Schöpfungshöhe einer Gebrauchsgrafik?

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Gehallt34
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Schöpfungshöhe einer Gebrauchsgrafik?

Beitrag von Gehallt34 »

Person A betreibt einen Online Shop und wurde wegen der Nutzung einer kleinen einfachen Grafik, die eine technische Anwendung darstellt, zur Unterlassung abgemahnt. Wie ist die Rechtslage, um Zahlung der Gebühren (unter €500) und ggf. auch Unterlassungserklärung (wenn möglich) abzuwenden? Erreicht solch eine Grafik die Schöpfungshöhe zum Urheberrecht? Ist es angeraten, einen rechtssichern Nachweis der Urheberschaft anzufragen?

Ich habe gesucht und so einiges gelesen, aber die Texte verweisen für mich ohne weitere Erläuterungen auf Begriffe, wie "Schöpfungshöhe", "handwerkliche Tätigkeit", "was nicht über die Kenntnisse eines geübten Computernutzers hinausgeht", Gebrauchsgrafik, angewandte Kunst...

Das Urheberrechtsgesetz besagt: §2 (1) unter 7. "Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen." Beschränkt aber durch §2 (2) auf Werke, die "persönliche geistige Schöpfungen" sind. Und ab hier wird es schwammig...

So wurde z.B. 2008 das Urheberrecht auf die Nachbildung des Kölner Doms als 3D Model abgelehnt. Bei Logos oder Designs soll sich durch ein Urteil 2013 etwas geändert haben, so das selbst für einfache "handwerkliche" Gebrauchsgrafiken (z.B. Logos) angeblich keine hohen schöpferischen Ansprüche mehr gelten sollen?

Kann eine nicht sonderlich professionelle oder design-technisch anspruchvolle webgrafik (unabhängig vom Aufwand, der dabei angeblich rechtlich keine Rolle spielen soll), die so etwas, wie z.B. das Aufziehen einer Gardine auf einer Stange andeutet, bereits ausreichend sein, um Urheberrecht für sich in Anspruch zu nehmen?

nordlicht02
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Re: Schöpfungshöhe einer Gebrauchsgrafik?

Beitrag von nordlicht02 »

Das Ganze ist einfach: Wenn der Grafiker meint, dass die Schöpfungshöhe erreicht ist und daher die Grafik urheberrechtlich geschützt ist und der Nutzer der Meinung ist, die Schöpfungshöhe sei nicht erreicht, trifft man sich vor Gericht und der Richter entscheidet.
Da es keine allgemein verbindliche Anleitung gibt, wann die Schöpfungshöhe erreicht ist und wann nicht, ist das der einzig gangbare Weg.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

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