Abmahnung nach Download

Moderator: FDR-Team

Der Hilfesuchende
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Abmahnung nach Download

Beitrag von Der Hilfesuchende »

Hallo liebe Forengemeinde,

mal wieder rein Hypothetisch.

Angenommen A bekommt Post von der Anwaltskanzlei Abzocken, nachfolgend R genannt, in der mitgeteilt wird,
er habe am 10.05.10 einen nicht Jugendfreien Film über ein P2P Netzwerk Online gestellt.

R bietet A nun an als Vergleich 705€ zu zahlen und eine UE zu unterschreiben, womit dann alles abgegolten sei, natürlich unter Anerkennung der Schuld und
der Zahlungspflicht.

Nun ist A mal völlig überrascht, denn bisher nutzte er kein P2P Netzwerk. Nach einiger Recherche im Netz kommt er drauf, das er ja einen
WLan Router nutzt und wie der Teufel es will wohl bei der Montage keine Verschlüsselung installierte.

Weiter ergab die Recherche das man nun besagter R auf keinen Fall die UE unterschreiben soll, besser eine durch einen
Anwalt modifizierte UE in der er keine Schuld anerkannt und auch sonst nichts zugegeben wird. Desweiteren liest man so,
das man nach der modifizierten UE keine Zahlungen leisten soll, da es wohl mehr als fraglich ist ob R den Betrag einklagt
und selbst dann wohl der BGH da ne Grenze von 100 € gesetzt hat.
Weiterhin fragt sich A ob da nun noch mehr nachkommt ?

Nun würde A interessieren wie die Forengemeinde hier darüber denkt ? Was hat A den nun aus der bisherigen Praxiserfahrung
der Spezialisten hier zu erwarten ?

Vielen dank

nordlicht02
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von nordlicht02 »

Hier etwas zum offenen WLan, inkl. etlicher Urteile.
Zur Deckelung auf 100 Euro: das gilt nur für die Anwaltsgebühren. Schadensersatz des Rechteinhabers ist davon nicht betroffen. Der kann durchaus höher als 100 Euro sein.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Gerd aus Berlin
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Der Hilfesuchende hat geschrieben:Weiterhin fragt sich A ob da nun noch mehr nachkommt ?
  • "Daher erhielt die Anschlussinhaberin erneut Post vom Rechteinhaber und zwar in Form einer einstweiligen Verfügung vom Gericht mit der Aufforderung der Unterlassung und Zahlung der Verfahrenskosten."
    Aus dem Link von nordlicht02
Die Schallmauer von 100,- stammt nicht vom BGH, sondern vom Bundestag:
  • § 97a Abmahnung
    (1) Der Verletzte soll den Verletzer vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens auf Unterlassung abmahnen und ihm Gelegenheit geben, den Streit durch Abgabe einer mit einer angemessenen Vertragsstrafe bewehrten Unterlassungsverpflichtung beizulegen. Soweit die Abmahnung berechtigt ist, kann der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangt werden.
    (2) Der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen für die Inanspruchnahme anwaltlicher Dienstleistungen für die erstmalige Abmahnung beschränkt sich in einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs auf 100 Euro.
Bei ein paar Songs könnte das durchaus als "außerhalb des geschäftlichen Verkehrs" gelten. Aber auch unerheblich? Möglich. Die 100,- gelten aber, wie oben erwähnt, nicht für den Schaden, also z. B. 23 Songs an 100 Leute verschickt = 2.300 CDs á X Euro oder so ...

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Der Hilfesuchende
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Der Hilfesuchende »

Danke erstmal,

so rein aus dem Bauch raus könnte man doch den Verdacht hegen das es nur um Kohle machen geht.

Könnte man da evtl vermuten das R an einem schnellen Vergleich mit evtl veringerter Summe und geänderter UE mehr interessiert ist,
als ein Gerichtsverfahren anzustreben ?

Gerd aus Berlin
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Der Verdacht, dass es bei Abmahnungen häufig um reine Abzocke geht, wird in der Presse häufig geäußert.

Am pikantesten finde ich dabei die Varianen, in denen überhaupt keine Kosten für den Anwalt entstehen, weil diese von sich aus das Geschäft übernehmen und dem Rechteinhaber eine Beteiligung an den Einnahmen antragen.

Richtig ist, dass manche Massenabmahner die Gerichte eher scheuen. Aber auch auf den Abgemahnten können höhere Kosten zukommen, wenn er verliert.

Richtig ist aber auch, dass es im Kohle geht - und gehen muss: Der Schöpfer eines Werkes kann sich ja nicht einfach fleddern lassen wie eine Weihnachtsgans - er muss auch von etwas leben.

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Sorgenskin
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Sorgenskin »

Ein nahezu idetischer Fall ist mir kürzlich auch zu Ohren bekommen.

Wie würde sich der Fall denn entwickeln, wenn A die Tat kategorisch abstreitet und zudem eine WPA2-Verschlüsselung verwendet hat? Mit welchen Argumenten könnte A seine Unschuld untermauern?
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Gerd aus Berlin
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Untermauern? Man bringt halt seinen WLAN-Router mit ins Gericht :lol: .

Dann kann der Richter ja kucken, was laut BGH zutrifft:
Überraschend schnell hat der Bundesgerichtshof (BGH) eine schriftliche Begründung zu seinem am 12. Mai verkündeten "WLAN-Urteil" geliefert. Das oberste deutsche Gericht bestätigte, dass der Betreiber eines Funknetzes als sogenannter Störer für Urheberrechtsverletzungen haftet, die über seinen DSL-Anschluss begangen wurden, wenn er den WLAN-Zugang nicht "marktüblich" abgesichert hat.
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Der Hilfesuchende
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Der Hilfesuchende »

Hallo nochmal, die Frage ist aber gut wie es aussieht wenn eine Verschlüsselung aktiviert war.

Es ist ja anscheinend möglich Verschlüsselte WLan Netze zu knacken.

Desweiteren führt R ja an die Datei wäre einwandfrei identifiziert. Was aber wäre wenn es sich zwar um besagten Film handelte, jedoch aber der Name
der Datei geändert und für A nicht ersichtlich war ?

Da es sich ja auch um ein erstmaligen Fall handelt und um einen Film stellt sich A die Frage wieso R überhaupt an die IP kam. Naja fragen über Fragen.

Tatsächlich aber scheint es so zu sein das man in Deutschland immer der "Arsch" ist :-(

Gerd aus Berlin
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Zum Knacken von WLANs vor Gericht siehe diesen Thread: http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php ... 2#p1212162

Zum Erkennen von Dateien bei geändertem Titel oder als Fragment (z. B. nach Sendeabbruch) lese man mal etwas über die Hashfunktion:
"In der Kryptologie werden Hashcodes beispielsweise verwendet, um den Inhalt eines Dokumentes zu identifizieren, ohne dass man den kompletten Inhalt übermitteln oder vergleichen muss."

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Michael A. Schaffrath
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Michael A. Schaffrath »

Gerd aus Berlin hat geschrieben:
Überraschend schnell hat der Bundesgerichtshof (BGH) eine schriftliche Begründung zu seinem am 12. Mai verkündeten "WLAN-Urteil" geliefert. Das oberste deutsche Gericht bestätigte, dass der Betreiber eines Funknetzes als sogenannter Störer für Urheberrechtsverletzungen haftet, die über seinen DSL-Anschluss begangen wurden, wenn er den WLAN-Zugang nicht "marktüblich" abgesichert hat.
Ist das eigentlich ein "catch 22"? Nicht abgesichert = Mitstörerhaftung, abgesichert = Beweis, daß doch der Anschlußinhaber der Täter gewesen sein muß? :twisted:
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

Der Hilfesuchende
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Der Hilfesuchende »

Gerd aus Berlin hat geschrieben:Zum Knacken von WLANs vor Gericht siehe diesen Thread: http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php ... 2#p1212162

Zum Erkennen von Dateien bei geändertem Titel oder als Fragment (z. B. nach Sendeabbruch) lese man mal etwas über die Hashfunktion:
"In der Kryptologie werden Hashcodes beispielsweise verwendet, um den Inhalt eines Dokumentes zu identifizieren, ohne dass man den kompletten Inhalt übermitteln oder vergleichen muss."

Gruß aus Berlin, Gerd
Das mit der Hashfunktion ist mir leider zu hoch. Kann das mal jemand für nen doofen erklären bitte, danke.

Gerd aus Berlin
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Michael A. Schaffrath hat geschrieben:Ist das eigentlich ein "catch 22"? Nicht abgesichert = Mitstörerhaftung, abgesichert = Beweis, daß doch der Anschlußinhaber der Täter gewesen sein muß? :twisted:
So scheint es. "Catch-22": Wieder was gelernt! (Bei meiner Großmutter hieß das noch: "Wie ma's macht, isches vakeaht!")

Aber warum nicht? Auch beim Autoverkehrsverstoß hilft dem Halter ein "Ich war's nicht!" nicht immer.
Der Hilfesuchende hat geschrieben:Das mit der Hashfunktion ist mir leider zu hoch. Kann das mal jemand für nen doofen erklären bitte, danke.
Zum Erkennen von umbenannten oder verstümmelten Dateien in P2P-Börsen mittels Hash-Werten:
  • Das Auffinden von Dateien aufgrund des Hashwertes ihres Inhaltes ist zumindest in den USA als Softwarepatent geschützt. Der Inhaber verfolgt Programme und Firmen, die auf Basis dieses Systems die Suche von Dateien ermöglichen, einschließlich Firmen, die im Auftrag von RIAA oder MPAA Anbieter von unlizenzierten Inhalten ermitteln wollen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hashfunktion#Beispiele
http://de.wikipedia.org/wiki/RIAA
"Die RIAA ist weltweit durch die Konflikte mit Tauschbörsen in die Medien gekommen. (...)
Unter dem Druck der RIAA entstand in Amerika ein neues Gesetz, der Digital Millennium Copyright Act."

http://de.wikipedia.org/wiki/MPAA
"Die Motion Picture Association of America (MPAA) ist die Selbstorganisation der amerikanischen Filmproduzenten und -verleiher."

Mehr weiß ich auch nicht, denn ich habe die Erstinfo aus dem Radio und leider nicht mitgeschrieben :D .

Gruß aus Berlin, Gerd
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MarcoW75
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von MarcoW75 »

Gerd aus Berlin hat geschrieben: Zum Erkennen von umbenannten oder verstümmelten Dateien in P2P-Börsen mittels Hash-Werten:
  • Das Auffinden von Dateien aufgrund des Hashwertes ihres Inhaltes ist zumindest in den USA als Softwarepatent geschützt. Der Inhaber verfolgt Programme und Firmen, die auf Basis dieses Systems die Suche von Dateien ermöglichen, einschließlich Firmen, die im Auftrag von RIAA oder MPAA Anbieter von unlizenzierten Inhalten ermitteln wollen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hashfunktion#Beispiele
Interessant ist der Leistungsumfang eben dieser Firmen,die solche Urheberrechtsverstöße feststellen. Denn in Sachen Ermittlung von Urheberrechtsverstößen behaupten die meisten,daß der Hashwert 100%ig eindeutig und nicht fälschbar ist,ein festgestellter Hashwert auch garantiert der erwarteten Datei entspricht. Aber ihr Leistungsspektrum umfasst in der Regel auch noch andere Dienste,wie man auf den Webseiten der entsprechenden Firmen lesen kann. So bieten sie z.B. an,Fakedateien mit einer bestimmten Größe und einem bestimmten Hashwert erzeugen zu können, um Filesharern die Suppe zu versalzen. Na, wer entdeckt den Widerspruch ?

Gerd aus Berlin
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Gerd aus Berlin »

MarcoW75 hat geschrieben:Aber ihr Leistungsspektrum umfasst in der Regel auch noch andere Dienste,wie man auf den Webseiten der entsprechenden Firmen lesen kann. So bieten sie z.B. an,Fakedateien mit einer bestimmten Größe und einem bestimmten Hashwert erzeugen zu können, um Filesharern die Suppe zu versalzen. Na, wer entdeckt den Widerspruch ?
Ich tippe mal, dass der Hashwert zunächst nur einen negativen Beweis zulässt: Stimmt er nicht überein, ist die Datei nicht identisch. Stimmt er aber überein, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Dateien indentisch sind, aber nicht bei 100 %.

Zu dieser Annahme haben mich diese Infos verleitet:
Wikipedia über die Hashfunktion hat geschrieben:Wenn die Prüfsumme vor gezielten Manipulationen der Daten schützen soll, wird eine kryptographische Hashfunktion verwendet, welche unumkehrbar ist.
(...)
Bei der Identifikation von Inhalten mit sogenannten kryptographischen Hashfunktionen ist es nicht nur wichtig, dass sich der Hashwert bei einer kleinen Modifikation sofort komplett ändert (hierfür würde eine normale Prüfsumme reichen) und dass es nicht einfach ist, einen zweiten Inhalt mit dem selben Hashwert zu erzeugen (um einen Komplettaustausch des Inhaltes zu vermeiden). Ebenso wichtig ist es, dass der Inhalt nicht aus dem Hashwert rekonstruiert werden kann.
(...)
Der Vergleich mit einem Fingerabdruck ist durchaus zutreffend. Stimmt der an einem Tatort gefundene Fingerabdruck mit demjenigen eines Verdächtigen nicht überein, so stammt der Fingerabdruck mit Sicherheit von einer anderen Person. Im Falle der Übereinstimmung ist es sehr wahrscheinlich, dass der Fingerabdruck zu dem Finger der getesteten Person gehört.
Nun könnte vor Gericht aber eine rechnerische Wahrscheinlich von 97 % genügen, da Laien kaum in der Lage sind, eine Datei mit dem selben Hashwert zu generieren und dann zu verbreiten wie die des neuen James-Blond-Films :D .

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Michael A. Schaffrath
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Re: Abmahnung nach Download

Beitrag von Michael A. Schaffrath »

Gerd aus Berlin hat geschrieben:Nun könnte vor Gericht aber eine rechnerische Wahrscheinlich von 97 % genügen, da Laien kaum in der Lage sind, eine Datei mit dem selben Hashwert zu generieren und dann zu verbreiten wie die des neuen James-Blond-Films
Dazu noch ein paar Anmerkungen:

1. In vielen Fällen wird vermutlich die Ermittlungsfirma auch einen gewissen Datenblock vom betreffenden User herunterladen. Eine Datei, die dieselbe Größe, denselben Hashwert *und* auch noch einen (zufällig getroffenen) Bestandteil der Originaldatei (besser: der "Original-Raubkopie" XYZ_Cracked_by_ZYX.rar) enthält, wird wohl kaum jemand überhaupt herstellen können.

2. Unterläßt sie das, wird das Hauptargument nicht die rechnerische Wahrscheinlichkeit sein, sondern eher die logische. Man würde sich fragen, warum jemand (außer vielleicht den Rechteinhabern) Fakes ins Netz stellen sollte.
Daß die Rechteinhaber - bzw. deren Dienstleister - das selbst tatsächlich tun, müßte man schon zumindest substantiiert behaupten können. Dann wiederum würde sich die Katze ein wenig in den Schwanz beißen, wenn der Rechteinhaber eine Firma beauftragt, zu deren Leistungsspektrum einerseits das Veröffentlichen von "perfekten" Fakes gehört, die andererseits aber die Verbreitung von "Originalen" fehlerfrei ermitteln können will. Wie man das ohne entgleisende Gesichtszüge vor Gericht vertreten will, würde ich gerne mal sehen. ;) "We are certain the file was not a fake because we're the experts in creating fakes in the first place"?
ist es nicht nur wichtig, dass sich der Hashwert bei einer kleinen Modifikation sofort komplett ändert (hierfür würde eine normale Prüfsumme reichen)
Verstehe ich nicht; ein Hash-Wert *ist* doch letztlich eine Prüfsumme. Nur daß eine "normale" Prüfsumme in der Regel gerade nicht so konstruiert ist, daß schon kleine Änderungen in den Eingangswerten eine Komplettänderung der Ausgangswertes nach sich ziehen - siehe Personalausweisnummer.
Ebenso wichtig ist es, dass der Inhalt nicht aus dem Hashwert rekonstruiert werden kann.
Das ist bei "Hash" ja eine Binsenweisheit und auch logisch, da man nicht 10 Gigabyte auf 32 Zeichen reversibel komprimieren kann (außer in trivialen Fällen).
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

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