Videomaterial eigen verwendet, trotz anderer Absprache

Moderator: FDR-Team

Antworten
mÖre
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 77
Registriert: 30.11.07, 07:57

Videomaterial eigen verwendet, trotz anderer Absprache

Beitrag von mÖre »

Hallo

Gegen sein soll folgender Fall:
ein freischaffender Fotograf/Filmer hat mit 2 Musikern zusammen ein Musik Video gedreht. Zuvor wurde ein Angebot über ein Komplettangebot mit Filmen, Schnitt und was drum und an ist erstellt. Dieses wurde mündlich, sowie über eine Chat bestädigt. Aussagen wie"jo so machen wir das". Am Drehtag wurden, wie im Angebot vereinbart, die Hälfte angezahlt.

Die Rahmenbedingen wurden mehrfach mündlich sowie per Chat mit allen Bedeiligten gelklärt und in Absprache mit allen 3 Partein ging der Schnitt vorran.
Zwischenzeitlich haben die beiden Musiker vom Filmer das Filmaterial zur eigenen Ansicht bekommen um selbst einen Überblick über das Material zu haben.

Plötzlich entschieden sich die Musiker, aus dem Anschaumaerial den Film selbst zu schneiden und zu veröffentlichen. Zudem wurde dem Filmer gesagt, dass aus den Ausstehenden Zahlungen quasi das Schnittprogramm angeschafft wurde, und man daher Quitt sei.

Nebst dem Vertragsbuch, der stattfand aber eine Frage zum Urheberrecht.

Das Recht am Material liegt in dem Fall doch beim Filmer, oder? Die Musiker hätten dieses also nicht verwenden dürfen geschweige denn Veröffentlichen dürfen, oder?

Wie ist die Rechtslage?

Danke

Froggel
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3312
Registriert: 19.05.05, 16:17
Wohnort: Niedersachsen

Re: Videomaterial eigen verwendet, trotz anderer Absprache

Beitrag von Froggel »

mÖre hat geschrieben:Das Recht am Material liegt in dem Fall doch beim Filmer, oder? Die Musiker hätten dieses also nicht verwenden dürfen geschweige denn Veröffentlichen dürfen, oder?
Das Urheberrecht liegt beim Kameramann, das Nutzungsrecht, das er sicherlich während der Absprache mit den anderen Parteien diesen gegeben hat, bei den Musikern. Sind Personen auf dem Filmmaterial vorhanden, kommt noch das Recht am eigenen Bild hinzu, sodass die Musiker, wenn sie denn Bestandteil des Films sind, dem Kameramann verbieten können, das Material selbst zu veröffentlichen. Aber: Wenn es zum Streit kommen sollte, müssen die Musiker beweisen können, dass ein Nutzungsrecht existiert. Zu diesem könnten auch die Chatverläufe angeführt werden, selbst wenn diese nicht sonderlich aussagekräftig sind. Andererseits ist mit der Absprache ein Vertrag mit gewissen Nutzungsbedingungen entstanden (z.B. Material erstellen gegen Geld) und wenn dann eine der Voraussetzungen nicht mehr passt (d.h. das zugesagte Geld nicht kommt), kann man es einklagen. Eine Partei kann nicht einfach von sich aus die Bedingungen ändern, wenn der andere nicht zugestimmt hat. Es ist aber immer alles eine Frage der Beweisbarkeit. Von daher ist es eh nie sinnvoll, eine Dienstleistung anzubieten, ohne eine genaue schriftliche Auflistung, was Vertragsbestandteil wird.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

Antworten