Ermittlungsverfahren eingestellt ?!

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

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J. d'Arcey
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Ermittlungsverfahren eingestellt ?!

Beitrag von J. d'Arcey »

Hallo,

folgender fiktiver Fall:

Person A und B wollen auf einer Party einen Joint rauchen und setzen sich dazu in ein Auto auf dem Parkplatz.
Das Auto steht schon länger, der Motor ist kalt und der Schlüssel steckt nicht.

Nun käme die Polizei hinz, würde die beiden überprüfen. Person A gäbe an, vor einer Stunde mit dem Auto gefahren zu sein. Die Polizei würde eine Blutprobe nehmen um nach Abbauprodukten zu suchen und ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit am Steuer -infolge von Drogen- Betitz und Erwerb BTM einleiten. Falls Person A am Vortag auch einen Joint geraucht hätte, könnten die Abbauprodukte nachgewiesen werden.

Würde später ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft kommen, dass das Verfahren gemäß §29 Betäubungsmittelgesetz eingestellt werden würde, wäre der gesammte Tatvorwurf -also auch die angebliche Trunkenheit am Steuer eingestellt, oder könnte die Staatsanwaltschft aus diesem Vorwurf mehrere Verfahren ableiten ?

J.A.
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Re: Ermittlungsverfahren eingestellt ?!

Beitrag von J.A. »

Eingestellt wurde nur der Verdacht auf Besitz von Betäubungsmitteln. Das Owi-Verfahren nach 24a StVG ist davon unabhängig. Das wird jetzt (soweit noch nicht geschehen) Von der Staatsanwaltschaft an die kommunale Ordnungsbehörde abgegeben.
Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"

ExDevil67
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Re: Ermittlungsverfahren eingestellt ?!

Beitrag von ExDevil67 »

Und selbst wenn im Blut nix aktives mehr gefunden wurde. Abbauprodukte dürften sicher gefunden werden und auch entsprechende Maßnahmen auslösen.

Gaia
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Re: Ermittlungsverfahren eingestellt ?!

Beitrag von Gaia »

J. d'Arcey hat geschrieben:
07.02.20, 16:50
Person A gäbe an, vor einer Stunde mit dem Auto gefahren zu sein. Die Polizei würde eine Blutprobe nehmen um nach Abbauprodukten zu suchen und ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit am Steuer -infolge von Drogen- Betitz und Erwerb BTM einleiten. Falls Person A am Vortag auch einen Joint geraucht hätte, könnten die Abbauprodukte nachgewiesen werden.
Tja. Das kommt raus, wenn man sich zudröhnt und die einfachsten Grundsätze vergisst. Da darf A sich auch nicht wundern, wenn jetzt ermittelt wird und er seine FE verliert und womöglich zur MPU darf.

Pünktchen
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Re: Ermittlungsverfahren eingestellt ?!

Beitrag von Pünktchen »

Gaia hat geschrieben:
08.02.20, 15:59
Tja. Das kommt raus, wenn man sich zudröhnt und die einfachsten Grundsätze vergisst.
Wer nicht anstellt, muss auch nichts verbergen.

Gaia
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Re: Ermittlungsverfahren eingestellt ?!

Beitrag von Gaia »

Pünktchen hat geschrieben:
08.02.20, 19:04
Wer nicht anstellt, muss auch nichts verbergen.
Stimmt. Und? Deshalb muß man immer noch nicht mit der Polizei reden.

Deputy
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Re: Ermittlungsverfahren eingestellt ?!

Beitrag von Deputy »

Natürlich muss man das nicht; es ist aber in der Realität nicht in der Absolutheit aller Fälle so, dass man sich damit immer besser stellt. Und da fehlt manchen die Fähigkeit zur Differenzierung ...

Gaia
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Re: Ermittlungsverfahren eingestellt ?!

Beitrag von Gaia »

Deputy hat geschrieben:
09.02.20, 07:51
Natürlich muss man das nicht; es ist aber in der Realität nicht in der Absolutheit aller Fälle so, dass man sich damit immer besser stellt.
Wunderbarer Schwurbelsatz. In der Realität ist es in der Absolutheit aller Fälle so, daß man immer erst im Nachhinein herausfindet, ob man sich besser damit stellt, mit beamteten Waffenträgern zu sprechen oder es besser zu lassen. Redet man nicht mit ihnen, kann man das nötigenfalls immer noch relativ problemlos korrigieren. Redet man mit ihnen und stellt dann fest, daß das eine ziemlich doofe Idee war (so wie im hier diskutierten Fall), ist die Korrektur schwierig bis unmöglich und die Folgen sind u.U. katastrophal. Strafverteidiger können davon ganze Liederbücher singen.
Und da fehlt manchen die Fähigkeit zur Differenzierung ...
Das ist wohl wahr. Ich würde sogar behaupten, diese Fähigkeit fehlt den meisten bzw. wird ihnen abgewöhnt. Das Problem ist: wenn man merkt, daß demjenigen, mit dem man - womöglich sogar auf seine Empfehlung hin - so nett geplaudert hat, diese Fähigkeit abgeht, ist es zu spät. Weil man dann ja schon mit ihm gesprochen hat und er genau das nicht vergessen darf. Also lässt man es im Zweifel besser gleich. Der Betreffende weiß ja, daß das nicht persönlich gemeint ist.

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