Polizei an Haustür

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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winterspaziergang
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von winterspaziergang »

Evariste hat geschrieben:
14.02.20, 11:34
Tastenspitz hat geschrieben:
14.02.20, 09:53
auf Nachfragen höflich antworten. Tut nicht weh, ist keine Einschränkung irgendeiner Freiheit
So wie ich es verstanden habe, stand der Vorwurf einer Ordnungswidrigkeit im Raum, die der TE begangen haben soll. Dann muss man keine Angaben machen, höchstens zur Identität.
korrekt, muss man nicht. Man muss sich dann aber auch nicht wundern, wenn das Gegenüber z.B. misstrauisch reagiert
Höflichkeit ist eine gute Sache, sie sollte aber _rechtlich_ keine Rolle spielen.
:shock: no comment
Im übrigen kann ich aus dem Sachverhalt nicht entnehmen, dass der TE unhöflich war, er hat nur nicht so geantwortet, wie die Polizisten das erwartet hatten.
Stimmt
Ich jede Information verweigert.
ist eine sozial völlig unauffällige Form der Kommunikation und hat nur den Polizisten nicht gefallen. :ironie:

Tastenspitz
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Tastenspitz »

Klaus Winzig hat geschrieben:
14.02.20, 13:26
Ich habe dann nichts wichtiges mehr gesagt. um ja nichts falsches zusagen.
Ich war weder besonders freundlich, aber auch nicht unfreundlich.
Wie gesagt: Dienstaufsicht.
Ansonsten - es passt immer noch nicht......
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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Gaia
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Gaia »

Die Geschichte klingt zwar reichlich seltsam, aber so unwahrscheinlich ist sie nun wirklich nicht. M.E. hauptsächlich wohl deshalb, weil die Tochter des Nachbarn Polizistin ist und in der betreffenden Dienststelle arbeitet. Ich kann mir jedenfalls keine andere Begründung vorstellen, warum die Polizei in einem Fall wie dem hier geschilderten tatsächlich mit drei Mann hoch anrücken und aktiv werden sollte, wenn der Grund der Beschwerde bereits (unbekannt lange) entfallen ist.

Zum Ausweis noch ein Gedanke: wie groß ist denn wohl die Wahrschienlichkeit, das derjenige, der die Tür öffnet, nicht der Wohnungsinhaber ist? Und dann noch der umgekehrte Fall: da steigen zwei Herrschaften in Uniform aus einem silber-blauen Auto mit Lichtern auf dem Dach aus und der von ihnen angehaltene Bürger möchte erstmal den Ausweis sehen - wie groß ist wohl die Chance, daß das - wenn überhaupt - ohne langwierige Diskussionen passiert?

Evariste
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Evariste »

winterspaziergang hat geschrieben:
14.02.20, 13:28
Evariste hat geschrieben:
14.02.20, 11:34
So wie ich es verstanden habe, stand der Vorwurf einer Ordnungswidrigkeit im Raum, die der TE begangen haben soll. Dann muss man keine Angaben machen, höchstens zur Identität.
korrekt, muss man nicht. Man muss sich dann aber auch nicht wundern, wenn das Gegenüber z.B. misstrauisch reagiert
Doch ich wundere mich. Von ausgebildeten Polizisten, die vom Staat mit erheblichen Kompetenzen ausgestattet wurden, um die Rechte der Bürger zu schützen, erwarte ich, dass sie damit umgehen können, wenn ein Bürger von eben diesen Rechten Gebrauch macht.

Insgesamt schließe ich mich Gaia an, die Sache klingt etwas merkwürdig. Man hat den Eindruck, hier sollte einfach etwas Druck aufgebaut werden.

Gaia
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Gaia »

Evariste hat geschrieben:
15.02.20, 15:06
Von ausgebildeten Polizisten, die vom Staat mit erheblichen Kompetenzen ausgestattet wurden, um die Rechte der Bürger zu schützen, erwarte ich, dass sie damit umgehen können, wenn ein Bürger von eben diesen Rechten Gebrauch macht.
Erwartungen werden halt gern mal enttäuscht. Besonders gern wohl von Polizisten, die vom Bürger ewarten, daß er prinzipiell widerspruchslos das tut, was ihm von eben diesem Polizisten gesagt wird. Schließlich wird deren Erwartung ja auch enttäuscht.

Und ja, ich weiß, alles bedauerliche Einzelfälle. Wenn sie überhaupt so stattgefunden haben, wie der Betroffenen versucht, uns weiszumachen.

Pünktchen
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Pünktchen »

Das könnte auch der / ein Grund für die Kontrolle des Persos sein:
Als wir wieder unten waren, sagte er mir, das ich eine Anzeige wegen Beleidigung bekomme, weil ich gesagt habe das meine Nachtbar sich über alles aufregt, weil er Altersdemenz hat.

Klaus Winzig
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Klaus Winzig »

Das könnte auch der / ein Grund für die Kontrolle des Persos sein:
Das vermute ich auch, aber dann sind sie ja einfach weggegangen, warum sind sie dann überhaupt gekommen. Die Beleidigung war ja nicht Grund
Die Geschichte klingt zwar reichlich seltsam, aber so unwahrscheinlich ist sie nun wirklich nicht. M.E. hauptsächlich wohl deshalb, weil die Tochter des Nachbarn Polizistin ist und in der betreffenden Dienststelle arbeitet
Sehe ich genauso.

winterspaziergang
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von winterspaziergang »

Evariste hat geschrieben:
15.02.20, 15:06
winterspaziergang hat geschrieben:
14.02.20, 13:28
Evariste hat geschrieben:
14.02.20, 11:34

korrekt, muss man nicht. Man muss sich dann aber auch nicht wundern, wenn das Gegenüber z.B. misstrauisch reagiert
Doch ich wundere mich. Von ausgebildeten Polizisten, die vom Staat mit erheblichen Kompetenzen ausgestattet wurden, um die Rechte der Bürger zu schützen, erwarte ich, dass sie damit umgehen können, wenn ein Bürger von eben diesen Rechten Gebrauch macht.
von erwachsenen Menschen mit ausgebildetem Gehirn kann man auch erwarten, dass sie nachdenken, ehe sie aus irgendeinem Prinzip "von ihrem Recht Gebrauch machen", aber wie man sieht, kann man so oder so getäuscht werden.

Die Geschichte selbst enthält einige Ungereimtheiten auf beiden Seiten. Ein Missbrauch der Beamten von ihren Rechten, ist nicht auszuschließen, aber was der Bürger dann tun kann, wurde ja bereits genannt.

Deputy
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Deputy »

Evariste hat geschrieben:
14.02.20, 09:34
Nichts für ungut, aber was mir bei solchen Berichten im Internet immer auffällt, sobald ein Bürger "pampig" wird, wird die Identität kontrolliert. Da entsteht bei mir schon der Eindruck, es geht einfach darum zu zeigen, das man als Polizist die Oberhand hat.
Die Frage ist dabei, was die Polizei sowieso vor hatte (und warum); und ja, bei einem gewissen Verhalten, da kann eine Pampigkeit - je nach Ausprägung, insbesondere wenn sie komplett auf Kontra geht - reichen (insbesondere wenn wie hier noch eine OWi im Raum steht), damit dem dem Bürger klargemacht wird, dass so ein Verhalten nicht geduldet wird. Und dann stellt die Polizei erstmal fest, wen sie vor sich hat und macht eine Identitätsfeststellung.
Evariste hat geschrieben:
14.02.20, 09:34
Auch hier ist den Beamten die Sache mit der Identitätskontrolle ja erst später eingefallen.
Unwahrscheinlich, das ist so ziemlich die Standardmaßnahme. Es wird aber deswegen nicht jedes Gespräch damit begonnen.
Evariste hat geschrieben:
14.02.20, 09:34
Deputy hat geschrieben:
13.02.20, 21:20
Die Frage ist wie laut das Radio war; grundsätzlich kommt auch eine Ruhestörung (§ 117 OWiG) in Betracht, dann erfolgte die Identitätsfeststellung nach der StPO iVm §46 OWiG.
Mag ja sein, aber hätte das dann nicht in jedem Fall gemacht werden müssen?
Bei OWis gibt es einen Ermessensspielraum; wenn es noch nie passiert ist, der Nachbar nach Rücksprache keine Anzeige sondern nur seinen Ruhe haben wollte schreibt man da auch keine Anzeige. Aber auch stellt man die Identität üblicherweise fest, falls sich die Sache wiederholt.
Evariste hat geschrieben:
14.02.20, 11:34
So wie ich es verstanden habe, stand der Vorwurf einer Ordnungswidrigkeit im Raum, die der TE begangen haben soll. Dann muss man keine Angaben machen, höchstens zur Identität.
Und auch das hat er verweigert.
windalf hat geschrieben:
14.02.20, 12:25
Es ging nicht um die Hausdurchsuchung, sondern wie zu lesen ist, darum, dass der fiktive Hausbewohner der Polizei sofort jede Auskunft verweigert. Wozu?
Warum leckt der Hund sich die Eier? Artikel 13 Grundgesetz ist keine Absichtserklärung
Was hat das mit einer IDF zu tun?
hawethie hat geschrieben:
14.02.20, 12:37
Ausweisen müssen: grds. ja, aber hier lag zum Zeitpunkt des Hausbesuches keine OWi oder die Gefahr einer solchen vor. Ob da die Pflicht sich auszuweisen noch verhältnismäßig ist?
Was ist denn das für eine Argumentation?

Wenn die OWi vorbei ist, darf sie nicht mehr verfolgt werden? Also wenn eine OWi zu einem Unfall führt, dann darf bei dem Verursacher keine IDF gemacht werden - die OWi ist ja vorbei? Mit der Begründung dürfte bei Blitzern zur Geschwindigkeitsmessung niemals eine IDF zur Identifizierung des Fahrers gemacht werden - die OWi ist ja vorbei ...

Gilt das auch für Straftaten?!

Eine Gefahr hat der Schilderung aber uU vorgelegen (der Lärm); und dann kann man auch präventiv eine IDF machen.

Das ist eine banale Standardmaßnahme, wie sie jeden Tag hundertfach vorkommt und in den allermeisten Fällen ganz entspannt ohne Anzeige endet; nur ab und an will es eben einer wissen, und der wird bedient.
Gaia hat geschrieben:
15.02.20, 14:24
Ich kann mir jedenfalls keine andere Begründung vorstellen, warum die Polizei in einem Fall wie dem hier geschilderten tatsächlich mit drei Mann hoch anrücken und aktiv werden sollte, wenn der Grund der Beschwerde bereits (unbekannt lange) entfallen ist.
Nochmal: das ist so wie geschildert eine Standardeinsatz, wie er andauernd gefahren wird. Die Meldung kommt rein, die Streife erhält den Auftrag (hat vielleicht noch einen anderen Auftrag, es dauert ein bißchen) fährt vor Ort, schaut sich an was los ist und klärt das ab.

Wenn ein Praktikant dabei ist sind die eben zu dritt - ebenfalls ganz normal.
Gaia hat geschrieben:
15.02.20, 14:24
Zum Ausweis noch ein Gedanke: wie groß ist denn wohl die Wahrschienlichkeit, das derjenige, der die Tür öffnet, nicht der Wohnungsinhaber ist?
Üblicherweise steht ein Nachname am Klingelschild. Regelmäßig wir die Wohnung / das Haus, von dem der Lärm ausgeht, einigermaßen beschrieben - oft auch erst, wenn die Polizei vor Ort ist - und man hat erst dort die konkrete Wohnung. EWO fällt also mit der erforderlichen Sicherheit aus.

Ich habe bei meinen Eltern beim Klingeln regelmäßig die Tür aufgemacht, wenn ich dort zu Besuch war; ebenso schon wenn ich bei Freunden war. Ich war auch schon allein bei Freunden im Haus, wenn die noch kurz was holen waren. Wenn da nur ein Nachname steht und es sind dann mehrere männliche Personen dort gemeldet geht im Nachhinein die Rennerei los.

Begründe mal eine Indentitätsfeststellung (der Typ hat die Tür aufgemacht und der Name stand auf dem Klingelschild) so bei einer Gerichtsverhandlung; dann fängt der Verteidiger an zu grinsen und der Richter schüttelt ungläubig den Kopf.

Würde es dir auch ausreichen, wenn Du vor Gericht auf dieser Basis verurteilt wirst?
Gaia hat geschrieben:
15.02.20, 14:24
Und dann noch der umgekehrte Fall: da steigen zwei Herrschaften in Uniform aus einem silber-blauen Auto mit Lichtern auf dem Dach aus und der von ihnen angehaltene Bürger möchte erstmal den Ausweis sehen - wie groß ist wohl die Chance, daß das - wenn überhaupt - ohne langwierige Diskussionen passiert?
Dann zeigt man seinen Ausweis vor, sobald es die Situation ermöglicht; wenn es ein ganz normales Gespräch ist sofort. Ist so vorgesehen und wird auch so gemacht.

Klaus Winzig
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Klaus Winzig »

Und warum lief der Polizist hinter mir her nachdem ich mich bereit erklärt habe den Personalausweis zu holen, mit der Begründung ich könnte ja eine Waffe holen. Und warum gingen sie dann einfach weg. Hätte dann nicht weiter ermttel werden müssen? Es wr doch noch nichts geklärt, außer das festgestellt wurde das ich da wohne.
Ich gehe davon aus das sie vorher beim Nachbarn waren. da müßten sie gehört das keine Radiomusik zu hören war. Warum dann noch der Besuch.

Tastenspitz
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Tastenspitz »

Das sind Fragen, die sie den Beamten stellen müssen.
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FM
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von FM »

windalf hat geschrieben:
14.02.20, 11:02
Weil der typische Einbrecher ja auch auf keinen Fall lügen würde und die Antwort auf die Frage lieber verweigert um eine Identitätsfeststellung zu provozieren :lachen: :lachen: :lachen:

Vom typischen Einbrecher ist auch zu erwarten, dass er die Tür öffnet, wenn die Polizei (oder sonst jemand) klingelt...
Ganz einfach: es klingelt, er denkt "ah der Paketbote, das kann ich auch noch mitgehen lassen". Erst an der Tür bemerkt er seinen Irrtum. Nun zu sagen "ich wohne gar nicht hier" ist schlecht, also die Idee mit Ausweis-Holen (in der Absicht, das Haus auf der Rückseite zu verlassen). Da die Polizisten einen Azubi dabei haben zeigen sie dem, dass man darauf nicht reinfällt.

Gaia
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Gaia »

winterspaziergang hat geschrieben:
16.02.20, 08:27
von erwachsenen Menschen mit ausgebildetem Gehirn kann man auch erwarten, dass sie nachdenken, ehe sie aus irgendeinem Prinzip "von ihrem Recht Gebrauch machen", aber wie man sieht, kann man so oder so getäuscht werden.
In der Tat. Aber da die Polizei regelmäßig eher zu zweit als allein auftritt, hat man vielleicht Glück und wenigstens einer von ihnen denkt erst, bevor er seine Macht ausspielt.
aber was der Bürger dann tun kann, wurde ja bereits genannt.
Stimmt. Vielleicht kommt er sogar ohne eine Gegenanzeige wegen Widerstandes aus der Nummer raus.
Deputy hat geschrieben:
16.02.20, 08:57
Die Frage ist dabei, was die Polizei sowieso vor hatte (und warum)
Was könnte denn die Polizei vorgehabt haben, außer die (angebliche) OWi abzustellen, die es aber schon nicht mehr gab?
und ja, bei einem gewissen Verhalten, da kann eine Pampigkeit - je nach Ausprägung, insbesondere wenn sie komplett auf Kontra geht - reichen (insbesondere wenn wie hier noch eine OWi im Raum steht), damit dem dem Bürger klargemacht wird, dass so ein Verhalten nicht geduldet wird. Und dann stellt die Polizei erstmal fest, wen sie vor sich hat und macht eine Identitätsfeststellung.
Womit wir wieder bei Bürger will Rechte wahrnehmen und Staatsgewalt zeigt ihm, was sie davon hält wären.
Was ist denn das für eine Argumentation?
Eine zutreffende.
Wenn die OWi vorbei ist, darf sie nicht mehr verfolgt werden?
Welche OWi? Gab es eine? Ich kann nur die Behauptung eines Nachbarn erkennen (dessen Tochter auch zu dem Verein gehört und auch noch auf der selben Dienststelle, aber das spielt sicher keine Rolle).
Also wenn eine OWi zu einem Unfall führt (…)
Nicht ablenken.
Eine Gefahr hat der Schilderung aber uU vorgelegen (der Lärm)
Man muß wohl schon ziemlich komisches Kraut rauchen (das soll ja in Asservatenkammern schon mal rumliegen), um so einen Gedanken zu haben.
und dann kann man auch präventiv eine IDF machen.
Da gäbe es dann bitte genau welche Rechtsgrundlage?
Das ist eine banale Standardmaßnahme, wie sie jeden Tag hundertfach vorkommt und in den allermeisten Fällen ganz entspannt ohne Anzeige endet
Ich bezweifle, daß jeden Tag hundertfach Polizisten irgendwo auftauchen, weil irgendein sich gestört fühlender Bürger bei ihnen angerufen hat, um dann festzustellen, daß sie nichts von dem, was der sich gestört fühlende Bürger da behauptet hat, feststellen können, aber dann schon mal präventiv die Daten von dem angeblich die Störung verursachenden Bürger einsammeln. Wo werden die dann gespeichert? Mit welcher Begründung? Wie lange? Wer kann die dann abrufen?
nur ab und an will es eben einer wissen, und der wird bedient.
Genau. Hatten wir: Bürger - Rechte - Staatsgewalt. Und die zeigt dann gern mal, wer am längeren Hebel sitzt.
Nochmal: das ist so wie geschildert eine Standardeinsatz, wie er andauernd gefahren wird. Die Meldung kommt rein, die Streife erhält den Auftrag (hat vielleicht noch einen anderen Auftrag, es dauert ein bißchen) fährt vor Ort, schaut sich an was los ist und klärt das ab.
Was will sie denn abklären, wenn nichts los ist? Nochmal: es gibt keine Störung. Da kann die Polizei dann höflich fragen, aber mehr sicher nicht. Zumindest nicht, wenn es nach Recht und Gesetz geht.
Üblicherweise steht ein Nachname am Klingelschild. Regelmäßig wir die Wohnung / das Haus, von dem der Lärm ausgeht, einigermaßen beschrieben - oft auch erst, wenn die Polizei vor Ort ist - und man hat erst dort die konkrete Wohnung. EWO fällt also mit der erforderlichen Sicherheit aus.
Was genau soll mir das sagen? Und: hier geht es um ein Haus.
Ich habe bei meinen Eltern beim Klingeln regelmäßig die Tür aufgemacht, wenn ich dort zu Besuch war; ebenso schon wenn ich bei Freunden war. Ich war auch schon allein bei Freunden im Haus, wenn die noch kurz was holen waren. Wenn da nur ein Nachname steht und es sind dann mehrere männliche Personen dort gemeldet geht im Nachhinein die Rennerei los.
Bei mir macht kein Besuch die Tür auf. Und Rennerei kann es nicht geben, weil es keine OWi gibt (zur Erinnerung: es gibt die Behauptung eines Nachbarn, dessen Tochter zufällig Polizistin ist, was aber ganz selbstverständlich keine Rolle spielt).
Begründe mal eine Indentitätsfeststellung (der Typ hat die Tür aufgemacht und der Name stand auf dem Klingelschild) so bei einer Gerichtsverhandlung; dann fängt der Verteidiger an zu grinsen und der Richter schüttelt ungläubig den Kopf.
Ich nehme an, wenn die Polizei aufgrund der Behauptung eines Nachbarn über eine angebliche OWi tatsächlich versuchen würde, es zu einer Gerichtsverhandlung kommen zu lassen, würde das spätestens auf der Ebene Staatsanwaltschaft unterbunden. Wahrscheinlich ohne grinsen und kopfschütteln, aber mit dem klaren Hinweis, solchen Sch... in Zukunft gar nicht erst zu versuchen.
Dann zeigt man seinen Ausweis vor, sobald es die Situation ermöglicht; wenn es ein ganz normales Gespräch ist sofort. Ist so vorgesehen und wird auch so gemacht.
Das mag in der Theorie so sein. In der Praxis dürfte das schon allein deshalb nicht stattfinden, weil kaum ein Bürger so vorgeht (Uniform und Polizeiauto reichen in der Regel zur Legitimation). Und selbst wenn der Bürger fragt, dürfte er eher selten auf einen bereitwilligen Beamten treffen.

Deputy
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Deputy »

Klaus Winzig hat geschrieben:
16.02.20, 11:06
Und warum lief der Polizist hinter mir her nachdem ich mich bereit erklärt habe den Personalausweis zu holen, mit der Begründung ich könnte ja eine Waffe holen.
In Offenbach wurde ein Gerichtsvollzieher bei genau so einer Nummer vor ein paar Tagen angeschossen; im übrigen reicht ein normales Küchenmesser für ein völlig überflüssige Eskalation völlig aus.

Während einer IDF liegt zumindest eine Freiheitsbeschränkung vor, dh derjemige geht grundsätzlich nicht alleine irgwndwo hin. Und schon gar nicht in eine Haus rein, wo er hinten unkontrolliert rauskommt.
Klaus Winzig hat geschrieben:
16.02.20, 11:06
Und warum gingen sie dann einfach weg. Hätte dann nicht weiter ermttel werden müssen? Es wr doch noch nichts geklärt, außer das festgestellt wurde das ich da wohne.
Was soll denn sonst noch geklärt wie werden? Du hast doch schon kundgetan, dass Du nichts sagst. Der Situation nach ging der Lärm von dir aus - damit ist erstmal alles ermittelt. Man kann dich vor Ort anhören, muss es aber nicht.
Klaus Winzig hat geschrieben:
16.02.20, 11:06
Ich gehe davon aus das sie vorher beim Nachbarn waren. da müßten sie gehört das keine Radiomusik zu hören war. Warum dann noch der Besuch.
Weil da immer noch die OWi im Raum steht und so etwas grundsätzlich abgeklärt wird. Und selbst wenn man keine OWi schreibt ist eine IDf nach Polizeirecht problemlos möglich und auch üblich.
Gaia hat geschrieben:
16.02.20, 14:22
Eine Gefahr hat der Schilderung aber uU vorgelegen (der Lärm)
Man muß wohl schon ziemlich komisches Kraut rauchen (das soll ja in Asservatenkammern schon mal rumliegen), um so einen Gedanken zu haben.
Lärm ... OWi ... geschriebenes Recht ... Gefahr für die öffentliche Sicherheit ... lass mich raten: da klingelt nichts.
Gaia hat geschrieben:
16.02.20, 14:22
und dann kann man auch präventiv eine IDF machen.
Da gäbe es dann bitte genau welche Rechtsgrundlage?
Polizeirecht. Wird bei genau sowas jeden tag hundertfach in Deutschland gemacht.
Gaia hat geschrieben:
16.02.20, 14:22
Nochmal: das ist so wie geschildert eine Standardeinsatz, wie er andauernd gefahren wird. Die Meldung kommt rein, die Streife erhält den Auftrag (hat vielleicht noch einen anderen Auftrag, es dauert ein bißchen) fährt vor Ort, schaut sich an was los ist und klärt das ab.
Was will sie denn abklären, wenn nichts los ist? Nochmal: es gibt keine Störung. Da kann die Polizei dann höflich fragen, aber mehr sicher nicht. Zumindest nicht, wenn es nach Recht und Gesetz geht.
Ich fasse also mal zusammen: da kommt einer bei dir vorbei, haut dir aufs Maul und Du rufst die Polizei. Die gehen bei dem vorbei, der sagt das war nichts - und dann war da nichts. Aktuell bekommst Du ja nicht mehr aufs Maul. Bevor Du mit der Straftat kommst: § 46 OWiG.

Oder ist es was anderes, wenn es gegen dich geht?
Gaia hat geschrieben:
16.02.20, 14:22
Üblicherweise steht ein Nachname am Klingelschild. Regelmäßig wir die Wohnung / das Haus, von dem der Lärm ausgeht, einigermaßen beschrieben - oft auch erst, wenn die Polizei vor Ort ist - und man hat erst dort die konkrete Wohnung. EWO fällt also mit der erforderlichen Sicherheit aus.
Was genau soll mir das sagen? Und: hier geht es um ein Haus.
Ja und? Wohnt in einem Haus immer nur ein männlicher Bewohner?
Gaia hat geschrieben:
16.02.20, 14:22
Ich habe bei meinen Eltern beim Klingeln regelmäßig die Tür aufgemacht, wenn ich dort zu Besuch war; ebenso schon wenn ich bei Freunden war. Ich war auch schon allein bei Freunden im Haus, wenn die noch kurz was holen waren. Wenn da nur ein Nachname steht und es sind dann mehrere männliche Personen dort gemeldet geht im Nachhinein die Rennerei los.
Bei mir macht kein Besuch die Tür auf. Und Rennerei kann es nicht geben, weil es keine OWi gibt (zur Erinnerung: es gibt die Behauptung eines Nachbarn, dessen Tochter zufällig Polizistin ist, was aber ganz selbstverständlich keine Rolle spielt).
Und weil bei dir der Besuch die Tür nicht aufmachen darf (ob er es doch mal macht ist eine völlig andere Frage) findet sowas nirgends in Deutschland statt. Iss klar.

Ob tatsächlich eine OWi vorlag können wir hier nicht klären; dass derjenige, dem sie vorgeworfen wird sagt "da war nichts" ist jetzt relativ üblich.
Gaia hat geschrieben:
16.02.20, 14:22
Begründe mal eine Indentitätsfeststellung (der Typ hat die Tür aufgemacht und der Name stand auf dem Klingelschild) so bei einer Gerichtsverhandlung; dann fängt der Verteidiger an zu grinsen und der Richter schüttelt ungläubig den Kopf.
Ich nehme an, wenn die Polizei aufgrund der Behauptung eines Nachbarn über eine angebliche OWi tatsächlich versuchen würde, es zu einer Gerichtsverhandlung kommen zu lassen, würde das spätestens auf der Ebene Staatsanwaltschaft unterbunden. Wahrscheinlich ohne grinsen und kopfschütteln, aber mit dem klaren Hinweis, solchen Sch... in Zukunft gar nicht erst zu versuchen.
Kaum; solche Anzeigen kommen regelmäßig vor und gehen auch regelmäßig durch.

Gaia
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Re: Polizei an Haustür

Beitrag von Gaia »

Deputy hat geschrieben:
16.02.20, 18:34
In Offenbach wurde ein Gerichtsvollzieher bei genau so einer Nummer vor ein paar Tagen angeschossen
Der Gerichtsvollzieher wurde angeschossen, weil er dem Hausbewohner hinterhergelaufen ist, dessen Ausweis er sehen wollte und der diesen aus seiner Wohnung holen wollte?
Während einer IDF liegt zumindest eine Freiheitsbeschränkung vor, dh derjemige geht grundsätzlich nicht alleine irgwndwo hin.
Die Rechtsgrundlage wäre bitte welche für diese Aussage? Die Rechtsgrundlage für die Außerkraftsetzung von Art. 13 Abs. 1 GG war in dem hier geschilderten Fall bitte welche?
Der Situation nach ging der Lärm von dir aus - damit ist erstmal alles ermittelt.
Falsch. Es gab keinen Lärm, als die Polizisten da waren, also konnten sie auch nichts ermitteln.
Lärm ... OWi ... geschriebenes Recht ... Gefahr für die öffentliche Sicherheit ... lass mich raten: da klingelt nichts.
Nö. In der Tat nicht. Aber ich lasse mir gern helfen. Also: welches geschriebene Recht sagt, daß von einem nicht zu hörenden Radio eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgehen kann bzw. ausgeht?
Polizeirecht.
Geht es vielleicht genauer?
Ich fasse also mal zusammen:
... ich kann die Frage nicht beantworten, ich kann nicht erklären, was eigentlich - wie von mir behauptet - abgeklärt werden kann, aber ich kann einen völlig abstrusen Vergleich anbringen. Und mich damit blamieren.
Ob tatsächlich eine OWi vorlag können wir hier nicht klären; dass derjenige, dem sie vorgeworfen wird sagt "da war nichts" ist jetzt relativ üblich.
Das konnten die Herrschaften vor Ort auch nicht. Und das ein Beschuldigter seine Rechte kennt und sie sogar wahrnimmt, gefällt zwar den Ordnungsbehörden eher nicht so, ist aber trotzdem erfreulicherweise immer noch zulässig.
Kaum; solche Anzeigen kommen regelmäßig vor und gehen auch regelmäßig durch.
Echt? Interessant. Irgendjemand behauptet irgendwas, die Polizei kann nichts von dem Behaupteten feststellen, haut aber trotzdem eine Anzeige gegen denjenigen raus, den der genannte Irgendjemand als Täter bezeichnet hat? Nichts für ungut, aber das glaubt wohl niemand.

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