Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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papamoll
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Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von papamoll »

Schon mehrfach wurde in Schulpausen am Fahrrad meines Sohnes von Mitschülern die Bremsen ausgehangen/manipuliert. Ich finde so etwas nicht lustig, da das einen schweren Unfall verursachen kann. Soweit ich informiert bin, könnte man das als gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr auslegen, was mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr geahndet werden kann. Allerdings sind die Mitschüler vermutlich erst 12 Jahre alt, also m.E.n. strafunmündig. Macht daher wohl keinen Sinn, bei der Polizei Anzeige zu erstatten? Welche Verantwortung trägt dabei die Schule? Immerhin sind das von Lehrern beaufsichtigte Hofpausen.
webelch
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von webelch »

Was sagen denn die Lehrkräfte dazu?
FM
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von FM »

papamoll hat geschrieben: 05.09.22, 18:53 Schon mehrfach wurde in Schulpausen am Fahrrad meines Sohnes von Mitschülern die Bremsen ausgehangen/manipuliert. Ich finde so etwas nicht lustig, da das einen schweren Unfall verursachen kann. Soweit ich informiert bin, könnte man das als gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr auslegen, was mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr geahndet werden kann. Allerdings sind die Mitschüler vermutlich erst 12 Jahre alt, also m.E.n. strafunmündig. Macht daher wohl keinen Sinn, bei der Polizei Anzeige zu erstatten? Welche Verantwortung trägt dabei die Schule? Immerhin sind das von Lehrern beaufsichtigte Hofpausen.
Die Lehrer haben bei der Pausenaufsicht im allgemeinen nur den Auftrag die Schüler zu beaufsichtigen, nicht die Fahrräder. Woher weiß man denn, dass es genau während der Pause geschehen ist?

Was genau soll aus der evtl. Verantwortung der Schule folgen? Also welche Rechtsfolge? Will man Geld haben (falls ja von wem und warum), will man, dass jemand bestraft wird (Lehrer, Eltern, Schulleiter)?

Wenn der Papa schon weiß, das die Bremse am Rad des Sohnes nicht funktioniert, muß in erster Linie er selbst verhindern, daß der Sohn mit dem Rad fährt.
papamoll
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von papamoll »

webelch hat geschrieben: 05.09.22, 19:40 Was sagen denn die Lehrkräfte dazu?
Kind soll sich an aufsichtführenden Lehrer wenden.
ExDevil67
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von ExDevil67 »

FM hat geschrieben: 05.09.22, 19:45 Wenn der Papa schon weiß, das die Bremse am Rad des Sohnes nicht funktioniert, muß in erster Linie er selbst verhindern, daß der Sohn mit dem Rad fährt.
Ich würde mal vermuten das Papa das, und denkbare andere Manipulationen / Beschädigungen, erst dann feststellt wenn das Kind mit dem kaputten Rad nach Hause kommt nach dem es morgens mit einem verkehrstüchtigen, funktionierenden Rad zur Schule gefahren ist.
Zuletzt geändert von ExDevil67 am 05.09.22, 20:59, insgesamt 1-mal geändert.
papamoll
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von papamoll »

FM hat geschrieben: 05.09.22, 19:45 Die Lehrer haben bei der Pausenaufsicht im allgemeinen nur den Auftrag die Schüler zu beaufsichtigen, nicht die Fahrräder. Woher weiß man denn, dass es genau während der Pause geschehen ist?
Kind hat Glück gehabt und hat es selber gesehen. Beim nächsten mal bemerkt es das Kind vielleicht nicht.
FM hat geschrieben: 05.09.22, 19:45 Was genau soll aus der evtl. Verantwortung der Schule folgen? Also welche Rechtsfolge? Will man Geld haben (falls ja von wem und warum), will man, dass jemand bestraft wird (Lehrer, Eltern, Schulleiter)?
Wie kommen Sie auf die Idee, dass jemand Geld haben will? Ganz offensichtlich geht es mir darum zu verhindern, dass mein Kind mit einem manipuliertem Fahrrad losfährt und ggfs. einen schweren Unfall hat. Für jemand der Kinder hat, ist das wohl das offensichtlichste. Sie haben wohl keine Kinder? Wenn jemand an den Bremsen manipuliert oder bspw. die Räder locker dreht, ist das doch wohl kein Spaß mehr, sondern der Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Oder sehe ich das falsch? Ist das wohl gar kein Verbrechen? Dürfen Eltern nicht erwarten, dass die Schule ein Mindestmaß an Unterstützung dbzgl. bietet und mit verhältnismäßigen Mitteln versucht, Straftaten zu verhindern? Während der Hofpausen darf sowieso niemand auf dem Schulgelände mit dem Fahrrad fahren. Also wäre es wahrscheinlich möglich, dass die Kinder in den Pausen auch nicht zu den Fahrrädern gehen dürfen. Oder ein Lehrer steht in der Nähe der Fahrräder. Wäre das Kind, dass meinem Sohn das Fahrrad so manipuliert schon 14 Jahre alt, wäre es ja wohl strafmündig.
FM hat geschrieben: 05.09.22, 19:45 Wenn der Papa schon weiß, das die Bremse am Rad des Sohnes nicht funktioniert, muß in erster Linie er selbst verhindern, daß der Sohn mit dem Rad fährt.
Entweder Sie haben den Text nicht richtig gelesen oder nicht richtig verstanden. Das Fahrrad, mit dem das Kind zur Schule fährt ist verkehrssicher. Erst durch die Manipulation in der Schule funktioniert es nicht mehr sicher. Wo genau liegt da bitte die Schuld des Vaters ihrer Meinung nach noch mal?
FM
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von FM »

papamoll hat geschrieben: 05.09.22, 20:59 ä
FM hat geschrieben: 05.09.22, 19:45 Was genau soll aus der evtl. Verantwortung der Schule folgen? Also welche Rechtsfolge? Will man Geld haben (falls ja von wem und warum), will man, dass jemand bestraft wird (Lehrer, Eltern, Schulleiter)?
Wie kommen Sie auf die Idee, dass jemand Geld haben will? Ganz offensichtlich geht es mir darum zu verhindern, dass mein Kind mit einem manipuliertem Fahrrad losfährt.....
Das Zeichen "?" am Ende eines Satzes kennzeichnet, dass es sich um eine Frage handelt.

Wenn man verhindern will, dass das Kind mit dem kaputten Rad fährt, muss man z.B. selbst hingehen, dem Kind kein Rad mitgeben, oder es entsprechend anweisen. Die Schule muss kein Personal stellen, um auf abgestellte Fahrräder aufzupassen.

Da die Frage im Forum zum Strafrecht gestellt wurde: die Annahme ist richtig, dass 12jährige Mitschüler strafrechtlich für nichts haften. Dennoch dürfen sie es nicht tun.
Evariste
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von Evariste »

FM hat geschrieben: 05.09.22, 22:49 Die Schule muss kein Personal stellen, um auf abgestellte Fahrräder aufzupassen.
Sehe ich anders. Die Schule hat die Aufsicht über die Schüler. Das umfasst selbstverständlich auch das Verhindern von Sachbeschädigungen durch die Schüler, inbesondere wenn diese Sachbeschädigungen wiederum zu Gefährdungen anderer Schüler führen. Wie der TE bereits geschrieben hat, ist es dazu nicht notwendig, die Fahrräder zu "bewachen", es genügt die Schüler zu "bewachen", z. B. zu verhindern, dass sie sich während der Schulzeit an den Fahrrädern zu schaffen machen.
Chavah
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von Chavah »

Nicht jeder Schüler kann während der gesamten Schulzeit lückenlos beaufsichtigt werden. Wie soll das funktionieren?

Eigentlich sollte ein Schüler selbst erkennen, ob sein Fahrrad verkehrstauglich ist. Abgesehen davon, ist wohl der richtige Weg, diesen Vorfall zu melden, am günstigsten macht das der Schüler direkt bei der Pausenaufsicht, oder aber die Eltern tun es. Wenn das nur mit seinem Fahrrad geschieht, dann dürfte ja da auch noch ein anderer Hintergrund sein, der auch von Interesse ist und vielleicht aufgearbeitet werden sollte?
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von hawethie »

dass die Schule ein Mindestmaß an Unterstützung dbzgl. bietet und mit verhältnismäßigen Mitteln versucht, Straftaten zu verhindern?
hast du Ideen dazu? Mal mit "der Schule" über das Problem gesprochen?
es genügt die Schüler zu "bewachen", z. B. zu verhindern, dass sie sich während der Schulzeit an den Fahrrädern zu schaffen machen.
also stellen wir eine*n Lehrer*in an den Fahrradabstellplatz... oder wie soll das gehen, vor allem, ohne die sonstige Aufsicht zu vernachlässigen?
Also wäre es wahrscheinlich möglich, dass die Kinder in den Pausen auch nicht zu den Fahrrädern gehen dürfen
ist der Fahrradabstellplatz so weit vom Schulhof entfernt?
Kind hat ... es selber gesehen.
dann sind mE das Kind oder dessen Eltern die ersten, die man ansprechen sollte.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.
Aus Erfahrung: Krebsvorsorge schadet nicht.
papamoll
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von papamoll »

FM hat geschrieben: 05.09.22, 22:49 Das Zeichen "?" am Ende eines Satzes kennzeichnet, dass es sich um eine Frage handelt.
Könnten Sie bitte ihre dummen Kommentare sein lassen?
FM hat geschrieben: 05.09.22, 22:49 Wenn man verhindern will, dass das Kind mit dem kaputten Rad fährt, muss man z.B. selbst hingehen, dem Kind kein Rad mitgeben, oder es entsprechend anweisen.
Vielleicht sollte es auch einfach nicht mehr in die Schule gehen, wenn es geärgert oder gar gemobbt wird? Ein bißchen sehr weltfremder Vorschlag von Ihnen, dass ich nach Schulschluß zur Schule fahren soll, das Fahrrad überprüfe und dann kann das KInd sicher mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Würden Sie wohl selber so machen?
papamoll
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von papamoll »

Chavah hat geschrieben: 06.09.22, 09:06 Nicht jeder Schüler kann während der gesamten Schulzeit lückenlos beaufsichtigt werden. Wie soll das funktionieren?
Das hat auch niemand verlangt, dass es eine lückenlose Einzelaufsicht gibt.
Chavah hat geschrieben: 06.09.22, 09:06 Eigentlich sollte ein Schüler selbst erkennen, ob sein Fahrrad verkehrstauglich ist. Abgesehen davon, ist wohl der richtige Weg, diesen Vorfall zu melden, am günstigsten macht das der Schüler direkt bei der Pausenaufsicht, oder aber die Eltern tun es. Wenn das nur mit seinem Fahrrad geschieht, dann dürfte ja da auch noch ein anderer Hintergrund sein, der auch von Interesse ist und vielleicht aufgearbeitet werden sollte?
Es ist also die Aufgabe des Kindes zu prüfen, ob sein Fahrrad nicht manipuliert wurde, während es abgestellt war? Dazu gehört bestimmt auch, dass es prüft, ob die Radmuttern nicht gelockert wurden? Das machen wir Autofahrer doch auch alle so, die ihre Autos im öffentlichem Verkehrsraum parken: vor jeder Fahrt ist der feste Sitz von Radmutter zu prüfen. Anscheinend ist der Geschädigte wohl selber Schuld, wenn er nicht selber erkennt, ob sein Fahrzeug manipuliert wurde...
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von Niemand2000 »

hawethie hat geschrieben: 06.09.22, 09:31also stellen wir eine*n Lehrer*in an den Fahrradabstellplatz
Trump wäre bestimmt für bewaffnete Lehrkräfte https://www.n-tv.de/politik/Trump-forde ... 61430.html
hespo
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Re: Manipulationen an Fahrrädern in der Schule (gefährlicher Eingriff in Straßenverkehr)

Beitrag von hespo »

Hier die Gedanken von jemandem, der zu seiner Schulzeit selbst derjenige war, dem die Bremsen ausgehängt, die Ventile rausgedreht, Sattel geklaut wurden etc.:

So sehr Du auch im Recht sein magst - die Schule wird nichts tun, oder auch nichts tun *können*. Pausenaufsicht leisten zu müssen, halten viele Lehrkräfte für "unter ihrer Würde"; oftmals wird schon den einfachsten Konflikten schlicht aus dem Weg gegangen (*jeder* weiß, wo die Raucherecken sind, auch die Lehrer. Und trotzdem ändert sich nix daran, dass dort auch die Zwölfjährigen rauchen). Im schlimmsten Fall können Schüler auch noch von den Lehrern Repressalien befürchten, wenn die Eltern der Schüler erstmal als unbequeme "Querulanten" aufgefallen sind.
Und davon ganz ab, auf Grund des Alters gehe ich von etwa 7./8. Klasse aus, da gibt es ja auch immer mal wieder zwischendurch Freistunden, in denen einzelne Schüler gar nicht beaufsichtigt werden. Sollte nicht so sein? Mag sein, ist aber leider trotzdem so.

Aus meiner eigenen, zynischen Erfahrung heraus kann ich Dir wirklich nur raten: Gehe davon aus, dass, egal was Du tust, diese Sachbeschädigungen nicht aufhören werden, und plane, was Du tun willst, dem entsprechend. Abhängig von Eurer spezifischen Situation kann das vielleicht heißen, Deinen Sohn auf eine andere Schule zu schicken. Das kann heißen, dass er sein Fahrrad abseits des Schulgeländes abstellt (hilft immer so zwischen ein paar Tagen bis hin zu ein paar Wochen). Das kann heißen, dass Du ihm grenzenlose Geduld beibringen musst, um mit Bully's fertig zu werden und ihre Unsicherheiten zu ignorieren. Das könnte sogar heißen, ihn zum Karate-Kurs zu schicken, sofern die anderen Kinder nicht locker lassen und irgendwann eskalieren (und die Chancen stehen eben gut, dass genau das passiert). So oder so, ich wünsche Euch beiden viel Glück!
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