Modalitäten einer Abmahnung

Moderator: FDR-Team

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Tom_Bombadil
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Modalitäten einer Abmahnung

Beitrag von Tom_Bombadil »

Hallo,

mich interessiert die Rechtslage zu folgendem hypothetischem Sachverhalt:

Eine Person X erstellt für die Einzelfirma der Person Y eine Webseite. Für einige Produkte nutzt person X Bilder und Texte aus anderen Internetquellen, zum Beispiel von Eingetragenen Vereinen aber auch von anderen Firmen, ohne diese um Erlaubnis zu bitten bzw. Quellenlinks anzugeben.

Da meines Erachtens das Verhalten der Person X "abmahnungswürdig" ist, würden mich die Konsequenzen interessieren, die drohen.

Würde bei einer Abmahnung in diesem Fall Person X (Webmaster) oder Person Y (Firmenchef) zur Rechenschaft gezogen?
Und ich würde gerne wissen, ob eine Abmahnung immer auch mit Gebühren verbunden ist oder ob es auch "kostenfreie" Abmahnung gibt wie zum Beispiel: "Bitte nehmen Sie unsere Bilder/Texte von Ihrer Seite oder wir leiten rechtliche Schritte ein."

Gruß
Tom_Bombadil

Gammaflyer
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Re: Modalitäten einer Abmahnung

Beitrag von Gammaflyer »

In der Regel ist es so:
Verantwortlich ist der Betreiber der Seite.
In Schadensfall kann er sich an Seiten-Ersteller halten und den Schaden bei ihm zurückfordern.

Zur zweiten Frage: ja, das kann auch kostenlos passieren. Die Frage ist: warum sollte es? Die meisten Menschen arbeiten nicht umsonst, weder Anwälte, noch Fotografe, Grafiker, Autoren etc.

FM
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Re: Modalitäten einer Abmahnung

Beitrag von FM »

Die Ansprüche auf Unterlassung richten sich gegen den Inhaber des Unternehmens und gegen den beauftragten Täter selbst. Durchgesetzt wird dieser Anspruch durch eine im Regelfall anwaltliche Abmahnung, die kostenpflichtig ist (wobei hier die Kostenbeschränkung nicht gilt, da gewerbliches Handeln). Bleibt dies erfolglos, durch Klage.

Natürlich kann der Verletzte auch formlos auf sein Recht hinweisen und auf Kostenerstattung verzichten, aber er muss dies nicht so machen.

Neben dem Unterlassungsanspruch gibt es noch weitere Rechtsfolgen. Insbesondere wäre es sehr ungewöhnlich, wenn der Verletzte auf Schadensersatz verzichtet.

Bei den strafrechtlichen Folgen wäre zumindest der Ersteller der Website betroffen, da er vorsätzlich gehandelt hat. Beim Firmeninhaber kommt es darauf an, inwieweit ihm das bekannt war.

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