Üble nachrede

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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mesel
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Üble nachrede

Beitrag von mesel »

Person x beobachtet wie person y ein tier zu boden wirft und in es rein tretet. Das sieht auch der sohn und die mutter von person x. Person y hat ein neues tier und person x sagt auf seiner terrasse zu seiner frau .. da hat y schon wieder ein tier zum misshandeln. Das hat wohl y und noch ein nachbar mitbekommen. Jetzt hat person x eine anzeige wegen übler nachrede erhalten. Ist es ein beweis wenn x und zwei weitere es gesehen haben das y ein tier misshandelt hat. Und wenn x das auf seinem grund es zu seiner frau sagt und andere das aber mithören,ist das dann zulässig.

Gammaflyer
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Re: Üble nachrede

Beitrag von Gammaflyer »

Zeugenaussagen sind Beweise.
Wie viel die "zählen" entscheidet im Zweifel ein Gericht.

winterspaziergang
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Re: Üble nachrede

Beitrag von winterspaziergang »

mesel hat geschrieben:
03.07.20, 22:24
...Ist es ein beweis wenn x und zwei weitere es gesehen haben das y ein tier misshandelt hat.
es ist bereits ein Beweis, wenn X allein es gesehen hat. Wie es vor Gericht bewertet würde, siehe Vorpost.
mesel hat geschrieben:
03.07.20, 22:24
Und wenn x das auf seinem grund es zu seiner frau sagt und andere das aber mithören,ist das dann zulässig.
X darf das seiner Frau sagen, er darf aber auch den Tierschutz informieren, denn vom Gespräch Xs mit seiner Frau hat das misshandelte Tier nichts

mesel
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Re: Üble nachrede

Beitrag von mesel »

Meine hauptfrage ist, wenn x das zu seiner frau sagte und y und zeugen das gehört haben . Ob das dann üble nachrede ist.

webelch
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Re: Üble nachrede

Beitrag von webelch »

Dann lesen wir doch mal
§ 186 StGB hat geschrieben:Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Da X sich auf das selbst Gesehene bezieht mit seiner Aussage, dürfte vermutlich vor Gericht das von mir Hervorgehobene zutreffen. Möglicherweise, da niemand weiss wie ein Gericht welche Aussage dann tatsächlich bewertet.

Wobei sicher auch zu berücksichtigen ist, dass die Frau von X nicht die im Zitat gemeinte Öffentlichkeit ist.

Evariste
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Re: Üble nachrede

Beitrag von Evariste »

Tatsächlich müssten, bevor man in die Frage einsteigt, ob erwiesen ist, dass Y Tiere misshandelt, erst die anderen Fragen geklärt werden:

1. Handelt es sich wirklich um eine Tatsachenbehauptung? Oder eher um eine Meinungsäußerung?

2. Wer war Adressat der Tatsachenbehauptung? Äußerungen im kleinsten Familienkreis sind normalerweise unbedenklich, außer der "Täter" musste damit rechnen, dass die Äußerung von anderen mitgehört oder anderen zugetragen wird.

WHKD2000
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Re: Üble nachrede

Beitrag von WHKD2000 »

Evariste hat geschrieben:
04.07.20, 12:37
Tatsächlich müssten, bevor man in die Frage einsteigt, ob erwiesen ist, dass Y Tiere misshandelt, erst die anderen Fragen geklärt werden:

1. Handelt es sich wirklich um eine Tatsachenbehauptung? Oder eher um eine Meinungsäußerung?

2. Wer war Adressat der Tatsachenbehauptung? Äußerungen im kleinsten Familienkreis sind normalerweise unbedenklich, außer der "Täter" musste damit rechnen, dass die Äußerung von anderen mitgehört oder anderen zugetragen wird.
die befürchtete vermeintliche Entwicklung in Richtung "übler Nachrede" würde ich gelassen abwarten.
:liegestuhl:
Ggf. Strafanzeige gegen den Nachbarn wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz stellen.
Sie haben die Mißhandlung eines Tieres, also eines Lebewesens,mit angesehen, oder zufällig mit ansehen müssen.
Sicherlich gibt es dafür auch ggf. Zeugen.
Ihre Reaktion ist ausdrücklich zu loben.
Da legen Sie dann -emotional bedingt- eben nicht jedes Wort im Gespräch mit Ihrer Frau auf die sprichwörtliche Goldwaage.
Soll doch der Mißhandler oder der Nachbar auflaufen.Den Richter möchte ich sehen,der Sie daraufhin verurteilt.
Sie haben Werte,.....dann kommt Ihnen halt die Galle hoch,wenn Sie die geschilderten Handlungen (Tiere treten,etc ) wahrnehmen,
und das "neue" Tier wird auch schonmal in der bekannten Richtung vom Besitzer "erzogen".

P.S. warum hat der Nachbar eigentlich ein "neues" Tier??
Lief es weg?
Überlebte das alte Tier nicht??

:engel:
:engel: a bisserl was geht immer :engel:

mesel
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Re: Üble nachrede

Beitrag von mesel »

Ist trotz bekannter leinenpflicht und bekanntem nichtgehorsam angeblich vor einem fahrzeug gelaufen. Qäre mit leine nicht passiert.

WHKD2000
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Re: Üble nachrede

Beitrag von WHKD2000 »

mesel hat geschrieben:
04.07.20, 23:31
Ist trotz bekannter leinenpflicht und bekanntem nichtgehorsam angeblich vor einem fahrzeug gelaufen. Qäre mit leine nicht passiert.
kann man dem Besitzer ggf. auch einen Strick daraus drehen.

Hund zu Boden werfen, eintreten, Leinenpflicht ignorieren, Straßenverkehr fahrlässig gefährden ( hätte ja auch vor einen
Radfahrer laufen können ),...................könnte man Zweifel an charakterlicher Eignung als Hundehalter haben.

:engel:
:engel: a bisserl was geht immer :engel:

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Re: Üble nachrede

Beitrag von J.A. »

mesel hat geschrieben:
04.07.20, 11:07
Meine hauptfrage ist, wenn x das zu seiner frau sagte und y und zeugen das gehört haben . Ob das dann üble nachrede ist.
Üble Nachrede ist es, wenn der Tatbestand aus § 186 StGB erfüllt ist (siehe webelch). Ob er er zu seiner Frau oder dem Briefträger oder seinem Friseur sagt, ist dabei egal.

Ausnahme: Wenn er es zu seiner Frau sagt, ohne dass es weitere Personen mitbekommen, ist es keine üble Nachrede nach § 186 StGB, selbst wenn es eigentlich eine ist. Stichwort: "Äußerungen im engsten Familienkreis" .. sind nicht tatbestandlich
Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"

mesel
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Re: Üble nachrede

Beitrag von mesel »

Aber x könnte doch auch im gespräch gewesen sein,so das y überhaupt nicht gemeint war. Darf man eigentlich nachbarn befragen ob diese auch solche handlu gen beobachten konnten und ggfs als zeuge aussagen. Oder wäre das auch schon üble nachrede. Aber wie schon gesagt ,ob es jetzt als üble nachrede gesehen wird oder nicht,x kann mit seiner und zwei weiteren personen beweisen das y den hund ja zu boden warf und getreten hatte. Zudem soll der hund angeblich einem hasen hinterher sein. Abwr auch hier gilt die leinen pflicht.

WHKD2000
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Re: Üble nachrede

Beitrag von WHKD2000 »

mesel hat geschrieben:
05.07.20, 17:56
Darf man eigentlich nachbarn befragen ob diese auch solche handlu gen beobachten konnten und ggfs als zeuge aussagen. Oder wäre das auch schon üble nachrede.
Natürlich darf man Nachbarn befragen, ob diese Vorkommnisse mit dem Hund mitbekommen haben, aber nicht in der Form,daß man sagt, der Betreffende habe den Hund so und so behandelt...

:engel:
:engel: a bisserl was geht immer :engel:

mesel
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Re: Üble nachrede

Beitrag von mesel »

Ok. Verstanden ,danke. Das problem ist halt, das man angst hat das x trotz zeugen nicht geblaubt wird. Da ja freundin und ein 10 jähriges kind zeuge war. Gibt ja menschen due machen können was sie wollen.

WHKD2000
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Re: Üble nachrede

Beitrag von WHKD2000 »

mesel hat geschrieben:
05.07.20, 18:11
Ok. Verstanden ,danke. Das problem ist halt, das man angst hat das x trotz zeugen nicht geblaubt wird. Da ja freundin und ein 10 jähriges kind zeuge war. Gibt ja menschen die machen können was sie wollen.

einfach abwarten, sich nicht bange machen lassen. :liegestuhl:

:engel:
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mesel
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Re: Üble nachrede

Beitrag von mesel »

Kurzer zwischenbericht. X hat sich einen beratungsschein geholt. Anwalt sagt das es in straftaten aussergerichtlich keinen beistand geben würde , und x sollte sich bei der polizei nicht zu der sache äussern und abwarten.
Frage, x hat im antwortschreiben der polizei aber schon mitgeteilt dad x sich anwaltlich beraten und vertreten läst. Jetzt macht det anwalt aber nichts. Anwalt sagt das seo egal, x solle sich nicht äussern. Aber sieht das nicht etwas blöd aus ,erst sagt x das er sich beraten und vertreten lässt, und jetzt soll er sich nicht mehr melden und abwarten?. Und was wäre wenn es nicht eingestellt würde, würde x dann einen anwalt gestellt bekommen .

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