Zitieren aus Fachbüchern in eigenen Schriften

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Ratford
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Zitieren aus Fachbüchern in eigenen Schriften

Beitrag von Ratford »

Hallo liebe Forenmitglieder,

die aktuellen Geschehnisse haben mich selbst etwas sensibler für das Thema Zitieren gemacht.

Ich möchte gerne kurze Schriften aufsetzen zum Thema Anatomie und Physiologie - im Schnitt etwa 2 Seiten lang. Dazu verwende ich dann entsprechende Fachbücher.
Diese Dokumente möchte ich der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Meine Frage betrifft das Zitieren: ich entnehme ja bestimmte Informationen den Büchern und kann unmöglich jede Sehne, jedes Band aus dem Anatomieatlas zitieren, aus dem ich das habe - dann bestünde jede Seite zu 50% aus Quellenangaben und nur zu 50% aus Inhalt.

Die Frage bezieht sich konkret auf kurze Dokumente (2 bis 3 Seiten) im Bereich Anatomie Physiologie, wo man ja niemals ganze Sätze zitiert (geht auch schlecht -sind meistens eh keine brauchbaren Fließtexte, sondern oft Tabellen und Aufzählungen).
Ist es da ausreichend, wenn am Ende des Dokumentes die verwendete Literatur aufgeführt ist?

Wenn nein: warum und wie sollte man es besser machen?


Viele Grüße

ThePhil
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Re: Zitieren aus Fachbüchern in eigenen Schriften

Beitrag von ThePhil »

Es muss hier unterschieden werden zwischen Relevanzen des Zitieren: Zum einen die urheberrechtliche und zum anderen die wissenschaftliche.

Urheberrechtlich muss man nur das zitieren, was urheberrechtliche geschützt ist. Alles andere ist gemeinfrei und damit kann verfahren werden, wie man will. Einzelne Wörter sind seltenst geschützt, Fakten sind dem urheberrechtlichen Schutz entzogen. Ein (einzelner) Satz kann schon urheberrechtlich geschützt sein. Das ist aber fast nur bei naturförmlichen Werken, nicht bei wissenschaftlichen der Fall.

Möchte man jedoch wissenschaftlich arbeiten, dann sollte man jeweils angeben, woher die gesammelten Informationen stammen. Dies ergibt sich jedoch aus dem einzelnen Fachgebiet.
Das Einzige, das man sich jederzeit nehmen darf, ohne danach sitzen zu müssen, ist Platz. - Heinz Erhardt.

Richard Gecko
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Re: Zitieren aus Fachbüchern in eigenen Schriften

Beitrag von Richard Gecko »

Geht es hier um Namen? Denn so verstehe ich das. Und die Verwendung allg. gueltiger Namen muss nirgends vermerkt werden.
Freie DNS-Server:
87.118.100.175 (Germany Privacy Foundation)
85.214.73.63 (FoeBuD e.V.)
213.73.91.35 (CCC)
Anleitung zum Umstellen:
http://www.ccc.de/censorship/dns-howto/

Ratford
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Re: Zitieren aus Fachbüchern in eigenen Schriften

Beitrag von Ratford »

Naja es geht um anatomische und physiologische Informationen aus Büchern, die im Rahmen einer kleinen Ausarbeitung zu einem anatomischen Thema verwendet werden sollen.

Gerd aus Berlin
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Re: Zitieren aus Fachbüchern in eigenen Schriften

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Wie ThePhil schon schrieb, besteht keine Notwendigkeit, wissenschaftlich korrekt zu zitieren, wenn man nicht wissenschaftlich anerkannt werden möchte mit seiner Arbeit. In populär-"wissenschaftlichen" Werken gibt es deshalb auch keine 50 % Fußnoten pro Seite.

Das Urheberrecht verlangt keine so gründlichen Quellenangaben. Die Quellen müssen bei übernommenen Forschungsergebnissen und Thesen nicht genannt werden. Ich darf also behaupten - urheberrechtlich -, das Einstein-Bose-Kondensat wäre von mir entdeckt worden. Oder es einfach beschreiben, ohne den Entdecker zu nennen.

Ich darf auch aus einer Beschreibung eines anderen Autoren abschreiben - einzelne Informationen und einzelne Sätze ohne Quellenangabe. Bei längeren und vor allem mehreren Sätzen am Stück kann es aber passieren, dass der abgeschriebene Text geschützt ist als Werk nach § 2 UrHG.

Wenn der abgeschriebene Text das ist, ein Werk, dann darf ich ihn nur als Zitat mit Quellenangabe verwenden.

Die Information selbst ist nicht geschützt als Werk. Wenn ich einen Text also umformuliere, kann er frei sein. Nicht aber, wenn ich wesentliche Teile aus einem Sammelwerk übernehme oder aus einer Datenbank. Wobei das Abschreiben der 7 oder 8 Handgelenksknochen kein wesentlicher Klau aus einem Sammelwerk darstellt.
Richard Gecko hat geschrieben:Geht es hier um Namen? Denn so verstehe ich das. Und die Verwendung allg. gueltiger Namen muss nirgends vermerkt werden.
Muss aber bei der Nennung der Achillessehne nicht der Urheber Achill genannt werden?

Gruß aus Berlin, Gerd
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ist und bleibt der Querulant.

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hope I don’t blow it." Bob Dylan

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