lese heraus, dass Person A mehr oder weniger Handlungsunfähig ist.
Wie ich schon sagte: A kann zu einem Rechtsanwalt gehen und den AW durch den Rechtsanwalt auffordern lassen, Schmerzensgeld zu zahlen. Wie erfolgversprechend das ist, sei dahingestellt.
Wenn sich mittlerweile herausgestellt hat, dass sich Person D keinen Anwalt leisten kann
Für den Strafprozess als solchen braucht D keinen Anwalt. Im Strafprozess ist immer die Staatsanwaltschaft der Ankläger (ausg. im Privatklageverfahren, was hier aber keine Rolle spielt).

Wenn D als Nebenkläger auftreten will und mglw. Schmerzensgeld im Wege der Adhäsion [§ 403 StPO] geltend machen will, kann er dafür PKH bekommen, unter den Voraussetzungen des § 397a, Abs. 2 StPO (Nebenklage) bzw. § 404, Abs. 5 StPO (Adhäsionsklage)

Ob es für D sinniger ist Schmerzensgeld/Schadenersatz per Adhäsion im Strafverfahren oder in einem gesonderten Zivilverfahren geltend zu machen, sollte er mit einem Anwalt besprechen.

Es geht ja wohl um die Geschichte in Köln von vor ein paar Tagen?!

D (und auch A) können sich an den "Kölner Opferhilfe e.V." wenden. Dort bekommen sie den weiteren Ablauf erklärt, Hilfe mit dem Papierkram und können auch an einen Anwalt weitervermittelt werden. http://www.koelner-opferhilfe.de/
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deerhunter
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Re: In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Beitrag von deerhunter »

Hört sich an, als handelt es sich um diesen Fall https://www.express.de/koeln/neue-detai ... t-33675352
Gruß

Adam

ktown
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Re: In Schießerei verwickelt - psychologischer Schaden - Schadensersatz?

Beitrag von ktown »

deerhunter hat geschrieben:
05.01.20, 11:51
Hört sich an, als handelt es sich um diesen Fall https://www.express.de/koeln/neue-detai ... t-33675352
und somit ist der Fall zu.

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