Urheberrechtsverletzung - erneute Forderung nach 1 Jahr

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RüdigerM
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Urheberrechtsverletzung - erneute Forderung nach 1 Jahr

Beitrag von RüdigerM » 15.10.11, 11:46

Ich hatte vor über einem Jahr eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung von den Anwälten von Universal M. bekommen. Es ging um ein heruntergeladenes Musikalbum.
Ich hatte die Sache dem Anwalt übergeben und ich habe eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, dass ich es nicht war und der Anwalt hat den Vorwurf widerlegt.
Er meinte dann zu mir, dass wir nun einfach abwarten und wenn man gewisser Zeit nichts zurückkkommt, wäre der Fall erledigt.

Tja, jetzt nach über einem Jahr kommt erneut ein Briefchen dieser Klägerkanzlei und möchte wieder Geld. Die Unterlassungserklärung haben sie akzeptiert, drohen nun aber mit ihren bereits erfolgreich durchgesetzten Verfahren und dass ich als Störer dennoch haftbar bin. Sie möchten jetzt 1000 € als Vergleichsbetrag.

Ich finde es eine Frechheit, dass die sich über 1 Jahr Zeit lassen und jetzt wieder kommen. Mein Anwalt meinte damals am Telefon, dass das erledigt sei. Blöderweise gibt es meinen damaligen Anwalt in dieser Kanzlei nicht mehr. Ich bin echt enttäuscht, denn jetzt geht das wieder los und ich darf ja auch die Kanzlei erneut bezahlen.
Kann mir jemand einen Rat geben?

Gerd aus Berlin
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Re: Urheberrechtsverletzung - erneute Forderung nach 1 Jahr

Beitrag von Gerd aus Berlin » 15.10.11, 13:54

RüdigerM hat geschrieben:Die Unterlassungserklärung haben sie akzeptiert, drohen nun aber mit ihren bereits erfolgreich durchgesetzten Verfahren und dass ich als Störer dennoch haftbar bin. Sie möchten jetzt 1000 € als Vergleichsbetrag.
Haben sie das? Wirklich? Schreiben sie das so? Dann ist ja gut.

Dann bleibt noch das Geschwisterchen der Unterlassung in UrhG § 97 Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz!

Nämlich der Schadensersatz. Deshalb wohl "Sie möchten jetzt 1000 € als Vergleichsbetrag."

Der Anspruch auf Schadensersatz - so er besteht (er besteht wohl, oder?) - verjährt nicht in einem Jahr. Eher in frühestens drei Jahren.

Was man dagegen tun kann, auch an der Höhe, muss man kucken. Oder zahlen. Erscheinen hier "jetzt 1000 € als Vergleichsbetrag" etwa überhöht?

Für das nicht nur Herunter-, sondern parallel noch Hoch-Laden eines ganzen Albums - für potentiell zehntausende Nutzer? Die ansonsten lizenzanalog oder nach Ladenpreis jeder 5,- bis 20.- im Laden bezahlen hätten müssen?

Gruß aus Berlin, Gerd
Recht beratungsresistant
ist und bleibt der Querulant.

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