Original CD`s DVD´s oder Spiele kopieren

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karli
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Original CD`s DVD´s oder Spiele kopieren

Beitrag von karli »

Macht man sich strafbar wenn man einen der oben genannten Datenträger kauft, sich eine Kopie davon, für den Eigengebrauch macht und das Original dann verschenkt oder verkauft?
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.
skayritera
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Beitrag von skayritera »

Meines erachtens, Wenn man die Kopie vom Originalem nicht mitgibt oder nicht vernichtet, Ja.
Mfg Skayritera ;)
HINWEIS: Von mir gibs keine konkrete Rechtberatung, keine Garantie! Alles was ich hier sage sind Meinugsäußerungen!
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Michael A. Schaffrath
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Beitrag von Michael A. Schaffrath »

Bei Software ja, bei Musik/Filmen nein (dort greift die Privatkopie, die bei Software explizit untersagt ist).
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cineman24
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Beitrag von cineman24 »

aber kann ich eine Privatkopie haben, wenn ich das Original nicht mehr habe? Wie soll ich dann (im Falle eines Falles) nachweisen, das ich irgendwann mal das Original hatte?

Sonst könnte ich ja von einem Film, den ich aus der Videothek geliehen habe, auch eine Kopie machen und behaupten, den Film habe ich mal besessen, dann an Person X verschenkt...
Richard Gecko
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Beitrag von Richard Gecko »

Natuerlich darf man von ausgeliehenen Filmen oder Musik-CDs sich selber eine Kopie machen, wenn dabei kein Kopierschutz umgangen wird.
cineman24
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Beitrag von cineman24 »

Wenn ich aber eine DVD oder CD ausleihe, habe ich keinen Besitzanspruch, den hat doch immer noch der Verleiher, so dass ich auch keine Sicherheitskopie für mich machen, oder sehe ich da irgendwas falsch...
Irgendwie ist das Urheberrecht doch recht kompliziert. :?
Michael A. Schaffrath
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Beitrag von Michael A. Schaffrath »

Besitz != Eigentum.

Einen "Besitzanspruch" gibt es in dem Sinne nicht.

Und es handelt sich auch um keine "Sicherheitskopie" (die gibt es nur bei Software), sondern um eine Privatkopie.

Die darf man haben (vgl. Richard Gecko) - und im Zweifel müßte immer noch die StA nachweisen, daß es sich um eine illegale Kopie handelt und nicht man selbst, daß es sich um eine erlaubte Privatkopie handelt.
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Avalancha
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Beitrag von Avalancha »

cineman24 hat geschrieben: Irgendwie ist das Urheberrecht doch recht kompliziert. :?
Naja...anfangs vielleicht. Also wie schon richtig gesagt, auch wenn die Kopie zu deiner Sicherheit sein soll, es handelt sich um eine private Kopie. Das ist erlaubt und das auch von einem Nicht-Original, also auch von einer Kopie. Da gibt es natürlich auch Kritiker, die finden das ganz doll blöd, aber es ist eben nun einmal so. Die Original-CD (die Vorlage) darfst du nur nicht geklaut haben und es darf sich nicht um eine Fälschung handeln, auch wenn diese legal gekauft wurde. Verkaufen darf man die Kopie nicht und eben nicht für Hinz und Kunz, Gott und die Welt kopieren. Wenn man sich die Vorlage rechtmäßig verschafft, also kauft, kann man davon auch eine Kopie ziehen und wenn du die Vorlage dann an deine Oma verschenkst, dann ist das deine Sache. Umgekehrt könnte dir deine Oma dann auch eine Kopie erstellen. Es sei denn die CD hat einen Kopierschutz, den darfst du nicht umgehen, aber nur, wenn es sich auch um einen echten Schutz handelt und nicht so einfach zu umgehen ist, dass man die CD nur befeuchten müsste, um sie kopieren zu können, sag ich mal. Dass die CD über einen Kopierschutz verfügt, muss auf dem Cover stehen!
Michael A. Schaffrath
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Beitrag von Michael A. Schaffrath »

Avalancha hat geschrieben:Die Original-CD (die Vorlage) darfst du nur nicht geklaut haben und es darf sich nicht um eine Fälschung handeln, auch wenn diese legal gekauft wurde.
Nein, es darf keine *offensichtlich illegale* Vorlage gewesen sein. Wenn man nicht erkennen konnte, daß es sich um eine Fälschung handelte, kann das nicht einschlägig sein.
Avalancha hat geschrieben:Wenn man sich die Vorlage rechtmäßig verschafft, also kauft,
Wieso "also"? Es gibt genügend andere Möglichkeiten, sich eine Vorlage rechtmäßig zu verschaffen. Vom Freund leihen, vom Verleiher leihen, ...
Avalancha hat geschrieben:Es sei denn die CD hat einen Kopierschutz, den darfst du nicht umgehen
Für private Zwecke schon.

§108b I UrhG: "[...] wenn die Tat nicht ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch des Täters oder mit dem Täter persönlich verbundener Personen erfolgt oder sich auf einen derartigen Gebrauch bezieht [...]"
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Re: Original CD`s DVD´s oder Spiele kopieren

Beitrag von Avalancha »

Es darf keine "offensichtlich rechtswidrig HERGESTELLTE...Vorlage sein", das kann man durchaus erkennen. Klar, wenn der durchschnittlich informierte Verbraucher das nicht erkennt, ohne vorher eine eingehende Prüfung vornehmen zu müssen, dann kann das einem nicht angekreidet werden.

"Also" kann man auch durch "beispielsweise" ersetzen, es ändert nichts daran, dass man am sichersten fährt, wenn man den Tonträger kauft. Aber von einem Freund borgen geht natürlich auch.

Was 108b betrifft: Hier handelt es sich ausschließlich um strafrechtliche Sanktionen, weil der Staatsanwalt nicht bei jeder Privatperson die Wohnung durchschnüffeln soll. Der zivilrechtliche Schutz, den der Rechteinhaber gegenüber dem Störer hat, ist davon selbstverständlich (und zum Glück) nicht betroffen. Sonst wären die §§95a ff. überflüssig.
Michael A. Schaffrath
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Re: Original CD`s DVD´s oder Spiele kopieren

Beitrag von Michael A. Schaffrath »

Für zivilrechtliche Relevanz müßte aber erst mal ein Kläger gefunden werden, der wiederum den zu Verklagenden gefunden hat.
Das dürfte, solange man sich aus Tauschbörsen heraushält und seine gebrannten CDs auch nicht verkauft, für 99.99% der Bevölkerung also nie relevant werden. Oder wieviele Hausdurchsuchungen haben Sie so pro Jahr? ;)

Die Mär, daß man schon durch bei Polizeikontrollen aufgefundene gebrannte CDs ins Visier von Schadensersatz fordernden Rechteinhabern gelangt, ist ja nun eher eine urban legend.

Zumal im Zweifel auch hier, ausweislich des Wortlauts der §§95a ff. UrhG, der Rechteinhaber beweisen müßte, daß der Beklagte einen Kopierschutz selbst (!) umgangen hat. Der bloße Besitz etwa von (Kopien von) Musikwerken, die ab Werk mit einem Kopierschutz versehen sind, genügt nicht für diesen Tatbestand. Deswegen war die - bereits um den Kopierschutz "bereinigte" - CD eines Freundes, von der man sich das ganze kopiert hat, noch keine "offensichtlich (!) rechtswidrig hergestellte" Vorlage i.S.d. UrhG.

Für Unterlassungsansprüche gilt dasselbe mutatis mutandis.

Also sehe ich nicht, wer da wen erfolgreich auf was verklagen können sollte. So weit sind wir ja noch nicht mal in den USA, wo die RIAA jeden verklagt, der nicht bei three auf den trees ist. :P
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Caesar
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Re:

Beitrag von Caesar »

skayritera hat geschrieben:Meines erachtens, Wenn man die Kopie vom Originalem nicht mitgibt oder nicht vernichtet, Ja.
Davon würde ich abraten eine Kopie beim Verkauf des Originals mitzugeben.
Es ist besser die Kopie zu vernichten und nur das Original mitzugeben.

Der Käufer kann sich dann ja selbst eine eigene Sicherungskopie machen sobald er dann das Original hat.
Richard Gecko
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Re: Original CD`s DVD´s oder Spiele kopieren

Beitrag von Richard Gecko »

Man muss immer unterscheiden Software vs. Musik/Film.
Freie DNS-Server:
87.118.100.175 (Germany Privacy Foundation)
85.214.73.63 (FoeBuD e.V.)
213.73.91.35 (CCC)
Anleitung zum Umstellen:
http://www.ccc.de/censorship/dns-howto/
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