Verkauf von weiterverarbeiteten Markenprodukten

Moderator: FDR-Team

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Kasuzi
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Verkauf von weiterverarbeiteten Markenprodukten

Beitrag von Kasuzi »

Liebe Foristen,
angenommen, jemand verarbeitet hobbymäßig Markenprodukte (sagen wir mal T-Shirts) in Handarbeit künstlerisch weiter (z.B. Färben, Bedrucken) und verkauft sie dann privat als kreative Einzelstücke auf einer Onlineplattform - ist es zulässig, die T-Shirt-Marke zu nennen, um potentiellen Interessenten mglw. Aufschluss über besondere Eigenschaften zu geben (Passform, Qualität, Nachhaltigkeit)?

Und wie sähe das für einen gewerblichen Händler/Kunsthandwerker aus?

Trotz reiflichen Stöberns konnte ich keine ähnliche Frage finden - sollte sie in anderen Threads schon beantwortet sein, freue ich mich über einen freundlichen Hinweis. Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!

Niemand2000
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Re: Verkauf von weiterverarbeiteten Markenprodukten

Beitrag von Niemand2000 »

Bei https://rp-online.de/digitales/internet ... d-11945083 ging es zwar nicht um einen Verkauf, sondern um eine Änderung von Dingen, diese dann fotografieren und anschließend ins Netz stellen

gargamel111
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Re: Verkauf von weiterverarbeiteten Markenprodukten

Beitrag von gargamel111 »

Der Markenrechtsinhaber kann den Weiterverkauf seiner Waren untersagen, wenn deren Zustand verändert wird. Geregelt ist das im § 24 Abs. 2 MarkenG. Hintergrund ist unter anderem, dass der Markeninhaber nicht verpflichtet ist, einen Imageverlust hinzunehmen oder auf die Veränderungen keinen Einfluss zu haben.
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ExDevil67
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Re: Verkauf von weiterverarbeiteten Markenprodukten

Beitrag von ExDevil67 »

Ich würde auch die Finger davon lassen da eine fremde Marke mit im Spiel zu haben. Denn, sollte es einem gelingen selber "T-Shirts von Kasuzi" als eine Marke zu etablieren, dürfte nämlich ein Imageschaden der dem Hersteller ihres Grundproduktes entsteht weil rauskommt das seine Ware entgegen vollmundiger versprechen doch von Kindern aus herkömmlicher Baumwolle genäht wird, auch auf ihr Produkt zurückfallen.
Zumal Sie sich auch preislich sehr schnell aus dem Markt schießen dürften wenn Ihr "Lieferant" die Verkaufspreise an den Endverbraucher erhöht.

Kasuzi
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Re: Verkauf von weiterverarbeiteten Markenprodukten

Beitrag von Kasuzi »

Vielen Dank für die schnellen Antworten, ich freue mich sehr!

Um es zu präzisieren: Es handelt sich weniger um imageträchtige Marken (z.B. Nike oder Adidas), sondern eher um im Großhandel gehandelte (z.B. Gildan oder Fruit of the Loom), wo sie explizit auch im Hinblick auf ihre Weiterverarbeitbarkeit beschrieben und genau dafür in großen Margen ver- und gekauft werden. Also eher wie ein Rohstoff vielleicht.

Manche dieser Marken sind für ihre Besonderheiten bekannt (z.B. hergestellt aus nachhaltig produzierter Bio-Baumwolle), was für potentielle Käufer der weiterverarbeiteten Stücke ein Kaufkriterium sein könnte.

Ändert das etwas an der Beantwortung der Frage oder sollte man sich dennoch darauf beschränken, einfach die besonderen Eigenschaften zu nennen ohne die Marke zu erwähnen?

Danke schon mal!

Froggel
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Re: Verkauf von weiterverarbeiteten Markenprodukten

Beitrag von Froggel »

Was hindert einen daran, die Markenfirma anzuschreiben und sich schriftlich die Erlaubnis zu holen? Dann ist man auf jeden Fall auf der rechtssicheren Seite.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

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