Wann ist eine Unterschrift nötig?

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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myLord
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Wann ist eine Unterschrift nötig?

Beitrag von myLord »

Hallo Leute,

nehmen wir mal an, dass bei A heute ein Schreiben von einem Staatsanwalt einging. Der Staatsanwalt fragt nach, auf welcher Rechtsgrundlage A die Zeugenaussage verweigert. Das im Schreiben steht unten "gez. Name". Das Schreiben trägt selbst keine Unterschrift. Wann ist denn überhaupt eine Unterschrift erforderlich?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei der Polizei immer eine Unterschrift verlangt wird, wenn man eine Zeugenaussage macht. Briefe vom Finanzamt kommen mit Unterschrift, etc. Wieso schickt der STA ein Schreiben ohne und darf A dem STA nun auch ohne Unterschrift antworten?

Und wenn sich jemand die Frage stellt, wieso A das tun sollte. Ganz einfach:
Ohne Unterschrift: Schreiben verfassen => An FAX-Dienst senden.

Mit Unterschrift: Schreiben verfassen, drucken, unterschreiben, scannen => An FAX-Dienst senden.

Also mehr Arbeit, größere Kosten und Umweltschaden.

lottchen
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Re: Wann ist eine Unterschrift nötig?

Beitrag von lottchen »

Mal so nebenbei:
Man kann auch seine Unterschrift einscannen (ja dafür müsste einmalig ein Blatt geopfert werden, kann man aber für alle zukünftigen Schreiben auch verwenden) und abspeichern und gleich im Computer in das Schreiben einfügen. Das spart man sich das ausdrucken und wieder einscannen. Wenn man das ohnehin nur per Mail oder Fax verschickt und die Originalunterschrift niemand sieht. Dann leidet die Umwelt nicht mehr als nötig.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

myLord
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Re: Wann ist eine Unterschrift nötig?

Beitrag von myLord »

lottchen hat geschrieben:
22.01.20, 11:36
Mal so nebenbei:
Man kann auch seine Unterschrift einscannen (ja dafür müsste einmalig ein Blatt geopfert werden, kann man aber für alle zukünftigen Schreiben auch verwenden) und abspeichern und gleich im Computer in das Schreiben einfügen. Das spart man sich das ausdrucken und wieder einscannen. Wenn man das ohnehin nur per Mail oder Fax verschickt und die Originalunterschrift niemand sieht. Dann leidet die Umwelt nicht mehr als nötig.
Mal so nebenbei zurück:
Mir persönlich geht es so, dass ich spätestens ab dem zweiten Schreiben sehe, dass die Unterschrift die gleiche ist. Und dann komme ich mir etwas "veräppelt" vor. Was für einen Wert hat dann so eine eingescannte und ausgedruckte Unterschrift? Dann kann man die auch gleich direkt weglassen.

hawethie
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Re: Wann ist eine Unterschrift nötig?

Beitrag von hawethie »

Solange mit den Schreiben keine Auflagen, Anordnungen oder oder oder getroffen werden, sehe ich da kein Problem, wenn mal was nicht unterschrieben ist.
Auch die Antwort: solange die Schriftform (die eine Unterschrift bedingt) nicht vorgeschrieben ist.... E-Mail und raus damit.
Wann ist denn überhaupt eine Unterschrift erforderlich?
wenn durch Gesetz vorgeschrieben.
Briefe vom Finanzamt kommen mit Unterschrift
hier schon lange nicht mehr. - noch nicht mal die Steuerbescheide.
Bei vielen Stellen, auch Behörden, gibt es keine Arbeitsplatzdrucker mehr sondern "normale" Drucke laufen in einer zentralen Stelle auf und werden dort automatisiert ausgedruckt, eingetütet und verschickt.
Dient auch der Kostenersparnis.
Nur Schreiben mit der Schriftformerfordernis laufen auf einen "Abteilungsdrucker", werden dort abgeholt und dann vom Verfasser unterzeichnet, eingetütet und in den Postgang gegeben.
Was für einen Wert hat dann so eine eingescannte und ausgedruckte Unterschrift?
den gleichen wie ein Unterschriftenautomat oder ein Faksimile (Unterschriftenstempel).

Mach dir doch das Leben nicht so schwer: die einfache Frage, warum man die Aussage in einer Sache verweigert, hätte auch per Telefonanruf geklärt werden können - oder willst du da auch eine Unterschrift oder nur noch per Videoanruf?
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

Celestro
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Re: Wann ist eine Unterschrift nötig?

Beitrag von Celestro »

myLord hat geschrieben:
22.01.20, 12:24
Mal so nebenbei zurück:
Mir persönlich geht es so, dass ich spätestens ab dem zweiten Schreiben sehe, dass die Unterschrift die gleiche ist. Und dann komme ich mir etwas "veräppelt" vor. Was für einen Wert hat dann so eine eingescannte und ausgedruckte Unterschrift? Dann kann man die auch gleich direkt weglassen.
Warum sollte eine digitale Unterschrift einen geringeren Wert haben, als jede Andere? :roll:

myLord
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Re: Wann ist eine Unterschrift nötig?

Beitrag von myLord »

Celestro hat geschrieben:
22.01.20, 15:07
Warum sollte eine digitale Unterschrift einen geringeren Wert haben, als jede Andere? :roll:
Wir sprechen hier nicht von einer digitalen Unterschrift, sondern von einer eingescannten und ausgedruckten.
Und durch eine persönliche Unterschrift hat ein Schreiben einen ganz anderen Wert – IMHO. Und genauso, wenn irgendetwas mit einem Füller unterschrieben ist, mit Vor- und Nachnamen. Ist die Unterschrift nur ausgedruckt, dann hinterlässt das Schreiben doch eher den Eindruck eines Massenschreibens ohne Wert.

Beispiel: Würdest du jemanden einstellen, wenn er eine ausgedruckte Unterschrift auf dem Bewerbungs-Anschreiben hat?

Tastenspitz
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Re: Wann ist eine Unterschrift nötig?

Beitrag von Tastenspitz »

myLord hat geschrieben:
22.01.20, 15:13
Würdest du jemanden einstellen, wenn er eine ausgedruckte Unterschrift auf dem Bewerbungs-Anschreiben hat?
Wenn (Wenn) mir das auffallen würde, wäre es sichter kein Kriterium jemanden zu bevorzugen oder zu benachteiligen.
myLord hat geschrieben:
22.01.20, 15:13
Und durch eine persönliche Unterschrift hat ein Schreiben einen ganz anderen Wert – IMHO. Und genauso, wenn irgendetwas mit einem Füller unterschrieben ist, mit Vor- und Nachnamen.
Naja...ernsthaft jetzt. Wer prüft bitte nach, ob mit nem Kuli, dem Tintenschreiber, einem Füller oder dem Gänsekiel unterschrieben wurde. Siegel noch drauf- Am Besten an einem Geschenkband damit es unten rumbaumelt wenn man die Bulle von S.H. MyLord liest. :ironie:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Pünktchen
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Re: Wann ist eine Unterschrift nötig?

Beitrag von Pünktchen »

myLord hat geschrieben:
22.01.20, 15:13
Beispiel: Würdest du jemanden einstellen, wenn er eine ausgedruckte Unterschrift auf dem Bewerbungs-Anschreiben hat?
Warum nicht? Würdest du eher jemand einstellen, der die Bewerbung Ausdruck, unterschreibt, einscannt dann als Bild-Datei verschickt?

webelch
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Re: Wann ist eine Unterschrift nötig?

Beitrag von webelch »

Zur Schriftform und der notwendigen Unterschrift dürfte doch erstmal §126 BGB heranzuziehen sein.

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