Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Moderator: FDR-Team

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Lederbeutel100
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Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von Lederbeutel100 »

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich schreibe derzeit gerade an einem Roman ( ist kein Witz ) und spiele gerade mit
dem Gedanken einen der Protagonisten zum Straftäter zu machen, der dann vor Gericht verurteilt wird.

Jetzt meine Frage:

Gibt es noch die Meldepflicht, also dass Verurteilte sich einmal wöchentlich oder öfters bei der Polizeidienststelle melden müssen ? Also quasi als Strafe.

Wenn ja, welche Kombinationen sind da üblich ?

Wird eine solche Meldepflicht mit Bewährungsstrafen oder mit Geldstrafen kombiniert ?

Oder greifen solche Meldepflichten erst nach Verbüßung einer Haftstrafe ?

Ferner würde mich interessieren, wie lange solche Meldepflichten verhängt werden ? Muss der Verurteilte sich ein paar Monate lang oder jahrelang oder lebenslang bei der Polizei melden? Was sind da gängige Zeiträume ?

Ich möchte in meinem Roman schlicht keinen Blödsinn schreiben.

Danke für euere Antworten.


Gruß

Lederbeutel100
ExDevil67
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von ExDevil67 »

AFAIK gibt's das nicht als Strafe. Nach meinem Stand ist das lediglich eine mögliche Auflage wenn es darum geht einen Haftbefehl außer Vollzug zu setzen. Sprich der Haftbefehl bleibt formal bestehen, man bleibt aber auf freiem Fuß solange man sich an die Meldepflicht hält.
Dummerchen
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von Dummerchen »

Lederbeutel100 hat geschrieben: 23.07.22, 19:41 Gibt es noch die Meldepflicht, also dass Verurteilte sich einmal wöchentlich oder öfters bei der Polizeidienststelle melden müssen ? Also quasi als Strafe.
Glaubst du wirklich, dass die echte Kriminalpolizei so ermittelt wie Schimanski? Warum machst du dir dann über solche Details Gedanken, die den meisten Lesern auch nicht geläufig sind?
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Tastenspitz
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von Tastenspitz »

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hawethie
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von hawethie »

Warum machst du dir dann über solche Details Gedanken, die den meisten Lesern auch nicht geläufig sind?
Nennt sich "Recherche" und wird von einem Autor, der einigermaßen bei der Realität bleiben will, üblicherweise gemacht. (solange es nicht um einen gewissen G-man in "Groschenromanen" geht)
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von Deputy »

Wenn man schon recherchiert, warum macht es dann nicht ordentlich?

Eine Anfrage bei einer Pressestelle der Polizei? Da hat man dann auch verlässliche Informationen; was hier teilweise geschrieben wird, hat zwar mit dem Tatort und Soko 5113 zu tun, aber nicht mir realistischer Polizeiarbeit.

Das ist - nicht nur bei solchen Sachen - eine völlig schräge Entwicklung: man fragt nicht bei denjenigen nach, die das beruflich machen, sondern im Internet. Die Leute im Internet wissen das nämlich wesentlich besser wie die Profis; und dann kommen so Aussagen wie "Bei der Prävention von Straftaten muss sich die Polizei erst recht an die Vorschriften für die Verfolgung von Straftaten halten" und es kommen haufenweise Kommentare wie "Klingt logisch - danke für die Info" (nur als Beispiel - es ist falsch!).
ktown
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von ktown »

Aber er fragt doch nur für einen Freund. :lachen:

Ne Spaß beiseite. Oftmals fällt einem das naheliegende nie sofort ein.
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von Dummerchen »

hawethie hat geschrieben: 25.07.22, 07:46 Nennt sich "Recherche" und wird von einem Autor, der einigermaßen bei der Realität bleiben will, üblicherweise gemacht.
Dennoch die Frage: muss Fiktion hundertprozentig korrekt sein? Muss der Roman unbedingt im realen Köln in der realen BRD mit den derzeitigen realen Gesetzen spielen, wenn die echte Rechtslage die Handlung behindert?
In meinen Augen (und wohl auch in denen vieler Autoren und Leser) muss es das nicht. Gewisse schriftstellerische Freiheiten sind durchaus akzeptabel; wer einen Roman liest, weiß, daß das Fiktion und nicht Realität ist.
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von ktown »

Klar geht das. Genauso gibt es aber auch Autoren die bekannt dafür sind diesbezüglich sehr exakt zu sein.
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von Deputy »

Den Ablauf eines realistischen Ermittlungsverfahrens zu beschreiben wäre ziemlich langweilig...da ist regelmäßig ein Haufen öder Fleißarbeit dabei, ohne den wenig geht.
hawethie
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von hawethie »

Muss der Roman unbedingt im realen Köln in der realen BRD mit den derzeitigen realen Gesetzen spielen, wenn die echte Rechtslage die Handlung behindert?
nö - muss nicht. Star Wars und -Trek spielen auch in einer anderen Zeit oder einer anderen Galaxie.
Aber wenn ich schon vorhabe, eine Roman in realer Umgebung spielen zu lassen, dann sollen zumindest die groben Rahmenbedingungen stimmen. Gilt für historisch Romane genau so, wie für in der Jetztzeit spielende.
Dass die eigentliche ermittlungsarbeit der Polizei anders aussieht, sollte jedermann schon mal gehört haben.
Und der Satz "Sie sind verhaftet" ist auch falsch - das sind aber Petitessen.
Aber wenn jemand in einem Roman schreibt, dass jemand "als Strafe" sich bei der Polizei melden muss - könnte die Kritik schlecht und die sozialen Medien sehr schlecht aufnehmen.
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von Froggel »

Dummerchen hat geschrieben: 25.07.22, 08:27Dennoch die Frage: muss Fiktion hundertprozentig korrekt sein? Muss der Roman unbedingt im realen Köln in der realen BRD mit den derzeitigen realen Gesetzen spielen, wenn die echte Rechtslage die Handlung behindert?
Für viele Leser, die sich darüber keine Gedanken machen, muss es das sicher nicht. Allerdings haben viele Autoren den Anspruch, auch diejenigen Leser zu erreichen, die es womöglich besser wissen – und die verliert man sehr schnell, wenn die dargestellten Szenen unvereinbar mit der Realität sind oder Begrifflichkeiten falsch genutzt werden. Mich ärgern zum Beispiel »Durchsuchungsbefehle« in Büchern und Filmen. Und wenn man schon die Handlung in realen Umgebungen stattfinden lässt, sollte man sich auch mit dem Handlungsverlauf möglichst an die Realität halten. Wenn der dann behindert wird, ist es die Aufgabe des Autors, eine Lösung zu finden, wie man das möglichst realitätsgetreu umgehen kann. Sich einfach nur irgendetwas aus den Fingern zu saugen, was mit der Wirklichkeit unvereinbar ist, gehört besser in den Bereich Fantasy – und selbst da sind Recherchen oftmals unerlässlich.

Dass der TE nicht bei der Pressestelle der Polizei nachgefragt hat, mag womöglich an dem Gedanken liegen, dass die Pressestelle Besseres zu tun haben könnte, als sich um solche Anfragen zu kümmern. Ich wäre auch nicht auf den Gedanken gekommen, da nachzufragen, jedenfalls dann nicht, wenn die Szene keine besondere Relevanz im Buch hat. Dann greift man oftmals auf das Schwarmwissen (oder leider manchmal auch ~nichtwissen) im Internet zu. Die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendjemand besser weiß als der Autor, ist zumindest recht hoch. Und wie man hier ja sieht, gibt es immer irgendjemanden, der Einspruch erhebt, wenn andere Schwachsinn erzählen :wink:
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Re: Frage zur Meldepflicht bei der Polizei

Beitrag von Deputy »

hawethie hat geschrieben: 25.07.22, 11:54 Und der Satz "Sie sind verhaftet" ist auch falsch - das sind aber Petitessen.
Jein. Passiert durch die Polizei regelmäßig. Aber im Ermittlungsverfahren eher selten 8)

Spaß beiseite: ich weiß, worauf Du hinaus willst und Du hast natürlich Recht.

hawethie hat geschrieben:Aber wenn jemand in einem Roman schreibt, dass jemand "als Strafe" sich bei der Polizei melden muss - könnte die Kritik schlecht und die sozialen Medien sehr schlecht aufnehmen.
Und genau deswegen holt sich jemand, der das halbwegs professionell macht, keine Informationen aus anonymen Internetforen.

Das Beispiel, das ich gebracht habe, klingt jetzt nicht unbedingt unlogisch - ist aber eben trotzdem falsch 8)
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